Spectreprime & Meltdownprime: Forscher entwerfen neue Angriffsformen

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Spectreprime & Meltdownprime: Forscher entwerfen neue Angriffsformen
Quelle: AMD

Forscher der Universität Princeton und Nvidia haben ein Tool geschrieben, das sich mit einem gewünschten Angriffsmuster auf einer beliebigen CPU-Mikroarchitektur füttern lässt und automatisiert "synthetische" Programme schreibt, um die Sicherheitslücken Spectre und Meltdown auszunutzen. Infolgedessen haben sie die neuen Formen Spectreprime und Meltdownprime entworfen.

Die beiden Sicherheitslücken Spectre und Meltdown sind in den meisten modernen Prozessoren mit einer Sprungvorhersage samt spekulativer Code-Ausführung sowie einem Out-of-Order-Design zur Sortierung anfälliger Aufgaben vorhanden und bereits hinlänglich bekannt. Auch wenn zeitnah mit entsprechender Malware gerechnet wurde, ging man bisher davon aus, dass breitangelegte Angriffe noch Zeit benötigen werden. Grund: Schad-Software muss auf jede CPU-Mikroarchitektur angepasst werden, um zum Erfolg zu führen.

Die Computer-Science-Professorin Margaret Martonosi und Doktorandin Caroline Trippel von der Universität Princeton sowie Nvidias Senior Research Scientiest Daniel Lustig stellen diese Annahme nun potenziell auf den Kopf. Sie haben ein (noch namensloses) Tool geschrieben, das laut eigenen Angaben mit einer Beschreibung des Angriffsmusters und der zugrundeliegenden Mikroarchitektur "synthetische" Programme produziert.

Auf Basis dieses Tools haben die Forscher eine neue Form der beiden Sicherheitslücken Spectre und Meltdown entworfen. Statt über die Cache-Mechanismen Flush + Reload zu gehen, führen sie Prime+Probe-Muster aus. Dabei werden Protokolle ausgenutzt, welche die Cache-Kohärenz zwischen CPU-Kernen gewährleisten. Spectreprime und Meltdownprime - so wurden die neuen Varianten getauft - spielen quasi zwei CPU-Kerne gegeneinander aus: "The coherence protocol may invalidate cache lines in sharer cores as a result of a speculative write access request even if the operation is eventually squashed."

Spectreprime wurde erfolreich anhand eines Apple Macbook mit der Mac-OS-Version Sierra 10.12.6 getestet, das noch nicht den Spectre-Patch enthält. Die Forscher glauben, dass die Soft- und Firmware-Updates für Spectre und Meltdown auch gegen die Prime-Varianten schützen. Mac OS High Sierra 10.13.2 etwa verhinderte den Angriff. Unsicher ist man sich jedoch bei AMDs und Intels Änderungen auf Hardware-Ebene, die womöglich nicht ausreichend sein könnten. In einer Stellungnahme gegenüber theregister.co.uk zeigte sich Intel zuversichtlich, dass solche Ängste unbegründet seien. Das Tool wurde noch nicht veröffentlicht.

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    • Kommentare (10)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Freakless08 Volt-Modder(in)
        AW: Spectreprime & Meltdownprime: Forscher entwerfen neue Angriffsformen

        Zitat von Nexus71
        Also keine Kennwörter speichern, sondern immer neu eingeben...das ist eigentlich rel. Standard. Wer zB. sein Log In für online banking speichert und nicht immer neu per Hand eingibt, könnte gefährded sein. Ergo, diese expolits nutzen Bequemlichkeit von usern? Edit,PUHHH, meine paar Groschen die ich noch auf dem Konto hatte, sind zum Glück alle noch da.
        Nein. Es wird auf dein CPU Cache direkt zugegriffen. Also wenn du dein Passwort eingibst, dann kann das zur Laufzeit aus dem Cache ausgelesen werden. Wenn dich jemand mit den Sicherheitslücken gerade überwacht und du deine Dropbox Zugangsdaten eingibst, dann hat der Angreifer die Daten.

