AMD Ryzen 7900, 7700 und 7600 im Test: Ohne X geht nix? Doch! [Update mit Europreisen]

Jetzt aktualisiert: Bevor AMD die Spieler mit den interessanten 3D-Modellen beglückt, schicken sie am 10. Januar 2023 die ersten Non-X-Prozessoren ins Rennen. Ryzen 9 7900, 7 7700 und 5 7600 sollen insbesondere mit einer hohen Effizienz punkten und ermöglichen einen preisbewussten Einstieg in die neue AM5-Generation.

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AMD Ryzen 7900, 7700 und 7600 im Test: Ohne X geht nix? Doch!
Quelle: PCGH

Aktualisierung vom 10.01.2023. Passend zum Marktstart der 65-Watt-Ryzen-7000-CPUs gibt es auch Europreise von AMD. Aus den 229 USD des Ryzen 5 7600 werden damit 259 Euro (lieferbar bei Mindfactory), aus den 329 Euro für den Ryzen 7 7700 werden 369 Euro (lieferbar bei Mindfactory) und aus den 429 US-Dollar für den Ryzen 9 7900 werden 479 Euro (lieferbar bei Mindfactory). Im Schnitt steigen die Preise um ca. 11-13 Prozent in der Umrechnung von USD auf Euro. Die vier bereits erschienenen 7000er-Ryzen mit X-Anhang sind seit Release deutlich günstiger geworden, was die Vergleichbarkeit etwas erschwert. Auffällig ist, dass der Ryzen 9 7900 mit seiner UVP genau auf der ursprünglichen UVP des Ryzen 7 7700X sitzt, der aktuell aber nicht für 479 Euro, sondern für 374 Euro angeboten wird (Mindfactory). Und das wiederum ist im Grunde der Preis für den Ryzen 7 7700. Generell sind die Abstände zwischen UVP der 7000-Non-X und Straßenpreise der 7000 mit X sehr gering: Es sind 5 Euro beim 7700, 15 Euro beim 7600 und 18 Euro beim 7900. Das könnte sich in den kommenden Tagen und Wochen noch ändern. Die Preisentwicklung bei den 65-Watt-Ryzen-7000-CPUs verfolgen wir in einem separaten Artikel.


In der Nacht vom 04.01.2023 auf den 05.01.2023 hat AMD nach unserer Zeitrechnung die Keynote zur diesjährigen CES in Nevada abgehalten. Ein Teil der Präsentation war die Ankündigung der neuen Ryzen-7000-Prozessoren ohne X-Suffix, die schon morgen, am 10. Januar erscheinen sollen. Wir sind uns darüber einig, dass Sie wahrscheinlich viel lieber den Test zu den neuen Ryzen-7000X3D-Prozessoren lesen würden, doch dieser muss noch etwas warten. Die AM5-Plattform hatte bis heute gewissermaßen ein Problem, denn die Anschaffungskosten haben viele potenzielle Aufrüster bisher davon abgehalten, zu einem Ryzen-7000-Prozessor zu greifen. Nicht unbedingt, weil die CPUs so kostspielig sind, sondern weil ein Mainboard mit vergleichbarer Ausstattung zum Vorgänger mehrere hundert Euro teurer ausfällt. Zudem benötigt eine Zen-4-CPU zwingend DDR5-Speicher. AMD wirbt zwar damit, dass der Sockel AM5 bis ins Jahr 2025 und sogar darüber hinaus unterstützt werden soll, doch das ist vielen offenbar nicht Kaufanreiz genug. Die Kosten zu senken, ist ein guter erster Schritt in die richtige Richtung, um den Sockel AM5 attraktiver zu machen. Und genau hier setzen die neuen Ryzen 7900, 7700 und 7600 an. Wer die AMD-Keynote verpasst hat, kann sie sich bei Interesse noch einmal anschauen.

Wir bedanken uns bei AMD Deutschland für die Bereitstellung der Samples. Die CPUs waren bei Ankunft neu verpackt, im Lieferumfang befanden sich die Kühler, die AMD mit den Prozessoren in der Box-Version verkauft: Wraith Prism sowie Wraith Stealth. Da die CPUs nur eine TDP von 65 Watt besitzen, reichen diese Kühler für den ordnungsgemäßen Betrieb aus.

Ryzen 9 7900 und Ryzen 7 7700 liegt der Wraith Prism bei, ein besonders beliebter AMD-Kühler, der mehr durch Optik, als durch Leistung punktet. Die X-Modelle hingegen verkauft AMD ohne beigelegten Kühler. Quelle: PCGH Ryzen 9 7900 und Ryzen 7 7700 liegt der Wraith Prism bei, ein besonders beliebter AMD-Kühler, der mehr durch Optik, als durch Leistung punktet. Die X-Modelle hingegen verkauft AMD ohne beigelegten Kühler.

