DAS statt NAS: TerraMaster D5 Thunderbolt 3 im Test

Wie lässt sich Speicherplatz erweitern, wenn die internen Laufwerke bereits voll sind? Klar gibt es Netzwerkspeicher oder USB-Sticks, aber Programme oder Spiele direkt darauf ausführen will man von dort nicht, dafür ist die Anbindung dann doch zu langsam. Nun gibt es Thunderbolt-SSDs, doch die sind teuer. Genau dazwischen liegt ein DAS, also quasi ein direkt angebundenes NAS. Mehrere Laufwerke lassen sich zu einem RAID zusammenschnüren und bieten so Geschwindigkeit und viel Speicherplatz in einem Gerät. Wir haben das Terramaster D5 Thunderbolt rundum getestet.

17
Test Manuel Christa Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
DAS statt NAS: TerraMaster D5 Thunderbolt 3 im Test
Quelle: PCGH

In unserem umfassenden Test werden wir das TerraMaster D5 Thunderbolt 3 unter die Lupe nehmen, um seine Leistungsfähigkeit, Benutzerfreundlichkeit und Vielseitigkeit zu bewerten. Wir werden verschiedene RAID-Konfigurationen testen, um zu sehen, wie das Gerät in unterschiedlichen Szenarien, von maximaler Geschwindigkeit bis hin zur optimalen Datensicherheit, abschneidet. Ebenso wird die Kompatibilität mit verschiedenen Betriebssystemen und die Einrichtung des Geräts ein wichtiger Bestandteil unserer Bewertung sein.

Begleiten Sie uns auf dieser Reise, bei der wir herausfinden, ob das TerraMaster D5 Thunderbolt 3 DAS die Anforderungen moderner Datenspeicherung erfüllt und vielleicht sogar neu definiert.

DAS: Direct Attached Storage - was das ist und was das soll

Was bitte ist DAS? Nein, wir schreiben DAS nicht (nur) groß, um den Blick hierhin zu lenken, es handelt sich hier um ein sogenanntes "Direct Attached Storage". Per definitionem ist das jeder USB-Stick oder sonstiger Speicher, der extern an einem Rechner oder Notebook hängt. In der Praxis aber ist damit ein Laufwerks-Gehäuse für SSDs oder HDDs gemeint, welches per USB oder (schnellerem) Thunderbolt angeschlossen wird. Physisch gleicht es einem NAS, denn die Laufwerkseinschübe sind quasi physisch gleich. Vom NAS unterscheidet ein DAS sich aber im Anschluss, also Thunderbolt 3 statt Ethernet. Außerdem gibt es hier keine Weboberfläche wie beim NAS, welches als eigener kleiner Server im Netzwerk fungiert. Die Festplatten oder SSDs im DAS werden direkt vom angeschlossenen Client betrieben, der dann einen RAID-Treiber und eine Konfigurationssoftware braucht.

Während ein NAS in erster Linie für Netzwerkanwendungen konzipiert ist, bei denen mehrere Nutzer gleichzeitig auf gespeicherte Daten zugreifen, zielt das DAS auf eine direkte, schnelle Verbindung zu einem einzelnen Host-Computer ab. Diese Unterscheidung ist entscheidend, da sie sich direkt auf die Arbeitsabläufe, die Kollaborationsmöglichkeiten und die spezifischen Speicherbedürfnisse auswirkt.

TerraMaster D5 Thunderbold 3 RAID DAS (1) Quelle: PCGH TerraMaster D5 Thunderbold 3 RAID DAS (1) In der Praxis bedeutet dies, dass das Terramaster D5 als DAS vor allem für Anwender geeignet ist, die eine schnelle und effiziente Datenverarbeitung benötigen, ohne die Komplexität eines Netzwerkspeichers. Kurzum: Es ist mit einem DAS günstiger, eine entsprechend schnelle Verbindung zum Rechner aufzubauen. Das kann für Kreative, die mit großen Videodateien arbeiten, oder für Einzelpersonen, die eine zuverlässige und schnelle Speicherlösung für umfangreiche Datensätze suchen, besonders vorteilhaft sein.

