PCI-Express-SSD Plextor M8Pe im Test: Nachfolger der M6E
Mit der M8Pe frischt Plextor sein inzwischen etwas angegrautes SSD-Angebot für PCI-Express auf. Die Platine, die in mehreren Formfaktoren und mit sowie ohne Kühler an den Start geht, kann dabei durchaus auf dem Spitzenniveau mitspielen. Was die neue High-End-Generation von Plextor leistet, lesen Sie in diesem Test.
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Plextor war ein Pionier, was den M.2-Standard anging: Die 2014 erschienene Plextor M6E war eines der ersten SSD-Laufwerke für den Formfaktor überhaupt, erschien aber zu früh: Zwar bot die Platine eine native PCI-E-Anbindung und die SSD nutzte auch nicht den zuvor von anderen Herstellern oft strapazierten Umweg über RAID- und SATA-Controller, jedoch hielten sich die Freudenstürme in Grenzen. Der Grund: All diese technischen Innovationen ließen sich beim Blick auf die Leistungsangaben kaum ausmachen: Statt den 550 MByte/s, welche SATA-SSDs zu lesen theoretisch in der Lage sind, bot die größte Plextor M6E eine relativ moderate Steigerung auf 770 MB/s. Geschrieben wurde mit maximal 625 MB/s. Auch die IOPS-Leistung um 100.000 war zwar gut, aber nichts, was die SSD von SATA-Modellen, die ebenfalls 90.000 dieser IO-Operationen pro Sekunde schafften, in besonderem Maße abhob. Die etwa ein Jahr später erschiene Black Edition der M6e kleidete die SSD zwar in ein Gamer-gefälligeres Kühlergewand, die Leistungswerte blieben jedoch unverändert. Nun folgt mit der M8Pe der erste echte Nachfolger aus dem Hause Plextor, der sich spürbar von SATA-SSDs absetzen wird.
Die Qual der Kartenwahl
Quelle: Plextor
Plextor M8Pe im Test: Nachfolger für die M6e (7
Im Vergleich zu anderen PCI-E-basierten SSDs wird die Plextor in zahlreichen, verschiedenen Formaten angeboten: So gibt es die SSD zum einen im PCI-E-HHHL-Format (M8PeY), aber auch als M.2-Steckkärtchen. Hier wiederum hat man die Wahl zwischen einer Variante mit (M8PeG) und ohne Kühlkörper (M8PeGN). Speziell bei neueren Modellen hat sich gezeigt, dass sie sich bei minutenlanger - zugegeben oft realitätsferner - Last oft drosseln müssen, um nicht zu überhitzen. Der Kühlkörper wartet zudem mit Extras wie einem beleuchteten Logo auf. Zudem erscheint die Plextor M8Pe mit vier Kapazitäten: 128, 256, 512 und 1.024 GB, die sich auch in ihren Leistungsdaten unterscheiden. Wo die Unterschiede liegen, sehen Sie in der folgenden Tabelle:
Ein Novum in der Produkthistorie Plextors ist, dass die M8Pe auf die neue SSD-Schnittstelle NVM Express setzt. Diese erlaubt flottere parallele Anfragen seitens des Host-Systems, weit mehr Command Queues, bietet kürzere Zugriffszeiten und ermöglicht so insgesamt eine bessere Ressourcenauslastung. Entsprechende SSDs glänzen vor allem mit hohen IOPS-Angaben. Die Anwendung von NVM-E ist aber nicht vollumfänglich positiv zu sehen. Zwar gehört der Schnittstelle zweifellos die Zukunft, jedoch wird der Standard unter Windows bereits seit seinem Aufkommen nur mangelhaft unterstützt. Der Microsoft-Standardtreiber forciert nämlich die "FUA"-Funktion und bremst damit Schreibvorgänge extrem aus. Da Plextor derzeit jedoch keinen eigenen Treiber anbietet, ist man als Anwender jedoch auf die Betriebssystem-Software angewiesen. Zwar lässt sich im Gerätemanager die Verwendung des Schreibcaches erzwingen, die Nennleistung erreicht die Plextor M8Pe unserer Erfahrung nach jedoch nicht ganz. Ein Treiber soll laut Aussage des Herstellers aber Ende September erscheinen.
Unser Testmuster im Detail
Quelle: PCGH
Plextor M8Pe im Test: Nachfolger für die M6e (2)
Für den Test schickte uns Plextor ein M.2-Exemplar mit Kühler und einer Kapazität von 256 GB zu, das auch als Basis für alle unsere Leistungsangaben dient. Unser Testmuster setzt auf das bei M.2-SSDs beliebte 2280-Format. Die Platine ist nur einseitig bestückt, wobei der Kühler so weit über die Platine hinausragt, sodass die Dicke der SSD in etwa einem doppelseitig bestückten Modell entspricht. Auf der Oberseite befindet sich der Controller 88SS1093. Erstmals seit Langem bietet eine High-End-SSD also wieder einen Controller von Marvell, nachdem Hersteller wie Phison Marvell immer öfter zusetzten. Der dreikernige Chip unterstützt laut Hersteller NVME 1.1, kommt mit allen derzeit gängigen NAND-Typen (TLC, MLC, SLC und 3D-NAND) zurecht und erlaubt den Betrieb von bis zu 2 TB Speicher. Als Stromsparmodus kommt L1.2 zur Anwendung. Die Kapazität von 256 GB verteilt sich auf zwei Packages auf der Oberseite. Als Cache dient ein IC-Baustein von Samsung mit einer Kapazität von 512 MiB.
