AMD Ryzen Threadripper: Booten Epyc-CPUs im TR4-Mainboard?
Mechanisch sind AMDs Server-Sockel SP3 und das Desktop-Derivat TR4 identisch ausgelegt. Fraglich war hingegen, wie es bei der elektrischen Kompatibilität aussieht, da es Unterschiede bei der Pin-Belegung gibt. Der8auer hat versucht, einen Epyc-Prozessor in einem Ryzen-Threadripper-Mainboard mit Sockel TR4 zu booten, um die Frage zu klären.
Seit einigen Tagen ist klar, dass AMD in keiner Weise "Dummy"-Dies auf seinen Ryzen-Threadripper-Prozessoren eingesetzt. Alle vier Siliziumchips sind nicht nur belichtet, sondern auch elektrisch angebunden. Aus diesem Grund keimte die Vermutung auf, dass AMD theoretisch 32-Kerner für den Sockel TR4 anbieten könnte, solange vier Speicher-Controller und die Hälfte der PCI-Express-3.0-Lanes deaktiviert würden. Zu Testzwecken hat der8auer einen Epyc 7251 in einem Asus ROG X399 Zenith Extreme eingesetzt, um zu sehen, ob das Mainboard mit der CPU booten kann.
Die erste Erkenntnis war, dass AMD einen ID-Pin einsetzt, mit dem das Mainboard die eingesetzte CPU erkennt. Die Standby-Spannung wurde komplett abgeschnitten, sobald die Epyc-CPU in die TR4-Platine eingesetzt wurde. Durch das Abkleben einzelner Teile auf der CPU-Rückseite hat der8auer schließlich herausgefunden, welcher Pin die ID übermittelt und diesen schließlich einzeln abgeklebt. Die Standby-Spannung hat das Mainboard daraufhin wieder zur Verfügung gestellt. Der Boot-Vorgang ließ sich schließlich starten, brach bei der Initialisierung des Arbeitsspeichers aber ab.
Das überrascht nicht weiter, da die AGESA (AMD Generic Encapsulated Software Architecture) samt Microcode Epyc gar nicht kennen dürfte. Die Server-CPUs haben acht aktive Speicher-Controller, Ryzen Threadripper nutzt davon nur vier, was vermutlich zum Absturz geführt hat. Die Vermutung liegt jetzt immerhin nahe, dass TR4 und SP3 auch elektrisch zueinander kompatibel sind - die "Reserved"-Pins kümmern Epyc offenbar weniger. Der nächste Schritt wäre jetzt, ein BIOS mithilfe eines SP3-Mainboards zu modden.

Sehr interessant
http://extreme.pcgameshardware.de/attachment.php?attachmentid=986838&stc=1
Aber das Zeug für den Epyc in ein TR4 Bios zu laden scheint mir kein Problem zu sein, nur dass sich das AMI Tool weigert das Asus Bios gescheit auszulesen. Mit so ziemlich jedem anderen Bios funktionierts einwandfrei.
Habe aber auch noch nie ein Bios modifiziert.
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