AMD & Ati - Die Fusion trägt Früchte (PCGH-Retro, 28. Februar)

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AMD & Ati - Die Fusion trägt Früchte (PCGH-Retro, 28. Februar)
Quelle: PC Games Hardware

Die Fusion von AMD und Ati trägt Früchte - das geschah am 28. Februar. Jeden Tag wift PC Games Hardware einen Blick zurück in die noch junge, aber bewegte Geschichte des Computers.

...2007: Später einmal sollen Grafikchip und Hauptprozessor in ein gemeinsames Gehäuse wandern. Doch im Februar 2007 ist die Fusion der Firmen AMD und Ati erst wenige Monate alt, und so begnügt man sich zunächst damit, ein Ati-Produkt unter AMD-Namen zu verkaufen: Aus dem AM2-Chipsatz Ati RS690 wird der AMD 690G, der die RS48x-Reihe ablöst. Der Hersteller feiert das Produkt als erste Kombination der AMD-Plattform mit Ati-Grafik; die enthaltene GPU namens Radeon X1250, die zwar mit der 3D-Oberfläche von Windows Vista umgehen kann, ist allerdings nichts für Spieler. Der 690G markiert das Ende der Ati-Chipsätze - zumindest für AMD-Prozessoren, denn die Intel-Chips tragen zunächst weiterhin das Ati-Logo. Bis auch dieses von den Radeon-Grafikkarten verschwindet sollten noch weitere dreieinhalb Jahre vergehen.

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    • Kommentare (42)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Intel hat Nvidia damals einfach von der eigenen Plattform gekickt; nix mehr IGP. Das hätten sie bei einer Verschmelzung von AMD von Nvidia vermutlich noch früher und härter gemacht. Aber eine engere Zusammenarbeit mit ATI wäre wahrscheinlich gewesen – die hatten ihre Chipsatz-Ambitionen ohnehin auf den Sockel 775 fokussiert und waren traditionell stark im Low-End-/OEM-Grafikmarkt, der später von IGPs übernommen wurde.

        Zitat von antonrumata
        Ich war damals auch skeptisch, was die Fusion von ATI und AMD anging. In der Zwischenzeit gab es viele Höhen und Tiefen in der Entwicklung von AMD, aber die Entscheidung war sicher richtig. ATI allein hätte vielleicht nicht überlebt. Und der neue Strix Halo sieht wirklich super aus und erfüllt den Traum von der Vereinigung von CPU und Grafikchip.
        Strix Halo ist eigentlich das genaue Gegenteil der damaligen Vision: Anstatt beide Funktionen in einem Stück zu Silizium zu vereinen, hat man einen Chip mit Grafikeinheit und Speichercontroller sowie davon getrennt, über ein proprietäres Interface angebunden, einen zweiten Chip (oder deren zwei) mit Kernen und Caches. Vor der ATI-Übernahme nannte man ersteren Chip "Northbridge" und hat ihn auf Mainboards gelötet, die Verbindung dahin "Front Side Bus" statt "Infinity Fabric". Mit der zweiten Pentium-D-Generation auf z.B. i945G gab es das sogar schon in Dual-"CCD"-Ausführung. Die Chips auf einem Package in den Sockel zu packen, um die Entfernungen zu verringern, hat man erstmalig bei Clarkdale (erste Core i3) praktiziert.

        AMDs eigentliche Vision waren aber nicht einfach nur Chips, auf denen beide Einheiten sitzen (ab 2011 bei Sandy Bridge, zu AMDs Leidwesen fünf Monate vor Llano), sondern Chips in denen beide Sparten eng zusammenarbeiten und sich gegenseitig ergänzen. Davon hat man schon lange nichts mehr gehört, selbst die MI300A ist nur eine Kombination aus GPGPU und CPU, die nebeneinander her arbeiten und Systeme ohne extra CPU-Sockel ermöglichen. Die Idee hat auch massive Henne-Ei-Probleme und wenig Synergien mit andern Stoßrichtungen. Stattdessen hat man Desktop-GPUs immer mehr Logik-Einheiten spendiert, damit sie CPU-Aufgaben ganz übernehmen und homogene GPGPUs werden in ihren Fähigkeiten immer CPU-ähnlicher (auch wenn das Niveau von Xeon Phi wohl weiterhin nicht erreicht wird).

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      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Intel hat Nvidia damals einfach von der eigenen Plattform gekickt; nix mehr IGP. Das hätten sie bei einer Verschmelzung von AMD von Nvidia vermutlich noch früher und härter gemacht. Aber eine engere Zusammenarbeit mit ATI wäre wahrscheinlich gewesen – die hatten ihre Chipsatz-Ambitionen ohnehin auf den Sockel 775 fokussiert und waren traditionell stark im Low-End-/OEM-Grafikmarkt, der später von IGPs übernommen wurde.

        Zitat von antonrumata
        Ich war damals auch skeptisch, was die Fusion von ATI und AMD anging. In der Zwischenzeit gab es viele Höhen und Tiefen in der Entwicklung von AMD, aber die Entscheidung war sicher richtig. ATI allein hätte vielleicht nicht überlebt. Und der neue Strix Halo sieht wirklich super aus und erfüllt den Traum von der Vereinigung von CPU und Grafikchip.
        Strix Halo ist eigentlich das genaue Gegenteil der damaligen Vision: Anstatt beide Funktionen in einem Stück zu Silizium zu vereinen, hat man einen Chip mit Grafikeinheit und Speichercontroller sowie davon getrennt, über ein proprietäres Interface angebunden, einen zweiten Chip (oder deren zwei) mit Kernen und Caches. Vor der ATI-Übernahme nannte man ersteren Chip "Northbridge" und hat ihn auf Mainboards gelötet, die Verbindung dahin "Front Side Bus" statt "Infinity Fabric". Mit der zweiten Pentium-D-Generation auf z.B. i945G gab es das sogar schon in Dual-"CCD"-Ausführung. Die Chips auf einem Package in den Sockel zu packen, um die Entfernungen zu verringern, hat man erstmalig bei Clarkdale (erste Core i3) praktiziert.

