Ryzen 9 7950X3D im Test: Tuning, PBO/OC/Eco-Benchmarks, 7800X3D simuliert

16 Kerne, die ab Werk schon mit bis zu 5,7 GHz takten. Geht da noch was? Wir haben es ausprobiert und präsentieren Ihnen jetzt parallel zum Launch-Test den Tuning-Teil, der sich mit den OC-Eigenschaften und dem Eco-Mode des Ryzen 9 7950X3D beschäftigt.

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Ryzen 9 7950X3D im Test: Tuning, PBO/OC/Eco-Benchmarks, 7800X3D simuliert
Quelle: PCGH

Dieser Artikel beschäftigt sich ausschließlich mit Spezial-Benchmarks zum AMD Ryzen 9 7950X3D. Wenn Sie grundsätzliche Informationen zur CPU wünschen und wissen möchten, was der 16-Kerner "out of the box" leistet, dann lesen Sie bitte den Launch-Test zum AMD Ryzen 9 7950X3D. Neben der regulären Leistung hat uns beim neuen 7950X3D vor allem interessiert, was noch möglich ist. Sie finden in diesem Special Beobachtungen, Tests und Benchmarks mit aktivem Precision Boost Overdrive inklusive RAM-OC, dem Eco-Modus mit einer TDP von 65 Watt und den Testdurchlauf mit nur einem aktiven CCD, was einer Simulation des Ryzen 7 7800X3D entspricht. Wir haben dabei auch jeweils die Effizienz ermittelt.

AMD Ryzen 9 7950X3D Tuning: Endlich wieder PBO, jedoch kein manuelles OC

Precision Boost Overdrive ist bei AMD Ryzen ein alter Hut, das konnte sogar schon Zen 2 alias Ryzen 3000. Allerdings hat AMD diese erweiterte OC-Funktion beim Ryzen 7 5800X3D gesperrt. Natürlich konnten findige Nutzer diese mit einem experimentellen BIOS wieder lauffähig machen, aber eine offizielle Lösung von AMD wäre natürlich besser. Offenbar bekam der Hersteller eindeutiges Feedback von den Fans, denn Zen 4 mit 3D-V-Cache ist wieder dazu in der Lage, PBO zu nutzen.

Offiziell zum Tunen freigegeben. Allerdings hält sich der praktische Nutzen in Grenzen, wie unser Test zeigt.  Quelle: AMD Offiziell zum Tunen freigegeben. Allerdings hält sich der praktische Nutzen in Grenzen, wie unser Test zeigt. 

AMD weist allerdings darauf hin, dass manuelles Übertakten nach wie vor nicht möglich ist. Damit sind freie Multiplikatoren und MHz-OC gemeint. Was genau bedeutet PBO in der Praxis? In erster Linie werden damit die Limits erhöht, die CPU ist also nicht mehr an ihr Energiebudget gebunden. Des Weiteren lässt sich damit die Dauer des Boosts erweitern und die Kerne minimal übertakten (bis maximal +200 MHz). Ab Werk laufen die 3D-Kerne im Schnitt mit 5,1 GHz, mit PBO konnten wir den Takt durchschnittlich auf 5,2 GHz erhöhen. Die gleichen Erwartungen können auch an das RAM-OC angewendet werden: "Dank" des 3D-Caches ist schneller Speicher weniger wichtig, doch die übrigen acht Kerne ohne erweiterten Cache profitieren nach wie vor davon. Wir haben Benchmarks mit aktivem PBO inklusive RAM-OC auf DDR5-6000 durchgeführt und dabei auch ein Auge auf die Leistungsaufnahme gehabt. Auch der Curve Optimizer ist hier aktiv, mit einem Wert von -10 auf allen Kernen. Für Vergleichszwecke binden wir den Ryzen 9 7950X ein.


Auch lesenswert: Ryzen 9 7950X3D/7900X3D kaufen: Hier Chancen auf neue Gaming-CPUs am größten


R9 7950X3D mit PBO + RAM-OC + Curve Optimizer

Drei Prozent; sagen wir, das ist besser als gar nichts. Leider lässt sich kaum etwas durch OC herausholen. Das liegt zum einen daran, dass die 3D-Kerne kaum vom RAM-OC profitieren und zum anderen daran, dass die CPU auch ohne PBO gar nicht in ihr Limit rennt. Selbiges aufzuheben, hilft noch nicht einmal in Anwendungen, da die CPU dort laut unseren Messungen maximal ~150 Watt benötigt. Ab Werk darf ein 7950X3D aber 162 Watt verbrauchen. Es ist zwar schön, dass AMD die Möglichkeit für PBO-OC wieder aktiviert hat, doch in der Praxis bringt es gar nichts. Das würde es nämlich nur, wenn wir die Kerne noch weiter übertakten dürften, doch bedauerlicherweise funktioniert genau das nicht. So rühren die rund drei Prozent Mehrleistung ausschließlich vom schnelleren Arbeitsspeicher.

