Commodore Amiga 500: Software
Was wäre der Commodore Amiga 500 ohne die vielen Spiele, die in den 80ern und 90ern veröffentlicht wurden?
In diesem Artikel
Lasst die Spiele beginnen
Ursprünglich als ernsthaftes Arbeitsgerät konzipiert, gestartet mit Ambitionen, den IBM-PCs Marktanteile wegzunehmen, wurde der Amiga schnell als Heimcomputer populär. Dies lag nicht zuletzt an den grafisch für die damalige Zeit opulenten Spielen. Wer an Amiga-Spiele denkt und wer sie kennt, hat wahrscheinlich direkt ein paar Bilder im Kopf:
Turrican 2 ist eines der ikonischsten Spiele für den Amiga. Der Sidescroller mit dem Mann im Kampfanzug dürfte jedem Amiga-Fan bekannt sein. Man schlüpft dabei in die Rolle von Bren McGuire, der wiederum in einen Turrican-Kampfanzug schlüpft und auszieht, um seine Kameraden zu rächen, welche vom galaktischen Fiesling "The Machine" ermordet wurden. Die Hintergrundgeschichte wird in einem kurzen Intro mit Standbildern und Text erklärt, alles auf Englisch, obwohl Turrican 2 von Factor 5 aus Deutschland stammt. Nicht nur die bis heute gut aussehende Grafik macht dieses Spiel unvergessen: Noch viel mehr bleibt das Spiel aufgrund des fantastischen Soundtracks von Chris Hülsbeck in Erinnerung. Einmal durchspielen dauert nur wenige Stunden für geübte Spieler, Speedruns dauern teilweise unter 20 Minuten. Auch der Frustfaktor hält sich stark in Grenzen, spannend sind darüber hinaus die vielen versteckten Bereiche, die dazu einladen, auch mal nicht nur stur geradeaus zu laufen.
Quelle: Christian Birnberg
Lotus 3 im Einzelspieler...
Quelle: Christian Birnberg
...und im Splitscreen
- Defender of the Crown ist kein Amiga-exklusiver Titel - diese gab es ohnehin kaum bis gar nicht. Aber die Amiga-Version ist die wohl schönste Version dieses Spiels. Und 1987 gab es grafisch kaum etwas Vergleichbares. Der spannende Genremix aus Strategie, Geschick und Action wusste zu unterhalten, war aber auch durchaus fordernd. Zu Beginn des Spiels kann man einen von vier Rittern auswählen, alle mit unterschiedlich stark ausgeprägten Eigenschaften, woraufhin es dann gilt, das mittelalterliche England zu erobern. Neben der Belagerung von Burgen und dem Ausfechten von Schlachten kann man noch zwischendurch ein Turnier bestreiten oder eine Jungfrau in Not retten. Wenn man Hilfe benötigt, steht Robin Hood im Sherwood Forest schon bereit. Für das CDTV beziehungsweise den Amiga 500 nebst A570-CD-ROM-Laufwerk gab es dann noch eine Version mit Sprachausgabe.
- Die Bitmap Brothers aus England waren schon immer für ihre kultigen Actionspiele bekannt, so dann auch für Speedball 2 - Brutal Deluxe. In der Zukunft hat die brutale Sportart "Speedball" eine große Anhängerschaft, eine Art Football, aber anstatt mit einem Lederball wird hier mit einer Eisenkugel gespielt und auch ansonsten ist der Sport noch mal eine ganze Ecke rauer und härter als das klassische American Football. So wird das Ausschalten eines gegnerischen Spielers von den Fans frenetisch gefeiert und mit Punkten belohnt. Zwischen den Matches können entweder einzelne Spieler oder aber das gesamte Team aufgerüstet beziehungsweise trainiert werden. Somit fließt also zumindest im Liga-Modus noch ein wenig Teammanagement mit ins Spiel ein. Ansonsten gilt, einfach nur draufhalten und Punkte machen. Vor einigen Jahren gab es auf Steam zwei Remakes des Spiels, einmal als Speedball - Tournament und als Speedball 2 HD - beide jedoch ohne die kultigen "Icecream!-Icecream!"-Rufe des Eisverkäufers im Stadion.