        AMDs eigentliche Vision waren aber nicht einfach nur Chips, auf denen beide Einheiten sitzen (ab 2011 bei Sandy Bridge, zu AMDs Leidwesen fünf Monate vor Llano), sondern Chips in denen beide Sparten eng zusammenarbeiten und sich gegenseitig ergänzen. Davon hat man schon lange nichts mehr gehört, selbst die MI300A ist nur eine Kombination aus GPGPU und CPU, die nebeneinander her arbeiten und Systeme ohne extra CPU-Sockel ermöglichen. Die Idee hat auch massive Henne-Ei-Probleme und wenig Synergien mit andern Stoßrichtungen. Stattdessen hat man Desktop-GPUs immer mehr Logik-Einheiten spendiert, damit sie CPU-Aufgaben ganz übernehmen und homogene GPGPUs werden in ihren Fähigkeiten immer CPU-ähnlicher (auch wenn das Niveau von Xeon Phi wohl weiterhin nicht erreicht wird).

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      • Von CD LABS: Radon Project Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von Two-Face
        AW: AMD & Ati - Die Fusion trägt Früchte (PCGH Retro 28. Februar)

        Nach so vielen Jahren dürfte ja hinreichend bekannt sein, was für einen Fehler sich AMD da eigentlich geleistet hat.
        Über 10 Jahre lang Rückstand im CPU-Markt und mäßige Grafikkarten mit generationsmäßig breitgetretenen Architekturen, die im High-End-Markt inzwischen gar nicht mehr konkurrenzfähig sind.^^

        Ich empfand damals schon die Übernahme als sehr schweren Fehler und in all den Jahren gab es nichts, was mich hierbei im Nachinein vom Gegenteil überzeigt hätte.
        Die Übernahme selbst war kein Fehler, ihre Durchführung hingegen schon. Sie hätte niemals in Barmitteln, sondern via Aktientausch von Statten gehen sollen. So gelang es AMD ja auch in heutiger Zeit Xilinix problemlos zu übernehmen, also ohne, dass das fusionierte Unternehmen danach ins Schlingern geriet. Und die Integration von Xilinix gelang ihnen auch deutlich besser als die von Altera in Intel.
        Es hat halt nur Ewigkeiten gedauert, bis das Kernprodukt, das mit der Fusion der Unternehmen entstehen sollte, das Licht der Welt erblickte: Die erste APU, Llano. Und seitdem ging es lange Zeit eher schleppend weiter...
        Zitat von antonrumata
        Ich war damals auch skeptisch, was die Fusion von ATI und AMD anging. In der Zwischenzeit gab es viele Höhen und Tiefen in der Entwicklung von AMD, aber die Entscheidung war sicher richtig. ATI allein hätte vielleicht nicht überlebt. Und der neue Strix Halo sieht wirklich super aus und erfüllt den Traum von der Vereinigung von CPU und Grafikchip.
        ...und erst gerade, wie richtig gesagt, werden die Versprechungen wirklich erfüllt. Framework hat stand jetzt sechs von sieben Q3-Chargen an Systemen und ITX-Boards bereits verkauft und konnte sich die erste Zeit wirklich nicht vor Nachfrage retten.

        Natürlich ändert das alles nichts daran, dass es besser gewesen wäre, wenn Héctor Ruiz damals dem Angebot von Jensen Huang zugestimmt hätte und AMD und Nvidia fusioniert hätten, mit Huang als CEO. Meiner Meinung nach wäre ATI kurz darauf von Intel geschluckt worden, um mit der übermächtigen Konkurrenz (8800 GTX, Etablierung von CUDA, ...) mithalten zu können. Ohne ernstzunehmende iGPU-Sparte wäre Intel durch Nvidia-iGPUs gekillt worden; gegen die schmutzigen Tricks von Nvidia hätten selbst die schmutzigen Tricks von Intel alt ausgesehen.
      • Von Darkhunter098 Freizeitschrauber(in)
        Genau wo heut die neuen Grakkas von ATI vorgestellt werden😉 das kann nur gutes Heissen!😉
      • Von antonrumata Freizeitschrauber(in)
        Ich war damals auch skeptisch, was die Fusion von ATI und AMD anging. In der Zwischenzeit gab es viele Höhen und Tiefen in der Entwicklung von AMD, aber die Entscheidung war sicher richtig. ATI allein hätte vielleicht nicht überlebt. Und der neue Strix Halo sieht wirklich super aus und erfüllt den Traum von der Vereinigung von CPU und Grafikchip.
      • Von Schinken BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von Two-Face
        AW: AMD & Ati - Die Fusion trägt Früchte (PCGH Retro 28. Februar)

        Nach so vielen Jahren dürfte ja hinreichend bekannt sein, was für einen Fehler sich AMD da eigentlich geleistet hat.
        Über 10 Jahre lang Rückstand im CPU-Markt und mäßige Grafikkarten mit generationsmäßig breitgetretenen Architekturen, die im High-End-Markt inzwischen gar nicht mehr konkurrenzfähig sind.^^

        Ich empfand damals schon die Übernahme als sehr schweren Fehler und in all den Jahren gab es nichts, was mich hierbei im Nachinein vom Gegenteil überzeigt hätte.
        Und nur ein paar Jahre später ?
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