Ryzen 7900, 7700 und 7600 im Test: Übersicht

Gleich drei neue Prozessoren schickt AMD am 10. Januar 2023 auf den Weg. Den 12-Kerner Ryzen 9 7900, den 8-Kerner Ryzen 7 7700 und den 6-Kerner Ryzen 5 7600. Allen gemeinsam ist die TDP von 65 Watt, die Unterstützung bis DDR5-5200 Speicher, PCI-Express 5.0 und die RDNA2-IGP, die mit 128 Shadern bestückt, mit bis zu 2,2 GHz taktet. Auch sonst unterscheiden sich die Non-X-Ryzen nicht groß von den X-Modellen, der größte Einschnitt lässt sich bei den durch die geringere TDP einhergehenden Taktraten beobachten. Wir haben die Unterschiede in der Tabelle für Sie aufgeschlüsselt und die aktuellen Tagespreise für die X-Ryzen für den Vergleich eingetragen. Aktuell gibt es bereits Einträge im PCGH-Preisvergleich für den Ryzen 5 7600, für den Ryzen 7 7700 und für den Ryzen 9 7900.

Modell Kerne Takt RAM IGP L3-Cache TDP / PPT in Watt Preis in Euro
Ryzen 9 7950X 16c/32t Bis zu 5,7 GHz DDR5-5200 RDNA 2, 2 CU 64 MiByte 170 / 230 590
Ryzen 9 7900X 12c/24t Bis zu 5,6 GHz DDR5-5200 RDNA 2, 2 CU 64 MiByte 170 / 230 490
Ryzen 9 7900 12c/24t Bis zu 5,4 GHz DDR5-5200 RDNA 2, 2 CU 64 MiByte 65 / 88 429 $ UVP
Ryzen 7 7700X 8c/16t Bis zu 5,4 GHz DDR5-5200 RDNA 2, 2 CU 32 MiByte 105 / 142 375
Ryzen 7 7700 8c/16t Bis zu 5,3 GHz DDR5-5200 RDNA 2, 2 CU 32 MiByte 65 / 88 329 $ UVP
Ryzen 5 7600X 6c/12t Bis zu 5,3 GHz DDR5-5200 RDNA 2, 2 CU 32 MiByte 105 / 142 275
Ryzen 5 7600 6c/12t Bis zu 5,1 GHz DDR5-5200 RDNA 2, 2 CU 32 MiByte 65 / 88 229 $ UVP

Beim Ryzen 9 7900 gibt es den größten Einschnitt, schließlich verfügt das X-Pendant über eine fast dreimal so hohe TDP von 170 Watt. Der Basistakt ist um 1,0 GHz gesunken, auch der Boost-Takt für zwei einzelne Kerne sinkt von 5,6 auf 5,4 GHz. Beim Ryzen 7 7700 sind es gegenüber dem X-Modell nur 100 MHz weniger, beim Ryzen 5 7600 wieder 200 MHz. AMD gibt dabei nicht ohne Grund "bis zu" an, denn die Taktfrequenz passt sich jederzeit dynamisch an das Geschehen an und wird zudem über die TDP-Klasse (PPT/TDC/EDC, dazu später mehr) geregelt. Wir geben den durchschnittlichen Boost unter Last bei den Benchmarks an. Ansonsten verhalten sich die Non-X-Modelle tatsächlich so, als würden Sie die X-Modelle mit Eco-Mode bei 65 Watt betreiben. Natürlich können Sie die Non-X-Ryzen auch mit einer höheren TDP betreiben und so daraus X-CPUs machen, dann unterscheiden sie sich nur noch beim Takt, der bei Non-X zwischen 100 und 200 MHz niedriger unter Last arbeitet. Dass AMD die kleineren Modelle günstiger anbietet, dürfte dem Umstand geschuldet sein, dass X-Modelle einen höheren Aufwand bei der Selektion durchlaufen müssen.

AMD sieht den Ryzen 5 7600 mit 65 Watt mindestens gleich auf mit Intels Core i5-13600K, der mit 125 Watt angegeben wird. Was davon übrig bleibt, zeigen die Spiele-Benchmarks auf Seite 2 des Tests. Quelle: AMD AMD sieht den Ryzen 5 7600 mit 65 Watt mindestens gleich auf mit Intels Core i5-13600K, der mit 125 Watt angegeben wird. Was davon übrig bleibt, zeigen die Spiele-Benchmarks auf Seite 2 des Tests.

