Von SimCity 3000 bis zum SimCity Reboot: Die Jahre 1999 - 2013
Nach den ersten beiden Sim-City-Teilen ging es 1999 bis 2013 weiter mit der Serie.
In diesem Artikel
Teil 3: Sim City 3000 (1999)
Kurz vor der Jahrtausendwende veröffentlichte EA Games, das den Entwickler Maxis aufgekauft hatte, mit Sim City 3000 den dritten Teil der Städtebausimulation. Natürlich wurden auch in der neuesten Version wieder zahlreiche Veränderungen und Verbesserungen vorgenommen. Optisch legte der dritte Teil noch einmal eine Schippe drauf und überzeugte vor allem durch seinen höheren Detailgrad in der Landschaft. Diese wurde farbenfroher, abwechslungsreicher und spiegelte die Beschaffenheit des Terrains nun besser wider. Die isometrische Perspektive wurde beibehalten, die Städte erschienen jetzt aber lebendiger und detailverliebter als noch im Vorgänger.
Quelle: Maxis
SimCity 3000 (1999)
Die Komplexität der Städteplanung hatte hingegen im Vergleich zum Vorgänger deutlich zugenommen: Das Problem der Müllbeseitigung sollte in Sim City 3000 erstmals Beachtung finden, dazu konnten inzwischen auch Bereiche für die Landwirtschaft bestimmt werden. Kraftwerke verloren ihre Leistung über eine längere Zeit hinweg, dazu wurde der Handel mit anderen Städten weiter ausgebaut und um ein umfangreiches Vertragssystem erweitert. Eine der größten Verbesserungen waren allerdings die unterschiedlichen Stadtgebiete, die in Sim City 3000 noch detaillierter abgestuft wurden: Je nach dem Bauplan des Spielers entwickelten sich verschiedene Stadtgebiete mit verschiedenen Grundstückspreisen.
Ganze Viertel konnten sich in Slums verwandeln, daneben entwickelten sich gut geführte Areale in Wohngebiete für die Mittelschicht oder die reiche Bevölkerung. Dazu konnte sich ein echtes Stadtzentrum herausbilden, in dem die Grundstückspreise förmlich explodierten. Sollte es dem Bürgermeister mal an Geld fehlen, konnte er seit Sim City 3000 auch auf lukrative Verträge mit Firmen zurückgreifen, die ihre Gebäude daraufhin in die Stadt bauten und diese mit dem nötigen Kleingeld unterstützten. Der Spieler wurde im dritten Teil der Wirtschaftssimulation auch intensiver mit der Bevölkerung der Stadt vertraut gemacht.
Bis zu sieben Berater halfen ihm bei der Stadtplanung, oftmals richteten sich besorgte Bürger direkt an ihren Bürgermeister und forderten bestimmte Bauvorhaben oder Verbesserungen. Dazu wurde in Sim City 3000 der Newsticker eingeführt, der den Spieler ständig mit den neuesten Informationen zu seiner Stadt versorgte, gelegentlich aber auch für die ein oder andere witzige Nachricht zuständig war. Für deutsche Spieler wurde 2000 noch die Erweiterung Sim City Deutschland veröffentlicht, die des dem Spieler ermöglichte, ikonische deutsche Gebäude in ihre Stadt zu bauen.
Teil 4: Sim City 4 (2003)
Quelle: Maxis
SimCity 4 (2003)
Der vierte und letzte wirklich gute Teil der Serie sorgte mit seinen Neuerungen für den Fortbestand der Erfolgsserie im neuen Jahrtausend. Die wohl größte Veränderung sah der Spieler schon bei der Auswahl seines Stadtgebietes: Seine Städte waren nun nicht mehr isoliert auf einer Karte dargestellt, sondern in einer Region verortet. Diese Region wurde in kleine Gebiete eingeteilt, auf denen dann die einzelnen Städte gebaut werden konnten. Der Vorteil des neuen Features liegt auf der Hand: Der Spieler kann seine selbst gebauten Metropolen miteinander verbinden und Handel unter ihnen treiben.
So kann er verschiedene Städte auf unterschiedliche Produktionen spezialisieren und Industrieprodukte beziehen, ohne die Luftverschmutzung in Kauf zu nehmen. Neben dieser Neuerung ist auch die Städteplanung komplett neu aufgebaut: Neue Gebäude werden jetzt nicht mehr nach Alter der Stadt freigeschaltet, sondern durch Bevölkerungszahlen oder anderen Errungenschaften. Dazu wird die Landwirtschaft als neue vierte Zone etabliert, es gibt jetzt verschieden große Gebäudetypen von Schulen, Krankenhäusern oder Polizeistationen und deren Einfluss ist auch noch unterschiedlich einstellbar. Investieren Sie viel Geld in eine bestimmte Schule, kann sie mehr Schüler unterrichten und erreicht mehrere Bewohner der Stadt. Allerdings werden die Kosten ihrer Stadtkasse nicht guttun, dazu erhöht sich der Verschleiß der öffentlichen Gebäude bei intensiver Nutzung.
Sim City 4 liefert dem Spieler noch mehr Einstellungsmöglichkeiten und kleine Regler, mit der er seine individuelle Stadt verwalten kann. Dazu kommen zwei neue Spielmodi, in die er sich vertiefen soll: Im Gott-Modus werden Landschaften verändert und Katastrophen herauf beschworen, im Sim-Modus können einzelne Menschen in der Stadt erstellt und verfolgt werden. Grafisch macht Sim City 4 einen gehörigen Schritt nach vorn, immerhin setzt die Serie hier erstmals auf eine 3D-Grafik, die allerdings durch eine nicht frei schwenkbare Kamera nur reduziert eingesetzt wird. Die Spieleserie Sim City hat mit dem vierten Teil den Sprung in das neue Zeitalter der Videospiele mit Bravour gestanden, allerdings folgte nach dem erfolgreichen Sim City 4 lange Zeit nichts.
