Audio Technica AT-VM95EN im Test: klangvolles Upgrade für einen Vinyl-Veteranen von Denon
Gut 15 Jahre lang drehte sich mein Plattenspieler, ein Denon DP-37F nicht mehr. Jetzt habe ich den Vinyl-Veteranen aus den 1980ern wieder ans Rotieren gebracht und ihm mit dem Audio-Technica AT-VM95EN einen neuen Tonabnehmer spendiert. Ich berichte von dieser akustischen Frischzellenkur!
In diesem Artikel
Die gute alte Schallplatte erlebt schon seit ein paar Jahren eine Renaissance und Vinyl ist nicht nur bei besonders audiophilen Musikgenießern wieder en Vogue. Für viele Musikfans ist der warme Sound einer Schallplatte eine angenehme akustische Alternative zum doch eher steril klingenden, digital produzierten Pendant. Um den Vinyl-Sound gebührend zu genießen, benötigen Sie einen Plattenspieler. Letzteren können Sie natürlich als digitale USB- oder Bluetooth-Variante neu kaufen. Oft lohnt es sich aber, wie ich, den vor Jahren eingemotteten analogen HiFi-Plattenspieler zum Drehen und ihn mit einem neuen Tonabnehmer wieder zum Klingen zu bringen. Genau das habe ich gemacht und meinen Denon DP-37F mit einem neuen Tonabnehmer, dem Audio-Technica AT-VM95EN, aus dem Dornröschenschlaf geholt. Hier kommt mein Wiederbelebungs-Rapport:
Audio-Technica AT-VM95EN und Denon DP-37F: Details zur Technik
Quelle: PCGH-Ratgeber
Denon DP-37F mit Audio-Technica-AT-VM95EN-Tonabnehmer (Dual MM)
Bevor ich Ihnen ausführlich beschreibe, wie ich meinem Vinyl-Veteranen eine akustische Frischzellenkur verpasse, liefere ich Ihnen zuerst die wichtigsten technischen Daten zum Audio-Technica AT-VM95EN und dem Denon-Plattenspieler. Im Fall des Denon DP-37F fand ich im Netz eine digitalisierte Version der Bedienungsanleitung sowie ein Werbeprospekt und eine Technikübersicht auf der HiFi-Wiki-Seite.
Dual-Moving-Magnet-Tonabnehmer mit elliptischem Schliff
Quelle: Audio-Technica
Der Audio-Technica-AT-VM95EN-Tonabnehmer ist mit einer elliptischen, nackten, aus einem Stück geschliffenen Diamantnadel bestückt
Die Audio-Technica AT-VM95EN verfügt über eine elliptische, nackte Diamantnadel, die aus einem Stück geschliffen und direkt eingesetzt wird. Dieses Design ermöglicht ein leichteres und steiferes Übertragungssystem im Vergleich zur gefassten Diamantnadel des Audio Technica AT-VM95E. Obwohl mehr als doppelt so teuer, bietet die nackte Diamantnadel eine bessere Audioqualität mit hoher Klangtreue und gutem Impulsverhalten. Der Vorteil liegt darin, dass der elliptische Stylus den Auslenkungen der Plattenrille präziser folgt als eine konische Nadel. Das sorgt für einen besseren Frequenzgang mit höherer Phasentreue und geringeren Verzerrungen.
Jede Diamantnadel verschleißt mit der Zeit und bei einem elliptischen Stylus wie der AT-VM95 steht ein Nadelwechsel nach ca. 300 Stunden Spielzeit an. Daher sind die Dual-Moving-Magnet-Tonabnehmer der VM95-Serie so entworfen, dass Sie die Abtastnadeln untereinander tauschen können. Ist Ihre Abtastnadel also abgenutzt oder beschädigt, brauchen Sie nur die passende Ersatznadel, nicht aber einen neuen Tonabnehmer zu kaufen.
Sie können Ihr Tonabnehmersystem aber auch mit einer höherwertigen Abtastnadel aufwerten. Alle sechs VM95-Tonabnehmermodelle verfügen über die gleiche elektromagnetische Antriebseinheit (Gehäuse). Daher sind auch die sechs Abtastnadeln dieser Serie 100 % kompatibel. Wie ich später noch sehen werde, ist die Montage des Audio-Technica AT-VM95EN sehr einfach und Muttern werden nicht benötigt. Für eine einfache Installation am Tonarm oder Headshell ohne Muttern sind die Tonabnehmer der VM95-Serie mit Gewindeeinsätzen bestückt. Vier passende M2,6-Schrauben und zwei Kunststoff-Unterlegscheiben gehören zum Lieferumfang.
