Die erste PCI-Express-5.0-SSD im Test: Gigabyte Aorus Gen5 10000 macht den Anfang

Schon wieder ist Gigabyte der erste Hersteller, der eine SSD mit neuer Schnittstelle auf den Markt bringt. Wie auch bei PCI Express 4.0 ist es eine Aorus-SSD, welche das neue Zeitalter einläutet - diesmal mit PCI Express 5.0. Wir testen ausführlich, was die neue Schnittstelle für den Flash-Speicher bringt.

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Die erste PCI-Express-5.0-SSD im Test: Gigabyte Aorus Gen5 10000 macht den Anfang
Quelle: PC Games Hardware

PCI Express 5.0 ist eigentlich schon seit der zwölften Intel-Generation da. Dort aber lediglich für den Grafikkarten-Slot und nicht an der M.2-Buchse für NVME-SSDs. Die hatte ihr Debüt im Herbst 2022, als die Ryzen-7000-CPUs und entsprechende Mainboards auf den Markt kamen. Je nach Variante sind aber dort auch nicht alle M.2-Slots mit 5.0 ausgestattet.

Während 2019 mit der Einführung von PCI Express 4.0 bei SSDs auch entsprechende Modelle zeitgleich auf den Markt kamen, lassen sich die 5.0er-SSDs nun gut ein halbes Jahr Zeit. 2019 war es auch eine Gigabyte-SSD, die Aorus NVMe Gen4 SSD. Neben dem Schnittstellen-Limit hat sich auch die maximale Durchsatzrate der SSDs verdoppelt - von anfangs 5 GB/s bei PCI Express 4.0 auf 10 GB/s bei PCI Express 5.0. Und es ist wieder ein Phison-Controller, der es als Erstes auf den Markt schafft. Andere Hersteller haben zwar schon einen 5.0-Controller angekündigt, aber noch ist kein 5.0-Modell bekannt, welches mit einem anderen Controller als den Phison E26 (PS5026-E26) erscheinen soll.

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Gigabyte Aorus Gen5 SSD: Die erste PCI-Express-5.0-SSD im Test (8) Quelle: PC Games Hardware Gigabyte Aorus Gen5 SSD: Die erste PCI-Express-5.0-SSD im Test (8)

Wie auch schon zum Wechsel auf PCI Express 4.0 gibt es eine Reihe an Herstellern, welche ihre Version des Referenzmodells von Phison angekündigt haben. Das besteht hier neben dem Phison E26 als Controller aus einem PCB mit NAND-Flash von Micron, und zwar den neuen 232-lagigen 3D-NAND-TLC. Bislang war der 176-lagige Flash aktuell, der die Corsair MP600 Pro zur MP600 Pro XT machte und trotz gleichem Controller (Phison E18) mit effizienterem Flash eine etwas bessere Leistung herausholte. Gleiches erwarten wir hier beim ersten PCI-Express-5.0-Controller, dem Phison E26. Die 10.000 MB/s, welche die Gigabyte ja auch im Namen führt, dürfte noch nicht das Maximum an Leistung aus dem Controller herausholen. Eventuelle Firmware-Updates und neuerer Flash dürften dem E26 noch eine etwas längere Lebensdauer bescheren, wenn nicht die Konkurrenz von Marvell, Silicon Motion oder Innogrit, um nur einige zu nennen, mit mehr Leistung auf den Markt kommt. Bei PCI Express 4,0 hat es in etwa ein Jahr gedauert, also bis 2020, als schneller 4.0-SSDs auf den Markt kamen. Mit mehr (Controller-)Konkurrenz und sinkenden Flash-Preisen könnte das diesmal schneller passieren, da der Innovationsdruck umso stärker ausfällt.

