Samsung SSD 980 im Test: Ohne Evo, ohne DRAM-Cache, trotzdem gut?
Samsung machte noch nie halbe Sachen, besetzte mit den Pro-Modellen lange Zeit den Thron jeder SSD-Kategorie und mit der Evo-Reihe die solide Oberklasse. In den letzten Jahren bekam der Platzhirsch aber gut Konkurrenz. Das zwang Samsung wohl, sich nun am unteren Ende des Markts neu zu erfinden und bringt mit der SSD 980 (ohne Evo) ein Modell ganz ohne DRAM-Cache auf den Markt. Das trauten sich andere Hersteller nur in Billig-Modellen, wo um jeden Cent gefeilscht wird. Samsung aber will nicht nur einen guten Preis, sondern auch eine gute Leistung für eine PCI-Express-3.0-SSD liefern. Ob ihr das gelingt, klären wir im Test.
Vier Generationen an NVME-SSDs hat Samsung bereits veröffentlicht und selbst unter den SATA-Modellen wurde bislang nie am DRAM-Cache gespart. Selbst die auf günstig getrimmten QVO-Modelle haben den DRAM-Cache mit auf dem PCB mit dem SSD-Controller sitzen. Nun ist er dort aber umso mehr nötig, um den Flash mit Zugriffen zu entlasten. Nicht unbedingt bei PCI-Express-SSDs, die seit NVME 1.2 auf den sogenannten Host Memory Buffer (HBM) zurückgreifen können, wodurch einfach der Arbeitsspeicher verwendet wird. Beim AHCI-Protokoll der SATA-SSDs fehlt eine derartige Technik, sodass der SSD-eigene DRAM-Cache dort noch für einen merklichen Leistungs-Boost verantwortlich war. Viele NVME-SSDs kamen und kommen noch immer mit eigenem DRAM auf dem Markt, weil er auch hier noch immer den Flash entlastet und entsprechend seine Lebensdauer erhöht. Bei den NVME-SSDs hat sich eine günstige(re) Modellnische etabliert, die sich zwischen PCI-Express-Oberklasse und SATA-Einstiegsklasse positionieren will, eben auch im Preis. Schließlich macht der fehlende DRAM die SSDs auch günstiger. Das sind etwa Modelle, wie eine WD Blue SN550 oder eine Crucial P2, die als günstige Alternative zu den jeweils teureren, schnelleren Schwesternmodellen (WD Black SN750, Crucial P5) erhältlich sein sollen.
DRAM auf der SSD: Einst ein Qualitätsmerkmal
Noch vor einigen Jahren war der Preisunterschied zwischen den Schnittstellen SATA und PCI Express deutlich, er schmilzt aber zunehmend. Außerdem drückt der QLC-Flash den Preis weitaus mehr als der fehlende DRAM-Cache, sodass die Billig-Nische unter den teuren NVME-SSDs immer kleiner wird. Wenn es denn eine günstige SSD sein soll, haben wir bislang davon abgeraten, ein Modell ohne DRAM zu nehmen und eher eine gute SATA-SSD (mit DRAM) empfohlen, da die noch immer deutlich günstiger sind als die billigsten NVME-SSDs.
Ohnehin haben wir für ambitionierte Anwender immer die Oberklasse mit DRAM empfohlen - nicht zuletzt wegen der besseren Leistung und Garantie. An diesen beiden Punkten aber geht Samsungs scheinbare Billig-SSD, die SSD 980 (ohne Evo!), keine Preiskompromisse ein. Die Transferraten jenseits 3.000 MB/s und eine Garantiedauer von fünf statt nur drei Jahren, wie bei anderen günstigen-SSDs, klingen vielversprechend. Allein deswegen können wir von der DRAM-losen Samsung SSD 980 nicht mehr so pauschal abraten, wie bisher.
"Intelligent Turbowrite": Pseudo-SLC-Cache wird voll dynamisch
Bei der 980 ändert Samsung etwas den Pseudo-SLC-Cache, der mit Gegensatz zum DRAM-Cache sehr wohl die Leistung des Laufwerks beeinflusst. Der TLC-Flash (Triple Level Cell) von Samsung fasst drei Bit pro Zelle - diese Datendichte geht aber zulasten der Transferrate. Um das zu kompensieren, wird jede Zelle nur mit einem statt drei Bit beschrieben - der Flash wird lediglich als "Single Level Cell" verwendet. Diese Technik wenden alle Hersteller an, jedoch mit unterschiedlicher Cache-Größe. Mit "intelligent" meint Samsung, dass ein gewisser Teil des Cache je nach Füllstand variiert. Andere aktuelle Modelle haben einen kleinen, fixen und einen großen, variablen Teil. Samsung schafft nun den fixen Teil bei der 980 ab, sodass der SLC-Cache hier auch ganz wegfallen kann, wenn die SSD zu voll ist. Dafür aber wird der voll variable Cache umso größer. Selbst die Variante mit 240 GB an Kapazität hat noch immer einen 45 GB großen SLC-Cache, sodass ein Anwender selten hier an die Grenzen des Cache stoßen sollte.