Denkbar ist so eine Lösung ebenfalls fürs externe Gaming, wenn auch nicht unbedingt praktikabel. Die Thunderbolt-Verbindung zum PC oder Notebook selbst ist schnell genug für SATA-SSDs. Zugegeben, bevor jemand 800 Euro für ein externes RAID-Gehäuse fürs Gaming kauft, sollte besser einfach über eine größere interne SSD nachgedacht werden, was an sich weitaus günstiger ist. Die RAID-Vorteile der Redundanz und schnellerer HDD-Geschwindigkeit bei gleichzeitig gewaltig hoher Kapazität (max. 5 x 20 TB) braucht ein Gamer trotz immer größer werdenden Spieleordnern dann doch nicht.

Thunderbolt würde zwar auch PCI Express unterstützen, das TerraMaster-DAS ist aber auf SATA beschränkt. Mal abgesehen davon, dass fürs Gaming die SATA-Geschwindigkeit ausreicht und NVMe-SSDs dafür nur unwesentlich schneller sind. Thunderbolt selbst ist bei Desktop-Mainboards leider nicht sehr weitverbreitet. Eher unter Apple-Computern oder Intel-Notebooks. Wohl auch deswegen, weil die Schnittstelle von diesen beiden Herstellern stammt. AMD-Notebooks nutzen aktuell USB 4.0. Nun gibt es so ein TerraMaster-DAS zwar auch mit deutlich langsamerer USB-Schnittstelle, was aber den Geschwindigkeitsvorteil wieder zunichtemachen würde.

NAS vs. DAS im Workflow: Der Einsatz des TerraMaster D5 Thunderbolt 3 DAS

Schauen wir uns das TerraMaster D5 Thunderbolt 3 DAS näher an, fällt auf, dass seine Stärken lediglich in speziellen Einsatzszenarien liegen. Im Vergleich zu einem NAS, das für den gleichzeitigen Zugriff mehrerer Nutzer auf einem Netzwerk konzipiert ist, richtet sich der DAS an Nutzer mit Bedarf an einer direkten und schnell(er)en Verbindung zu einem einzelnen Host-Computer. Nun sind ähnlich schnelle Netzwerkverbindungen zwar ebenso möglich, aber ein 10-GBit/s-Netzwerk samt NAS mit entsprechend schneller LAN-Schnittstelle ist noch teurer.

In Szenarien, in denen mehrere Nutzer oder Cutter simultan auf dieselben Daten zugreifen müssen, bietet ein NAS klare Vorteile. Es ermöglicht das einfache Teilen von Dateien und funktioniert unabhängig von einem Host-Computer, was bedeutet, dass für den Zugriff auf die Daten kein zusätzlicher Rechner eingeschaltet sein muss. Ein NAS fungiert dabei als eigener Computer, der (meist nur) über einen Browser verwaltet werden kann.

Der TerraMaster D5 DAS hingegen eignet sich besonders für Arbeitsabläufe, bei denen Daten schrittweise von einem Prozess zum nächsten weitergegeben werden. Wenn beispielsweise die Arbeit an einem Projekt von einer Phase in die nächste übergeht und die Daten nicht gleichzeitig von verschiedenen Personen bearbeitet werden müssen, ist der DAS eine passende Lösung. Obwohl es möglich ist, Ordner auf dem DAS über das damit verbundene Computersystem im Netzwerk zu teilen, erfordert dies, dass der Host-Computer ständig eingeschaltet ist, um den Zugriff zu ermöglichen.

Für Nutzer, die eine große Menge an Daten in einem linearen Prozess verarbeiten und dabei eine hohe Datenübertragungsgeschwindigkeit benötigen, bietet der TerraMaster D5 eine optimale Lösung. Durch seine direkte Verbindung zum Host-Computer und die Möglichkeit, große Speicherkapazitäten effizient zu verwalten, ist der DAS eine zuverlässige Wahl für (Video-)Content Creator, bei denen die Geschwindigkeit der Datenübertragung und der direkte Zugriff auf große Datenvolumen im Vordergrund stehen.

