AMD Ryzen 3 3300X und 3100 im Test: Bewährte Technik mit Kernschwäche

Bevor AMD dieses Jahr mit Zen 3 in die nächste Runde geht, wird das Portfolio um Matisse, alias Zen 2, nach unten hin abgerundet. Herausgekommen sind dabei zwei Quadcore-CPUs, namentlich AMD Ryzen 3 3300X und Ryzen 3 3100. Was die kleinen Flitzer leisten und ob es sich aus Spieler-Sicht im Jahre 2020 noch lohnt, auf einen Quadcore aufzurüsten, klären wir in unserem Test.

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AMD Ryzen 3 3300X und 3100 im Test: Bewährte Technik mit Kernschwäche
Quelle: PCGH

AMD hat zwei neue Quadcores veröffentlicht und bereitet sich damit auf den baldigen Launch der Comet Lake-S Prozessoren von Intel vor. Die AMD Ryzen 3 3300X und Ryzen 3 3100 haben beide eine TDP von 65 Watt, eine offizielle Unterstützung bis DDR4-3200, bieten jeweils 4 Kerne und 8 logische Rechenherzen per SMT und unterscheiden sich von den Rohdaten nur bei der Taktfrequenz, welche im Boost beim großen Bruder bei bis zu 4,3 GHz liegt, während das kleinere Modell nur eine Taktfrequenz von maximal 3,9 GHz anlegt.

Es gibt allerdings einen markanten Unterschied zwischen den beiden CPUs, welche das Datenblatt verbirgt: Der Ryzen 3 3100 ist ein 2+2-Design, mit zwei aktiven Kernen pro CPU-Core-Complex (CCX) in einem CPU-Core-Die (CCD) und somit 2 x 8 MiByte L3-Cache. Ein Ryzen 3 3300X hingegen ist ein 4+0-Design und verfügt über vier Kerne in einem CCX, in einem CCD, und verfügt somit über 1 x 16 MiByte L3-Cache. Das sorgt beim großen Modell (intern) für geringere Latenzen, was sich gewinnbringend auf die Leistung des Prozessors auswirkt, vor allem bei Spielen. Starten soll der AMD Ryzen 3 3100 bei 109 Euro und der Ryzen 3 3300X bei 129 Euro. Wir haben alle Infos in der Tabelle noch einmal zusammengefasst: Optisch nahezu identisch, verbergen die beiden CPUs unter der Haube ein Geheimnis. Der interne Aufbau des AMD Ryzen 3 3300X ist effizienter gestaltet. Quelle: PCGH Optisch nahezu identisch, verbergen die beiden CPUs unter der Haube ein Geheimnis. Der interne Aufbau des AMD Ryzen 3 3300X ist effizienter gestaltet.

Modellname Ryzen 9 3950X Ryzen 9 3900X Ryzen 7 3800X Ryzen 7 3700X Ryzen 5 3600X Ryzen 5 3600 Ryzen 3 3300X Ryzen 3 3100
Kerne 16 12 8 8 6 6 4 4
Threads 32 24 16 16 12 12 8 8
Standard-Takt 3,5 GHz 3,8 GHz 3,9 GHz 3,6 GHz 3,8 GHz 3,6 GHz 3,8 GHz 3,6 GHz
Boost-Takt 4,7 GHz 4,6 GHz 4,5 GHz 4,4 GHz 4,4 GHz 4,2 GHz 4,3 GHz 3,9 GHz
TDP 105 Watt 105 Watt 105 Watt 65 Watt 95 Watt 65 Watt 65 Watt 65 Watt
L2-Cache 8 MiB (16x 512 KiB) 6 MiB (12x 512 KiB) 4 MiB (8x 512 KiB) 4 MiB (8x 512 KiB) 3 MiB (6x 512 KiB) 3 MiB (6x 512 KiB) 2 MiB (4x 512 KiB) 2 MiB (4x 512 KiB)
L3-Cache 64 MiB (4x 16 MIB) 64 MiB (4x 16 MIB) 32 MiB (2x 16 MiB) 32 MiB (2x 16 MiB) 32 MiB (2x 16 MiB) 32 MiB (2x 16 MiB) 16 MiB (1x 16 MiB) 16 MiB0 (2x 8 MiB)
Preis (Stand 07.05.20) 769 Euro 439 Euro 329 Euro 295 Euro 196 Euro 170 Euro 129 Euro 109 Euro