Quelle: PCGH
Plextor M8Pe im Test: Nachfolger für die M6e (4)
Für das Laufwerk bietet Plextor fünf Jahre Garantie. Anders als viele andere Hersteller verzichtet Plextor auf die Einschränkung der Garantie auf eine Maximalmenge von zu schreibenden Daten (garantierte Schreibleistung, TBW). Die fünfjährige Laufzeit bleibt also unabhängig von der Menge der geschriebenen Daten bestehen. Beim Zubehör zeigt sich Plextor dagegen weniger großzügig. Neben einem eigenen Treiber, der das FUA-Problem aktueller Windows-Versionen behebt, besteht auch keine Unterstützung seitens der Herstellersoftware wie den Plextools oder Plexturbo. Einzig eine Schraube zum Fixieren der Mini-Platine liegt der SSD bei. Der Hersteller arbeitet derzeit an einer Version der Plextools, welche auch die M8Pe unterstützen.
Die Leistung der M8Pe
Quelle: PCGH
Plextor M8Pe im Test: Nachfolger für die M6e (5)
Bei den inneren Werten weiß die Speicherplatine von Plextor durchaus zu beeindrucken, vor allem beim sequenziellen Lesen liegt sie auf Augenhöhe zu anderen schnellen Modellen auf dem Markt. Probleme bereitet jedoch der NVM-E-Treiber von Windows: Mit maximal 835 MB/s bleibt die P8Me mit 256 GB unter der Herstellerangabe von 900 MB/s zurück. Der SSD wird zudem ihre Geschwindigkeit gepaart mit der knappen Kapazität zum Verhängnis: Sie startet zwar im Bereich um etwa 180.000 IOPS, sinkt aber innerhalb von etwa vier Minuten auf unter 100.000 IOPS ab. An unserer Messschwelle bei fünfminütiger Last erreicht das 256-GB-Modell noch etwa knapp 70.000 IOPS. Insgesamt ist die Leistung auf einem vergleichbar hohen Niveau wie die einer SSD 950 Pro gleicher Kapazität, auch wenn es in den einzelnen Disziplinen Unterschiede gibt, die tendenziell eher zugunsten der die Samsung-SSD ausfallen. Einzig im Kopiertest liegt das Plextor-Modell merklich zurück.
Fazit: Plextor M8Pe
Als Interessent für eine der neuen flotten PCI-E-SSDs darf man die Plextor M8Pe auch wegen des Preises und der langen Garantielaufzeit gerne in die engere Auswahl nehmen. Das Laufwerk bietet in fast allen Disziplinen gute Leistung, nur im Kopiertest liegt die SSD nennenswert hinter dem Spitzenfeld. Nicht optimal ist das aktuelle Fehlen eines Treibers, der aber zeitnah erscheinen soll. Die Auswirkungen dieses Makels lassen sich zwischenzeitlich aber durch Bordmittel begrenzen, zumal die SSD ab erst Oktober auf dem deutschen Markt erscheinen soll.
| Produktinfo/-name | M8PeG (256 GB, M2) |
|---|---|
| Modellbezeichnung | PX-256M8PeG |
| Hersteller/Webseite | Plextor (goplextor.comd/de) |
| PCGH-Preisvergleich | Noch nicht gelistet |
| Preis/Preis-Leistungs-Verhältnis | Ca. € 123,-/befriedigend |
| Preis pro Gbyte | € 0,52/GiByte |
| MTBF*/Haltbarkeit | 2.400.000 Stunden/- TB |
| Firmware Testmuster | 1.01 |
| SSD-Controller | Marvell 88SS1093 |
| Flash-Chips | Toshiba 15-nm-MLC |
| DRAM-Cache | 512 MiB Samsung |
| Schnittstelle | 4× PCI -Express 3.0 |
| Ausstattung (20 %) | 2,55 |
| Formatierte Kapazität (GiByte) | 238,47 GiByte |
| Herstellergarantie | 3 Jahre (OEM) |
| Zubehör/Besonderheiten | - |
| Eigenschaften (20 %) | 1,66 |
| Bootfähig/Option-Rom | Nein |
| Schnittstelle | 4× PCI -Express 3.0 |
| NAND-Typ | MLC |
| Trim-Unterstützung (Garbage Collection) | Ja |
| Format | M.2 |
| Leistung (60 %) | 2,27 |
| Endnote | 2,17 |


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Für Privatkunden besteht aber keine Möglichkeit, die Firmware zu aktualisieren. Als OEM-Produkt besteht ohnehin kein Anspruch auf Garantie oder Support vom Hersteller – dieses Risiko sollte jedem Nutzer vor dem Kauf bewusst sein.
Da ich mit Sicherheit NIE 450GB verschiebenwerden oder auch Dauerstress auf der Platte habe, gehört das zur Nebensache.
Mit der Garantie auch recht egal mir reicht hier der Gesetzliche Rahmen.