Streaming-Box Sky Q im Alltagstest: Konkurrenz für Amazon Fire TV?
Inzwischen gibt es Sky Q nicht nur als klassischen TV-Receiver, sondern auch als Streaming-Box. Wird der Pay-TV-Anbieter so zum Konkurrenten für Amazon Fire TV Stick & Co.? Im Alltagstest zeigt sich, welche Vorteile die Sky-Lösung offeriert und in welchen Bereichen noch Nachholbedarf besteht.
Für viele Jahre war Sky nur für Sport gedacht, nun gibt's aber viele Streaming-Plattformen, die dem Pay-TV-Anbieter Konkurrenz machen. So hat sich jüngst der Streaming-Dienst Dazn etliche Übertragungsrechte für Sport-Veranstaltungen geschnappt. Allerdings ist von der Anfangseuphorie bei Dazn-Abonnenten wenig übrig geblieben. Ursprünglich kostet der Sport-Streaming-Dienst knapp zehn Euro monatlich, dann wurden daraus 12 Euro, dann 15 Euro und mittlerweile kostet das Monatsabo knapp 30 Euro. So ist auch der große Konkurrent in Sachen TV-Sport auf dem Preisniveau von Sky angekommen. In den letzten Jahren hat sich bei Sky einiges verändert. Seit 2019 gehört das britische Unternehmen nicht mehr Rupert Murdoch, sondern zum US-amerikanischen Unternehmen Comcast. Zum Kabelnetzanbieter Comcast gehört auch NBC Universal, womit alle Filme und Serien der Universal Studios samt Streaming-Dienst Peacock auch zu Sky zählen.
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Hardware: Sky Q
Bislang gibt es seit 2018 den TV-Sat-Receiver Sky Q, welcher noch zu Zeiten vor der Übernahme durch Comcast entwickelt wurde. Parallel dazu offeriert Sky den Internet-Streaming-Dienst Sky Ticket. Im Vergleich zur Streaming-Konkurrenz hinkt Sky Ticket jedoch - in einigen Punkten - anderen Anbietern wie Netflix hinterher. So gibt es maximal Full-HD-Auflösung und keinen Surround-Sound. Mit der Übernahme durch Comcast hat Sky das nun geändert und fährt eine neue Strategie.
Wer möchte, kann für 20 Euro monatlich Sky Q als IPTV-Box abonnieren. Hierbei bekommt man eine kleine Streaming-Box, welche auf der Comcast-Plattform XI-One aufsetzt und somit einen schnelleren SoC aus dem Hause Qualcomm offeriert, als der TV-Receiver Sky Q. Als Betriebssystem kommt eine Linux-Distribution zum Einsatz, die Sky analog zum TV-Receiver gestaltet hat. Um für eine schnelle Internetverbindung sorgen zu können, beherrscht die IPTV-Box Wi-Fi 6 und hat einen Gigabit-LAN-Anschluss. Mittels HDMI 2.0 kann die Sky Q IPTV-Box auch Inhalte in Ultra HD wiedergeben.
Unterschied zwischen Sky IPTV und TV-Receiver
Mit der Streaming-Box will sich Sky auch gegen Amazon Fire TV & Co. positionieren und ein zeitgemäßes Angebot offerieren. Im Vergleich zum klassischen Sky via TV-Empfang spart der Kunde sogar Geld, wenn man sich für die IPTV-Box entscheidet. Schließlich kommt die Streaming-Hardware immer mit HD Plus daher, sodass man auch alle privaten TV-Sender wie RTL, Pro Sieben, Eurosport, Sport1 und Co. in Full-HD streamen kann. Beim klassischen Sky via TV-Receiver muss man für monatlich 5,45 Euro HD Plus dazu buchen, ansonsten erhält man immer nur die privaten TV-Sender in SD-Auflösung.
Zwar gibt es HD Plus - ohne Extrakosten - bei der Sky Q IPTV-Box, doch muss man auf die Aufnahmefunktion des TV-Receivers verzichten. Allerdings kann man beim Sky-TV-Receiver - aufgrund rechtlicher Vorgaben der privaten TV-Sender - sowieso RTL & Co. nur in SD aufnehmen, wenn eine Aufnahme überhaupt gestattet wird, da man schließlich die Mediatheken wie RTL Plus pushen will. Für diese strengen Vorgaben kann allerdings Sky Deutschland nichts, denn dies obliegt den jeweiligen TV-Sendeanstalten.
Sky bündelt Netflix und andere Streaming-Dienste auf einer Plattform
Insgesamt hat Sky - mit den Niederlassungen Deutschland, Österreich, Italien und UK - über 2,5 Millionen Abonnenten mit einem Sky-Q-TV-Receiver und rund 24 Millionen zahlende Mitglieder. Künftig sollen noch mehr zahlende Mitglieder dazu kommen. Hierbei verfolgt Sky die Strategie einer Aggregationsplattform, sodass man auf Sky Q möglichst viele verschiedene Streaming-Dienste anbieten möchte. Die App-Auswahl übernimmt dabei ausschließlich Sky selbst. Leider gibt es hier nicht die Möglichkeit, etwa über den Google Play Store weitere Apps herunterladen zu können. Manch ein Power-User würde sich dies wünschen.
Quelle: PCGH
Sky Q IPTV Box
Quelle: PCGH
Sky Q IPTV Box Anschlüsse
Quelle: PCGH
Sky Q Menu mit Apps
Quelle: PCGH
Sky Q Suche mit Netflix- und Sky-Inhalten.
Ein Vorteil einer Aggregationsplattform macht sich etwa beim "Sky Ultimate TV" sichtbar, so ist die alternative Bezeichnung vom Einstiegspaket "Entertainment Plus". Das Unternehmen aus Unterföhring bei München hat eine Vereinbarung mit dem US-amerikanischen Streaming-Dienst Netflix geschlossen, sodass bei jedem neuen Sky-Q-Abo auch automatisch ein Netflix-Abo dabei ist. So kann man sich direkt mit seinem Sky-Konto bei Netflix anmelden und streamen.