Doppelter DRAM-Cache

Auch wenn DRAM-lose Controller-Designs bei SSDs immer beliebter werden, haben Top-Modelle noch immer ihren eigenen DRAM auf der Platine sitzen. Das ist nicht unbedingt für die Spitzenleistung erforderlich, vielmehr wird dadurch der Flash etwas geschont, indem der Overhead reduziert wird. Das ist bei aktuellen NVME-SSDs nicht mehr unbedingt relevant, weil mit dem sogenannten Host Memory Buffer der System-RAM verwendet wird, die SSD sich dadurch den DRAM selbst und auch etwas Strom und letztlich Kosten spart. Der DRAM-lose Trend ist also durchaus begründet, endet aber bei den aktuellen Top-Modellen, wo der DRAM höchstwahrscheinlich für die letzten Quäntchen an Leistung mitverantwortlich ist.

Modell Gigabyte Aorus Gen5 10000 SSD
Schnittstelle PCI-Express 5.0 x4, NVMe 2.0
Formfaktor M.2 2280
Gesamtkapazität 2.000 GB 1.000 GB
Controller Phison PS5026-E26
NAND 3D TLC NAND Flash
DDR-Cache LPDDR4 4GB LPDDR4 2GB
Sequenzielle Lesegeschwindigkeit Bis zu 10.000 MB/s Bis zu 9.500 MB/s
Sequenzielle Schreibgeschwindigkeit Bis zu 9.500 MB/s Bis zu 8.500 MB/s
Abmessungen SSD ohne Kühlkörper: 80 x 22 x 2,3 mm, SSD mit Kühlkörper: 92 x 23,5 x 44,7 mm
Mittlere Betriebsdauer zwischen Ausfällen (MTBF) 1,6 Millionen Stunden
Leistungsaufnahme (Aktiv) Lesen: <10,5 W; Schreiben: <11 W Lesen: <10 W; Schreiben: <10 W
Leistungsaufnahme (Leerlauf) <85 mW
Betriebstemperatur 0°C bis 70°C
Lagertemperatur -40°C bis 85°C
Garantie 5 Jahre oder 1.400 TBW 5 Jahre oder 700 TBW

Neu bei der Gigabyte Aorus Gen5 10000 SSD ist die hohe DRAM-Kapazität: Während die Hersteller bislang nur ein Gigabyte pro Terabyte an DRAM spendieren, sind es hier bei der Gigabyte-SSD doppelt so viel, also 2 GB an LPDDR4-Speicher bei der Variante mit einem Terabyte und 4 GB bei der hier getesteten 2-TB-Version, die außerdem etwas schneller ist als die Version mit nur einem Terabyte, welche die 10.000 MB/s laut Datenblatt nicht ganz knackt. An diesem Leistungsunterschied muss nicht unbedingt der DRAM "Schuld" sein, es könnte auch sein, dass zwischen mehreren Flash-Bausteinen mehrere Kanäle zum Controller führen, was oft der Grund dafür ist, dass gerade geringe Kapazitäten eines Modells etwas langsamer sind als höhere.

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    • Kommentare (24)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Klausikowski Freizeitschrauber(in)
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
        Per annum, also pro Jahr, das steht auch dran "Meine Schreib-/Leselast [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen] kenne ..."
        Pro Tag/Woche wäre ein "klein wenig" übertrieben

        Was das Sysdrive angeht wird in Kürze sowas wie ne KC3000 verbaut, diese Klasse meine ich.
        Von den Specs her ist die sehr ok (TBW etwa, Speed gut, Cache hat sie auch).
        Hab das halt Oberklasse genannt, das letzte Fitzelchen merkt man eh nicht und ich spiele nicht permanent
        CrystalDiskMark. Das lass ich nach Einbau und (Full(!!)-Format der SSD ein, zweimal machen, einfach nur um zu sehen ob die Werte bei mir in etwa hinkommen. Durch den Formatiervorgang sehe ich auch gleich wie sich die Temps verhalten (manche m2 -selbst SATA- gehen da ordentlich nach oben!) und oft ist es so, dass die Dinger entweder gleich ausfallen oder lange halten. Allerdings sind mir schon SSDs (m2/2,5er) auch mitten im Betrieb abgeschmiert. Absolute Sicherheit hat man eben nie. Das trat aber meist ziemlich kurz nach Erwerb auf (vor drei Monaten erst wieder ne WD-Sata-m2 (<10h Laufzeit), einmal erst nach grob 300h, da wars ne preiswerte Patriot Burst (Austausch/Rückgabe bei Alternate/MF jeweils völlig problemlos).

