AMD Ryzen 1000 auf X570: Läuft Zen 1 auf modernen Platinen?
Können Besitzer von zwei Jahre alten AMD-CPUs oder ein Jahr alten -APUs auf neue X570-Mainboards aufrüsten? Die offizielle Antwort lautete mehrere Monate lang "Jein", praktisch war der Weg zum 500er-Luxus versperrt. Wir haben uns der Sache erneut angenommen und auch die Performance geprüft.
Auf dieser Seite
- 1 X570 und Ryzen-1000-(In-)Kompatibilität: Das galt bislang
- 2 X570 und Ryzen-1000-(In-)Kompatibilität: Und dann kam der Athlon 3000G
- 3 X570 und Ryzen-1000-(In-)Kompatibilität: Die Lage heute
- 4 X570 und Ryzen-1000-(In-)Kompatibilität: Wie hat sich die Leistung entwickelt?
- 5 X570 und Ryzen-1000-(In-)Kompatibilität: Das Fazit
Der Start der dritten AM4-Generation wurde von Kompatibilitätseinschränkungen getrübt: Zwar behielt AMD wie versprochen das Sockelformat und sogar PCI-Express-4.0-Updates für elektrisch geeignete Platinen wurden vorbereitet. Offiziell garantiert wurde diese Möglichkeit aber ebenso wenig, wie die Unterstützung von neuen AM4-CPUs auf AM4-Mainboards aus der ersten Generation oder umgekehrt.
X570 und Ryzen-1000-(In-)Kompatibilität: Das galt bislang
Die ersten UEFI-Updates mit der damals neuen Ryzen-Firmware-Codes AGESA 1.0.0.3A brachten dann traurige Gewissheit: Zwar stehen Ryzen-3000-CPUs quasi flächendeckend in den Kompatibilitätslisten der 300er-Platinen, die PCI-Express-Upgrades wurden aber von AMD mittels Abmahnungen unterbunden und Zen(-1)-Prozessoren verweigerten auf Platinen aller Hersteller das Booten, wie wir unseren Tests feststellen mussten. Das war insbesondere für Besitzer von Ryzen-7-1000-CPUs ärgerlich, denn die Achtkerner aus der zu diesem Zeitpunkt knapp zwei Jahre alten ersten Zen-Generation sind bis heute für beinahe alle Spiele gut geeignet, wurden aufgrund der Beschränkungen damaliger I/O-Hubs aber oft mit unterdurchschnittlich ausgestatteten Mainboards kombiniert. Besitzer solcher Systeme können also entspannt die 2020er oder 2021er CPU-Neuveröffentlichungen abwarten, möchten aber möglicherweise schon heute auf eine X570-Platine wechseln. Ebenso betroffen waren Käufer von Ryzen-2000-APUs, die trotz des Namens ebenfalls auf Zen (1) basieren. Sie stellten noch wenige Wochen vor dem X570-Start die Spitze von AMDs IGP-Portfolio dar, sen sich im Juli 2019 aber trotzdem als inkompatibel zu den neuen Mainboards.
Quelle: PC Games Hardware
Ein Ryzen 1800X passt natürlich in jeden Sockel AM4. Das er auch bootet, ist leider nicht selbstverständlich.
PCGH fragte damals bei CPU- und Mainboard-Herstellern nach den Gründen für diese Inkompatibilität. Immerhin liefen die Prozessoren mit etwas älteren UEFIs auf AGESA 1.0.0.2-Basis bei allen Herstellern problemlos und allgemein unterscheiden sie sich technisch nur wenig von der offiziell unterstützten Zen+-Generation. Es lag also keine grundsätzliche Unverträglichkeit zwischen den Hardware-Komponenten, sondern ein reines Software-Problem vor. Wer für dieses verantwortlich war, konnte man bestenfalls zwischen den Zeilen herauslesen: AMD unterstützte nach eigener Aussage jeden Prozessor auf jeder Plattform, überließ es aber den einzelnen Mainboard-Herstellern, sich gegen die Unterstützung einzelner Kombinationen zu entscheiden. Die Mainboard-Hersteller wiederum gaben durch die Bank an, den Nutzern die maximal mögliche Kompatibilität gewährleisten zu wollen, genauso wie in vorherigen Generationen.
[PLUS] OC-Vergleich: Welches AM4-Mainboard für Ryzen 2000 / Ryzen 3000?
PCGH Plus: Ermöglicht der X570 höhere Taktraten mit Ryzen-Prozessoren als seine Vorgänger? Oder ist die Preisklasse des Mainboards wichtiger? Wir testen, wie sich I/O-Hubs und Platinen auf CPU- und RAM-Übertaktungspotenzial bei Zen+ und Zen2 auswirken. Der Artikel stammt aus PC Games Hardware 12/2019.
