Advanced MLC: Angepasste Firmware für besseren MLC-Speicher auf Kosten der Kapazität
Der taiwanische Hersteller von DRAM sowie NAND-Flash-Speicher ATP, vorwiegend im professionellen Einsatzbereich tätig, hat eine neue Flash-Lösung in Form von Advanced MLC angekündigt. Per Firmware soll dabei SLC-Speicher simuliert werden, indem nur noch das erste Bit einer Zelle beschrieben wird. Das Resultat: Bessere (Schreib-)Performance, höhere Lebensdauer, allerdings auch eine Reduzierung der Kapazität.
SSDs für den Endkundenmarkt kommen heutzutage vorwiegend mit MLC-NAND-Flash daher, bei dem die Zellen mit mehr als einem Bit beschrieben werden können (Multi-Level Cell), wie es bei SLC (Single-Level-Cell) der Fall ist. Üblicherweise können bei MLC-Speicher zwei Bits pro Zelle beschrieben werden, teilweise sind es auch drei Bits wie bei Samsung. Logischerweise kann dadurch die Kapazität auf dem gleichen Raum stark erhöht werden, allerdings sinken damit einhergehend auch die Schreib-Performance sowie die Lebensdauer einer SSD.
Nun hat ATP den selbst ernannten advanced MLC, kurz aMLC, vorgestellt. Dabei wird der kostengünstigere MLC-Speicher als SLC simuliert, indem nur noch das erste Bit pro Zelle beschrieben wird. Dadurch soll die Lebensdauer um den Faktor 13 auf 40.000 sogenannter Programm-Erase-Cycles steigen. Bei 2-Bit-MLC sind es üblicherweise 3.000 und bei Samsungs 3-Bit-Zellen 1.000. Die (Schreib-)Performance soll sich verdrei- bis -fünffachen. Dabei handelt es sich um eine reine Firmware-Lösung, da weiterhin gewöhnlicher MLC-Speicher zum Einsatz kommt.
Als logische Konsequenz sinkt dafür allerdings die tatsächliche nutzbare Kapazität: Da nur noch ein anstatt zwei beziehungsweise drei Bit pro Zelle beschrieben werden, halbiert respektive drittelt sich der nutzbare Speicher. In der Pressemitteilung ist die Rede von einer eigenen Firmware, welche die "SLC-Simulation" ermöglichen soll. Ob andere Hersteller auf den Zug aufspringen werden, bleibt offen.
Eben dieses Verfahren setzen derweil schon Samsung sowie Sandisk in kleinerem Maße auf dem Endkundenmarkt ein. Die beiden nCache beziehungsweise Turbowrite getauften Technologien stellen Caches dar, deren Zellen ebenfalls nur auf dem ersten Bit beschrieben werden. Dabei liegt vor allem die Steigerung der Schreibgeschwindigkeit im Fokus, Lesezugriffe profitieren davon nicht.
Quelle: ATP (Pressemitteilung)

In der Praxis wirds wohl etwas weniger sein weil man das OverProvisioning entsprechend deutlich niedriger ansetzen kann aber ich schätze mal dass beispielsweise aus einer 480GB-SSD da eine 256GB-SSD wird.
Sinnvoll halte ich das auch nur für einen sehr sehr kleinen Teil von Usern, die Hunderte von GB pro Tag schreiben wollen - für 99% der SSD-User reichen auch normale MLC-Zellen was die Schreibvolumina angeht mehr als aus. Und das eine Prozent das mehr schreiben will kauft ne 850Pro mit vNAND oder eben eine kaum teurere Server-SSD die Tausende von Terabyte TBW garantiert.
Eigentlich eine vernümpftige idee.Nur jetzt ist die Frage wieviel Prozent vom Gesamtspeicher dabei flöten geht.Sollte das im rahmen bleiben wäre das
eine sinnvolle maßnahme.