AMD über Ryzen 9000X: "Schneller als die Konkurrenz" - aber nicht als 7000X3D
Die neuen Desktop-Prozessoren von AMD sollen trotz geringer Unterschiede zum Vorgänger einen Leistungssprung nach vorn machen. An den CPUs mit 3D V-Cache kommen sie in Sachen Gaming weiterhin nicht vorbei, sollen aber näher dran sein, als je zuvor.
Die "schnellste Consumer-Desktop-Performance der Welt" liefern die neuen Ryzen-9000-CPUs auf Zen-5-Basis, wenn es nach dem Pressematerial von AMD geht. Allerdings nicht bei der Gaming-Performance, denn da sind die Prozessoren mit zusätzlichem 3D V-Cache, zuletzt Ryzen 7000X3D, weiterhin die Speerspitze. Im Gespräch mit Tom's Hardware tätigte AMDs Senior Technical Marketing Manager of Consumer Processors, Donny Woligroski, interessante Aussagen zu den neuen Desktop-Chips, im Speziellen zum Ryzen 7 9700X.
X gegen X3D - Der Anschluss kommt näher
"Ist er der Schnellste beim Gaming? Er ist schneller als die Konkurrenz in unseren Tests. X3D steht noch immer an der Spitze, aber mit einem viel geringeren Unterschied als sonst bei X3D und nicht X3D." Donny Woligroski ergänzt, dass ein 7800X3D schneller sei als ein 9700X, aber nicht so deutlich, wie man es vermuten würde. Das könnte unter anderem mit dem IPC-Zugewinn von 16 Prozent bei Zen 5 und den schnelleren L1- und L2-Caches zusammenhängen. Der Ryzen 7 7800X3D stellte mit dem 3D V-Cache der zweiten Generation ein enormes Upgrade für die Leistung in Spielen dar. Bei Ryzen 9000X3D hat AMD derweil neue Pläne.
Donny Wologroski verspricht "wirklich coole Updates für X3D". Man wolle also die vorige Generation iterieren und nicht nur einfach "aufwärmen". Möglich wären etwa Änderungen bei den Chiplets und deren Anordnung ebenso wie beim Cache. Tom's Hardware sprach diesbezüglich mit Sam Naffziger, Senior Vice President und Product Technology Architect des Unternehmens, ob AMD darüber nachdenkt, L1- und L2-Cache zu stapeln. "Auf jeden Fall, wenn Sie zu einem feinkörnigeren 3D-Interconnect gelangen. Wir sind heute bei 9-Mikron-Through-Silicon-Via-Abständen (TSV). Wenn Sie auf 6, 3, 2 Mikron und sogar noch weniger heruntergehen, kann der Partitionierungsgrad viel feinkörniger werden", sagte Sam Nafzigger.
Was Ryzen 9000 empfehlenswert macht
Die neuen Ryzen-9000-CPUs kommen der guten Gaming-Performance also ein Stück näher, obwohl die Spezifikationen sich kaum verändert haben, was Kernanzahl und Turbotaktraten angeht. Wirklich lohnenswert mache die neuen CPUs aber der IPC-Zugewinn von 16 Prozent sowie die verdoppelte L1- und L2-Cache-Bandbreite. AMDs Corporate VP David McAffee erwähnte außerdem ein weniger stark beachtetes Detail bei Ryzen 9000, nämlich die bessere "Boost-Residency" gegenüber der Vorgängergeneration. Demnach soll Ryzen 9000 den Turbotakt länger aufrechterhalten können als Ryzen 7000. Positiv hervorgehoben wurde weiterhin das thermische Design der neuen CPUs.
| Prozessorkerne/Threads | Boost-Takt | AMD Smart Cache (L2+L3) | TDP | |
|---|---|---|---|---|
| Ryzen 9 9950X | 16C/32T | 5,7 GHz | 80 MiB | 170 Watt |
| Ryzen 9 9900X | 12C/24T | 5,6 GHz | 76 MiB | 120 Watt |
| Ryzen 7 9700X | 8C/16T | 5,5 GHz | 40 MiB | 65 Watt |
| Ryzen 5 9600X | 6C/12T | 5,4 GHz | 38 MiB | 65 Watt |
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"Am Ende des Tages bieten wir Ihnen mehr Leistung, ohne den Stromverbrauch zu erhöhen, und am Ende des Tages bieten wir Ihnen mehr Leistung, ohne die Wärmeentwicklung zu erhöhen. Am Ende des Tages haben wir einen Nicht-X3D-Chip gekauft, der einem X3D-Chip sehr nahekommt, wenn es um Spiele geht", sagte Donny Wologroski. Er schließt damit ab, dass AMD mit der TDP zurückgegangen ist, weil sich herausstellte, dass die acht Kerne (Ryzen 7 9700X) so gut seien, dass sie eine höhere TDP gar nicht mehr benötigen.
Quelle: AMD via Tom's Hardware

Für AMD also eine ganze simple Aufgabe: Was kosten Aufbau und Unterhalt eines fähigen Firmware-Teams? Was kostet ein zweiter V-Cache-Chip für jeden Ryzen 9 X3D?
In Anbetracht der geringen Verkaufszahlen dieser doch recht teuren Modelle und der stark gefallen Nachfrage nach TSMC N7 könnte letzteres durchaus günstiger sein. Zumal viele User sich ungeachtet technischer Aspekte über die asymmetrische Lösung beschwert haben und das Marketing sicherlich gerne mit "224 MiB Cache" wirbt.
Würde ja zum erscheinen der nächsten Prozessorgeneration reichen, wenn dann das Update kommt, denn niemand liest jetzt noch Tests zum Raptorlake, sondern würde eher vergleichen, ob ein Aufrüsten lohnt.