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X570 und Ryzen-1000-(In-)Kompatibilität: Und dann kam der Athlon 3000G
Trotz der beidseitigen Kompatibilitätsversprechen und zeitweise beinahe wöchentlichen AGESA-Updates, änderte sich an der Situation monatelang nichts. Auch als AMD nach diversen anderen Bugfixes und Optimierungen bei AGESA 1.0.0.3ABBA angelangt war, verweigerten 1000er-Summit-Ridge-CPUs und 2000er-Raven-Ridge-APUs. Dann erschien im November der Athlon 3000G und entgegen aller Erwartungen, basierte die "neue" Low-End-APU nicht auf den großen Ryzen-3000-APUs (Zen+, Codename Picasso), sondern nutzte altes Raven-Ridge-Silizium. Den parallel veröffentlichten, für den Betrieb nötigen AGESA-1.0.0.4-UEFIs blieb also gar nichts anderes übrig, als wieder Zen(-1)-Prozessoren zu unterstützen.
X570 und Ryzen-1000-(In-)Kompatibilität: Die Lage heute
Für die kommende Januar-Ausgabe PCGH 02/2020 haben sich eine Reihe von X570-Mainboards zum Neu- oder Nachtest in der Redaktion versammelt. Der eigentliche Anlass ist der neue PCGH-AM4-Testparcours, denn endlich haben wir das nötige Testmuster erhalten, um die Platinen mit einem 3950X ans Limit zu treiben und zu prüfen, ob die Hersteller mit ihren neuesten UEFIs einige der Kritikpunkte aus unseren Launch-Tests im Juli und August aufgebessert haben. Bei dieser Gelegenheit haben wir aber auch noch einmal die alte Ryzen-7-1800X-Test-CPU verbaut und die Kompatibilität geprüft. In den offiziellen Kompatibilitätslisten finden sich zwar weiterhin keine Einträge für Summit-Ridge-CPUs, aber das Ergebnis fällt erfreulich aus:
- Asus TUF X570-Plus WiFi - läuft
- Asrock X570 Pro4 - läuft nicht
- Biostar X570GT8 - läuft
- Gigabyte X570 Aorus Elite - läuft
- MSI X570 Gaming Edge WiFi - läuft
Quelle: Asrock
Jede Menge Matisse (Zen 2) und Picasso (Zen+), ein paar Pinnacle Ridge (Zen+), aber keine Raven Ridge (Zen), obwohl dieser Kern in Form des Athlon 3000G ein aktuelles AM4-Produkt darstellt, und erst recht kein Summit Ridge (Zen): Die Kompatibilitätsliste des Asrock X570 Pro4
Die anhaltende Inkompatibilität bei Asrock fällt aus der Reihe und betrifft nicht nur die Zen(-1)-CPUs, sondern auch -APUs: Weder läuft der aktuelle Athlon 3000G im X570 Pro4, noch steht er in dessen Kompatibilitätsliste. Auch andere Platinen des Herstellers, beispielsweise das X570 Taichi, unterstützen die Raven-Ridge-APU nicht, sondern bieten weiterhin nur die eingeschränkte Abwärtskompatibilität der letzten Monate. Bei den vier anderen AM4-Mainboard-Anbietern gilt dagegen offensichtlich: Wo eine Zen(-1)-APU sowie Zen+-CPUs unterstützt werden, da laufen auch Zen(-1)-CPUs - selbst wenn dies offiziell nicht garantiert wird.
X570 und Ryzen-1000-(In-)Kompatibilität: Wie hat sich die Leistung entwickelt?
"Läuft" ist eine Sache, "läuft gut" oftmals eine andere. Daher haben wir den Ryzen 7 1800X in zwei Platinen nicht einfach nur eingebaut, sondern auch alle Leistungstests des alten AM4-Parcours erneut durchgeführt. Die Ergebnisse lassen sich 1:1 mit denen aus unseren Launch-Tests vergleichen.
X570 und Ryzen-1000-(In-)Kompatibilität: Das Fazit
Während sich die Bootzeiten klar verbessert haben, ist die Rechenleistung mit Zen(-1)-CPUs durch die neuen UEFIs tendenziell sogar etwas schlechter geworden. Die Unterschiede sind aber äußerst gering; zwischen verschiedenen Platinen innerhalb einer UEFI-Generation gibt es größere Differenzen. Da gleichzeitig zahlreiche Bugs beseitigt und oftmals die Steuerung der I/O-Hub-Lüfter verbessert wurde, empfehlen wir Eigentümern solcher Kombinationen dennoch ein Update. Für alle anderen lautet die gute Nachricht: Wer mit seiner B350- oder X370-Platine nicht mehr zufrieden ist, kann wieder auf X570 aufrüsten, ohne zusätzlich einen neuen Prozessor bezahlen zu müssen. Von dem Mainboard-Herstellern oder gar von AMD zugesagt ist diese allgemeine AM4-Interkompatibilität weiterhin nicht und somit auch für künftige UEFI- und AGESA-Versionen nicht garantiert.


Jetzt wo der alte 1700X auf dem X570 läuft hab ichs auch gar nicht mehr eilig mit Zen3.
Zudem gibts ja auch Berichte dass selbst Zen1 und eine RX480 von SAM profitiert. Das werd ich dann wohl als nächstes ausprobieren müssen wenns schon keine Hardware zu kaufen gibt (zumindest zu vernünftigen Preisen)
Hat perfekt funktioniert.