Die unterschiedlichen Latenzen sind im AIDA64-Benchmark (siehe Klick-Vergleich unten) sehr gut zu erkennen. Der Ryzen 3 3300X ist hier durch und durch flotter unterwegs, einzig der Durchsatz des L3-Cache beim Ryzen 3 3300X ist etwas geringer als der des kleinen Bruders. Wie sich das auf die Performance in Spielen und Anwendungen auswirkt, haben wir mit einer Messung in den zehn bekannten Spielen und sechs Anwendungen aus dem PCGH-CPU-Parcours herausgefunden. Zudem gehen wir auf die Frage ein, welchen Stellenwert ein Quadcore-Prozessor im Jahre 2020 noch hat.

Die Prozessor-Messmethodik der PCGH

Für jeden großen Techniktest liefern wir Ihnen selbstredend Benchmarks, damit Sie auf einen Blick prüfen können, wo sich die neue CPU einfügt. Die neue Testmethodik für Prozessoren wurde in der PC Games Hardware 10/2019 vorgestellt und kommt seitdem auch bei jedem Online-Test zum Tragen. Im Kern achten wir darauf, die Prozessoren so zu testen, wie der Hersteller es vorgesehen hat. Wir begrenzen die TDP und den Arbeitsspeicher daher auf die vorgegebenen Standards von AMD und Intel und schließen mit einer neuen und sehr potenten GPU in Form einer MSI Geforce RTX 2080 Ti Lightning Z ein Limit derer nahezu aus. Wer mehr über die Testbedingungen bei CPU-Benchmarks erfahren und nachlesen möchte, warum wir in 1.280 × 720 Bildpunkten testen, findet in der CPU-Rangliste 2019/2020 alle Informationen zusammengefasst.

AMD Ryzen 3 3300X und 3100 im Test: Spiele-Benchmarks

Die Leistung des AMD Ryzen 3 3300X überrascht nicht nur Sie, denn diese CPU übertrifft sogar des Öfteren den Ryzen 5 3600 aus dem eigenen Hause und schlägt sogar das doppelt so gut bestückte ehemalige Top-Modell Ryzen 7 2700X. Das liegt am erhöhten (Boost-)Takt des Ryzen 3 3300X, der in vielen Spielen besser zu mehr Performance verhilft, als es die CPU-Kerne des Ryzen 5 3600 oder Ryzen 7 2700X tun. Auch der Intel Core i7-7700K wird durchgehend geschlagen; AMD hat sich scheinbar gut für die neue Quadcore-Offensive von Comet Lake-S, Intels neuer CPU-Generation, vorbereitet. Der kleine Ryzen 3 3100 legt sich indes mit vielen anderen CPU aus mitunter höherpreisigen Bereichen an, darunter die Ryzen 5 2600(X) und 1600 (12 nm) und Intels Core i5-9400F sowie manchmal sogar dem Core i7-7700K. Auch die Perzentile bleiben im Rahmen, wenn man bedenkt, dass es hier um Quadcore-CPUs handelt. Wie schlagen sich die beiden CPUs in Anwendungen?

AMD Ryzen 3 3300X und 3100 im Test: Anwendungs-Benchmarks

In den verschiedenen Anwendungen kommt die Zen-2-Stärke zur Geltung. Vier Zen-2-Kerne reichen aus, um sechs Zen+-Kerne und acht Zen-Kerne in Schach zu halten, bei bedeutend besserer Effizienz. Das Ziel solcher preiswerten Prozessoren sind natürlich keine Workstations und sie sind auch nicht für Content Creator gedacht, dennoch brauchen sich die beiden Ryzen 3 dank SMT und acht Threads nicht zu verstecken. Hier wird Intel mit Comet Lake-S zeigen müssen, ob sie dagegenhalten können. Wie steht um die Leistungsaufnahme der beiden CPUs?

