Audio-Technica AT-VM95EN: Tonabnehnerwechsel und Vorverstärkerpflicht
In diesem Artikel
Tonabnehmerwechsel leicht gemacht
Nach der Theorie in Form vieler technischer Daten folgt nun die Praxis - mein Bericht, wie ich den Denon DP-37F durch den Tonabnehmerwechsel klangvoll wiederbelebt habe. Obwohl der Plattenspieler 15 Jahre lose im Karton unter dem Bett lag und einiges an Staub ansetzte, gab es keine Probleme mit der Technik. Die Tasten für Start-Automatik und Stop-Funktion reagierten sofort auf meine Betätigung. Der Tonarmheber funktioniert einwandfrei und bewegt den Tonarm gemächlich, aber gleichmäßig.
Quelle: PCGH-Ratgeber
Die Technik meines Denon-DP-37F-Plattenspieler funktioniert einwandfrei. Die Nadel des Dual-DN-239-Tonabnehmers ist allerdings defekt.
Die grüne LED für die Drehzahl leuchtet permanent, was bedeutet, dass sich der Plattenteller gleichmäßig und ohne Schwankungen dreht. Das liegt daran, dass der 300 g schwere Aluteller des Denon DP-37F nicht per Riemen, sondern direkt angetrieben wird. Der obligatorische Riementausch entfällt also. So steht dem Tonabnehmerwechsel - am Halbzoll-Headshell hängt noch ein Dual DN 239 mit defektem Stylus - nichts mehr im Weg.
Wie sich im Praxistest zeigt, fällt dieser Wechsel nicht schwer und dauert auch nicht lang. Das liegt daran, dass der Tonarm so konstruiert ist, dass ich das mit dem defekten Dual DN 239 bestückte Denon-PCL-30-Headshell nach dem Lösen der Schraube einfach abnehmen konnte (siehe Galerie). Bevor es an die Montage des Audio-Technica AT-VM95EN geht, stelle ich noch die Rädchen für Q-Damping und Anti-Skating auf null. Damit bereite ich den Tonarm auf den Ausbalanciervorgang für das Auflagegewicht vor. Dieser ist nach einem Wechsel auf einen neuen Tonabnehmer immer notwendig.
Tonabnehmerwechsel im Detail
Das Anschrauben des Audio-Technica AT-VM95EN an das Headshell und Verbinden des Tonabnehmers mit den filigranen Anschlusskabeln verlangt Fingerspitzengefühl. Das gilt auch für das anschließende Ausrichten anhand der Nadelposition, bevor er fixiert wird. Da mir keine Abgleichlehre zur Verfügung steht, muss ich die 3,5-mm-Distanz zwischen Nadelspitze und einer bestimmten Position an der Unterseite des Tonabnehmerkopfes händisch messen. Das klappt bestens mit einer digitalen Schiebelehre.
Sehr hilfreich für die Montage an exakter Headshell-Position ist zudem die originale Bedienungsanleitung (S. 24). Warum ist die korrekte Nadelposition so wichtig? Liegt die Spitze im falschen Winkel auf der Platte und läuft nicht sauber durch deren Rille, wird die Schallplatte beschädigt. Die Nadel nutzt sich ungleichmäßig ab und produziert hörbare Klangfehler.
Nachdem ich das mit dem ausgerichteten Audio-Technica AT-VM95EN bestückte Halbzoll-Headshell wieder am Tonarm angebracht habe, kann ich noch keine Platte abspielen. Zuerst muss ich den Tonarm mithilfe seines Gegengewichts so ausbalancieren, dass er waagerecht zur Oberfläche der Platte steht. Anschließend stelle ich die Auflagekraft von 2,0 g für das AT-VM95EN ein. Dazu drehe ich Tracking Force und Anti-Skating auf den Wert "2" (Anleitung, S. 22). Dasselbe führe ich mit dem Regler fürs Q-Damping durch, dann kann ich mit meiner Hörprobe starten.
Ohne Phono-Vorverstärker geht nichts!
Voraussetzung für den Sound-Check ist eine analoge Audiokette, in die ich den mit dem Audio-Technica AT-VM95EN wiederbelebten Denon DP-37F integrieren kann. Da mir keine brauchbaren HiFi-Lautsprecher zur Verfügung stehen, kann ich meinen über 30 Jahre alten Harman/Kardon-Verstärker nicht einsetzen. Ich nutze die Studiomonitore Wavemaster Two Pro mit Cinch-Anschlüssen, die wir in unserem PC-Lautsprecher-Test empfehlen. Um den Boxen mit 1A-Klang jedoch feinen Vinyl-Sound zu entlocken, muss ich einen Phono-Vorverstärker zwischen Lautsprecher und Plattenspieler schalten.
Quelle: Pro-Ject
Dank Röhrenbestückung liefert der für MM- und MC-Tonabnehmer geeignete Pro-Ject Tube Box einen besonders warmen und detailreichreichen Klang.
Viele High-End-HiFi-Verstärker der 1980er/1990er besitzen zwar interne Phono-Vorverstärker, trotzdem ziehen Vinyl-Enthusiasten, wie ich, externe Geräte vor. Wie in der Testtabelle zu sehen, gibt es brauchbare Phono-Vorverstärker schon für unter 100 Euro. Echte Vinyl-Fans treffen mit dem Musical Fidelity LX-LPS oder dem Cambridge Audio Alva Duo eine gute Wahl. Spielt Geld keine Rolle, können Sie bei High-End-Modellen wie dem Pro-Ject Tube Box DS2 zugreifen. Empfehlung: Geben Sie für einen Phono-Vorverstärker etwa so viel aus, wie für Ihren Tonabnehmer. Ich nutze jedoch den Audio-Technica ATPEQ30, der ist deutlich teurer als die AT-VM95EN-Nadel.
