Spectre und Meltdown: Intels Sicherheitsteam arbeitet noch immer an Lösungen
Laut einem Bericht von Wired ist Intel auch weiterhin mit den Auswirkungen der Sicherheitslücken Spectre und Meltdown beschäftigt. In der Vergangenheit wurden Prozessoren demnach lediglich auf Performance optimiert, die inzwischen entdeckten Hardware-Sicherheitslücken erfordern hingegen auch einen Fokus auf die Sicherheit von CPU-Architekturen - das lässt sich nicht immer vereinbaren.
Ein Jahr nach dem Aufkommen der Hardware-Sicherheitslücken Spectre und Meltdown arbeitet Intel als eines der am stärksten betroffenen Unternehmen noch immer an einer Lösung für diese und die danach entdeckten, vergleichbaren Sicherheitslücken. Spectre und Meltdown werden durch Optimierungstechniken von Prozessoren ermöglicht, nämlich die spekulativen Ausführung und die "Out-of-order execution".
Änderungen am Team für eine bessere Herangehensweise
Da es sich um Hardware- und keine Software-Lücken handelt, sind nachträgliche Updates nur bedingt möglich und kosten zum Teil Rechenleistung. Wie aus einem Bericht von Wired hervorgeht, ist bei Intel für die Untersuchung und Problemlösung zum Thema Meltdown/Spectre vor allem ein Team namens STORM (Strategic offensive research and mitigation) verantwortlich.
Intels Sicherheits-Forschungsabteilung besteht aus rund 60 Leuten, rund ein Dutzend davon ist für die Untergruppe STORM tätig. Diese versuchen die Auswirkungen von Sicherheitslücken zu erfassen, wobei Spectre und Meltdown aufgrund der Vielzahl der betroffenen Systeme ein besonderer Fall sind. Zur Behebung arbeitet STORM mit den verschiedenen Produktteams zusammen. Eine vollständige Implementierung der für Spectre und Meltdown erforderlichen Schutzmaßnahmen dauert schätzungsweise vier bis fünf Jahre, erste Anpassungen gibt es aber bereits in den aktuellen Modellen.
Passend dazu: Spectre v5 alias SpectreRSB: Neue CPU-Sicherheitslücke entdeckt
Als Reaktion auf die Sicherheitslücken wurde Intels STORM-Team um mehrere Mitarbeiter erweitert, die von Sicherheits-Beratungsfirmen und Forschungseinrichtungen stammen. Die neuen Mitarbeiter sollten dabei helfen, mit den Problemen besser umzugehen. Das Team arbeitet dabei laut dem Bericht ohnehin sehr frei, was aber auch mit den Anforderungen zusammenhängt: Die betrachteten Sicherheitslücken sind meist noch unbekannt und erfordern dementsprechend neue Herangehensweisen.
Ein besonderes Problem bei Spectre und Meltdown ist laut Jon Masters, Architektur-Fachmann bei Red Hat, dass die Lücken im Kontrast zur Leistung stehen. Eine effektive Behebung kostet ebendiese. Trotzdem hofft er, dass Intel das Thema Sicherheit in Zukunft höher priorisiert. Klar ist aber auch, dass man aller Wahrscheinlichkeit nach auch in Zukunft noch zahlreiche Sicherheitslücken entdecken wird.

Alle lokalen Angriffe muss der Heimanwender als Einzel-Anwender genauso manuell ausführen wie einen normalen Trojaner. Dass man mittels JS aus dem Adressbereich des Browsers ausbrechen kann, lese ich erstmalig.
Prinzipiell greifen primäre Spectre-Angriffe jedenfalls mit missbrauchtem Target-Code aus dem Adressraum des Targets auf den Adressraum des Targets zu. Solange eine Anwendung nicht geschützt ist, ist ihr Adressraum also in Gefahr – unabhängig davon, in welchem Adressraum der Code des Angreifers läuft. Der Browser selbst ist natürlich eines der attraktivsten Ziele überhaupt und für JS-Angriffe das naheliegenste. Aber wenn man ein Return-Gadget kennt, mit dem man auch via Javascript einen Rückkanal aufbauen kann, dann kann man prinzipiell alles angreifen.
Overcoming (some) Spectre browser mitigations
Außerdem ist man dort (wie auch Heise im damaligen Artikel) der Meinung, dass man mit Spectre und JS im Browser nur den Adressbereich des Browsers auslesen kann.
Regelmäßiges schließen und öffnen des Browsers ist übrigens tatsächlich eine gute Sicherheitsmaßnahme gegen Javascript-basierte Angriffe und Reboots gegen alle anderen Formen (wenn die Angreiferanwendung nicht im Autostart steht). Die Beobachtung der Browser-Auslastung ist in Zeiten fordernder erwünschter Scripte und vor allem Werbemittel dagegen ein Balance-Spiel. Technisch versierte und aufmerksame Anwender könnten einen starken Angriff erkennen. Aber die meisten Anwender bemerken es nachweislich nicht einmal, wenn der Browser im Hintergrund Kryptowährungen für jemand anderen schürft. Diese Nutzer würden auch bei einem Spectre-Angriff nicht misstrauisch werden.