- The Secret of Monkey Island 2 und Indiana Jones and the Fate of Atlantis waren quasi die Abschiedsgeschenke von Lucas Arts für die Amigas. Mit je 11 Disketten war es jedoch schon fast eine Qual, diese Spiele ohne Festplatte oder zumindest ein zweites Diskettenlaufwerk zu spielen. Und während man sich bei Monkey Island 2 noch Mühe für die Amiga Portierung gab, ließen diese für Indy IV stark nach - sowohl Grafik als auch Musik wirkten teilweise sehr lieblos. Damit verabschiedete sich dann ein damals großer Spielehersteller von Commodore, was nicht zuletzt an der übermäßigen Zahl der Raubkopien lag. Ein Versuch, diese einzudämmen, waren die witzigen Codescheiben, welche als Kopierschutz dienten. Geholfen hat es nicht, teilweise wurden die Kopien dreist mitsamt kopierter Codescheibe für kleines Geld auf Flohmärkten verkauft. Dennoch zählt The Secret of Monkey Island 2 - LeChuck's Revenge zu einem der schönsten und lustigsten Spiele für den Amiga.
Quelle: Christian Birnberg
Goooooooooooal
Quelle: Christian Birnberg
Gybrush Threepwood hängt durch in Monkey Island 2
Ebenfalls aus der späten Amiga Ära, und ebenfalls als letztes Werk einer Softwareschmiede für die "Freundin", war Ambermoon von Thalion Software aus Gütersloh. Als zweiter Teil der sogenannten Bernsteintrilogie stellt Ambermoon für viele Kenner bis heute eines der besten RPGs dar. Natürlich besitzt es, was viele technische Aspekte abseits der Grafik angeht, nicht die Tiefe zeitgenössischer Titel, aber das Gesamtpaket kann damals wie heute überzeugen. Die Handlung findet auf der mittelalterlichen Fantasy-Welt Lyramion statt und spielt mehrere Jahrzehnte nach der Handlung des ersten Teils Amberstar, wobei man in Ambermoon den Enkel des Protagonisten aus Amberstar spielt. Dabei geht es um nicht weniger, als die Welt vor dem Bösen zu retten (der Plot klingt jetzt erst mal 08/15). Dabei kann man bis zu sechs verschiedene Gefährten in die Party aufnehmen. Es gibt neben dunklen und weißen Magiern auch noch Diebe, Kämpfer, und so weiter, diese stammen auch von verschiedenen Rassen wie Menschen, Zwerge, Feen und Anderen. Als besonderes Schmankerl hat Thalion auch den Hauptcharakter aus dem Spiel Lionheart eingebaut, dieser kann ebenfalls mit euch gegen das Böse kämpfen, auch gibt es mehrere Bezüge auf den ersten Teil. Leider war Ambermoon auch das letzte Spiel von Thalion, eine Umsetzung für andere Systeme hat es nie gegeben, da 1994 Insolvenz angemeldet wurde. Viele der Entwickler sind dann zu Blue Byte gegangen und konnten dort den inoffiziellen dritten Teil namens Albion fertigstellen, der jedoch kaum etwas mit den ursprünglichen "Amber"-Spielen zu tun hatte.
Quelle: Christian Birnberg
Wir laufen in Ambermoon durch die Stadt Sparrenberg...