Ein NAS hingegen bietet als kleiner Extra-Server einfach mehr Funktionen: Wer etwa die interne Software samt Docker-Spielereien, die Mediaverwaltung oder die komfortablen Backup-Tools nutzt, kommt um ein NAS nicht herum, denn all das bietet kein DAS. Auch wenn beide Geräte scheinbar gleich aussehen oder heißen, eignen sie sich für vollkommen unterschiedliche Szenarien oder Ansprüche.

17
  1. Seite 1 Einleitung: Was ist ein DAS?
  2. Seite 2 Inhalt und Design des TerraMaster D5 Thunderbolt 3 DAS
  3. Seite 3 RAID-Treiber und -Konfiguration
  4. Seite 4 Leistung: Mindestens RAID 0 für Maximal-Speed
    • Kommentare (17)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von ThirdLife Freizeitschrauber(in)
        Zitat von OSche
        Wer nur ein Backup speichern oder mehr Platz durch ein DAS will, dem kann ich hier evtl. auch das QNAP TR-004 ans Herz legen.

        Bietet vier Laufwerksschächte, tool-free installation und zumindest bei mir ist der Lüfter quasi lautlos.
        RAID kann man über Software regeln oder per Hardware switch. JBOD funktioniert auch problemlos.

        Mit normalem HDD RAID wird man die 5 GBit/s aber eh nicht ausnutzen.
        Das Teil hab ich mir auch mal geholt und gedacht das sei bestimmt super. Ist der letzte Dreck das Ding. Keine Power, hart limitiert dank der Backplane.

        Ich hatte vier SSDs drin und nie mehr als 250MB/s sustained hinbekommen. Kompletter Abfall.

        Selbst wenn man das Ding mit vier HDDs bestückt (sagen wir 4x 12TB) dann ist man im RAID10 immer noch hart limitiert. Jede dieser Disks schafft auch problemlos 200MB/s+ und wird eingebremst. Schon ein RAID0 mit 2x HDDs sind zuviel.

        @Topic:
        Zu teuer und zu schlaffe Leistung für die Kohle das Teil.
      • Von ThirdLife Freizeitschrauber(in)
        Zitat von OSche
        Wer nur ein Backup speichern oder mehr Platz durch ein DAS will, dem kann ich hier evtl. auch das QNAP TR-004 ans Herz legen.

        Bietet vier Laufwerksschächte, tool-free installation und zumindest bei mir ist der Lüfter quasi lautlos.
        RAID kann man über Software regeln oder per Hardware switch. JBOD funktioniert auch problemlos.

        Mit normalem HDD RAID wird man die 5 GBit/s aber eh nicht ausnutzen.
        Das Teil hab ich mir auch mal geholt und gedacht das sei bestimmt super. Ist der letzte Dreck das Ding. Keine Power, hart limitiert dank der Backplane.

        Ich hatte vier SSDs drin und nie mehr als 250MB/s sustained hinbekommen. Kompletter Abfall.

        Selbst wenn man das Ding mit vier HDDs bestückt (sagen wir 4x 12TB) dann ist man im RAID10 immer noch hart limitiert. Jede dieser Disks schafft auch problemlos 200MB/s+ und wird eingebremst. Schon ein RAID0 mit 2x HDDs sind zuviel.

        @Topic:
        Zu teuer und zu schlaffe Leistung für die Kohle das Teil.
      • Von latiose88 BIOS-Overclocker(in)
        am besten man kombiniert beides.Ich bin einer der öfters mit Externen Festplatten als zweit Sicherung verwendet.Und die erst Sicherheit ist die Nas. Somit könnte ich mir beides nebeneinander Vorstellen.Wenn es alles ohne Probleme unter Windows 10 bzw Windows 7 Funktioniert,dann sehe ich da keine Probleme.Ich brauche also beides,ohnehin weil damit ich die Daten 2 x habe um Datenverluste vorzubeugen.Ich brauche jedoch sehr viel Speicherplatz.Also extern sowie im Nas herschen hohe bedarf.Ich habe sogar vor auf größere Platten umzusetzen.Habe ne 2te Nas die durchaus älter ist.Zum reinen Datenlagern wird die Nas denke ich mal schon reichen.Für hohe Kopier und Arbeiten also in Form mit direkten Videoumwandeln auf Nas kann die ältere garnichts mehr reisen.Also von daher bin ich dabei also es umständlich dem ganzen anzupassen.

