AMD Ryzen Threadripper 2990X Vorschau: der8auer übertaktet 32 Epyc-Kerne auf 3,8 GHz
Roman "der8auer" Hartung hat in Antizipation von AMDs Ryzen Threadripper 2000 mit 32 Kernen, wahrscheinlich Ryzen Threadripper 2990X getauft, einen Epyc-7601-Prozessor - ebenfalls mit 32 Kernen - übertaktet und die Leistung anhand von Cinebench ermittelt. Interessant ist das Experiment auch, weil sich Epyc-CPUs eigentlich gar nicht übertakten lassen.
AMD wird seine zweite Ryzen-Threadripper-Generation mit einem 32-Kerner als Topmodell auflegen. Die Gerüchteküche geht davon aus, dass der Prozessor auf den Namen Ryzen Threadripper 2990X hören werde. Beim Basistakt ist sie sich noch uneins, im Gespräch sind 3,0 und 3,4 GHz. Der maximale Boost-Takt exklusive XFR 2 soll im Bereich von 3,8 bis 4,0 GHz liegen. Roman "der8auer" Hartung hat sich nun einen Epyc 7601 besorgt, der eigentlich für Server gedacht ist und bereits 32 Kerne nutzt. Die CPU taktet zugunsten der Effizienz nur mit 2,2 bis 3,2 GHz, der All-Core-Boost liegt bei 2,7 GHz. Die (einzuhaltende) TDP beträgt dafür nur 180 Watt.
Eigentlich erlaubt AMD ein Übertakten der Epyc-CPUs nicht. Die Multiplikatoren sind anders als bei den Ryzen-Modellen für den Sockel AM4 geschlossen und die Mainboards bieten normalerweise keinerlei OC-Optionen. Trotzdem konnte der8auer alle 32 Kerne in der Spitze auf über 4,0 GHz übertakten. Sagen darf er dazu nichts. Wir verbuchen das unter "ein Extrem-Übertakter hatte seinen Spaß". Dass in solchen Regionen eine Custom-Wasserkühlung Pflicht wird, dürfte klar sein. Der8auer hat einen Chiller verwendet, um die CPU besser zu kühlen und so die Leistungsaufnahme etwas nach unten zu drücken. Da das eingesetzte Supermicro-Mainboard H11SSL-I (genauso wie alle Server-Platinen) nicht fürs OC und dementsprechend für nicht viel mehr als 180 Watt Durchsatz ausgelegt ist, greift der Überstromschutz - das Mainboard schaltet dann einfach ab.
Stabil liefen 3,8 GHz, wobei sich der Prozessor dann im Leistungsbereich von 350 Watt befand. Das funktioniert in den kurzen Cinebench-R15-Durchgängen noch gut, könnte die Spannungswandlung auf Dauer jedoch über die Maßen strapazieren. Der8auer empfiehlt daher genauso wie der Youtuber Buildzoid, für einen Ryzen Threadripper 2990X mit OC-Ambitionen auf ein X399-Refresh-Mainboard zu setzen. MSI zum Beispiel legt das MEG X399 Creation mit üppigen 19 VRM-Phasen (teilweise gedoppelt) auf. Die bisherige Platinengeneration ist eher was für 32 Kerne mit Standardtaktraten. Wohlgemerkt könnten die Ryzen Threadripper 2000 mit hohen Taktraten durch die 12-nm-Fertigung noch etwas effizienter laufen.
Mit 32 Kernen bei 3,4 GHz samt aktiviertem SMT, sprich 64 Threads, sowie 8 × 8 GiByte DDR4-2666-RAM (CL19) wurden im Cinebench R15 übrigens 5.234 Punkte erzielt. Allerdings hat der Epyc 7601 acht Speicherkanäle, wohingegen die Ryzen-Threadripper-32- und -24-Kerner für die Kompatibilität zur X399-Plattform nur vier behalten. Mit einer halben Bestückung brach das Ergebnis auf 3.867 Punkte ein. Der Spitzenwert wurde bei 3,8 GHz und voller RAM-Bestückung mit 5.871 Punkten erzielt. Unbekannt ist noch, ob Ryzen Threadripper 2000 pro Die einen Speicherkanal nutzen wird oder ob AMD das bisherige Package übernimmt und zwei Dies ihre beiden Controller behalten und die zwei anderen ausschließlich über den Infinity Fabric mit Daten versorgt werden. In jedem Fall dürften die CPUs noch stärker als bisherige Ryzen-CPUs von RAM-OC profitieren. Testen lässt sich das mit dem Eypc-Modell leider nicht, da die Mainboards keinerlei Anpassungen des RAM-Takts oder der Timings erlauben.

