Der legendäre Commodore Amiga 500: So spielten wir vor fast 40 Jahren
Im Jahr 2023 kann die Geschichte der Computer- und Videospiele schon auf eine gut fünfzigjährige Vergangenheit zurückblicken. Fest damit verbunden ist die Ära der 16-Bit Heimcomputer ab Mitte der 1980er-Jahre und ihrem wohl ikonischsten Vertreter, dem Commodore Amiga 500. Ein Rückblick von Christian Birnberg
In diesem Artikel
Der Anfang mit Andy Warhol und Frank Elstner
Der Schöpfer des Amigas war im Jahre 1984 kein Unbekannter, es war Jay Miner, der bei Atari die Konsole 2600 entwickelt hatte. Nachdem er Atari verlassen hatte, gründete er die Firma Amiga, die zunächst ein Eingabegerät, in etwa vergleichbar mit einem Balance Board, entwickelt hatte. Commodore-Gründer Jack Tramiel musste zwischenzeitlich seine eigene Firma verlassen und kaufte deren Konkurrenten Atari. Atari wiederum wollte die Firma Amiga kaufen, was jedoch scheiterte - Amiga wurde alsdann von Commodore gekauft. Mit den Möglichkeiten von Commodore konnte Jay Miner dann die Entwicklung eines Heimcomputers forcieren.
Am 23. Juli 1985 präsentierte Commodore in New York einen neuen Computer mit 16-Bit-Architektur, den Amiga (später umbenannt in Amiga 1000). Der Künstler Andy Warhol präsentierte dabei die grafischen Fähigkeiten, indem er ein Abbild der Sängerin Deborah Harry neu einfärbte, ein für diese Zeit nicht alltäglicher Vorgang, betrachtet man die damals aktuelle Hardware. Ein knappes Jahr später führte dann Moderator und "Wetten, dass...?" Erfinder Frank Elstner am 21. Mai 1986 in Frankfurt am Main (Westdeutschland 😉) durch die Präsentation von Commodores neuem Flaggschiff.
Weiterhin gab es Vorführungen in Fernsehsendungen wie "Computer Corner" mit Biggi Lechtermann und Klaus Möller, bei denen die Vorzüge des Amigas wie die farbige grafische Benutzeroberfläche "Workbench" oder das präemptive Multitasking hervorgehoben wurden. Auch wenn es heute etwas befremdlich klingen mag, aber vor 35 Jahren waren das gleichzeitige Starten einer Software, die die Uhrzeit anzeigt und diese weiterlaufen lässt, und das Spielen auf einem Rechner keine Selbstverständlichkeit. Ebenfalls legendär ist die sogenannte "Boing-Ball Demo", bei der ein rot-weiß karierter Ball gezeigt wird, der sich um die eigene Achse dreht und dabei in einem Fenster hin- und herspringt. Diese Demo zeigte die grafischen Möglichkeiten des Amigas, da die Bewegungen sehr flüssig waren. Auf der CES 1984, auf der ein Prototyp des Amigas gezeigt wurde, sollen einige Besucher den Messestand nach High-End-Workstations und Videorekordern abgesucht haben, da sie nicht glaubten, dass ein Heimcomputer zu einer solchen Leistung fähig sei.
Denise, Paula und Agnus
Verantwortlich für diese für die damalige Zeit spektakulären Effekte - zu denen im Übrigen auch Raytracing in einfacher Form zählte - waren die sogenannten Custom Chips, also das Chipset des Amigas. Im Einzelnen waren das Denise (zuständig für die Grafik), Paula (Sound und Diskettencontroller) und Agnus (zentraler Steuerchip). Der Prozessor war der zu dieser Zeit weitverbreitete Motorola MC68000 mit 7,15909 MHz (NTSC) bzw. 7,09379 (PAL), werkseitig war der Amiga 500 mit 512 KiB RAM ausgestattet. Eine der ersten Anschaffungen bei den meisten Benutzern dieser Zeit (wie zum Beispiel auch beim Verfasser dieses Artikels) war die Speichererweiterung um weitere 512 KiB RAM auf dann insgesamt 1.024 KiB respektive 1 MiB. Die meisten dieser Speichererweiterungen kamen dann mit einer batteriegepufferten Echtzeituhr daher, was jedoch im Laufe der Zeit - lange nach dem Ende von Commodore - zum berüchtigten "Death by Varta" führte, also dem Auslaufen der Batterien mit den entsprechenden Folgen von Batteriesäure auf Elektronikplatinen.
