Lucas Arts: Turbulenzen, Ende und Neuanfang
Nach den riesigen Erfolgen bis Anfang der 2000er geht es mit Lucas Arts steil bergab - bis zum bitteren Ende. Doch seit 2021 gibt es wieder Hoffnung.
Lucas Arts: Es wird turbulent
Mitte 2005 übernahm ein neuer Mann die Spitze von Lucas Arts, was zu tiefgreifenden Änderungen führt. Jim Ward strukturierte das Unternehmen um, die Anzahl der eigenen Produktionen sank deutlich und Lucas Arts trat verstärkt als Wächter der Lizenzen auf. Lucas Arts hatte in der Spielebranche eine besondere Stellung, denn man steht fortan zwischen Entwickler und Publisher. Viele ehemalige Lucas-Arts-Adventure-Entwickler formieren sich ab 2004 unter Telltale Games neu und bringen auch Lucas-Arts-Marken wie Sam and Max in Episodenform heraus. 2006 kam mit Star Wars Empire at War ein bekannter RTS-Titel ehemaliger Westwood-Entwickler von Petroglyph heraus. Empire at War gilt heute als Klassiker des Genres.
Quelle: Bioware
Star Wars: The Old Republic (Metascore 85)
Ab 2008 wird es wieder turbulent, denn Ward verkündet überraschend seinen Rücktritt und bis 2010 gibt es viele Führungswechsel. Diese turbulenten zwei Jahre machen sich direkt im Angebot bemerkbar, denn außer The Force Unleashed (teils externe Produktion) bringt man wenig auf die Reihe und dieses Spiel fällt noch in Wards Planungszeit. Außer den Remakes zu Monkey Island und einem extrem kurzen Sequel zu The Force Unleashed bringt man nichts Nennenswertes zustande. An EA und Bioware vergibt man eine Lizenz, sodass dort Star Wars The Old Republic entsteht. Das MMO genoss dank der Entwicklerveteranen höchstes Ansehen und der Start kurz vor Weihnachten 2011 ließ die Hoffnung aufkommen, dass World of Warcraft einen echten Gegner bekommt.
Dann kam eine völlig neue und etwas überraschende Situation: George Lucas verkaufte 2012 sein Imperium an die Disney-Gruppe - für damals unglaubliche vier Milliarden US-Dollar. Bezahlt wird er mit Geld und Aktienanteilen - Lucas ist jetzt der größte Aktionär des Konzerns. Disney hat auch schon klargemacht, dass es vor allem die Star-Wars-Lizenz ist, auf die man es abgesehen hat, und dass man in Zukunft mehr Geld aus der Lizenz generieren will. In der Nacht vom 3. auf den 4. April 2013 wurde dann bekannt, dass Lucas Arts geschlossen wird. 150 Personen wurden nach damaligen Medienberichten entlassen, die Arbeiten auch an Star Wars 1313 eingestellt. Das Disney-Versprechen, es werde sich im Lucas-Imperium nichts ändern, hielt nur ein halbes Jahr. Viele Jahre existierte Lucas Arts nur auf dem Papier bei Lizenzdeals.
Bildergalerie
Lucas Arts: Ende und Neuanfang
Quelle: Disney
Star Wars: Rebel Assault II - The Hidden Empire (Metascore 76)
Nach einigen Gerüchten über die Wiederkehr von Lucas Arts bzw. Lucasfilm Games wurde am 11.01.2021 bekannt gegeben, dass Disney die Marke Lucasfilm Games wiederbelebt und künftig alle Spiele unter dieser Marke vertreiben möchte. Es bleibt zwar dabei, dass Spiele nicht selbst entwickelt, sondern nur Lizenzen an Dritte erteilt werden, aber trotzdem kam es in der Folge zu einigen spektakulären Ankündigungen, die jedoch fünf Jahre später immer noch nicht eingelöst sind.
Angekündigt wurde unter anderem, dass Wolfenstein-Entwickler Machine Games an einem neuen Indiana-Jones-Spiel, The-Division-Erfinder Massive Entertainment an einem Open-World-Star-Wars-Spiel und Aspyr an einem Remake von Knights of the Old Republic arbeitet. Veröffentlicht wurden bis heute Star Wars Outlaws von Ubisoft und Indiana Jones und der Große Kreis von Machine Games. Das KOTOR-Remake ist weiter nicht verfügbar.
Weitere angekündigte Projekte umfassten Star Wars Eclipse von Quantic Dream, gleich drei Spiele von Respawn (Star Wars Jedi Survivor, ein neuer First Person Shooter und ein Strategiespiel), Return to Monkey Island von Devolver Digital/Toybox und schließlich ein Star-Wars-Projekt von Skydance New Media von Erfolgsautorin Amy Hennig. Erschienen sind bis heute Star Wars Jedi Survivor und Return to Monkey Island. Eingestellt wurde der Respawn-Shooter, vom Skydance-Projekt hat man schon lange nichts mehr gehört und Star Wars Eclipse scheint auch noch Jahre zu brauchen. Für das Strategiespiel Star Wars: Zero Company sieht es dagegen besser aus, auch wenn noch kein Termin steht. Für dieses Jahr steht noch Star Wars: Galactic Racer aus, wo LucasArts auch involviert sein soll.
Laut Wikipedia entwickelte LucasArts bis 2012 insgesamt 42 Eigenproduktionen und 49 Spiele aus dem Star-Wars- bzw. Indiana-Jones-Umfeld. Und durch die Neuaufstellung von Lucasfilm Games sind die Lizenzen lebendiger denn je. An welches Lucas-Arts-Spiel erinnern Sie sich am liebsten? Nutzen Sie die Kommentarfunktion und teilen Sie uns Ihre Meinung mit.

Solange LucasArts weiter unter Disney läuft, ist es für mich wenig interessant.
Disney hat in letzter Zeit zu oft bewiesen, dass sie kein Händchen haben und wo ihre strategischen Ziele liegen.
Microsoft und irgendwelche Sub-Abteilungen genauso.
Wenn jetzt George Lucas & friends/fans da was hätten wieder aufleben lassen ...
Bezieht sich das alleine auf die unspezifische Ansage von 2021?
Stellt man dann die entlassenen Mitarbeiter auch wieder ein? Ach was! Die können froh sein, dass sie da raus sind.
Disney ist kein vertrauenswürdiger laden. Wenn DIE Lucas Arts wider aufleben lassen, dann ohne mich - da kann ja nur Murks bei rauskommen.
Ich halte die alte Marke und ihre Errungenschaften in ehrenvoller Erinnerung.
Ich brauche Disney nicht, um das schöne Erbe kaputt zu machen.
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Schöne Erinnerungen... Loom .. eines meiner ersten Spiele. Sam & Max hab ich geliebt - genau mein Humor
Jedi Knight, KOTOR 1 und 2, SW Empire at war, Rebel Aussault 1, Indiana Jones Fate of Atlantis usw...
Aber sowas von !!