Vielleicht meldet er sich ja.
Wenn das so ist, wie du sagst, dann haben wir im Grunde keine Kenntnis darüber, ob der Performanceeinbruch im ersten Test von der 1-1-1-1 Konstellation herrührte oder durch den OC-Schutz ausgelöst wurde. Na super!
Man kann einen handelsüblichen Epyc nicht über den MSR Register übertakten, wie Roman es behauptet. Bei meinen Test greift eindeutig ein Übertaktungsschutz. Sobald mehr wie der Basistakt eingestellt wird, eingestellter Multi wird angenommen, fängt die CPU an die Leistung zu drosseln. Die Anwendungen laufen deutlich langsamer. Bei CB sind es dann über 1000 Punkte weniger. Sobald deutlich mehr wie der Basistakt eingestellt wird, wird man sogar von Windows abgemeldet, dies kann eigentlich nur über einen Exitbefehl geschehen, der vermutlich vom Übertaktungsschutz ausgeführt wird.
Entweder hat Roman den Übertaktungsschutz ausgehebelt, halte ich für sehr unwahrscheinlich, denn über MSR bzw. Softwaretools wird dies nicht möglich sein, wo soll man da denn ansetzen? Und über überragende Programmierkenntnisse verfügt der Roman jedenfalls nicht.
Oder, und das halte ich für viel wahrscheinlicher, man hat von AMD spezielle Engineering Samples oder Hilfe erhalten den Übertaktungsschutz zu umgehen. Denn die zwei CPUs im Wert von 8000 Euro hat man sicher nicht gekauft und auch bietet Casking überhaupt keinen Eypc zum Verkauf an. Es handelt es sich höchstwahrscheinlich um gesponserte CPUs von AMD und somit ist AMD eingeweiht. Nicht umsonst werden hier mehrere Videoreihen präsentiert + eine geplante Gamescomaustellung.
Im ersten Video hat vermutlich noch sporadisch der Übertaktungsschutz eingegriffen, die Leistung gedrosselt und somit kam beim CB die geringe Punktzahl zustande.
Nachtrag:
Und wenn eine Überaktung über CPU MSR so ohne weiteres möglich wäre, dann hätte das jemand sicherlich aus den englischsprachigen Raum schon längst gemacht. Roman ist komischerweise der Erste.
Klar, mit Cinebench kann man auch solche (allgemeinen) Aussagen treffen...
Edit: Da du ja deinen Beitrag editiert hast, zitiere ich mal aus dem Artikel:
"Zumindest im Cinebench-R15-Benchmarks bricht die Leistung mit einer solchen Konfiguration deutlich geringer ein. Bei 3,8 GHz sinkt das Ergebnis um nicht einmal zwei Prozent auf knapp 5.800 Punkte. Die Latenz- und Bandbreitenergebnisse in AIDA64 sind auf dem ersten Blick ebenfalls gut, wobei der Test nicht auf die Threadripper-Konfiguration angepasst sei und daher immer den ersten Die teste. Der8auer erwartet letztendlich eine kleinere Auswirkung durch das Quad-Channel-Interface als zunächst angenommen - wie genau die Beeinträchtigung aussieht, hängt letzten Endes auch von der Anwendung ab."
Der Autor hat das ja durchaus vorsichtig formuliert. Bei bandbreitenlastigen Anwendungn kann das zu einem deutlichen Flaschenhals werden. Ich bin auf die ersten Tests gespannt.
Edit: Gehirnfurz meinerseits