AMD Ryzen 3 3300X und 3100 im Test: Leistungsaufnahme und Effizienz-Betrachtung

Wir haben die Leistungsaufnahme bei allen Benchmarks protokolliert und geben oben nur den Wert für die CPU an. Der Ryzen 3 3300X wird hier einer "X"-CPU würdig, im negativen Sinne. Die hohe Spielleistung hat ihren Preis, sodass der Prozessor sich in die Gefilde des Ryzen 5 3600X und Ryzen 7 2700X begibt, trotz geringer TDP-Angabe von nur 65 Watt. Der kleine Bruder in Form des Ryzen 3 3100 ist rund 20 Prozent sparsamer und liegt knapp auf dem sehr guten Niveau des Ryzen 5 2600.

[PLUS] Vergleichstest: Günstige X570-Mainboards für Ryzen 3000

[PLUS] Vergleichstest: Günstige X570-Mainboards für Ryzen 3000

PCGH Plus: Zum Launch-Test in der PCGH 10/2019 entsandten die Mainboard-Hersteller ihre jeweils (zweit-)besten, entsprechend teuren Platinen. Dieses Mal haben wir gezielt Einsteigermodelle angefordert und vergleichen diese mit bereits getesteten AM4-Boards. Der Artikel stammt aus PC Games Hardware 10/2018.

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AMD Ryzen 3 3300X und 3100 im Test: Fazit und Empfehlung

Die kleinen Racker haben einen starken Eindruck in der PCGH-Redaktion hinterlassen. Während der AMD Ryzen 3 3300X die neue Speerspitze in Sachen Quadcore-CPUs darstellt und sich spielend unter ehemalige Octa- und Hexacore-Prozessoren mischt, überzeugt der Ryzen 3 3100 durch seinen Kampfpreis von nur 109 Euro. Damit wäre ein preiswerter Einstieg in den AM4-Sockel möglich, welcher die Wartezeit auf Zen 3 durchaus versüßen kann. Preis und Leistung stimmen, da sind wir uns einig.

Der einzige Knackpunkt der beiden CPUs sind ihre vorhandenen Rechenherzen. Viele Tests von PCGH haben unlängst gezeigt, dass die meisten Spiele bereits von sechs oder mehr CPU-Kernen profitieren. Dieser Trend wird sich weiterentwickeln und durch das Erscheinen der neuen Konsolen noch angetrieben. Wer allerdings nicht immer sofort das neueste Triple-A-Game spielen muss oder es auf einen flotten Büro-PC mit Option auf ein Upgrade abgesehen hat, kann durchaus Spaß mit den kleinen Flitzern haben. Die finale Wertung, ein Vergleich zu Intels neuen Quadcores der Comet Lake-S Serie und weitere Details zu den CPUs finden Sie auf der CPU-Startseite in der nächsten PCGH Print (07/20), welche Sie ab dem 3. Juni an jedem Kiosk, oder auch digital bei uns, kaufen können.

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    • Kommentare (190)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von gaussmath
        @Dave: Hier die TD2 Szene: YouTube

        Wenn du noch den genauen Punkt auf der Map brauchst, sagt Bescheid.
      • Von gaussmath
        @Dave: Hier die TD2 Szene: YouTube

        Wenn du noch den genauen Punkt auf der Map brauchst, sagt Bescheid.
      • Von DKK007 Trockeneisprofi (m/w)
        Achso. Ich dachte du hast einfach manuell die Kerne zugewiesen.
      • Von gaussmath
        Zitat von DKK007
        Was noch interessant wäre, wenn du bei der 2-2 Konfiguration der 3950X mal noch zwei verschiedene CCD nehmen würdest.
        Dann könnte man mal sehen, wie viel Leistung das noch kostet. Dehland am Besten im Vergleich zu den bisherigen Benches darstellen.
        Man kann nur CCD1, also das zweite abschalten.
      • Von DKK007 Trockeneisprofi (m/w)
        @gaussmath
        Was noch interessant wäre, wenn du bei der 2-2 Konfiguration der 3950X mal noch zwei verschiedene CCD nehmen würdest.
        Dann könnte man mal sehen, wie viel Leistung das noch kostet. Dehland am Besten im Vergleich zu den bisherigen Benches darstellen.

        Und an die Angabe von Auflösung und Grafiksettings denken.
      • Von eclipso
        Zitat von DKK007
        Kannst du als Vergleich noch den 3950X mit 4-0 betreiben?
        Kann man schon so beantworten, eine duale Topologie führt zu höherer Latenz. Liegt an der Data Fabric des cIOD (I/O) und nicht des CCX oder CCD.
      Direkt zum Diskussionsende
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