In der Galerie: Legendäre Spiele vom Amiga
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Die meisten der Speichererweiterungen verfügten weiterhin über einen Kippschalter, der per Kabel aus dem Gehäuse geführt wurde. Dieser diente dazu, die RAM-Erweiterung abzuschalten, umso eine möglichst hohe Kompatibilität zu gewährleisten. Vereinzelt gab es Programme, die mit dem Mehr an RAM nichts anzufangen wussten und dann nicht starteten oder es kam zu der berüchtigten "Guru Meditation", dem Amiga-Pendant zum Bluescreen. Zumeist wurde in das Gehäuse des Amigas ein Loch gebohrt - oder wie in meinem Fall mit dem Lötkolben gebrannt -, um den Schalter aus dem Gehäuse zu führen.
Ansonsten gab es für den Amiga 500 zusätzliche Erweiterungen wie Turbokarten, Festplatten und später auch CD-ROM-Laufwerke. Diese Erweiterungen wurden entweder am Expansion Port auf der linken Seite eingesteckt, oder aber - wie im Falle vieler Turbokarten - direkt auf den Prozessorsocket aufgesteckt. Zumeist wurde der 68000er-Prozessor dann "Huckepack" auf die Turbokarte aufgesteckt, sodass auch hier ein Fallback realisiert werden konnte, um die größtmögliche Kompatibilität herzustellen. Häufig waren die Turbokarten mit einer mit 14 MHz taktenden 68020-CPU ausgestattet und verfügten außerdem noch über 1 MiB Fast RAM, auf welches die CPU exklusives Zugriffsrecht hatte. Auch hier kam häufig ein Schalter zum Einsatz. Einen Exoten der Erweiterungen stellte die KSC-Power-PC-Board-Erweiterung dar, die den Amiga 500 befähigte, einen 286er-PC zu emulieren.
Apropos RAM: der Amiga unterscheidet zwischen Chip RAM, Ranger RAM und dem erwähnten Fast RAM. Bei Chip RAM waren maximal 2 MiB möglich und dieser stand, wie der Name schon suggeriert, neben der CPU auch den Custom-Chips zur Verfügung. Bei Fast RAM waren bei den 32-Bit-CPUs (die bereits erwähnten 68020er) 3,5 GiB möglich (seinerzeit eine eher theoretische Grenze). Ranger RAM war durch seine schlechte architektonische Anbindung sehr langsam, weshalb man auch häufig den Namen "Slow RAM" liest. Weiter geht es auf der zweiten Seite mit den Spielen für den Amiga 500.

. Komplett mit Original Teilen auf "Maximum" gebrachter A4000T von Epson. Das Ding war immer mein Traum, den ich 2018 dann umgesetzt habe. Kein Gotek, keine Aftermarket Hardware nach 2000 (Peripherie mal ausgenommen, wobei der SCSI Brenner + Case auch echt alt sind).
Thema Amiga: für mich als Kid waren das reine Spielmaschinen, meine Eltern mochten sie null, also bekam ich keinen ^^. Ca. '87 rum kam mein erster PC, monochrom Hercules, geringe Spiele tauglich, meine Kumpels hatten C64 oder Amiga.
Gelernt (über DOS und Programmierung) habe ich viel, gespielt erst ab '91 rum mehr und mehr.
Amigas kamen ins Haus, als sie bei anderen gingen, mit der Überzeugung, dass es eben keine reinen Spielekisten für Raubkopierer waren. Aber so einen Ruf wird man schwer los. Die Sammlung bis heute ist recht umfangreich. Bis auf A2000 und A3000 Desktop (die fand ich optisch immer hässlich, aus heutiger Sammlersicht ein Fehler) sollte sich viel im Keller finden lassen.
Kam persönlich leider nie in den Genuss. Nach dem Commodore 64 meines Papas ging es für mich direkt weiter mit 486er, NES und Co. ^^
Mit C 64 schlafen gegangen und mit Amiga 500 aufgewacht.
Adventure spiele ich liebte sie alle von Monkeys Island bis Indiana Jones .
Das Magazin Nr.1 war damals der Amiga Joker, später kam dann der PC Joker hinzu.
Und als der Amiga-Joker eingestellt wurde, war das Ende schon länger absehbar. Die Spiele-Hersteller hatten sich mehr und mehr auf den IBM-PC fokussiert. Naja, den zweiten Joker hat es inzwischen auch erwischt. Den PC gibt es aber noch. Und PCGames auch noch.
\\Nostalgie Ende\\
Hans Ippisch als chefredaktuer, das waren noch zeiten... dank der coverdisks bin ich auf kracher wie Flashback und Lionheart gekommen.