Samsung SSD 980 ersetzt die 970 Evo - nicht die Evo Plus
Die ganze Hardware-Welt hatte wohl eine "980 Evo" von Samsung erwartet. Aber schon in der letzten Generation fiel das Upgrade eher seicht aus, das "Plus" bestand hardwareseitig lediglich aus der neuen V-NAND-Flash-Generation, die wieder einige Lagen höher stapelt als die vorherige, was aber die Leistung homöopathisch gering erhöhte.
Samsung stellt auch klar, dass die 980 kein Nachfolger der 970 Evo Plus sein soll, welche noch weiterhin auf dem Markt verfügbar sein wird. Die 980 soll die 970 Evo (ohne Plus) ablösen, die lange noch parallel zur "Plus" erhältlich war. Das ergibt durchaus Sinn, da der Unterschied nun nicht mehr ganz so gering ist wie noch zwischen Evo und Evo Plus. Die 980 ist keine etwas bessere Version der scheinbaren Vorgänger, sondern soll eine Preisalternative unter den Samsung-Modellen sein.
Leistung der Samsung SSD 980: Die beste SSD ohne DRAM-Cache
Die Transferraten der 980 zeigen keine Besonderheiten auf und im Vergleich mit aktuellen Modellen reiht sie sich im Mittelfeld ein und verschwindet in der Masse vieler anderer Modelle - welche aber alle über einen DRAM-Cache verfügen. In den synthetischen Benchmarks AS SSD und ATTO kann sie in der Bis-zu-Leistung mit der PCI-Express-3.0-Oberklasse mithalten. Viel aussagekräftiger, weil praxisnäher sind unsere Ladezeiten- und Kopiertests. Dort fällt das Bild nicht ganz so homogen aus.
Die Ladezeiten passen zum Glück: Wortwörtlich spielt die 980 hier oben mit. Generell sind im Ranking hier SATA- und NVME-SSDs gemischt und die Unterschiede ohnehin nicht groß. Andere SSDs ohne DRAM schneiden hier unterschiedlich ab: Eine WD Blue SN550 etwa lädt Spiele fast genauso schnell, während eine Crucial P2 mit fast schon doppelt so hohen Ladezeiten abgeschlagen das Schlusslicht bildet.
Im Kopieren vieler kleiner Dateien liegt die 980 wieder im Mittelfeld. Eine 970 Evo Plus ist hier gut zwanzig Prozent schneller. Aber ob daran der fehlende DRAM-Cache Schuld ist, weil die Map Table im System-RAM liegt, oder der Controller hier einfach nur "lahmt", darüber kann nur spekuliert werden. In solchen Transfers mit vielen kleinen Dateien sind die Zugriffszeiten entscheidend und die gemessenen Mikrosekunden fallen bei der 980 recht durchschnittlich aus.
Beim großen Kopiertest über 140 GB hingegen ist die 980 wohl dank ihres großen SLC-Cache wieder recht flott und nimmt es hier sogar mit einer 980 Pro auf, welche relativ zu andere 4.0-SSDs wiederum eher mau performt. Ist die SSD aber gut gefüllt, schrumpft auch der SLC-Cache und mit ihr die Kopierleistung, was sich hier aber noch nicht zeigt.
Insgesamt liegt die 980 stets etwas leicht hinter der 970 Evo Plus und noch immer weit vor guten SATA-Modellen, wie etwa der Samsung 870 Evo oder der Crucial MX500. Trotz der stellenweise richtig guten Leistung der Samsung SSD 980 ist sie nicht für anspruchsvolle Szenarien gemacht, was etwa die Konsistenz-Punktzahl von PCMark 10 zeigt. In diesem Test wird die Leistung über die gesamte Kapazität hinweg geprüft. Hier liegt der große Bruder 980 Pro weit vorne, auch im Vergleich zu anderen 4.0-SSDs. Nun wird aber eine derartige Leistung lediglich in professionellen Anwendungen benötigt und bringt für den Privatanwender, so auch Gamer, kaum Vorteile. Das "Pro" im Namen kommt eben nicht von ungefähr.