        Nach wie vor als klaren Nachteil bei den SSDs sehe ich, dass, wenn tot, dann tot.
        Da kannste nicht irgendwie noch was fischen, waren einfach nicht mehr ansprechbar, egal ob in den Boards oder mittels Adaptern. Klassisches Datennirwana halt -> erst recht Pflicht zum Backup.

        Schneller ginge natürlich immer, aber das brauchts einfach nicht. Die Kingston (muss jetzt nicht genau die sein)
        ist von den Eckdaten ausreichend. PCIe 4 daher, weil das C8DH das kann, das C6H aber nicht.

        Bei meiner aktuellen "Lagerlösung" wären sehr flotte m2 sowieso komplett unsinnig, die hängen momentan ja noch via PCIe2 dran. Vorerst bleibt das so weil ich nicht mehr Tempo benötige. Daher die Kingston NV-Drives (eher gemächliche Gesellen).
        Schreiblast liegt dort selten an, ein paar Mail im Monat ein write mit 50-100gigs, das wars dann auch schon.

        Wenn ich mal ein Board mit Support für die 5er-Spec habe dann verbaue ich ggf. gerne eine.
        Mangels eines solchen ist so eine SSD aktuell kein Thema für mich.
      • Von Klausikowski Freizeitschrauber(in)
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
        Per annum, also pro Jahr, das steht auch dran "Meine Schreib-/Leselast [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen] kenne ..."
        Pro Tag/Woche wäre ein "klein wenig" übertrieben

        Was das Sysdrive angeht wird in Kürze sowas wie ne KC3000 verbaut, diese Klasse meine ich.
        Von den Specs her ist die sehr ok (TBW etwa, Speed gut, Cache hat sie auch).
        Hab das halt Oberklasse genannt, das letzte Fitzelchen merkt man eh nicht und ich spiele nicht permanent
        CrystalDiskMark. Das lass ich nach Einbau und (Full(!!)-Format der SSD ein, zweimal machen, einfach nur um zu sehen ob die Werte bei mir in etwa hinkommen. Durch den Formatiervorgang sehe ich auch gleich wie sich die Temps verhalten (manche m2 -selbst SATA- gehen da ordentlich nach oben!) und oft ist es so, dass die Dinger entweder gleich ausfallen oder lange halten. Allerdings sind mir schon SSDs (m2/2,5er) auch mitten im Betrieb abgeschmiert. Absolute Sicherheit hat man eben nie. Das trat aber meist ziemlich kurz nach Erwerb auf (vor drei Monaten erst wieder ne WD-Sata-m2 (<10h Laufzeit), einmal erst nach grob 300h, da wars ne preiswerte Patriot Burst (Austausch/Rückgabe bei Alternate/MF jeweils völlig problemlos).

        Nach wie vor als klaren Nachteil bei den SSDs sehe ich, dass, wenn tot, dann tot.
        Da kannste nicht irgendwie noch was fischen, waren einfach nicht mehr ansprechbar, egal ob in den Boards oder mittels Adaptern. Klassisches Datennirwana halt -> erst recht Pflicht zum Backup.

        Schneller ginge natürlich immer, aber das brauchts einfach nicht. Die Kingston (muss jetzt nicht genau die sein)
        ist von den Eckdaten ausreichend. PCIe 4 daher, weil das C8DH das kann, das C6H aber nicht.