Zum Start gibt es noch Probleme: Der Single-Core-Boost funktioniert nicht

Leider sind wir beim Testen auf diverse Probleme gestoßen, eines davon war, dass der von AMD angegebene Single-Core-Boost nicht funktioniert. Alle Benchmarks fanden mit der BIOS-Version statt, die wir von AMD vor der Veröffentlichung zum Testen erhalten haben. Auf unserem Mainboard, ein MSI X670E ACE, konnten wir beobachten, dass alle Prozessoren, egal ob X-Modell oder Non-X-Ryzen, höchstens den All-Core-Boost, jedoch nicht den maximalen Single-Core-Boost ausfahren. Bei einem Ryzen 9 7950X beispielsweise gibt AMD einen Takt von "bis zu 5,7 GHz" an. Diesen konnten wir im Rahmen des Launch-Tests auch bestätigen. Doch mit der aktuellen AGESA 1.0.0.4, zeigt die CPU in allen Benchmarks maximal einen Takt von 5,5 GHz an. Es fehlen 200 MHz auf den beiden "besten" Kernen. Diese Erfahrungen haben wir auch bei allen anderen Zen-4-Prozessoren gemacht. Das hat natürlich einen Einfluss auf die Leistung, doch da wir offiziell von AMD die Freigabe sowie die BIOS-Version für das verwendete Test-Mainboard erhalten haben, geben wir die gemessenen Daten 1:1 an Sie weiter. Selbstverständlich haben wir AMD die Beobachtungen weitergeleitet. Sobald uns eine Stellungnahme vorliegt, werden wir Sie darüber unterrichten und Nachtests mit allen Ryzen-7000-Prozessoren anstreben. Bis dahin raten wir Ihnen, zumindest bei diesem Mainboard, vom aktuellen AGESA ab, bis AMD die Probleme in den Griff bekommt.

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  1. Seite 1 Ryzen 7000 Non-X: Übersicht
  2. Seite 2 Ryzen 7000 Non-X: Benchmarks, neue Grundlagen
  3. Seite 3 Ryzen 7000 Non-X: Effizienz und Fps pro Watt
  4. Seite 4 Ryzen 7000 Non-X: Wertung und Fazit
    • Kommentare (134)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Nathenhale Volt-Modder(in)
        Zitat von Ochselord
        Ich verstehe irgendwie nicht warum man in dem Test nicht versucht hat die jeweiligen CPUs zusätzlich mit OC zu testen.
        Hier hätte man schauen können ob die non-X CPUs die gleichen Taktraten wie die X CPUs erreichen oder ob die X CPUs vielleicht etwas selektiert wurden.

        Habe ich das überlesen oder das mit der Möglichkeit des CPU-OC hier gar nicht erwähnt?
        Das Problem dabei ist die Serienstreung, du kannst einen 7600 haben der sich bessert takten lässt als ein 7600x aber es kann auch genau andersherum sein.
        Wenn man nicht gerade 20 CPUs von jeder Sku hat ist eine Aussage schwer. Und selbst dann müsste man schauen das sie aus unterschiedlichen Schrages kommen.
      • Von Nathenhale Volt-Modder(in)
        Zitat von Ochselord
        Ich verstehe irgendwie nicht warum man in dem Test nicht versucht hat die jeweiligen CPUs zusätzlich mit OC zu testen.
        Hier hätte man schauen können ob die non-X CPUs die gleichen Taktraten wie die X CPUs erreichen oder ob die X CPUs vielleicht etwas selektiert wurden.

        Habe ich das überlesen oder das mit der Möglichkeit des CPU-OC hier gar nicht erwähnt?
        Das Problem dabei ist die Serienstreung, du kannst einen 7600 haben der sich bessert takten lässt als ein 7600x aber es kann auch genau andersherum sein.
        Wenn man nicht gerade 20 CPUs von jeder Sku hat ist eine Aussage schwer. Und selbst dann müsste man schauen das sie aus unterschiedlichen Schrages kommen.
      • Von Ochselord Schraubenverwechsler(in)
        Ich verstehe irgendwie nicht warum man in dem Test nicht versucht hat die jeweiligen CPUs zusätzlich mit OC zu testen.
        Hier hätte man schauen können ob die non-X CPUs die gleichen Taktraten wie die X CPUs erreichen oder ob die X CPUs vielleicht etwas selektiert wurden.

        Habe ich das überlesen oder das mit der Möglichkeit des CPU-OC hier gar nicht erwähnt?
      • Von Nathenhale Volt-Modder(in)
        Zitat von dok81
        MSI MPG X670E Carbon Wifi (BIOS 7D70v151), Ryzen 9 7900X, 2x16 GB DDR5-6000 Team Delta, M.2 Crucial P3 1Tb - jeder Start dauert 45Sek. Selbst das MB Logo erscheint erst nach ca. 35Sek nach drücken der Startknopfs... und das bei jedem Starten des PCs...(extra bei Kumpel gemessen)
        flott ist was anders, finde ich...
        Memory Context Restore und Power Down mode Aktiviert ?
      • Von stolpi Freizeitschrauber(in)
        Habe einige B650 Bretter von MSI am Start und die startet in einen völlig normalen Rahmen was Zeit angeht.

        Chipsatz-Problem vielleicht, gibt es Vergleichtests?

        Viele Grüße,
        stolpi
      • Von dok81 PC-Selbstbauer(in)
        Zitat von PCGH_Dave
        Nur beim ersten Start ist das RAM-Training. Jeder Start danach geht relativ flott.
        MSI MPG X670E Carbon Wifi (BIOS 7D70v151), Ryzen 9 7900X, 2x16 GB DDR5-6000 Team Delta, M.2 Crucial P3 1Tb - jeder Start dauert 45Sek. Selbst das MB Logo erscheint erst nach ca. 35Sek nach drücken der Startknopfs... und das bei jedem Starten des PCs...(extra bei Kumpel gemessen)
        flott ist was anders, finde ich...
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