Crucial T705 im Test: Unspektakulär schneller SSD-Superlativ
PCI Express 5.0 ist noch lange kein Mainstream geworden, aber Micron möchte schon jetzt die Schnittstelle ausgereizt haben. Ist die neue Crucial T705 also bereits die Spitze des 5.0-Eisbergs?
In diesem Artikel
Drei verschiedene SSD-Modelle, ein und dieselbe Hardware. Die Geschichte der PCI-Express-5.0-SSDs ist schon ziemlich seltsam: Nur scheinbar bieten die Hersteller neue 5.0-Modelle, die laut Datenblatt immer besser werden. Tatsächlich aber wird am Manko der Energieeffizienz des Phison E26 gefeilt, also dem nach wie vor einzigen PCIe-5.0-SSD-Controller auf dem Markt.
Mittlerweile gibt es drei verschiedene (Firmware-)Versionen. Mit der Ersten wagte sich lediglich Gigabyte auf dem Markt, der Aorus Gen 5 SSD 10000, und markierte mit dem Namen auch schon die maximale Transferrate von 10.000 MB/s. Die Konkurrenz wartete eine Firmware-Version mehr ab und kam mit gleicher Hardware (und unterschiedlichen Kühler) auf den Markt - und bot dann immerhin 12.000 MB/s, womit nun mittlerweile acht SSD-Hersteller auf dem Markt sind. Platinenlayout, NAND-Flash und Controller sind stets die gleichen, sie unterscheiden sich im Wesentlichen nur im Design des Kühlers. Hier sei erwähnt, dass Crucial das sympathischste Design bietet, denn der Passivkühler ist relativ kompakt, sodass sie in eine Playstation 5 reinpasst und unter Umständen auch ganz einfach zu demontieren ist.
Angenehm subtiler Passivkühler
Wie in jedem 5.0-SSD-Test bisher erwähnt, sind andere, überdimensionierte Kühllösungen schlicht (Temperatur-)Kosmetik. Gigabyte oder MSI kommen mit massiven Heatpipe-Towern, während Corsair etwa bei der MP700 Pro oder PNY bei der CS3150 kleine Lüfter blasen lassen. Beides ist schlicht nicht notwendig, da sie die Leistung nicht beeinflussen, sondern lediglich die Temperatur. Ja, der E26 ist ein Hitzkopf, wenn man ihn mit anderen Controllern vergleicht. Er reizt das Wattbudget der M.2-Schnittstelle vollkommen aus. Dennoch schießen die Hersteller hier mit Kühlkanonen auf den SSD-Spatzen. Crucial zum Glück nicht. Danke, Micron, dass zumindest ihr auf unnötigen Schnickschnack verzichtet.
Wie der Name schon vermuten lässt, unterscheidet sich die Crucial T705 nur geringfügig von der Vorgängerin T700 (Test). Immerhin mit einem messbaren (aber nach wie vor nicht spürbaren) Leistungsplus, was sie zum Erscheinen im Februar 2024 zur schnellsten SSD werden lässt; zumindest was die praxisferne Maximalgeschwindigkeit im sequenziellen Lesen angeht. Aber die ist dank des SSD-Marketings aller Hersteller nun mal das Aushängeschild einer SSD. Ein differenzierteres Bild möchten wir im Leistungsteil vorstellen. Zunächst ein paar Takte zur Ausstattung der Crucial T705.
Bildergalerie
Crucial T705: Neue Ausstattung ganz in Weiß
Gleich geblieben ist also der Kühler, der technisch identisch mit dem der T700 ist. Den gibt es nun mit der T705 aber auch in Weiß. Kosmetische Details sind die deutlichsten Unterscheidungsmerkmale zwischen den PCIe-5.0-SSDs, so auch hier.
Im Herzen der T705 arbeitet also nach wie vor der altbekannte Phison PS5026-E26 Controller, der für seine hohe Leistungsfähigkeit, nicht aber für seine Effizienz bekannt ist. Dieser Controller ist ausschließlich für PCIe 5.0 x4 NVMe SSDs konzipiert und ermöglicht der T705, ihre Geschwindigkeiten zu erreichen, mit sequenziellen Lesegeschwindigkeiten von bis zu 14,5 GB/s und Schreibgeschwindigkeiten von bis zu 12,3 GB/s.