Fazit Samsung SSD 980: Kein DRAM-Cache muss kein Nachteil sein
Selten fällt es uns bei einem Modell schwer, sie in eine der vorhandenen Schubladen zu stecken wie bei der neuen Samsung SSD 980. Eine SSD ohne DRAM ist nicht nur für Samsung ein Novum, sondern eine mit einer ansonsten guten Leistung und Ausstattung auch neu auf dem SSD-Markt. Bislang war es ziemlich einfach, da die bisherigen Modelle ohne DRAM auch in der Leistung bestenfalls mittelmäßig waren, wie etwa die WD Blue SN550. Trotzdem ist es noch immer besser am DRAM-Cache zu sparen als auf günstigeren QLC- statt TLC-Flash zu setzen.
Ist sie also die etwas Bessere unter den Billigeren oder die etwas Billigere unter den Besseren? Die Leistung spricht zunächst für letzteres, aber schließlich zählt für das finale Urteil der Straßenpreis. Die UVP gibt Samsung mit 130 Euro für die 1-TB-Variante an, was in etwa das Straßenpreisniveau von gleich großen NVME-SSDs mit DRAM ist, etwa für eine WD Black SN750 oder Crucial P5. Die 970 Evo, die laut Samsung ja der direkte Vorgänger sein soll, liegt bei circa 115 Euro fürs Terabyte, die 970 Evo Plus hingegen schon bei 145 Euro, wobei dort das Plus im Preis größer ist als das der Leistung. Generell sind Samsung-Modelle eher keine Preis-Leistungskracher, sondern etwas teurere, dafür aber solidere Modelle. Das kann auch für die 980 gelten, wenn sich der fehlende DRAM-Cache nach Langzeittests nicht als Haltbarkeitsmanko erweist, was aber an sich schwierig zu testen und bewerten ist. Immerhin stimmt die Garantiedauer über fünf Jahre, jedoch ist auf diesem Niveau die Konkurrenz bereits nachgezogen. Wir sind also gespannt auf den Straßenpreis der SSD.
| Testtabelle | |
|---|---|
| Kapazität | 1.000 GB |
| Produktinfo/-name | SSD 980 |
| Modellbezeichnung | MZ-V8V1T0BW |
| Hersteller (Website) | Samsung (samsung.com) |
| PCGH-Preisvergleich | Noch nicht gelistet |
| Preis/Preis-Leistungs-Verhältnis | Ca. € 130,-/befriedigend |
| Preis pro GiByte | € 0,14/GiByte |
| Mittlere Ausfallzeit (MTBF) | 1.500.000 Stunden |
| SSD-Controller | Samsung |
| Flash-Chips | V-NAND TLC |
| DRAM-Cache | 1 GB |
| Ausstattung (20 %) | 1,53 |
| Formatierte Kapazität (GiByte) | 931,32 GiByte |
| Garantiegrenze (Zeit/TBW) | 5 Jahre/ 600 TB |
| Bandbreite (Schnittstelle)/Formfaktor | 4 GByte/s (PCI-E 3.0 x4)/M.2 2280 |
| Zubehör/Besonderheiten | Samsung Magician |
| Eigenschaften (20 %) | 1,98 |
| Atto Disk Benchmark (max. Lesen, max. Schreiben) | 3464 MB/s, 2798 MB/s |
| AS SSD (Seq. Lesen, Seq. Schreiben) | 2130 MB/s, 2314 MB/s |
| Ladezeiten (Final Fantasy XIV Stormblood) | 11,28 Sek. |
| Bilder-Stapelverarbeitung, Kopiertest 10 GB, 140 GB | 336 Sek., 42 Sek., 101 Sek. |
| Leistung (60 %) | 1,67 |
| Endnote | 1,70 |


Okay, meinen Beitrag ignorieren, ich habe doch die Pro gekauft.
Ich kann sie aber noch zurück schicken. Soll ich das tun und stattdessen lieber eine andere kaufen?
EDIT:
Okay, meinen Beitrag ignorieren, ich habe doch die Pro gekauft.
Wer das Teil kauft, der ist doch bescheuert (Die 970 Evo ist ne deutlich bessere SSD, wenn es Samsung sein muss). Hoffentlich bleibt das Teil wie Blei in den Regalen liegen (Leider wird die wohl trotzdem gekauft, weil Marketinggeblubber).
Wer das Teil kauft, der ist doch bescheuert (Die 970 Evo ist ne deutlich bessere SSD, wenn es Samsung sein muss). Hoffentlich bleibt das Teil wie Blei in den Regalen liegen (Leider wird die wohl trotzdem gekauft, weil Marketinggeblubber).
Wer das Teil kauft, der ist doch bescheuert (Die 970 Evo ist ne deutlich bessere SSD, wenn es Samsung sein muss). Hoffentlich bleibt das Teil wie Blei in den Regalen liegen (Leider wird die wohl trotzdem gekauft, weil Marketinggeblubber).