AMD Ryzen: Bremst der Nvidia-Treiber bei Tomb Raider unter DX12 die CPUs aus?
Ein Youtuber hat sich mit dem vergleichsweise schlechten Abschneiden von AMDs Ryzen unter Rise of the Tomb Raider und DX12 befasst und dabei eine interessante Entdeckung gemacht. Mit zwei Radeons des Typs RX 480 schneidet ein Ryzen 7 1800X teils erheblich besser ab als mit einer Geforce-Grafikkarte.
Auch wenn AMDs neue Ryzen-Prozessoren in vielen Anwendungen gut abschneiden, können die Chips ihre Leistung nicht überall auf die Straße bringen. Vor allem in Spielen haben die Chips häufig das Nachsehen. Besserung ist jedoch auf dem Weg. In Dota 2 und Ashes of Singularity gab es zuletzt bereits erste Optimierungen. Auch AMD selbst arbeitet noch am Feintuning, ein AGESA-Update haben die Amerikaner bereits in der Pipeline. Ein interessanter Video-Beitrag legt nun nahe, dass auch Nvidias aktueller Grafikkartentreiber noch nicht so recht mit Ryzen umgehen kann. Das gilt zumindest für den DX12-Pfad von Rise of the Tomb Raider.
Jener Pfad war bei verschiedenen Magazinen Teil des Benchmarkparcours, der in die Wertung der neuen Ryzen-Prozessoren einfloss. Der Ryzen 7 1800X schnitt dabei meist deutlich schlechter als ein Intel Core i7-7700k ab. Adored TV hat das Ganze in einem Videobeitrag hinterfragt und ausprobiert, was passiert, wenn man die bei sämtlichen Tests zugrunde liegende Nvidia-Grafikkarte - meist eine Geforce GTX 1080 Ti - durch ein Gespann aus zwei Radeons des Typs RX 480 ersetzt.
Tatsächlich erzielte der 1800X plötzlich durch die Bank bessere DX12-Ergebnisse. Zwar zieht der Chip nicht an Intels Kaby-Lake-Flaggschiff vorbei, erreicht unter den neuen Testbedingungen aber sehr ähnliche Ergebnisse und liegt je nach Szenario gleichauf oder nur knapp hinter dem i7-7700K. Bei "Mountain Pass" etwa liegen Ryzen und Kaby Lake mit 113,1 zu 113,55 Fps auf Augenhöhe, mit einer übertakten Geforce GTX 1070 erreichte der Youtuber zuvor nur 64 zu 101 Bilder in der Sekunde.
Nicht ganz so groß ist der Sprung bei "Syria", wo das RX-480-Duo mit AMDs Ryzen auf 129,47 Bilder pro Sekunde kommt, mit dem 7700K jedoch auf 144,2. Mit der übertakteten Geforce GTX 1070 waren es 91,73 und 114,4. Auch wenn Ryzen in diesem Szenario nicht so deutlich zulegen konnte, schrumpfte der Unterschied mit den Radeon-GPUs immerhin noch von knapp 25 auf rund 11 Prozent.
Der Youtuber geht davon aus, dass Nvidias Treiber im konkreten Fall noch seine Probleme mit Ryzen-Prozessoren hat. Falls dem so ist, würde wieder einmal deutlich, dass es tatsächlich seine Zeit braucht, bis die verschiedenen Software-Abteilungen ihren Code auf die brandneue Architektur angepasst haben. Insofern könnte Ryzen noch die ein oder andere Überraschung parat halten. Mehr über Ryzen lesen Sie auf der PCGH-Themenseite.
Quelle: Youtube
Die Unterschiede laut dem Test liegen vielleicht auch am Betriebssystem und deren Ressourcen - Nutzung und an der neuartigen Zen -Architektur. Als Gegenprobe müsste so ein Test mit einer älteren AM3- Plattform und einem Sechskerner in traditioneller AMD- Bauweise durchgeführt werden im Zusammenspiel mit einer GTX 1080 Ti um daraus die richtigen Schlussfolgerungen ziehen zu können.
Die "Ryzen"- CPU`s , sind zwar von der Bauweise dem traditionellen Chip-Design sehr ähnlich orientieren sich aber aufgrund der sehr eigenwilligen "Core -Complex"- Bauweise immer noch ein bisschen an der alten FX -Serie und dem "Bulldozer- Design. Keine Ahnung ob das Jim Keller bewusst so eingefädelt hat oder er sich vom alten Konzept sich nicht vollständig verabschieden wollte. Gewisse Ähnlichkeiten im Detail sind bei beiden Chip- Architekturen zumindest im kleinen noch zu erkennen.
Der Leistungsunterschied liegt auch eventuell an der IPC pro Kern!
Laut dem Test wird ein Prozessor aus der aktuellen "Kayb Lake" - Generation verwendet! "Ryzen", orientiert sich mehr an "Haswell" und "Skylake"! Das war auch mindestens das Ziel auf Seiten von AMD gewesen!- Mindestens auf "Haswell" - Nivaue zu sein !
Edit: Laut dem Video ab 8:46, scheint die DirecX11 -Runtime maximal 4 Kerne adressieren zu können während der Verwaltungsaufwand für den Driver umso höher ausfällt. Ein Kern wird für die Meiste Arbeit mehr belastet.
Edit: Schon interessant zu sehen das die GTX1070 mit dem 1800X unter Direcx12 ein Problem hat und unter DirecX11 wiederum nicht. Was sagt das uns? - "Gegensätze ziehen sich nicht an?" oder die 1000 Serie hat "ein internes Problem" ?
Das ganze lässt sich darauf zurückführen, dass AMD einen Hardware Scheduler hat und Nvidia seit einigen Jahren auf einen Hardware Scheduler verzichtet und die Draw Calls im Treiber verarbeitet.
Dadurch konnte Nvidia unter DX11 die Draw Calls in mehreren Threads auf der CPU verarbeiten, ein riesiger Vorteil gegenüber AMD, wo alle Draw Calls über einen Thread an die GPU gehen müssen um dort vom Hardware Scheduler verarbeitet zu werden.
Das verarbeiten der Draw Calls in mehreren Threads bei Nvidia scheint nun aber bei Ryzen CPUs Probleme zu machen, da zwischen den Threads unheimlich viel kommuniziert werden muss. Bei Ryzen ist das nun deshalb problematisch, weil die Threads vermutlich nun sehr viel über die CCX Grenzen hinweg kommunizieren.
Ab DX12 kann bei AMD jeder Thread die Draw Calls direkt an die GPU senden und der Hardware Scheduler auf der GPU übernimmt den Rest. Hier besteht also kein Bedarf für Kommunikation zwischen den Threads auf der CPU selber, und vermutlich deshalb kommen AMD GPUs unter DX12 besser mir Ryzen klar. Da Nvidia keinen Hardware Scheduler hat, verhält es sich hier in DX12 sehr ähnlich zu DX11, also auch hier wird massig zwischen den Threads kommuniziert.
Hier noch ein Video welches das ganze in sehr gutem Detail erklärt:
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