Wenn sinnlose Bugs das Spielen vermiesen - Ein Kommentar von Carsten Spille
In der allwöchentlichen Redaktions-Kolumne textet ein PCGH-Redakteur über Hardware- oder Software-Themen, die ihn in der vergangenen Woche bewegt haben. Dieses Mal schreibt Carsten Spille über altbekannte Starcraft-2-Bugs, an deren Lösung der Hersteller offenbar nicht interessiert ist.
In der allwöchentlichen Redaktions-Kolumne berichtet ein Redakteur über ein IT-Thema, das ihn in der vergangenen Woche bewegt hat: Heute regt sich Carsten Spille darüber auf, dass auch namhafte Hersteller offenbar nicht in der Lage oder willens sind, altbekannte Bugs zu beheben.
Nein, an dieser Stelle folgt kein Rant über DRM-Systeme wie Uplay, Steam, Origin und Co. Auch nicht über die Bug-Flut und die unfertigen Releases, welche den Spielern in diesem Herbst just zugemutet wurden - das Thema hat mir Kollege Reuther vor der Nase weggeschnappt und um ehrlich zu sein: Außerhalb der Arbeitszeit werde ich dank privatem Uplay- und Origin-Boykott davon eh kaum noch berührt - es gibt ja noch genügend andere Spiele, die das Herz erfreuen können.
Nein, heute soll es um die Gleichgültigkeit gehen, mit der manche Entwickler offenbar ihre Software verteilen. Konkretes Beispiel Starcraft 2. Just in den nett aufgemachten Blizzard-Launcher für das battle.net integriert und eigentlich meistens problemlos gelaufen. Wie aus heiterem Himmel wollte das Spiel jedoch nicht mehr starten - und dabei brauchte ich es doch so dringend, um Ihnen frische Benchmarks für die neu getesteten CPUs von AMD und Intel zu servieren. Eine Fehlermeldung mit folgendem Inhalt erschien im Hintergrund hinter dem Launcher .
Quelle: PC Games Hardware
Starcraft 2 - verwirrende Fehlermeldung.
Ein bisschen habe ich noch drumherum montiert, damit Sie sehen, dass ich mich durchaus auf die Suche nach der so plötzlich und so heftig vermissten Datei gemacht habe. Lange Rede, kurzer Sinn: Natürlich war die Datei nach wie vor auf meinem PC (also dem von PCGH), sogar am richtigen Ort - im Support-Ordner innerhalb des Starcraft-2-Spielverzeichnisses. Das hinderte das Programm jedoch nicht, darauf zu beharren, ihr Fehlen zu bemängeln und deswegen den Start des Spiels zu verweigern.
Ok, Blizzard hat ein Always-on-DRM-Tool battle.net, es gibt eine Funktion zur Überprüfung der Spieldateien und was soll ich sagen: Natürlich funktionierte das naheliegendste NICHT: Der Schnüffler im Hintergrund war zwar gut zum Meckern, aber nicht in der Lage, die mistige DLL nachzuladen und so einzubinden, dass das Spiel wieder funktioniert.
Wenn sie eine solche Fehlermeldung im Wortlaut sowie in der englischen Entsprechung in eine führende Suchmaschine eingeben, fühlen Sie sich auf einmal gar nicht mehr so allein mit Ihrem Problem - unter dubiosen Seiten, die Ihnen den direkten Download aller möglichen DLLs anbieten, gibt es auch zig Foren-Threads, darunter auch solche im offiziellen battle.net-Forum, die versprechen, dieses Problem bereits besprochen und - so die Hoffnung - gelöst zu haben. Tatsächlich findet sich auch die Lösung, aber erst, nachdem man von einer Neuinstallation mit neuerlichem Download der rund 1,4 Gigabyte Daten enttäuscht wurde, ebenso wie vom vermeintlichen Reparaturversuch durch das Blizzard-Tool. Die Vorschläge, mal den Virenscanner zu deinstallieren, habe ich vorsichtshalber direkt ignoriert - so etwas sollte niemals nötig sein. Und ein plötzlicher False Positive kann es nach jahrelanger Bekanntheit des Problems eigentlich auch nicht sein.
Wenn schon DRM-Tools, sollten sie dem ehrlichen Käufer nicht den Spaß verderben.
Warum auch immer man das tun sollte (und vor allem: warum tut es Blizzard nicht selbst??) - man muss lediglich den Pfad des Support-Verzeichnisses zur PATH-Variable von Windows hinzufügen, wie es der nette Herr "Michael" hier beschreibt. Ganz ohne Sicherheitsbedenken sollten Sie allerdings nicht alles Mögliche in die PATH-Variable aufnehmen.So, jetzt wissen Sie, was mich letztens wieder ziemlich aufgeregt hat. In diesem Sinne, liebe Spielepublisher: Wenn schon DRM-Tools und dergleichen mehr, sorgt bitte doch dafür, dass sie dem ehrlichen Käufer eurer Produkte nicht den Spaß verderben,
Redaktions-Kolumne
In der allwöchentlichen Redaktions-Kolumne textet ein PCGH-Redakteur über Hardware- oder Software-Themen, die ihn in der vergangenen Woche bewegt haben. Hierbei handelt es sich nicht zwingend um die Meinung der Redaktion, sondern um die Meinung des jeweiligen Redakteurs.

Aber aus aktuellem Anlass habe ich dem Artikel noch zwei Bilder hinzugefügt. Dieses Mal ist es wirklich das DRM-Tool „battle.net“.
Das eigentlich irre ist aber, das ich für unseren Benchmark, der ja ein aufgezeichnetes Match ist, jedes Mal aufs Neue bestätigen muss, dass diese Aufzeichnung offline läuft und ich für die Dauer der Wiedergabe vom battle.net abgemeldet werde. - an dass ich mich jetzt nicht mehr anmelden kann, um gleich darauf wieder abgemeldet zu werden *doh*
Und die Kausalkette war nicht, dass ich dem DRM die Schuld in die Schuhe geschoben habe, sondern mich echauffierte, warum, wenn schon eine solche Rundum-Kontrolle vorhanden ist, Blizzard/Activision es nicht schaffen, zumindest solche Fehler abzufangen und vermeintlich fehlende Daten im Hintergrund nachzuladen.
Immerhin funktioniert Starcraft 2 halbwegs. Ist mir heute nur 2 mal gecrasht nach alt-tabben
Teilweise ruckeln die Spiele ja auch wie blöde, weil das Streamingsystem unausgereift ist oder das Spiel einfach nur dilettantisch portiert wurde (kommt gerne mal bei Titeln von Ubisoft vor
Ruckeliger/stotternder Bildablauf stört mich noch viel mehr als Bugs...