Studie: Darum führt übermäßiges Spielen nicht immer zu einer Sucht
Im Mai hat die Weltgesundheitsorganisation entschieden, dass Spielesucht offiziell eine Krankheit ist. Wissenschaftler der Stetson University und der Konkuk University haben nun eine Studie veröffentlicht, die sich mit dem Thema übermäßiges Videospielen beschäftigt. Es sind mehrere unterschiedliche Faktoren, die zur Sucht führen.
Den Forschern ging es dabei um die Beantwortung der Frage, ob Spielsucht eher eine Folge anderer Probleme ist oder ob sie prinzipiell jeden treffen kann, der zu viel Zeit vor dem PC oder der Konsole verbringt. Oder gibt es vielleicht eine grundlegende genetische oder psychologische Disposition, die Spieler gar besonders anfällig für Suchtkrankheiten macht? Die Antwort lautet, dass eine Reihe äußerer Faktoren die wichtigsten Auslöser sind, die zu einem ungesunden Verhältnis zum Spielen führen.
Elternhaus und Persönlichkeit entscheidend
Laut Ergebnis der Studie sind Leute vor allem anfällig für eine Spielsucht, wenn zwei Faktoren eintreffen: Wenn man in einem Haushalt mit sehr bestimmenden Eltern - sogenannten Helikoptereltern - aufgewachsen ist und zugleich weniger stark ausgeprägte Selbstbeherrschung hat, könnte man öfter in Versuchung geraten, in eine virtuelle Welt zu flüchten. Das ist besonders dann der Fall, wenn man starken Druck verspürt. Für die Studie wurden in einem Zeitraum von vier Jahren etwa 1.000 Jugendliche befragt, die in verschiedenen asiatischen Ländern leben. Die Ergebnisse sollen vor allem als Grundlage für weitere Studien dienen.
"Die übermäßige Einmischung der Eltern erhöhte den Grad, in dem Jugendliche akademischen Stress erlebten, während der Grad der Kommunikation mit den Eltern diesen Stress verringerte. Erhöhter akademischer Stress beeinträchtigte die Selbstbeherrschung, was schließlich den Grad des pathologischen Spielens erhöhte. Die Selbstkontrolle beeinflusste den Grad des pathologischen Spielens stärker als die Spielzeit." - Eui Jun Jeong, Christopher J. Ferguson (Department of Psychology, Stetson University, DeLand, USA), Sung Je Lee (Department of Digital Culture & Contents, Konkuk University, Seoul, Südkorea).
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Fakten zur Studie zu übermäßigem Spielen:
- Psychologen und Medienwissenschaftler der Universitäten von Stetson und Konkuk haben eine Studie zum Thema Spielsucht veröffentlicht.
- Dabei ging es darum, ob übermäßiges Spielen auch direkt zu Spielsucht führt. Diese ist seit Mai 2019 eine von der Weltgesundheitsorganisation anerkannte Krankheit.
- Ergebnis ist, dass eine Kombination von Umweltfaktoren zur Spielsucht führt.
- Über einen Zeitraum von vier Jahren wurden knapp 1.000 Jugendliche in verschiedenen asiatischen Ländern befragt.
Quelle: Springer