Die Auswirkungen auf die Leistungsaufnahme und Fps pro Watt sind deshalb kaum spürbar. Hier ein Watt mehr, dort unter einem Prozent weniger Fps pro Watt. Man könnte auch sagen, dass sich die Leistung um drei Prozent steigern lässt, ohne Einfluss auf die Leistungsaufnahme zu nehmen. Trotz allem zeigen diese Zahlen, dass AMD den Ryzen 9 7950X3D ab Werk in einem fast perfekt optimierten Zustand an die Kunden übergibt - ganz so, wie wir es von AMD Ryzen gewohnt sind. Einen Vorteil hat es: Sie müssen nicht in ein teures Mainboard mit speziellen OC-Eigenschaften investieren, um dem 7950X3D möglichst viel Leistung zu entlocken.

R9 7950X3D mit Eco-Mode bei 65 Watt getestet

Selbstverständlich lässt sich auch bei den neuen X3D der Eco-Mode aktivieren. Dieser setzt die TDP-Klassen herunter, wobei wir bei Zen 4 die freie Wahl haben. Da uns der Sprung von der 120-Watt-Klasse zu 105 Watt zu gering ausgefallen ist, setzen wir noch eine Stufe weiter unten an: 65 Watt. In dieser Kategorie tummeln sich die non-X-Ryzen der 7000er-Generation und diese haben im Test mit einer hervorragenden Effizienz und Leistung überzeugen können. Ein kurzer Klick im UEFI und einen Neustart später haben wir einen noch sparsameren 7950X3D.

Kaum verwunderlich, gibt es hier fast keine Unterschiede in den einzelnen Tests. Die CPU ist einfach zu sparsam ab Werk, sodass der Eco-Mode selbst bei 65 Watt praktisch keine Auswirkungen auf die Performance in Spielen hat. Einen Einfluss hat diese Einstellung nur bei hoch parallelisierter Last auf allen Kernen, wie Handbrake und der 3DMark zeigen. Die Leistung bewegt sich jedoch auch mit Eco-Mode noch auf sehr hohem Niveau. Wir empfehlen an dieser Stelle die TDP-Klasse von 105 Watt zu verwenden, falls Sie einige Watt beim Arbeiten einsparen möchten. So bleibt die Leistung bei Spielen unverändert und der 16-Kerner wird einen Tick effizienter in Anwendungen.

Einen gut messbaren Unterschied gibt es bei Anwendungen, kein Wunder, da das Limit jetzt bei 88 Watt liegt. Bei Spielen tut sich, wie zuvor besprochen, praktisch gar nichts. In dieser Hinsicht war auch schon ein Ryzen 7 5800X3D besonders und ebenfalls zu sparsam, als dass sich der Eco-Modus noch irgendwie lohnen würde. Ein wahres Luxus-Problem.

R9 7950X3D mit nur einem CCD getestet - 7800X3D simuliert

Butter bei die Fische, wir wissen genau, warum Sie hier sind, Sie wollen den Ryzen 9 7950X3D gerne im Test mit nur einem aktiven CCD sehen. Im Grunde wäre der 16-Kerner dann nichts anderes als ein Ryzen 7 7800X3D, der erst im April auf den Markt kommt. Sie bestellen, wir liefern, Vorhang auf für die Benchmarks mit nur einem CCD, für den Vergleich legen wir wieder den 7950X dazu und dieses Mal auch den 5800X3D.

Mit nur noch acht Kernen ist ein 7950X3D ("7800X3D") plötzlich nicht mehr ganz so schnell. Das ist sehr interessant, denn es zeigt, dass die hohe Leistung (und Effizienz) tatsächlich vom asynchronem Aufbau mit zwei unterschiedlichen CCDs kommt. Die Zahlen zeigen ebenfalls sehr deutlich auf, dass es kein Problem beim Scheduler gibt. Es gibt jedoch auch andere Eindrücke: Doom Eternal gehört zu den Spielen, die alle Kerne einer CPU auslasten können. Die Engine ist jedoch so empfindlich, dass sie auf Latenzen reagieren kann, beispielsweise bei der Kommunikation zwischen den beiden CCDs eines 7950X3D. Das ist der Grund, warum sogar schon ein 5800X3D am 7950X3D vorbeizieht.