| Beschreibung | Modellnummer | EURO UVP | Seq. Lesen (GB/s) | Seq. Schreiben (GB/s) | Ausdauer (TBW) |
|---|---|---|---|---|---|
| Crucial T705 1TB | CT1000T705SSD3 | € 225.80 | 13,6 | 10,2 | 600 |
| Crucial T705 2TB | CT2000T705SSD3 | € 425.05 | 14,5 | 12,7 | 1,2 |
| Crucial T705 4TB | CT4000T705SSD3 | € 757.11 | 14,1 | 12,6 | 2,4 |
| Crucial T705 1TB m. Kühlkörper | CT1000T705SSD5 | € 245.73 | 13,6 | 10,2 | 600 |
| Crucial T705 2TB m. Kühlkörper | CT2000T705SSD5 | € 451.62 | 14,5 | 12,7 | 1,2 |
| Crucial T705 4TB m. Kühlkörper | CT4000T705SSD5 | € 783.68 | 14,1 | 12,6 | 2,4 |
| Crucial Limited Edition 2TB T705 m. weißem Kühlkörper | CT2000T705SSD5A | € 496.78 | 14,5 | 12,7 | 1,2 |
Die T705 nutzt zudem 232-Layer TLC (Triple-Level Cell/3-Bit) NAND-Flash, welcher auch in allen SSDs mit dem E26 zu finden ist. Neu bzw. schneller ist hier die Transfergeschwindigkeit zwischen Controller und Flash. Dieser NAND-Typ ist für seine Zuverlässigkeit und Ausdauer bekannt, was Crucial dazu veranlasst hat, die T705 mit einer üblichen Garantie von fünf Jahren und einer Bewertung von 600 Terabytes Written (TBW) pro 1 TB Kapazität anzubieten.
Ansonsten verfügt die T705 über 2 GB DDR4 DRAM-Cache pro TB Kapazität, wie alle 5.0-SSDs, was die Verarbeitungsgeschwindigkeit und Effizienz bei der Datenübertragung weiter steigert. Diese Cache-Ausstattung hilft, die Spitzenleistung der SSD über längere Zeiträume aufrechtzuerhalten, und verbessert die Gesamtleistung bei datenintensiven Aufgaben.
Habe eine T700 in einem pcie 4-steckplatz und das ding rennt quasi immer gegen das schnittstellen-limit.
Sinn ergeben würde die T705 nur, wenn du auf absehbare zeit richtung pcie 5 upgraden willst. Ansonsten nimm etwas günstigeres...
kurze Frage an Wissende:
Wuerde die T705 in einem 'normalen' Intel-PCIe 3.0 System Sinn machen?
Scheint, als würde der Preis eine Korrektur erhalten.
Crucial T705 SSD 4TB, M.2 2280/M-Key/PCIe 5.0 x4, Kühlkörper 481,07€
mit frdl. Gruß
So kann man sofort die prozentualen Leistungs-Unterschiede erkennen.
Gibt es zwar schon lange, wollte ich aber mal gesagt haben
PCIe 5 ... hm, klar, die sind schnell und diese Crucial hat einen akzeptablen Kühler - kein Türmchen drauf/Quirl drin.
Prinzipiell wäre die schon interessant, jedoch habe ich immer noch ein X370 verbaut (X570 liegt immer noch rum
Da ist bei Version 3 eh schon Schluß.
Aktuell ist ne 980pro 1TB als Systemdrive verbaut und sechs weitere auf Adapterkarten, je eine PCIe4 und zwei Sata.
Dazu kommt noch, dass die Karten lediglich in x1-PCIe2er-Slots stecken, was die Karten nochmals langsamer macht.
Warum in 2er? Wg Sharing und GK-Platzbedarf, geht bei mir nicht anders.
Deswegen sind vergleichsweise lahme Kingston NV1(2TB) und ne Kingston NV2(4TB) verbaut, die laufen sogar etwas
unter Sata-Speed. Als Datenlager für einen schnellen Zugriff reichen die mir aber völlig aus.
Für mein aktuelles Szenario ist das die perfekte Lösung.
Auf das "neue" Board kommt dann ne Kingston Fury Renegade 2TB (liegt wie das 570er rum) und die 980pro, Rest
wieder per Karten bzw. wie aktuell auch via USB (NV2(1TB) und ne 980non-pro 500G).
Erfreulicherweise konnte ich die meisten Drives zu einem Zeitpunkt erwerben als sie preiswerter als aktuell waren.
Bis ich dann endlich ein X670E oder den Nachfolger verbaut habe sind die SSD dann evtl. wieder etwas im Preis
gesunken oder energieeffizienter. Da wird es dann auch ne 5er werden.
Das Systemdrive wäre jedoch immer mit DRAM-Cache und TLC ausgestattet, da mag ich keine QLC haben.
Bei meinen drei Kingston NV1/2 weiß ich das gar nicht genau. Wer ne Idee wie man das sicher herausfinden kann?
DRAM-Cache haben die eh keinen, welcher Nand verbaut ist wird seitens Kingston nicht kommuniziert.