AMD im Q3/2018: Ryzen stark, Radeon schwach - Aktie fällt
AMD hat seine Geschäftszahlen für das dritte Quartal 2018 vorgelegt. Mit einem Umsatz von 1,653 Milliarden US-Dollar und einem Gewinn von 102 Millionen US-Dollar hatte AMD drei durchaus erfolgreiche Monate. Der größte Anteil kommt durch die Ryzen-Prozessoren, wohingegen die Verkäufe von Radeon-Grafikkarten stark abgenommen haben. Die Börse reagiert negativ.
Nachdem AMD im zweiten Quartal 2018 den höchsten Umsatz seit zehn Jahren erzielen konnte, waren die Geschäftszahlen im dritten Quartal 2018 nicht mehr ganz so rosig, aber immer noch gut. Verglichen mit dem Q3/2017 stieg der Umsatz von 1,584 Mrd. auf 1,643 Mrd. USD (+ 3,7 %), der Gewinn von 61 Mio. auf 102 Mio. USD (+ 67,2 %). Zu beachten gilt: Vergangenes Jahr war der Mining-Hype von Kryptowährungen wie Ether (der Ethereum-Blockchain) im vollen Gange, was die GPU-Absätze hochschießen ließ. Damals ging AMD davon aus, dass Blockchain für fast zehn Prozent des Gesamtumsatzes sorgte - inzwischen sei der Markt bei den Geschäftszahlen weitestgehend vernachlässigbar.
Ryzen-CPUs gleichen schlecht laufende Radeon-GPUs aus
Der größte Umsatztreiber im dritten Quartal 2018 hieß Ryzen. Die Sparte Computing and Graphics, die alle Endkundenprodukte zusammenfasst, sorgte für einen Anteil von 938 Mio. USD (+ 12,3 % ggü. Q3/2017). Über 70 Prozent davon machten laut AMD die Ryzen-Prozessoren aus, wobei im Desktop-Retail-Markt vor allem Ryzen 7, Ryzen 5 und Ryzen Threadripper gut laufen sollen. Die Verkäufe der Radeon-Grafikkarten seien eingebrochen, was zu hohen Lagerbeständen im Zwischenhandel geführt habe - das erklärt die gesunkenen Preise in den vergangenen Wochen. Die Marge ist derweil innerhalb eines Jahres von niedrigen 36 auf 40 Prozent gestiegen.
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Darin enthalten sind die Gewinne aus einem Lizenzdeal mit dem chinesischen Unternehmen THATIC, das zusammen mit AMD ein Joint-Venture gegründet hat. 2016 hat AMD im Gegenzug für seine x86- und SoC-IP eine initiale Finanzspritze in Höhe von 293 Mio. USD erhalten. Inzwischen sind unter der neu gegründete Firma Hygon, von der AMD 30 Prozent Anteile hält, die Dhyana-Prozessoren in China erschienen, die weitgehend Epyc-Nachbauten darstellen sollen, jedoch den chinesischen Regulierungen unterliegen. 86 Mio. USD sollen die Verkäufe AMD im Q3/2018 eingebracht haben. Um die Einkünfte durch IP-Deals bereinigt soll die Marge bei 38 Prozent gelegen haben.
Die Sparte Enterprise, Embedded und Semi-Custom war mit einem Umsatz von 715 Mio. statt 749 Mio. USD derweil leicht rückgängig. Laut AMD habe das hauptsächlich an den Semi-Custom-APUs gelegen - vergangenes Jahr waren diese wegen der Xbox One X und Playstation 4 Pro stark. Die Epyc-CPUs hätten den Rückgang aufgegangen und sollen sich gut machen.
Die Börse reagiert negativ
Im jetzt angelaufenen vierten Quartal 2018 erwartet AMD einen Umsatz von 1,45 Mrd. USD (+/- 50 Mio.), was einem Wachstum von rund acht Prozent gegenüber dem Vorjahr entspräche. Die Börse hat AMDs Geschäftszahlen derweil schlecht aufgenommen: Das Minus von fast zehn Prozent (im deutschen Handel sogar mehr) innerhalb eines Tages wurde mit den schlechten GPU-Verkäufen erklärt. Insgesamt befand sich AMD jedoch knapp innerhalb seiner Prognose. Seit Ende September hat die AMD-Aktie schon knapp 30 Prozent verloren.

Ich bin der Meinung, dass AMD in den letzten Jahren schon sehr gute Arbeit geleistet hat.
RYZEN ist einfach ein Erfolg. Man bekommt eine moderene Plattform, übersichtlich in ihrer Vielfalt und sauber aufgestellt im P/L.
Die Produktpalette ist sauber aufgestellt: 8 Kerne 16 Threads, 6/12, 4/8 und das gleiche dann bei TR noch nach oben ausgebaut.
Da finde ich die aktuelle Intel Aufstellung doch eher ein wenig chaotisch und nicht so schön sauber.
Mal ganz davon abgesehen, das viele Intel CPUs Stand heute auch einfach gar nicht oder nur extrem überteuert lieferbar sind.