Quelle: Christian Birnberg
...und durch die Taverne Zum Hinkenden Gauner
- Ebenfalls Kultstatus genießen die Lotus-Rennspiele auf dem Amiga. Drei Teile haben es auf Diskette und später auch auf CD geschafft. Der erste Teil war dabei wohl von Anfang an auf einen Zweispieler-Modus ausgelegt, denn selbst wenn das Spiel alleine gespielt wurde, gab es einen Splitscreen. Im nicht genutzten Teil des Bildschirms waren dann Mechaniker zu sehen, die an einem titelgebenden Lotus arbeiten. Möglicherweise hatte das aber auch Performance-Gründe. Ab dem zweiten Teil kam man aber dann als Solospieler in den Genuss des Vollbildschirms. Aber es war auch möglich, das Spiel mit bis zu vier Spielern zu spielen, dazu war dann jedoch ein zweiter Amiga und eine Verbindung per Nullmodemkabel notwendig.
Dies sind nur einige exemplarisch genannte Titel, die es für den Amiga gab, beziehungsweise natürlich immer noch gibt. Daneben gibt es noch die Evergreens von Blue Byte wie Battle Isle, History Line und natürlich Die Siedler. Oder aber Cannon Fodder von Sensible Software (bis 2019 indiziert), Civilization 1 und The Ancient Art of War in the Skies (der wahrscheinlich bis heute sperrigste Spiele-Titel) von MicroProse, oder Populous 1 und 2, Power Monger und Sydicate von Bullfrog und viele mehr.
Alle hier aufzuzählen, würde den Rahmen sprengen. Denn neben den ohnehin vielen Titeln im kommerziellen Bereich kamen damals auch unzählige PD-Spiele (Public Domain) unter die Gamer. Diese waren technisch natürlich nicht so ausgefeilt wie die kommerziellen Spiele, aber auch hier gab es das ein oder andere Schmankerl. Auch heute werden noch Games für den Amiga veröffentlicht, in der Regel dann aber für die Modelle mit AGA-Chipsatz, also Amiga 1200 und 4000. Somit bleibt die "Freundin" aber zumindest im kleinen Rahmen auch noch fast 30 Jahre nach dem Ende von Commodore in seiner ursprünglichen Form - unterstützt durch eine treue Fangemeinde - noch am Leben.
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. Komplett mit Original Teilen auf "Maximum" gebrachter A4000T von Epson. Das Ding war immer mein Traum, den ich 2018 dann umgesetzt habe. Kein Gotek, keine Aftermarket Hardware nach 2000 (Peripherie mal ausgenommen, wobei der SCSI Brenner + Case auch echt alt sind).
Thema Amiga: für mich als Kid waren das reine Spielmaschinen, meine Eltern mochten sie null, also bekam ich keinen ^^. Ca. '87 rum kam mein erster PC, monochrom Hercules, geringe Spiele tauglich, meine Kumpels hatten C64 oder Amiga.
Gelernt (über DOS und Programmierung) habe ich viel, gespielt erst ab '91 rum mehr und mehr.
Amigas kamen ins Haus, als sie bei anderen gingen, mit der Überzeugung, dass es eben keine reinen Spielekisten für Raubkopierer waren. Aber so einen Ruf wird man schwer los. Die Sammlung bis heute ist recht umfangreich. Bis auf A2000 und A3000 Desktop (die fand ich optisch immer hässlich, aus heutiger Sammlersicht ein Fehler) sollte sich viel im Keller finden lassen.
Kam persönlich leider nie in den Genuss. Nach dem Commodore 64 meines Papas ging es für mich direkt weiter mit 486er, NES und Co. ^^
Mit C 64 schlafen gegangen und mit Amiga 500 aufgewacht.
Adventure spiele ich liebte sie alle von Monkeys Island bis Indiana Jones .
Das Magazin Nr.1 war damals der Amiga Joker, später kam dann der PC Joker hinzu.
Und als der Amiga-Joker eingestellt wurde, war das Ende schon länger absehbar. Die Spiele-Hersteller hatten sich mehr und mehr auf den IBM-PC fokussiert. Naja, den zweiten Joker hat es inzwischen auch erwischt. Den PC gibt es aber noch. Und PCGames auch noch.
\\Nostalgie Ende\\
Hans Ippisch als chefredaktuer, das waren noch zeiten... dank der coverdisks bin ich auf kracher wie Flashback und Lionheart gekommen.