WD Blue SN550 im Test: Günstige NVME-SSD mit nur einem NAND-Chip
Eine schnelle NVME-SSD ist heutzutage nicht mehr viel teurer als eine SATA-SSD, welche abgesehen von Festplatten noch immer die günstigsten internen Speichermedien sind. Western Digital macht dem Marktführer Samsung ordentliche Konkurrenz, indem die Kalifornier zuerst mit der WD Black SN750 eine High-End-SSD auf den Markt bringen und mit der WD Blue SN550 nun das preisbewusste Mittelfeld besetzen möchten. Im Test klären wir, wie eng die Nische zwischen SATA- und Top-NVME-SSDs ist.
In vielen Mittelklasse-Rechnern, wo es auf ein gutes Preis-Leistungsverhältnis ankommt, steckt noch eine Festplatte als Datengrab zusätzlich zur SSD als primäres Systemlaufwerk. Jedes aktuelle Mainboard hat außerdem eine M.2-Schnittstelle, sodass der praktisch kompakte Formfaktor ohne Einschränkungen verwendet werden kann. M.2 2280 gibt es zwar auch als SATA-SSD, jedoch sind die Modelle hier selten und dort sind die 2,5 Zoll wie bei den Festplatten nach wie vor verbreitet. Unter den PCI-Express-3.0-SSDs hat sich eine günstige Nische gebildet, wo sich unterschiedliche Modelle tummeln. Hier darf aber nicht nur auf die maximalen Transferraten geachtet werden, da es hier grob drei technische Kategorien gibt:
Die ersten günstigen NVME-SSDs waren solche, die auf zwei Lanes mit PCI Express 3.0 beschränkt sind, also in der Brutto-Datenrate auf zwei statt vier Gigabyte pro Sekunde. Auch wenn der Spitzendurchsatz damit halbiert ist, die Praxisleistung ist es nicht unbedingt. Andere Modelle drücken den Preis mit günstigem QLC-Flash, der insgesamt vier Bit pro Zelle speichert, etwa eine Crucial P1 oder Intel 660p. Im hier aber auf annehmbare Geschwindigkeiten zu kommen, sind solche Modelle auf den SLC-Cache angewiesen. Ist dieser voll, sackt die Leistung aufs Niveau einer Festplatte. Das mag dem Gelegenheitsnutzer egal sein - wer aber häufig größere Mengen schaufelt, hat mit solchen SSDs keine Freude.
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Die dritte Kategorie der günstigen NVME-SSDs sparen am DRAM-Cache. Hierzu gehört auch die WD Blue SN550 von Western Digital. Wie die SSDs mit QLC-Flash sind sie mit vier PCI-Express-3.0-Lanes angebunden, reizen die Bandbreite oft aber nicht aus, wie die teureren High-End-SSDs (WD Black SN750, Samsung 970 Evo Plus, u. a.). Ein DRAM-Cache, der auf der SN550 fehlt, macht sich nicht in der Leistung bemerkbar, er schont aber den Flash etwas bei den Lese- und Schreibzugriffen, sodass dieser länger haltbar bleibt. Soweit aber nur die Theorie, denn ganz pauschal behaupten, dass die Modelle ohne DRAM-Cache eher eines natürlichen Todes sterben, kann man nicht.
WD Blue SN550: Upgrade mit aktuellem BiCS4-Flash mit 96 Lagen
Es gab bereits einen Vorgänger SN500, der noch mit altem BiCS3-Flash mit 64 Lagen bestückt ist. Dessen Controller war auch noch etwas langsamer als der neue hauseigene in der SN550: 2.400 MB/s lesend und 1.750 MB/s schreibend sind es nun bei einer Kapazität über 500 GB statt nur 1.700 MB/s und 1.450 MB/s bei der SN500, die noch auf zwei PCI-Express-Lanes limitiert war. Nach wie vor sitzt aber auf der Platine ein großer NAND-Chip, sodass der Aufkleber zwischen Flash und Controller direkt auf der Platine klebt anstatt auf den Chips, wie bisher üblich. Außerdem ist nun die Kapazität auf bis zu einem Terabyte angestiegen.
WD Blue SN550: Solide Mittelklasse-Leistung
Zunächst mal können wir die gute Leseleistung über 2.400 MB/s bestätigen, welche die SN550 auf unserem Testsystem im Atto Disk Benchmark sogar etwas übertrifft. Interessant auch, dass die Schreibleistung von ca. 1.740 MB/s sowohl in Atto als auch in AS-SSD erreicht wird. Letzteres verwendet unkomprimierbare Daten, die in der Praxis als JPEGs oder gepackte Archive öfter vorkommen und den Controller etwas stärker malträtieren. Daher fallen die Datenraten in AS SSD etwas niedriger aus als im alten Atto Disk Benchmark, der eher die marketingträchtigen Bis-zu-Werte herauskitzelt.
Die direkte Konkurrenz sind andere günstige SSDs ohne DRAM-Cache, mit PCI-E 3.0 und vier Lanes, wie etwa die neue Kioxia (Toshiba) RC500. Beide verwenden den gleichen BiCS4-Flash, den die beiden Firmen im Joint Venture fertigen. Die beiden Modelle verwenden aber jeweils hauseigene, verschiedene Controller. Daher unterscheidet sich die (Praxis-)Leistung etwas voneinander. Hier stellen wir fest, dass die Kioxia RC500 stets etwas besser abschneidet als die WD Blue SN550. In unserem Kopiertest mit der relativ kleinen Menge von 10 GiB, die aber aus über 50.000 Dateien besteht, ist der Unterschied auch zu den Oberklasse-SSDs nicht groß. Erst wenn man etwa einen ganzen Spieleordner dupliziert, in unserem Fall 120 GiB, sind schnelle Modelle wie eine WD Black SN750, eine Kingston KC200 oder eine Seagate Firecuda 520 deutlich schneller.