R9 7950X3D Spezial-Index Gesamt

Insgesamt zeigt sich, dass ein Ryzen 9 7950X3D zwar freundlich zu Tunern ist, die Auswirkungen jedoch gering bleiben, wenn Sie nicht gerade ein ganzes CCD abschalten. Wir sind davon überzeugt, dass das gleiche auch für den Ryzen 9 7900X3D gelten wird. Anders wird es vielleicht, sobald AMD den Ryzen 7 7800X3D im April auf den Markt bringt. Wir sind gespannt, wie nah unser simulierter "7800X3D" an das Original herankommt. Wer die Zahlen aufmerksam studiert hat, weiß jetzt auch, warum AMD nicht zuerst den Achtkerner mit 3D-Cache bringt: Sie brauchen die Leistung der Ryzen-9-Prozessoren, um an Intel Raptor Lake vorbeizuziehen. Ein 7800X3D liegt nämlich nach unserer Simulation "nur" auf dem Niveau eines Core i7-13700K, gleichwohl bei wesentlich höherer Effizienz. Sie können sich ja vorstellen, was dann zum Launch los gewesen wäre, hätte AMD das so gelöst.

Was sagen Sie zum neuen, fast perfekten Prozessor von AMD? Greifen Sie direkt zu oder warten Sie auf den 7800X3D? Zum Kommentieren müssen Sie auf PCGH.de oder im Extreme-Forum eingeloggt sein. Sollten Sie noch keinen Account haben, könnten Sie über eine Registrierung nachdenken, die viele Vorteile mit sich bringt.

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    • Kommentare (48)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von OmasHighendPC Freizeitschrauber(in)
        Traumhafte Effizienz. Nur die Wakü-Hersteller haben wohl keine Freude daran. Uups, Intel habe ich jetzt glatt vergessen
      • Von OmasHighendPC Freizeitschrauber(in)
        Traumhafte Effizienz. Nur die Wakü-Hersteller haben wohl keine Freude daran. Uups, Intel habe ich jetzt glatt vergessen
      • Von PCGH_Dave Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von matula81
        Wenn ich es richtig verstanden habe, kann der non 3D CCD nicht separat übertaktet werden, oder?
        Richtig. Soll heißen, der freie Multiplikator ist nicht vorhanden und Baseclock-OC ist auch nicht möglich. Dafür aber PBO + Curve und RAM möglich.
      • Von matula81 Schraubenverwechsler(in)
        Dave,

        Sehr guter Bericht. Man merkt immer wieder wie viel Arbeit darin steckt, um uns einen umfassenden Überblick zu geben.

        Wenn ich es richtig verstanden habe, kann der non 3D CCD nicht separat übertaktet werden, oder?

        Viele Grüße, Tobias
      • Von nWoMaverick Schraubenverwechsler(in)
        Interessant für mich wäre noch die Frage was passiert bei Frequzenz Sensitiven spielen ?

        Beispiel CS:GO da ist laut Hardware Nexus ein 7700x Meilenweilt vor einem 5800x3d oder auch einem 7950x gerade in den 0.1% LowFps.

        Was passiert wenn ich bei dem 7950x3d einfach das CCD 0 ausschalte? Kann ich dann spiele wie CS:GO die auf pure SingleCore MHz Brechstange reagieren Boosten ? Und hat der CCD 1 dann auch gar keinen Zugriff mehr auf den Cache wenn CCD 0 ausgeschaltet wird oder hat er doch zugriff und muss sich die Daten mühsam über den Latenzgraben(Fabric) holen ?

        Ausserdem steht in euren Tabellen das ihr den Simulierten 7800x3d mit 5.0 Ghz und 5200 MHz DDR 5 betrieben habt, am Ende steht aber 5.1 Ghz. Was ist nun richtig ?

        Und wie wäre es wenn ihr den CurveOptimizer bei dem Simulierten 7800x3d so einstellt das der CCD 0 durchgehend auf seiner Fmax von 5250 MHz laufen kann und diesen Benchmark zusätzlich macht. Dann sollte man sehen was der CPU auf CCD 0 bei maximaler Frequenz möglich ist. Und bei dieser Max Frequenz könnte man dann den Speichereinfluss Testen. Was bringt dann noch 6000MHz DDR5 Expo

        Viele Grüße und schöner Test.
      • Von PCGH_Dave Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von Dudelll
        Da wäre dann ja Kosten-Tuning eigentlich interessanter, nach dem Motto : wie schlecht darf der RAM sein bevor die Leistung einbricht ^^
        An sich auch spannend, was ein 7950X3D mit DDR5-4400 leisten würde. Vermutlich nur drei Prozent weniger. Ob sich die paar Kröten bei einer 800-Euro-CPU lohnen, ist die Frage.
      Direkt zum Diskussionsende
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