        "Memory Content" bedeutet eben nicht Inhalt der Festplatte sondern Inhalt, der sich gerade im Arbeitsspeicher bzw. CPU Speicher befindet.
      • Von Freakless08 Volt-Modder(in)
        AW: Spectreprime & Meltdownprime: Forscher entwerfen neue Angriffsformen

        Zitat von Nexus71
        Also keine Kennwörter speichern, sondern immer neu eingeben...das ist eigentlich rel. Standard. Wer zB. sein Log In für online banking speichert und nicht immer neu per Hand eingibt, könnte gefährded sein. Ergo, diese expolits nutzen Bequemlichkeit von usern? Edit,PUHHH, meine paar Groschen die ich noch auf dem Konto hatte, sind zum Glück alle noch da.
        Nein. Es wird auf dein CPU Cache direkt zugegriffen. Also wenn du dein Passwort eingibst, dann kann das zur Laufzeit aus dem Cache ausgelesen werden. Wenn dich jemand mit den Sicherheitslücken gerade überwacht und du deine Dropbox Zugangsdaten eingibst, dann hat der Angreifer die Daten.

        "Memory Content" bedeutet eben nicht Inhalt der Festplatte sondern Inhalt, der sich gerade im Arbeitsspeicher bzw. CPU Speicher befindet.
      • Von Nexus71 PC-Selbstbauer(in)
        AW: Spectreprime & Meltdownprime: Forscher entwerfen neue Angriffsformen

        Ah ok, "What can be leaked?

        If your system is affected, our proof-of-concept exploit can read the memory content of your computer. This may include passwords and sensitive data stored on the system."

        Also keine Kennwörter speichern, sondern immer neu eingeben...das ist eigentlich rel. Standard. Wer zB. sein Log In für online banking speichert und nicht immer neu per Hand eingibt, könnte gefährded sein. Ergo, diese expolits nutzen Bequemlichkeit von usern? Edit,PUHHH, meine paar Groschen die ich noch auf dem Konto hatte, sind zum Glück alle noch da.
      • Von Freakless08 Volt-Modder(in)
        AW: Spectreprime & Meltdownprime: Forscher entwerfen neue Angriffsformen

        Zitat von Nexus71
        Wer war oder was ist denn davon überhaupt betroffen? Ich habe das 1. Mal vor 2 Wochen hier im Forum davon gehört ?
        Also gibt es zB. hier im Forum, die persönlich berichten können, was bei Ihnen mit diesen Viren (oder was auch immer gemeint ist) passiert ist?
        Das sind keine Viren da man nichts installieren oder selbst ausführen muss sondern ein automatischer Script z.B. als Werbung auf einer Webseite getarnt, ausreicht (hat) um deine Daten (z.B. Benutzernamen und Passwörter aus Passwortmanagern/Webseiten etc.) aus der CPU auszulesen.

        Siehe
        Meltdown and Spectre
      • Von Nexus71 PC-Selbstbauer(in)
        AW: Spectreprime & Meltdownprime: Forscher entwerfen neue Angriffsformen

        Wer war oder was ist denn davon überhaupt betroffen? Ich habe das 1. Mal vor 2 Wochen hier im Forum davon gehört ?
        Also gibt es zB. hier im Forum, die persönlich berichten können, was bei Ihnen mit diesen Viren (oder was auch immer gemeint ist) passiert ist?
      • Von Freakless08 Volt-Modder(in)
        AW: Spectreprime & Meltdownprime: Forscher entwerfen neue Angriffsformen

        Zitat von Gamer090
        Kann ich jetz davon ausgehen das bald jeder der sich damit ein bisschen auskennt dieses Toll nutzen kann?
        Zu erst wird das Tool den CPU Herstellern zur Verfügung gestellt, damit diese Patches entwickeln können. Nach einer gewissen Zeit wird es dann (zum Teil) öffentlich,

        Besser der Fehler wird gefunden und behoben, anstatt dass Geheimdienste oder Hacker das Teil unbemerkt ausnutzen können. Nur weil nichts bekannt ist, heißt das noch lange nicht, dass nicht so ein Tool schon längst auch bei Geheimdiensten oder Hackern exisitert, zumal Spectre und Meldown bereits seit 20 Jahren in den CPUs ausnutzbar ist und 20 Jahre genügend Zeit ist, für die Hacker zum experimentieren.

        War bringen dir Sicherheitslücken die genutzt werden aber vor den Herstellern verschwiegen werden? Eher doch nur kriminellen.
        Was passieren kann sah man z.B. zuletzt mit Petya. Eine Sicherheitslücke die die NSA die ganze Zeit geheim gehalten hat und am Ende Chaos und Millardenschäden verursacht hat. Darunter auch Gefahr für das Leben (infizierte Systeme in Krankenhäuser).
      Direkt zum Diskussionsende
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