Die wichtigsten technischen Daten zur Aufrüstnadel
- Frequenzbereich/Kanaltrennung: 20 - 23.000 Hz/22 dB (1 kHz)
- Vertikaler Abtastwinkel: 23°
- Vertical Tracking Force: 1,8 g bis 2,2 g (2,0 g Standard)
- Schaftform der Nadel: Rundschaft, nackt
- Empfohlene Lastimpedanz/Spulenimpedanz/DC-Widerstand: 47 kΩ/3,3 kΩ (1 kHz)/485 Ω
- Spuleninduktivität: 550 mH (1 kHz)
- Ausgangsleistung: 3,5 mV (bei 1 kHz, 5 cm/Sek)
- Kanalbalance am Ausgang: 2,0 dB (1 kHz)
- Nadelschliff/Nadelträger: Elliptisch/Aluminium, hohl
- Statische Nadelnachgiebigkeit/Dynamische Nadelnachgiebigkeit: 20 × 10-6 cm/Dyn und 7 × 10-6 cm/Dyn (100 Hz)
- Befestigung: Halbzoll, zentriert
- Abmessungen/Gewicht: 17,2 × 18,9 × 28,3 mm (H × B × T)/6,1 g
- Beiliegendes Zubehör: 2× 11 mm Montageschrauben, 2× 8 mm Montageschrauben, 2× Unterlegscheiben, 1× nicht magnetischer Schraubendreher
- Nadeltyp/Spulendraht: VM-Stereo-Dual-Magnet/T.P.-Kupfer
Vollautomatisch, mit Direktantrieb und Moving-Coil-Tonabnehmer
Quelle: PCGH-Ratgeber
Der von mir wiederbelebte Denon DP-37F ist ein vollautomatischer Plattenspieler mit edlem Holzgehäuse.
Der Denon DP-37F ist ein in den Jahren von 1985 bis 1992 in Japan hergestellter Plattenspieler, der mit seinem Preis von 700 DM damals zum gehobenen HiFi-Segment des Herstellers zählte. Bei Vinyl-Enthusiasten kam der vollautomatische Plattenspieler einerseits mit seinem edel aussehenden Gehäuse aus Rosenholz gut an. Andererseits überzeugte er die audiophile Kundschaft mit seiner fortschrittlichen Technik und einem dank immer noch erhältlichen MC-Tonabnehmer (Denon DL-110 in Europa) exzellenten Klang.
Quelle: Denon/Hifi-Wiki
Originales Herstellerbild des Denon DP-37F aus den 1980ern.
Zur besonderen Ausstattung des Denon DP-37F, der als gebrauchtes Modell aktuell für +/- 300 Euro gehandelt wird, gehören der per Mikroprozessor gesteuerter kontaktloser Dynamic Servo Tracer-Tonarm mit einstellbarer Q-Dämpfung und der Direktantrieb durch den Linear-Drive-Servomotor. Letzterer verfügt zusätzlich über eine Drehzahl-Servo-Regelung mit Frequenzerfassung und Quarz-Referenz-Oszillator. In den Tests der Audio-Zeitschriften Stereo erzielte der Denon DP-37F in der Ausgabe 8/85 die Wertung "angehende Spitzenklasse". Die Fachzeitschrift stereoplay bescheinigt ihm im Heft 7/85 zur Spitzenklasse II zu gehören.