Ich denke den Erfolg der Integration von ATI sieht man auch deutlich aber eben "noch" nicht bei den dedizierten GPUs oberhalb von RX580.
Ich habe vor einiger Zeit einen Office PC für meine Freundin gebaut, AMD-APU der letzten Bulldozer Generation.
Dann ist sie durch mich auf den Geschmack von Spielen gekommen und wollte das auch gerne mal probieren.
Ich hatte Zweifel ob das mit der APU wirklich so gut geht aber der Versuch hat gezeigt, das geht ganz prima, solange man sich mit mittleren Details in FHD zufrieden gibt.
Aber die CPU/GPU hat eben auch nur 70€ gekostet. Für sie war es der Eintritt in eine neue Welt was letztendlich dazu geführt hat, dass wir ihr einen richtigen Gaming PC auf 1366 XEON Basis (ebay) gebaut haben. Und hätte ich nicht noch eine GTX970 übrig gehabt, ich hätte definitiv auf die RX580 gesetzt, Top Karte für jeden der mal gelegentlich ein bisschen daddeln will und nicht immer High End Details @ 4k braucht.
Wenn ich mir dann noch XBox und Playstation 4 anschaue zeigt mir das eindeutig, dass AMD scheinbar ein gutes Händchen bei der Entwicklung ihrer APU hatte.
Und ich denke sehr viele Spieler sind mit ihrer Konsole sehr glücklich und zufrieden, nicht jeder will 4k @ 60Hz+
Ich zocke auch auf 4k am PC, meine GTX1080 ist da auch im Dauerlimit bei oft gerade mal 45FPS.
Mir wäre es auch lieber ich hätte 60+FPS aber ich sehe es absolut nicht ein, dafür ne 2080Ti zu kaufen.
Und ganz ehrlich, die gesamte 20XX Riege muss sich erst noch bewesien, denn noch immer gibt es keinen einzigen Raytracing Test der auch nur irgendetwas belegt.
Wenn die Karten dort versagen, gerade die 2080Ti wir das ganze Thema noch einmal einen ganz anderen Geschmack bekommen.
Ich bin kein Fanboy von irgendeinem Hersteller. Ich bevorzuge stets das Produkt mit dem besten P/L Verhältnis.
Und da muss ich sagen ist mein XEON absolut unschlagbar, der hat nämlich 15€ gekostet und bietet 6 Kerne und 12 Threads @ 4,4Ghz
@topic: am ende regelt der Preis alles und sonst nichts. Wenn Intel nicht derzeit die Preise hätte die einfach etwas zu hoch sind würde AMD nach wie vor hinten anstehen.
Gerade, wenn der Euro nicht mehr da steht wo er mal war.
Ach Mist, hätte ich sie doch im September verkaufen sollen. Naja jetzt ist auch egal. Warten auf 7nm. Wir sehen uns in einem Jahr wieder.
Das stimmt überhaupt nicht.
Seit Kepler ist die Geforce-Sparte die Haupt-Umsatz,- und Gewinnsäule bei Nvidia.
Bei Betrachtung der einzelnen Sparten zeigt sich, dass im Jahresvergleich der Umsatz mit klassischen GPUs um acht Prozent gestiegen ist. Sie machen noch immer den Löwenanteil des Gesamtgeschäfts aus.
Und danach gab es immer wieder ähnliche News auf CB zu den Quartalszahlen bei Nvidia, und nach wie vor macht Nvidia in der Geforce-Sparte den Löwenanteil beim Gewinn und Umsatz.
Braucht ihr solche Märchengeschichten wie die über mir um euch besser zu fühlen?
Auch die Entwicklungskosten sind nicht so stark gestiegen wie viele hier immer schreiben, oder die Produktionskosten.
Die Quartalszahlen von Nvidia zeigen genau ein gegenteiliges Bild.
Und jetzt heißt es : ,, Gut, dass AMD die Prozesorsparte hat, ansonsten wären die schon längst pleite."
DAS meine Damen und Herren ist ein Plottwist in der Argumentation.
Schon krass, wie sich die Lage geändert hat.
Wundert mich aber nicht, weil AMDs DNA ja schon IMMER bei Prozessoren lag.
Machen wir uns nichts vor. Wir jammern zwar alle, dass eine 2080Ti über 1000 Euro kostet, aber wir wissen ganz genau: wenn Nvidia nicht 100000 Teslas a 6000 Euro an HPC-Kunden verkaufen könnte, würde die 2080Ti mindestens 2000 Euro kosten. Die Gamingsparte wird von der HPC-Sparte querfinanziert. (Zunehmend auch von Deep-Learning Anwendungen)
Aber da sieht es für AMD ganz mau aus. Daher fehlt das Geld und die GPU-Entwicklung läuft nur noch unter dem Motto "wenn wir dazu kommen, falls wir dazu kommen..." Deshalb vermutlich auch die diversen Personalabwanderungen zu Intels GPU-Sparte.