        Bei meiner aktuellen "Lagerlösung" wären sehr flotte m2 sowieso komplett unsinnig, die hängen momentan ja noch via PCIe2 dran. Vorerst bleibt das so weil ich nicht mehr Tempo benötige. Daher die Kingston NV-Drives (eher gemächliche Gesellen).
        Schreiblast liegt dort selten an, ein paar Mail im Monat ein write mit 50-100gigs, das wars dann auch schon.

        Wenn ich mal ein Board mit Support für die 5er-Spec habe dann verbaue ich ggf. gerne eine.
        Mangels eines solchen ist so eine SSD aktuell kein Thema für mich.
      • Von Ellina BIOS-Overclocker(in)
        Noch nicht, eventuell beim umbau auf am4 PCi-E 4.0 ende 2023 ne nvme m.2 ssd hinein bauen oder so kein plan.
        Die Rx6800 Will auch PCi-E 4.0 genißen aktuell wird sie mit 3.0 ausgebremst.

        An sich wenn überhaupt 2024 und oder erst wenn es um die 150-200 kostet. Könnte ich mich erweichen lassen so fern das mainbord das kann da es nur 4.0 kann ist das gerade wurscht.
      • Von massaker Software-Overclocker(in)
        Zitat von Klausikowski
        beim OS-Laufwerk setze ich auf Oberklassenware mit Cache
        Diese Selbstbeherrschung und das Bleiben im vernünftigen Rahmen gefällt mir, bei mir eher eine Stufe höher, also Highend-Ware ohne Cache.
        Zitat von Klausikowski
        Meine Schreib-/Leselast p.a. kenne ich relativ genau, bewegt sich zwischen 55-75TB, ggf. Ausreisser bis 100.
        Was genau meinst Du damit? 100TB pro Woche? Pro Monat? Oder pro Jahr? Dir meisten würden damit wohl 5 bis 10 Jahre auskommen...
      • Von RyzA Flüssigstickstoff-Guru (m/w)
        Zitat von PCGH_Thilo
        Wie seht ihr das Thema PCI-Express-5-SSD? Ist das noch Zukunftsmusik für euch?
        Für mich ja. Ich nutze selber noch eine SATA SSD.
        Und auf meinem Mainboard kann ich maximal eine PCIe 3.0 SSD betreiben.
        Irgendwann, wenn ich mal den Unterbau komplett erneuere, werde ich mir wohl eine PCIe 4.0 SSD holen.
        PCIe 5.0 - da sehe ich überhaupt noch keinen Nutzen drin. Und so groß unterscheiden sich ja die Transferraten von PCIe 4.0 und 5.0 bisher noch nicht. Außerdem bemerkt man als Normalanwender die Unterschiede in der Praxis eh kaum.
      • Von Klausikowski Freizeitschrauber(in)
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
        Das gilt bei mir nur beim Systemdrive, als Ablage isses mir schlichtweg wurst. Es wird dort zu 98% eh nur gelesen, da
        reicht auch ne cachelose dicke aus.

        Allerdings habe ich nun im noch aktuellen Hauptsys auf dem C6H (siehe Beitrag weiter oben) ne 980er drin, die hat
        auch keinen. Lasse ich vermutlich sogar, bisher reicht die prima aus.

        Was den Cache an sich angeht: Bin ganz ehrlich, <<"gefühlt" gibt einem das ein besseres Gefühl>>
        Kurz: beim OS-Laufwerk setze ich auf Oberklassenware mit Cache, beim Datenlager gehe ich nach Qualität/Lebensdauer/Preis. Billigstware verbaue ich tunlichst nicht.
        Meine Schreib-/Leselast p.a. kenne ich relativ genau, bewegt sich zwischen 55-75TB, ggf. Ausreisser bis 100.
        Die findet vornehmlich auf den Sysdrive statt, von daher darf die auch besser sein.
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