Ausflüge bei Sim City
Entwickler Maxis konzentrierte sich nicht mehr auf PC-Titel, sondern exportierte die Marke Sim City auf Nintendo DS oder Wii. Das einsteigerfreundliche und wenig komplexe Sim City Societies stieß auf große Gegenwehr der alten Simulationsveteranen. 2009 erschien die Städtebausimulation dann auch auf dem iPhone, Sim City Deluxe schaffte 2010 den Sprung auf die Android-Plattform. Fans einer herausfordernden und komplexen Städtebausimulation wie in alten Zeiten warteten allerdings schon seit zehn Jahren auf ein vollwertiges Sim City. Die Sim-City-Serie wurde von EA sogar durch das kurzzeitige Sim City Social (2012 - 2013) weitergeführt, aber erfolglos.
Das Ende auf dem PC: Sim City "5" (2013)
Quelle: EA / MAxis
SimCity (2013)
Auf der GDC im März 2012 stellte Maxis erstmals den neuesten Teil der erfolgreichen Simulationsreihe vor: SimCity sollte ein Reboot der Serie werden und erhielt deshalb keine Nummer, setzte aber erstmals auf eine komplette 3D-Umgebung auf Basis der Glassbox Engine, sowie auf ein Origin-Konto und Online-Aktivierung. Grund für die starke Online-Bindung sollte der neue Mehrspieleraspekt des Titels sein, in dem miteinander verbundene Spieler handeln, sich unterstützen und gegeneinander wetteifern sollten. Der Spieler sollte in seiner Region seine individuelle Stadt entwickeln, diese in Zusammenarbeit mit anderen Spielern weiter ausbauen und mithilfe der Cloud-Speicherung von überall Zugriff auf seine Metropole erlangen können. Das alles klang erst einmal positiv, trotz einiger Sorgenfalten im Vorfeld.
Wie sehr man sich täuschen kann, wird erst zum Release offensichtlich. Selbst die von PCGH an gespielte Betaversion Anfang Januar 2013 bot noch keinen Anlass für Endzeitstimmung: Der Autor Pit Trautner zeigte zwar einige Schwächen bei der Engine auf und fand einige Einschränkungen der Komplexität fragwürdig, im Grunde deutete aber alles auf einen positiven Start hin. Einen Tag vor Europa-Release erwartete EA keine Server-Probleme, wie sie am 5.3.13 noch in den USA aufgetreten waren. Das alles änderte sich dann pünktlich zum Europa-Start am 7.3. Kaputte Server, Warnungen an die Kunden durch Amazon, Petitionen für Offline-Play, keine Rückgabemöglichkeit bei Origin, ein vorübergehender Verkaufsstop, ein kostenloses Spiel als Entschädigung, EAs Festhalten an der Notwendigkeit des Serverzwangs, die Entlarvung dieser Aussage durch einen Modder - man könnte fast ein Buch über den Start von Sim City 5 schreiben. PCGH veröffentlichte unter anderem ein Special zu den Rückgabe- und Widerrufsmöglichkeiten, außerdem einen Kommentar zur Rechtslage bei der Nutzung des Offline-Mods. Gut zehn Tage nach Release war PCGH in der Lage, einen richtigen Test zu Gameplay und Technik von Sim City 5 zu veröffentlichen. Gut ein Jahr später kam dann endlich der in Aussicht gestellte Offline-Patch mit Patch 10. Das war aber viel zu spät, auch für den Entwickler Maxis Emeryville, der im März 2015 geschlossen wurde.
Letztendlich hatte Sim City 5 kaum eine Chance mit seinem Multiplayerkonzept und den kleinen Städten. Dafür gab es insgesamt viel zu viele technische Probleme, nicht nur die Erreichbarkeit der Server, und die überschatteten dann auch das weitere Bestehen der Marke Sim City, selbst wenn EA noch einige kostenpflichtige DLCs veröffentlichte und die Verkäufe nicht schlecht waren. Der Ruf der Marke war zumindest auf dem PC ruiniert und in der Folge gab es sehr beliebte Alternativen wie Cities Skylines (2015) oder auch weitere Entwicklungen Richtungen Survival, unter anderem durch Banished oder auch Tropico 6. Die Sim-City-Serie wurde von EA durch das heute noch beliebte Sim City Build It (2014) für Mobilgeräte weitergeführt. Ansonsten haben die Erben wie Cities Skylines oder bald auch Cities Skylines 2 das Zepter übernommen.
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SimCity
C&C
NFS
usw usw
Sim City hatte einfach Pech und einen schlechten Publisher. Das Spiel an sich war ja nicht verkehrt und hätte, mit besseren Servern und etwas mehr Entwicklungszeit, wahrscheinlich sogar gute Chancen gehabt. Als die Probleme beseitigt waren hatte man schon seine Zielgruppe verärgert und Cities Skyline schlug ein wie eine Bombe .. RIP SimCity
Etwas Ähnliches können wir dieses Jahr wahrscheinlich mit den Siedler und Pioneers of Pagodia miterleben
Das selbe bei Caesar, Cities Skylines etc.
Ist halt schwierig ein solches Spiel so zu machen, dass es auch für kurze Partien passt. Es müsste einen low complexity modus geben mit kleinen Gebieten und weniger Optionen/Abhängigkeiten und natürlich die Option für riesige Städte
Schade das kein neuerer Teil mehr kommt.
In Cities Skylines hatte ich mal reingeschnuppert, aber es nicht gerade als einsteigerfreundlich empfunden.