Technische Details des Plattenspielers in Kurzform
- Motor/Stromversorgung/Antriebsart: DC-Servomotor/DC 3,6 V Lithium-Ionen-Akku/Riemenantrieb
- Hersteller/Modell: Denon DP-37 F
- Baujahre: 1984 (- 1992)
- Hergestellt in: Japan
- Farbe: Schwarz oder Rosenholz
- Leistungsaufnahme: 8 W
- Abmessungen/Gewicht: 434 × 145 × 410 mm (B × H × T)/7,5 kg
- Neupreis: ca. 700 DM
- Ausgänge: 2,5 (1,6) mV
- Antrieb: Direktantrieb durch Linear-Drive-Servomotor
- Drehzahlregelung: Drehzahl-Servo-Regelung mit Frequenzerfassung und Quarz-Referenz-Oszillator
- Motor: BLDC
- Drehzahl: 33 1⁄3 U/min, 45 U/min
- Gleichlaufschwankungen: < 0,012 % wrms
- Rumpelgeräuschabstand: 78 dB (DIN B)
- Plattenteller: Aluminium-Druckguss, 300 mm
- Antiskatingeinrichtung: Erdungsklemme
- Abtastsystem neu: Audio Technica AT-VM95EN (Spezifikationen siehe oben)
- Tonarm:
- Effektive Länge: 220 mm
- Ausführung: gerade, dynamisch ausbalanciert
- Nadelüberhang: 16 mm justierbar
- Tangentialer Spurfehlerwinkel: < 3°
- Einstellbares Auflagegewicht: 0 - 3 g
- Systemträger: PCL-30

Die Nadelträger der MM-Systeme sind bis in die Spitzenmodelle (2M Black) einfache, grobe und damit "schwere" Aluminiumkonstruktionen, die Gummis einfach nur Standard. Der Generator der MM-Systeme ist seit Jahrzehnten über alle Produktfamilien praktisch immer gleich, nur in anderer Verpackung. Man kann ja OM-Nadeln problemlos auf einen 2M-Body stecken, sieht nur komisch aus.
Das funktioniert natürlich alles, ist aber den aufgerufenen Preis m. E. nicht wert. Gerade von der Papierform bessere Nadeln werden durch den Rest ziemlich ausgebremst. Die MM von Ortofon sind nur meist sehr "laut", haben also eine hohe Ausgangsspannung. Das hört sich dann im direkten Vergleich "besser" an.
Das letzte Problem, was man beim DP37F übrigens haben wird, sind springende Nadeln. Da ist ist hervorragende elektronisch stabilisierte Tonarm außen vor.
Ich rede vom DJ-Einsatz.
Also haben wir da folgendes:
Scratchen (nicht alle machen das, aber da ist extreme Stabilität gefragt)
Backspins und andere einfache Handhabung
Starke Vibrationen aufm Tisch, die Nadel darf nicht springen. Es gibt keine stabilisierten Tonarme, 99% der Zeit sind das Technics 12x0 mit bis zu 30 Jahren aufm Buckel
Teils seltsame Preamps, wo n bissl mehr Pegel nicht schadet
Oben drauf noch DVS, also Digital Vinyl System
Und die Umgebung ist alles andere als ideal - feucht, teils Staub/Dreck, das Zeug soll einfach stabil funktionieren egal was. Ab und an gibts sogar bissl Regen der auf das Equipment spritzt, alles erlebt.
Benutzt wird Ortofon Concorde mit Modellen aus der Club, Mix, Scratch und DJ Serie.
Elite ist natürlich was ganz anderes, aber das schleppen die Leute selbst an, die findest du natürlich nirgendwo einfach so am Turntable kleben.
Die Nadelträger der MM-Systeme sind bis in die Spitzenmodelle (2M Black) einfache, grobe und damit "schwere" Aluminiumkonstruktionen, die Gummis einfach nur Standard. Der Generator der MM-Systeme ist seit Jahrzehnten über alle Produktfamilien praktisch immer gleich, nur in anderer Verpackung. Man kann ja OM-Nadeln problemlos auf einen 2M-Body stecken, sieht nur komisch aus.
Das funktioniert natürlich alles, ist aber den aufgerufenen Preis m. E. nicht wert. Gerade von der Papierform bessere Nadeln werden durch den Rest ziemlich ausgebremst. Die MM von Ortofon sind nur meist sehr "laut", haben also eine hohe Ausgangsspannung. Das hört sich dann im direkten Vergleich "besser" an.
Das letzte Problem, was man beim DP37F übrigens haben wird, sind springende Nadeln. Da ist ist hervorragende elektronisch stabilisierte Tonarm außen vor.
Ein gutes System ist auch das AT-VM540ML. Das klingt noch einmal besser als das VM95ML/SH. Insbesondere die Kanaltrennung ist beim VM50ML nochmal besser als beim VM95. Und das hört man auch. Nochmals feinere und bessere Auflösung. Kostet aber auch knapp 200€. Ich bin damit aber sehr zufrieden.
Das ganze Design vom Tonabnehmer und die Stabilität die diese haben - die sinds wert.
Vor allem für DJs, egal ob klassisch, scratch, im schlechten Umfeld (Vibrationen, schräg stehendes Turntable whatever).
Ortofon hat sich den Namen und die Preisklasse verdient. Und der Klang ist gut, gut genug um auch richtige Anlagen zu beschallen.
Da bezahlt man die Qualität und Stabilität gerne, das letzte was man braucht ist ne springende Nadel.