AMD Ryzen Threadripper: 32-Kerner sind denkbar
Roman "der8auer" Hartung hat neben einem weiteren Ryzen-Threadripper-Prozessor auch eine erste Epyc-CPU aus AMDs Server-Portfolio geköpft. Unterschiede beim Package offenbaren, dass der Chiphersteller für Ryzen Threadripper tatsächlich eine eigene Produktionslinie aufgesetzt hat. Die Zeichen deuten darauf hin, dass AMD Ryzen-Threadripper-CPUs mit 32 Kernen veröffentlichen könnte.
Sie erinnern sich vielleicht noch an die Kontroverse rund um Ryzen Threadripper im vergangenen Spätsommer. Damals hatte der8auer einen entsprechenden Prozessor geköpft und festgestellt, dass nicht nur zwei, sondern vier Dies unter dem verlöteten Heatspreader sitzen, die CPUs also der Epyc-Reihe ähneln. AMD sagte daraufhin, dass es sich um zwei "Dummy-Dies" handle, die das Package stabilisieren sollen, allerdings nachgewiesen belichtet sind. Der8auer ging deshalb davon aus, dass AMD schlichtweg Epyc-CPUs als Ryzen Threadripper verkaufe. Um diese These zu überprüfen, hat er noch einmal einen Ryzen Threadripper 1920X und einen Epyc 7251 - beide aus dem Endkundenhandel - geköpft.
Erste Unterschiede zeigen sich auf den Prozessorrückseiten mit verschieden bestückten SMD-Kondensatoren. Das Bild führt sich auf der Vorderseite fort, wo das Epyc-Modell deutlich mehr SMD-Kondensatoren aufweist als der Ryzen-Threadripper-Bruder. Letzterer hat zudem als einziger einen kleinen Widerstand verlötet. Folglich muss AMD für Ryzen Threadripper eine eigene Produktionslinie aufgebaut haben. Noch interessanter wird es bei den erstellten Röntgenbildern, die bei beiden CPUs Durchkontaktierungen unter sämtlichen vier Dies zeigen. Auch bei Ryzen Threadripper müssen die zwei "Dummys" dementsprechend elektrisch angebunden sein.
Das wiederum lässt ordentlich Raum für Spekulationen. Wenn AMD sich schon die Mühe macht, ein eigenes Package für Ryzen Threadripper aufzulegen, wird der Chiphersteller wohl kaum Unkosten in Kauf nehmen, um davon nicht später zu profitieren. Seine Vermutung lautet daher, dass AMD für die aktuelle TR4-Plattform 32-Kerner veröffentlichen könnte, bei denen vier Dies aktiv sind. Pro Siliziumchip müssten lediglich ein Speicher-Controller und Teile des PCI-Express-Interfaces deaktiviert werden. 24-Kerner wären ebenso denkbar. Spieler bräuchten solche Rechenmonster nicht, Workstation-Nutzer dürften sich jedoch freuen. Ob AMD solche Vielkerner tatsächlich auf den Markt bringen wird, muss sich zeigen.
Damit weist man dem Spiel die ersten 8 Kerne (inkl. HT) zu. Oder man startet gleich Steam in der Form (steam.exe).
Ein CFD-Benchmark mit OpenFOAM, konkret die Umströmung eines Motorrades mit ~2Millionen Zellen. Die Systeme sind softwareseitig nicht hundertprozenig identisch, deshalb geht es hier nicht um 10% hin oder her. Alle Systeme außer dem Epyc nutzen DDR4-3200 mit 2 bzw. 4 bestückten Kanälen.
Was man hier schön sieht: die CPUs mit vielen Kernen und wenig Speicherkanälen rennen relativ früh in ein Limit und skalieren nicht mehr. Der Epyc hingegen skaliert bis 16 Kerne nahezu linear (darunter sogar superlinear) und ist hier um den Faktor 2.5 schneller als ein I9 oder Threadripper. Schon mit 4 Kernen schlägt er den I7 der single-core natürlich am flottesten ist. Und bei Nutzung von allen 32 Kernen ist 2x Epyc dann um den Faktor 3-4 schneller als TR und I9. Und das obwohl der Epyc in diesem Test mit relativ langsamem DDR4-2133 bestückt war.
Das Grundpaket erlaubt 8 Kerne, ein HPC-pack 32 Kerne, zwei HPC-Packs 128 Kerne usw.
Der Trick ist: das gilt nur für einen Run. Willst du stattdessen 2 Jobs gleichzeitig laufen lassen brauchst du zwei mal die Standardlizenz, kannst aber mit deinen zwei HPC-Packs nur noch 2x32 Kerne benutzen.
Kein Scherz: bis 2016 hieß deren CEO James E. Cashman III
Mittlerweile kann man dort ja auch schon nach Stunden bezahlen...
Bei TR vs. EPYC wird es wohl genauso sein, denn es braucht ja nur eine andere Konfigurationsfile bzw. ein einzelnes Bit in der Steuerung gesetzt werden, ob jetzt hier ein Kondensator aufgelötet wird oder nicht. Oder aus welchem Fach das Stück Silizium verwendet wird.
EDIT: Dass es dadurch TR mit 32 Kernen geben soll, dürfte schon bei den Boards scheitern, wenn sie, wie AMD gesagt hat, nur das nötigste kontaktiert haben, dann dürften die 2 übrigen Chips eben auch nicht mit Spannung versorgt werden. Wenn dann noch Boards mit "besser" verdrahteten Sockel rauskommen würden, um ein 32-Kern TR zu unterstützen, dürfte der Shitstorm genauso bzw. schlimmer werden als wie bei Intels 1151, da bei einem alten Board nur der halbe TR funktioniert.
Als Beweis müsste "der 8auer" sich einfach mal trauen, einen EPYC in ein TR-Board zu pflanzen und dann schauen was passiert.
Eher wird es 24-Kern TR mit Zen 2 geben, wenn der CCX 6 statt 4 Kerne bekommt.
Im Grunde ist auch Bitcoin-Mining nichts anderes.
Eventuell sollte man sich da doch mal etwas mehr Gedanken über Passwörter mit mehr als 25 Zeichen machen, bei der Rechenleistung, die in den Farmen zur Verfügung steht.