WD Blue SN550 im Fazit: Schnelle NVME-Alternative für Gelegenheitsnutzer
Letztlich entscheidet in dieser Nische der Preis, ob sich so eine SSD lohnt. Einerseits ist der Unterschied zur Oberklasse, etwa einer WD Black SN750, nicht mehr groß, andererseits gibt es für den aktuellen Straßenpreis von circa 90 Euro schon die Kioxia RC500, die einen Hauch besser ist. Das soll nun nicht heißen, dass die WD Blue SN550 ein aktuell sinnloses Modell ist - die SSD-Preise ändern sich täglich und mit breiter Verfügbarkeit und einem niedrigeren Preis könnte sich das Modell zum Preis-Leistungskracher mausern. Der fehlende DRAM-Cache ist kein großes Manko für all jene, welche das Laufwerk nicht häufig beanspruchen. Das ist der Fall, wenn etwa nicht ständig die Spiele-Installationen wechseln oder ständig Videos gerendert werden. Gerade weil der Sprung zur Oberklasse nicht mehr groß ist, empfehlen wir aber jeden etwas ambitionierteren Anwender eine SSD mit DRAM-Cache. Gute Modelle sind etwa eine WD Black SN750, eine Corsair MP510 oder eine Samsung SSD 970 Evo Plus.
| Testtabelle | Western Digital WD Blue SN550 |
|---|---|
| Kapazität | 500 GB |
| Produktinfo/-name | WD Blue SN550 |
| Modellbezeichnung | WDS500G2B0C |
| Hersteller (Website) | Western Digital (wdc.com) |
| PCGH-Preisvergleich | www.pcgh.de/preis/2195073 |
| Preis/Preis-Leistungs-Verhältnis | Ca. € 80,-/befriedigend |
| Preis pro GiByte | € 0,17/GiByte |
| Mittlere Ausfallzeit (MTBF) | 1.700.000 Stunden |
| SSD-Controller | WD |
| Flash-Chips | 3D-NAND TLC (BiCS, 96 Lagen) |
| DRAM-Cache | - |
| Ausstattung (20 %) | 1,98 |
| Formatierte Kapazität (GiByte) | 465,66 GiByte |
| Garantiegrenze (Zeit/TBW) | 5 Jahre/ 300 |
| Format | M.2 2280 |
| Zubehör/Besonderheiten | WD SSD Dashboard |
| Eigenschaften (20 %) | 1,98 |
| Atto Disk Benchmark (max. Lesen, max. Schreiben) | 2494 MB/s, 1803 MB/s |
| AS SSD (Seq. Lesen, Seq. Schreiben) | 1811 MB/s, 1743 MB/s |
| Ladezeiten (Final Fantasy XIV Stormblood) | 12,52 Sek. |
| Bilder-Stapelverarbeitung, Kopiertest 10 GB, 120 GB | 354 Sek., 52,6 Sek., 322 Sek. |
| Leistung (60 %) | 2,35 |
| Endnote | 2,20 |
Die besten PCIe- und SATA-SSDs im Vergleich finden Sie in unserem PCGH-Ratgeber SSDs 2020!
Also einfach nur Spiele, Office und Internet merkst du nichts, und kannst sogar eine BX500 SATA reindrücken, wie Micha schon im Video gut erklärt hat.
Verschiebe aber eine große Menge Daten, schon sinkt die Leistung ins Bodenlose auf HDD-Niveau, weil eben der Cache fehlt, der auch mal 100GB oder gar mehr abfängt.
Willst du also viel Packen, Verschieben, Kopieren, Filme umwandeln, sonstige Software als Arbeitstier einspannen, wo die SSD für längere Arbeiten genutzt wird, nimm unbedingt eine SSD mit gutem Cachesystem, die lange durchhält, oder warte halt.
Vielleicht sollte man das Wort "Gelegenheitsnutzer" eher durch "einfache oder kurzzeitige Arbeitslast" ersetzen, damit es besser ersichtlich ist, was gemeint sein könnte.
Was bitte sind "Gelegenheitsnutzer"?
Okay, Genossen, habs nun auch gemerkt und die leicht unlogische Formulierung rausgeflext. Inhaltlich ist aber beides richtig, egal ob der DRAM-Cache nun fehlt oder nicht
OK, mein Fehler. Ist vermutlich wirklich ein Schreibfehler.
Du erkennst es schon selbst. Da der Flash als Cache genutzt wird erhöhen sich die Schreibvorgänge in diesen. Einmal Cache und einmal der "normale" also sowieso notwendige Schreibvorgang.
Es müsste heißen der DRAM-Cache schont den Flash und eben nicht wie im Artikel "der fehlende DRAM-Cache"
Auch der nachfolgende Satz ergibt so mehr Sinn
Der fehlende DRAM-Cache macht sich nicht in der Leistung bemerkbar, er schont aber den Flash etwas bei den Lese- und Schreibzugriffen, sodass dieser länger haltbar bleibt.
Soweit aber nur die Theorie, denn ganz pauschal behaupten, dass die Modelle ohne DRAM-Cache eher eines natürlichen Todes sterben, kann man nicht.