Wozu wird ein Phono-Vorverstärker überhaupt benötigt?
Plattenspieler haben eine vergleichsweise niedrige Ausgangsspannung. Daher können Sie diese nur dann mit den Hochpegel-Cinch-Eingängen eines HiFi-Verstärkers, einer Soundkarte oder aktiver Studiomonitore verbinden, wenn Sie einen Phono-Vorverstärker dazwischenschalten. Der hebt die Ausgangspegel von MM- und MC-Tonabnehmersystemen um das 100- (MM) bis 400-fache (MC) an. Erst dann entsprechen diese dem Ausgangspegel der restlichen Zuspieler.
Gleichzeitig bringt der Vorverstärker den veränderten Frequenzgang, der bei der Schallplattenaufzeichnung durch die RIAA-Vorverzerrung entsteht, in seine ursprüngliche Form. Es gibt Vorverstärker, die sich ausschließlich für MM- oder für MC-Tonabnehmer eignen. Bei anderen Modellen haben Sie die Wahl zwischen beiden Systemen. Damit es nicht zu klangverfärbenden Interferenzen kommt, lagern die Hersteller das Netzteil in der Regel aus oder trennen es auf andere Weise von der Elektronik des Verstärkers.
Ein hochwertiger Vorverstärker ermöglicht es zudem, die Verstärkung anzupassen, um Pegelsprünge beim Wechsel zwischen Schallplatte und CD auszugleichen und eine Überlastung der A/D-Wandler der angeschlossenen Soundkarte zu vermeiden. Die anspruchsvolle, audiophile Kundschaft entscheidet sich meist sogar für einen Phono-Vorverstärker, bei dem man neben der Verstärkung auch die Entzerrung, den Eingangswiderstand und die Eingangskapazität verändern oder den Rauschfilter (Rumpelfilter) zuschalten kann.

Die Nadelträger der MM-Systeme sind bis in die Spitzenmodelle (2M Black) einfache, grobe und damit "schwere" Aluminiumkonstruktionen, die Gummis einfach nur Standard. Der Generator der MM-Systeme ist seit Jahrzehnten über alle Produktfamilien praktisch immer gleich, nur in anderer Verpackung. Man kann ja OM-Nadeln problemlos auf einen 2M-Body stecken, sieht nur komisch aus.
Das funktioniert natürlich alles, ist aber den aufgerufenen Preis m. E. nicht wert. Gerade von der Papierform bessere Nadeln werden durch den Rest ziemlich ausgebremst. Die MM von Ortofon sind nur meist sehr "laut", haben also eine hohe Ausgangsspannung. Das hört sich dann im direkten Vergleich "besser" an.
Das letzte Problem, was man beim DP37F übrigens haben wird, sind springende Nadeln. Da ist ist hervorragende elektronisch stabilisierte Tonarm außen vor.
Ich rede vom DJ-Einsatz.
Also haben wir da folgendes:
Scratchen (nicht alle machen das, aber da ist extreme Stabilität gefragt)
Backspins und andere einfache Handhabung
Starke Vibrationen aufm Tisch, die Nadel darf nicht springen. Es gibt keine stabilisierten Tonarme, 99% der Zeit sind das Technics 12x0 mit bis zu 30 Jahren aufm Buckel
Teils seltsame Preamps, wo n bissl mehr Pegel nicht schadet
Oben drauf noch DVS, also Digital Vinyl System
Und die Umgebung ist alles andere als ideal - feucht, teils Staub/Dreck, das Zeug soll einfach stabil funktionieren egal was. Ab und an gibts sogar bissl Regen der auf das Equipment spritzt, alles erlebt.
Benutzt wird Ortofon Concorde mit Modellen aus der Club, Mix, Scratch und DJ Serie.
Elite ist natürlich was ganz anderes, aber das schleppen die Leute selbst an, die findest du natürlich nirgendwo einfach so am Turntable kleben.
Die Nadelträger der MM-Systeme sind bis in die Spitzenmodelle (2M Black) einfache, grobe und damit "schwere" Aluminiumkonstruktionen, die Gummis einfach nur Standard. Der Generator der MM-Systeme ist seit Jahrzehnten über alle Produktfamilien praktisch immer gleich, nur in anderer Verpackung. Man kann ja OM-Nadeln problemlos auf einen 2M-Body stecken, sieht nur komisch aus.
Das funktioniert natürlich alles, ist aber den aufgerufenen Preis m. E. nicht wert. Gerade von der Papierform bessere Nadeln werden durch den Rest ziemlich ausgebremst. Die MM von Ortofon sind nur meist sehr "laut", haben also eine hohe Ausgangsspannung. Das hört sich dann im direkten Vergleich "besser" an.
Das letzte Problem, was man beim DP37F übrigens haben wird, sind springende Nadeln. Da ist ist hervorragende elektronisch stabilisierte Tonarm außen vor.
Ein gutes System ist auch das AT-VM540ML. Das klingt noch einmal besser als das VM95ML/SH. Insbesondere die Kanaltrennung ist beim VM50ML nochmal besser als beim VM95. Und das hört man auch. Nochmals feinere und bessere Auflösung. Kostet aber auch knapp 200€. Ich bin damit aber sehr zufrieden.
Das ganze Design vom Tonabnehmer und die Stabilität die diese haben - die sinds wert.
Vor allem für DJs, egal ob klassisch, scratch, im schlechten Umfeld (Vibrationen, schräg stehendes Turntable whatever).
Ortofon hat sich den Namen und die Preisklasse verdient. Und der Klang ist gut, gut genug um auch richtige Anlagen zu beschallen.
Da bezahlt man die Qualität und Stabilität gerne, das letzte was man braucht ist ne springende Nadel.