        Ich werde nach Weihnachten also große Festplatten kaufen.Ab 20 TB verliert man dann 2 TB an Speicher.ALso sprich bei einem 22 TB Platte sind es am Ende nur noch 20 TB Nutzbarer Speicher.Ich müsste das ich alle Serien auf einen drauf zu bringen ,mindestens eine 28 TB Platte holen.Aber der Preis da müsste ich schon mehrere Tausende von Euro zahlen.Ich habe überwiegend 10 TB platten und wenige 16 TB Platten.Bei 20 TB hätte ich schon mehr Platz.Weil aus den 6 x 10 TB braucht man da auch weniger große Platten.

        Wie sieht es da dann mit dem da so aus.Will mir ja keine 100te Externe Festplatten verwenden.So viele Anschlüsse hätte auch ein PC auch garnicht.Also lieber sehr große dafür weniger externe Platten.
        Also ich verwende zum schneiden und Videos Umwandeln nur ein Pc.Da ändert sich viel.Aber dann auch mal viel Nas.Auf mich trifft also beides zu.Wie würdet ihr da denn dann handhaben?
      • Von rehacomp Software-Overclocker(in)
        Zitat von Darknesss
        Das geht eher in Richtung externe stationäre Speichererweiterung für Leute mit höherem Speicherplatz- und Sicherheitsbedarf im laufenden Betrieb, die nur nur einen einzigen Rechner/Laptop nutzen.
        Ggf. dann gleich mehrere um eine brauchbare Backupstrategie umsetzen zu können.

        In der Praxis dann vmtl. meistens eine Lösung für Fotografen oder Contentcreatoren (Youtube, ...)
        Naja, wer eine lärmende vibrierende Kiste mit Griff in seiner nähe haben möchte, bitte schön. TB3 Kabel sind nicht besonders lang.
        Ein NAS irgendwo versteckt in die Ecke Stellen und ruhe haben, finde ich jedenfalls besser. Da kann ein LAN-Kabel gerne mal 50m haben, juckt nicht. Und wer Speed braucht, macht es mit 10G LAN.
      • Von Thomas5010
        Zitat von Darknesss
        Das geht eher in Richtung externe stationäre Speichererweiterung für Leute mit höherem Speicherplatz- und Sicherheitsbedarf im laufenden Betrieb, die nur nur einen einzigen Rechner/Laptop nutzen.
        Ggf. dann gleich mehrere um eine brauchbare Backupstrategie umsetzen zu können.

        In der Praxis dann vmtl. meistens eine Lösung für Fotografen oder Contentcreatoren (Youtube, ...)
        Für diese sehr begrenzte Zielgruppe (kein zweiter PC, kein Tablet, kein Smartphone) mag der Anwendungszeck ja reichen aber der Großteil der Benutzer nimmt eine im Netzwerk integrierte NAS.

        Es ist doch wunderbar über Synology oder Terra seine Backups aller mobilen Geräte erledigen zu können. Der Abruf der Daten erfolgt ebenfalls dezentral.

        Ich verstehe nicht, was mir ein Raid Verbund lokal großartig nützen sollte. Solch ein Produkt ist ein Rohrkrepierer. Der Preis ist auch völlig überzogen.
      • Von Darknesss PC-Selbstbauer(in)
        Zitat von rehacomp
        Hmm, mit dem Artikel finde ich diese Kiste wirklich nutzlos, es sei denn, man benötigt wirklich viel "mobilen" Speicherplatz.
        10G Lan ist nun auch nicht mehr sooo teuer. ...
        Das geht eher in Richtung externe stationäre Speichererweiterung für Leute mit höherem Speicherplatz- und Sicherheitsbedarf im laufenden Betrieb, die nur nur einen einzigen Rechner/Laptop nutzen.
        Ggf. dann gleich mehrere um eine brauchbare Backupstrategie umsetzen zu können.

        In der Praxis dann vmtl. meistens eine Lösung für Fotografen oder Contentcreatoren (Youtube, ...)
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PCGH Magazin 07/2026 PC Games 07/2026 play5 07/2026 N-Zone 07/2026 Linux Magazin 07/2026 LinuxUser 07/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games Hardware PC Games Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk