AMD Ryzen Threadripper 2000 angekündigt: Bis zu 32 Kerne und 12 nm [Update]
AMD auf seiner Computex-Pressekonferenz weitere Informationen zur zweiten Ryzen-Threadripper-Generation bekannt gegeben. Spätestens jetzt ist klar, warum Intel den Core i9 mit 28 Kernen veröffentlichen wird: AMD spendiert seinem kommenden Topmodell vier aktive Dies mit 32 Kernen - wie Pinnacle Ridge kommt die optimierte 12-nm-Fertigung zum Einsatz.
Update: Wir hatten bereits vermutet, dass die Ryzen Treadripper 2000 in einem TDP-Korsett von 250 Watt bleiben werden. Bei Heise hat man dafür auch eine Bestätigung bekommen. In einer ersten Fassung der Computex-Hintergrund-PDFs seien Taktfrequenzen für die 24- und 32-Kern-Varianten genannt worden (3,0 GHz Basis- und 3,4 GHz Turbotakt), diese seien aber falsch bzw. würden noch nicht feststehen. Die CPUs werden dann auch abweichende und nicht identische Taktraten haben, was naheliegend ist.
Erst gestern hat Intel angekündigt, im vierten Quartal 2018 einen 28-Kerner für den Desktop veröffentlichen zu wollen, der hierzulande als Core i9 erscheinen sollte. Schon gestern fragten nicht nur wir uns, ob der Chiphersteller damit nicht vorzeitig auf einen möglichen 32-Kerner von AMD reagiert. Genau diese Annahme hat AMD heute auf seiner Computex-Pressekonferenz bestätigt: Die Ryzen-Threadripper-2000-Familie wird ab dem dritten Quartal von einem 32-Kerner mit 64 Threads angeführt.
Zum Einsatz kommt die bekannte TR4-Plattform. Auf den bisherigen Ryzen-Threadripper-1000-CPUs sitzen wie bei den Epyc-Server-Modellen schon vier belichtete Siliziumchips, von denen bloß zwei komplett deaktiviert sind - schon lange gab es Vermutungen, dass AMD einen 32-Kerner ohne größeren Aufwand nachschieben könnte. Bei den 32-Kernern sind alle 4 x 8 Kerne aktiv, lediglich ein Speicher-Controller pro Die muss abgeknipst werden, weil die TR4-Mainboards auf einen Quad-Channel-Betrieb ausgelegt sind. In Spielen kostet das wahrscheinlich Leistung, weil es die Inter-Die-Kommunikation erhöht, für solche sind die Kernmonster aber ohnehin nicht ausgelegt.
Quelle: PC Games Hardware
AMDs Jim Anderson mit dem Ryzen-Threadripper-2000-32-Kerner (links mit verlötetem Heatspreader, rechts zur Veranschaulichung geköpft)
Der Multi-Die-Aufbau mit der TR4-Plattform ist derweil auch AMDs großer Vorteil gegenüber Intel. Dessen 28-Kerner nutzen den XCC-Die ("Extreme Core Count"), der nicht in den Sockel 2066 passt, sondern den LGA 3647 erfordern. Dafür gibt es im Endkundenbereich noch keinerlei Ökosystem. Entsprechende Mainboards gibt es zurzeit nur für den Server- und Workstation-Markt. Außerdem ist die Produktion von vier kleineren Dies günstiger als von einem großen, sodass AMD sein Produkt preislich aggressiver platzieren könnte.
Die Spezifikationen verriet AMD derweil noch nicht. Wie bei Ryzen 2000 alias Pinnacle Ridge kommt Globalfoundries' 12-nm-Fertigung 12LP (Leading Performance), eine optimierte 14LPP-Variante (Low Power Plus), zum Einsatz. Die CPUs sollen ebenfalls von einem aggressiveren und intelligenteren Boost-Verhalten profitieren. Die TDP für die Topmodelle mit mehr als 16 Kerne wird sicherlich ansteigen - gemunkelt werden bis zu 250 Watt. Neben einem 32- und 16-Kerner könnte AMD auch ein Modell mit 24 Rechenherzen veröffentlichen. 12- und 8-Kerner wären mit zwei deaktivierten Dies denkbar. Als Veröffentlichungszeitraum ist weiterhin das dritte Quartal 2018 angesetzt.

Klar ist, dass es lange Zeit nicht notwendig war, mehr als 4 Kerne / 8 Threads zu nutzen. Im Mainstreambereich gab es ja nicht sonderlich viel mehr. Mittlerweile überschwemmt AMD den Markt mit Kernen, das finde ich durchaus gut. Dennoch gibt es nur sehr wenige Spiele, die für 8 Kerne und mehr programmiert werden.
Ist es so schwer, ein Spiel zu entwickeln, welches durchaus mal 16 oder 32 Kerne inklusive SMT nutzen? Ich kann mir das selber nicht wirklich vorstellen, da ich davon einfach keine Ahnung habe.
Ansonsten ist das eine nette News. Hätte ich Geld im Überfluss, dann würde ich mir einen zweiten nutzlosen PC bauen und den 32 Kerner holen. Einfach nur, weil ich das so krass finde
Aber im Endeffekt hängt es immer an der direkten kausalen Abhängigkeit von der Aktion des Spielers. Klar kann man KI pro NPC parallelisieren oder auch die Physik, aber auch da muss man eben fertig sein bevor man rendert. Und hängt alles in kausaler Abhängigkeit.
Ganz vereinfacht sieht es ja so aus:
Eingabe Spieler -> Reaktion der KI -> Einfluss der Ki Entscheidung auf die Spielwelt -> Rendering
bei Mp hast Du halt
Eingabe Spieler -> Einfluss der Aktion auf die Spielwelt -> Reaktion der der Mitspieler -> Einfluss deren Aktionen auf die Spielwelt -> Rendering
Denn wir wissen nicht:
- Stückzahlen bei Intel: ab einer gewissen Anzahl ist Intels Ansatz besser: Mehrere Cores für jeweils Spezialeinstz zu entwickeln ist sauteuer, aber wenn man weiter einen hohen Marktanteil halten kann rechnet es sich trotzdem...
-... VORALLEM wegen der eigenen Fabs. Diese zu erhalten kostet Geld, aber rechnen wirs rein pro Chip, so zahlt AMD in FREMDfertigung sicher deutlich mehr, als ein gleich großer Chip Intel kostet. Trotz dem Erhalt der eigenen Fabs
- Stückzahl hab ich ja schon genannt, kommen wir zum Preis. Intel wird im Serversegment noch lange höhere Preise abrufen können: Die Infrastruktur ist absolut überlegen, der Softwaresupport auch. Überall kriegt man sofort Trainings von Intel für Intel, von AMD ist das nicht der Fall (keine Ressourcen). Ergo: Intel wird noch lange Marktführer sein, Intel wird noch lange das "rundum" bessere Produkt liefern können (wesentlich höheres Software und Supportbudget-> auf einer der verlinkten Seiten kommst du sogar direkt hin zu solchen Kursen)), und dadurch wird Intel auch noch lange einen deutlich höheren Preis fahren können - oder bei gleichem Preis höhere Absatzzahlen... Wenn Intel für eine fast gleiche Leistung aufgrund höherer Effizienz 4000€ statt 2000 abrufen kann, sind 5€ höhere Produktionskosten egal.
Der Unterhalt der Fabs dürfte Intel ein "Schweinegeld" kosten (auch bezgl. Anpassungen an neue Fertigungsprozesse), und sie können sich das nur leisten, weil sie jahrelang, und hoher Stückzahlen, Monopolisten waren und den Preis diktitiert haben.
Jede Firma lagert ihre Produktion heute nach Möglichkeit aus (jedenfalls versucht sie es), da dies in 3 von 4 Fällen günstiger ist, als selbst zu Produzieren, und behält höchstens noch Forschung und Entwicklung im Haus.
CPUs sind da natürlich etwas besonderes, da dies nicht viele können.
Trotzdem, ich glaube nicht, dass Intel soviel günstiger produzieren kann.
Der Vorteil einer eigenen Produktion, liegt in der Flexibilität und der Reaktionszeit.
Das kostet aber auch...
Deshalb ist Intel schon bewusst, dass sie AMD nicht gewähren lassen dürfen, und ständig kontern müssen, denn sollten die Absatzzahlen/Preis der CPUs stärker sinken, dann werden solche Fabs (wie bei AMD in der Vergangenheit), zu einer kostspieligen Sache...
mfg
sry, das ist Blödsinn. Keiner weiß, wie sich das Jahrzehnt entwickelt und welche Systeme dann existieren werden.
Es ging beim TR vs. Intel ja nicht um Kerne, sondern um Machbarkeit und das Rennen hat AMD sehr wohl gewonnen. Wer sich solche Systeme für Gaming kauft, ist natürlich selbst schuld.
Und Takt und IPC können so gar nicht mehr viel steigen. Was meinst du, warum Intel z.B. AVX entwickelt hat und versucht ihre FPGAs zu integrieren? Weil es entweder nur in die Breite und durch spezielle Recheneinheiten geht.
Bis jetzt war es einfach. Durch einen neuen Fertigungsprozess konnte man immer die Struktur verkleinern und trotz des Aufwands viele Produkte absetzen. Nur ist das Ende absehbar.
X86 an sich, ist doch nur noch ein Teil der ganzen CPU. Nimm die -Caches, die Zusatzeinheiten (MMX, SSE, SSSE) usw. weg, dann bleibt nicht mehr viel übrig.
Ich verweise nochmal gern auf Amdahls Law vs. Gustafson's law - Wikipedia
Deshalb ist der Kurs schon seit über 10 Jahren zu immer mehr Kernen klar.
Nur Intel hat seither meisterhaft verstanden, dank mangelender Konkurrenz, dies so lange wie nur möglich hinaus zuziehen, um aus jeder noch so kleine "Weiter-Entwicklung" genüsslich Gewinn zu schöpfen...
Wenn man sich anschaut, was in nicht mal 2 Jahren alles auf dem Gebiet passiert ist, dann bekommt man eine Vorstellung, mit was uns Intel über 10 Jahre lang "vertröstet" hat...
Diese Zeiten sind nun vorbei...
mfg
Gerade letztere kann für einige Anwendungen entscheidend sein (30% mehr RAM als bei einem Intel System).
Auch AMD Könnte 4 und 8 Sockel Systeme zusammenbauen, jedoch macht dies nicht in jedemfall sinn, denn mit jeder CPU mehr, sinkt die maximale Interconnect Datenrate zwischen zwei CPU Sockeln.
Je mehr eine Anwendung auf viele (10+, 100+, 10000+ Kerne) Optimiert ist, desto mehr versucht man zu verhindern das ein Breiter, schneller Interconnect vorhanden sein muss. Selbst ein 100GBit Interconnect zwischen den Maschinen ist ziemlich schnell ausgelastet, wenn man grössere Datenmengen zwischen den einzelnen CPU Kernen hin und her schiebt. Und meist sind es nur 10 oder 40GBit als Netzwerkschnittstelle (ist auch eine Kostenfrage).
Schließlich macht es in diesem Markt schon einen Unterschied, ob man 28-Kerne für "X" Dollar bekommt, oder 64 Kerne (2x 32), für den gleichen Preis, auch wenn der 32-Kerner 10-15% langsamer ist.
Am Ende ist das 2x 32 Kern-System dann doch das bessere P/L-Verhältnis...
mfg