Immer noch an Lösungen arbeiten? Dachte das ganze wäre schon längst erledigt
Alle lokalen Angriffe muss der Heimanwender als Einzel-Anwender genauso manuell ausführen wie einen normalen Trojaner. Dass man mittels JS aus dem Adressbereich des Browsers ausbrechen kann, lese ich erstmalig.
Hier hat zwar jemand eine "Umgehungslösung" gefunden, die mit ca. einem Bit/Sekunde nun wirklich nicht praxisrelevant ist.
Overcoming (some) Spectre browser mitigations
Außerdem ist man dort (wie auch Heise im damaligen Artikel) der Meinung, dass man mit Spectre und JS im Browser nur den Adressbereich des Browsers auslesen kann.
Also kann er im Browser-Speicher nach Daten in einer bekannten Struktur suchen. Das mögen Cookies, gespeichertePasswörter und Eingaben sein (falls der Browser die alle beim Start in den Speicher liest). Konto- und KK-Daten kann ich auf den Seiten, wo ich sie ab und zu mal eingebe, nicht als Eingabe im Browser speichern. Daran kommt man also nur, wenn ich die Daten mit der aktuell angegriffenen Browserinstanz eingegeben habe.
Bleibe ich bei der simpelen, von mir seit >15 Jahren angewendeten Methode, nach der Eingabe solcher Daten (während denen sowieso keine anderen Tabs bei mir offen sind) den Browser mal kurz zu schließen und neu zu öffnen, wären die zuvor eingegebenen Daten nach obiger Seite per Browser und JS schon nicht mehr auslesbar.
In Form von Stuxnet war das mehr wie denkbar, aber da kannte der Angreifer auch das angegriffene System und musste die Angriffe nicht für dutzende von Prorgammen realisieren.
Bei Keypass funktioniert das schonmal nur mit dem Master-Passwort und max. noch mit denen, die ich aus Keypass kopiert habe. Mache ich Keypass nach der Nutzung zu und öffne es danach wieder, muss der Angreifer schon Glück haben, sowohl die Referenz zum alten wie den neuen Eintrag der Applikation im Speicher zu finden.
Ob das Vorgehen auch noch für Programme möglich ist, die vor dem letzten Reboot von Windows gestartet waren, bleibt wohl zu testen. Die Programmnamen der alten Tasts findet man im Memory-Dump, aber welchen Grund sollte Windows haben, die Taskliste immer an einer festen physikalischen Stelle im Ram abzulegen?
Wer extreme Panik vor einer solchen Spionage hat, bootet halt nach kritischen Operationen seinen PC einmal und schaltete ihn dabei für 2-3 Minuten komplett aus.
Aber klar, genauso wie es Krankenhäuser gibt, die ihre Patientendaten offen ins Internet stellen und Krafwerke, die jeder fernsteuern kann, gibt mit Sicherheit auch Privatanwender, die in einem solchen Szenario eine reale Bedrohung sehen.
Glaubt man obigem Link, dann genügt es schon für kritische und unkritische Dinge im Internet unterschiedliche Browser zu nutzen.
Man war sich dessen immer bewußt, bzw. es gab immer schon Leute, die vermutet haben dass die Neuerungen des Cache (in den 80ern) und des Out of Order Verfahrens (in den 90ern) sich so ausnutzen lassen, dass man Daten auslesen kann, an die man mit einer dummen CPU nicht herankommt. Bis Spectre gab es dafür jedoch keinen Beweiß, es war nur eine Vermutung, dass man es wohl irgendwie könnte.
Da aber nunmal CPUs nicht nur privat genutzt werden (Epyc ist auch nicht grundlegend anders wie ZEN, genauso entsrpechen Xeons dem normalen Intel-CPU Design) sind davon nunmal auch Cloud/Shared Server Anbieter betroffen. Und schon hat es keiner mehr in der Hand, was der andere Kunde auf der gleichn HW (mit Pech sogar auf dem gleichen CPU-Kern) so treibt.
Und einzig wegen Cloud-Diensten gab/gibt es die berechtigte Aufmerksamkeit.
Dann muss er noch hoffen, dass der angegriffene Privatanwender seinen Rechner ein paar Tage nahezu unverändert laufen lässt, damit wenigstens die theoretische Change besteht, mit ein paar KB/s 8-32 GB Ram auszulesen. Macht der Angreifer das ganze nur im Browser, so kommt der Angreifer auch nur an den Adressbereich des Brwosers. Mal abgesehen davon, dass ich schon lange nichts mehr über erfolgreiche POCs für gehärtetete Browser gelesen habe, könnte sich der Anwender vor den Auswirkungen problemlos mit etwas Aufwand schützen.
Abhängig von der Defintion von "günstiger" und den Anwendungen des Users stimmt es oder auch nicht. Nicht jeder rechnet nur die Anschaffungskosten für die CPU.
Aber gut, Freizeit wird nicht eingerechnet. Einen Stromkostenvergleich beim Spielen (um nichts anderes scheint es hier im Forum ja zu gehen) bei identischen FPS habe ich online auch noch keinen gesehen. Wenn ich meinen Rechner wieder 7-8 Jahre nutze, kommt da u.U. einiges an Stromkosten zusammen. Das könnte (ohne Betrachtung der Freizeit) durchaus zu Gunsten des AMD ausgehen,
BASIC – Wikipedia
The '640K' quote won't go away -- but did Gates really say it? | Computerworld
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