Resident Evil 7: Technik-Test mit Benchmarks von 22 Grafikkarten - gruselig mit weniger als 4 GiB VRAM
Resident Evil 7: Biohazard wurde veröffentlicht und hat bisher gute Wertungen kassiert. Das ist für PC Games Hardware Anlass genug, die Technik des Horrorspiels zu beleuchten und Ihnen pünktlich zum Launch umfassende Grafikkarten-Benchmarks und Tuning-Tipps anzubieten.
Mit Resident Evil 7 Biohazard kehrt Capcom zur bekannten Resident-Evil-Serie zurück, führt mit der Ego-Perspektive aber einige technische Neuerungen ein. Zum Einsatz kommt dabei Capcoms neue RE-Engine, welche das lange Jahre im Gebrauch befindliche MT Framework ablöst. Der neue Grafikmotor soll nicht nur die Arbeit der Entwickler deutlich erleichtern, sondern auch eine sehr gute und VR-taugliche Performance liefern und ist zudem stark auf die aktuelle Konsolen- und PC-Hardware ausgelegt. Wir fühlen Spiel und Technik in diesem Artikel auf den Zahn.
Die Systemanforderungen für das neue Resident Evil sind dabei überschaubar. Minimal und damit für Full HD in 30 Fps reichen auf Grafikkartenseite eine Geforce GTX 760 beziehungsweise Radeon R7 260X, dazu muss ein Core i5-4460 oder ein FX-6300 im PC stecken. 8 GiB RAM und 24 GByte Plattenplatz sind ebenfalls gesetzt. Für Full HD und 60 Fps muss man aber schon mehr auffahren: Empfohlen werden ein Intel Core i7-3770 oder ein nicht näher bezeichnetes, gleichwertiges Gegenstück von AMD. 8 GiByte Arbeitspeicher werden ebenfalls genannt, bei den Grafikkarten wird mit der GTX 1060 (3 GiB) nur ein Nvidia-Modell genannt.
Den Schatten-Cache sollten Sie bei Grafikkarten mit 4 GiByte und weniger tunlichst deaktivieren, denn ansonsten kann die Performance spätestens in WQHD extrem stark beeinträchtigt werden.
Das Optionsmenü ist recht umfangreich und bietet neben einer ganzen Reihe Grafikeinstellungen außerdem einen FOV-Slider bis 90°, eine Möglichkeit, virtuellen Surround-Sound via Kopfhörer wiederzugeben und das Bild in HDR auszugeben - auf kompatiblen Fernsehgeräten, PC-Displays mit HDR-Funktion existieren bislang schließlich noch nicht . Zudem kann die Bildrate auf 30 oder 60 Fps beschränkt werden oder unbegrenzt laufen. Im Grafikmenü findet sich außerdem die Option für den Schatten-Cache, die Sie mit Grafikkarten mit 4 GiByte und weniger tunlichst deaktivieren sollten, denn ansonsten kann die Performance spätestens in WQHD extrem stark beeinträchtigt werden.
Außerdem kann bei der Bildausgabe zwischen Vollbild, Fenster und Borderless Window gewählt werden - ist die Vollbilddarstellung aktiviert, war bei unseren Tests nach dem Starten des Spiels ist ärgerlicherweise nicht immer der richtige Darstellungsmodus aktiv, das Spiel lief stattdessen im rahmenlosen Vollbild oder gar im Hintergrund. Im letzteren Fall werden dem Spiel dazu offenbar nicht ausreichend System-Ressourcen zur Verfügung gestellt; die Performance ist dann auffallend schlecht. Starten Sie Resident Evil in solch einer Situation am Besten neu - notfalls mehrfach. Eine Anmerkung für 21:9-Fans: Zwar werden Ultra-Wide-Auflösungen unterstützt, allerdings werden die Ränder links und rechts einfach abgeschnitten. Bei einer Auflösung von 3.440 × 1.440 bekommen Sie daher nur 2.560 × 1.440 Pixel zu Gesicht, die Ränder bleiben leer. Wir haben uns zusätzliche Benchmarks daher gespart. Besitzen Sie ein solches Display, können Sie einfach die Werte für WQHD zu Rate ziehen. Gleiches gilt für 2.560 × 1.080, hier läuft Resident Evil 7 in Full-HD-Auflösung.
Resident Evil 7 - Schicke Schatten und Beleuchtung, aber unscharfe Optik mit temporalen Artefakten
Optisch wirkt das neue Resident Evil etwas durchwachsen - der Fokus auf VR, verhältnismäßig hohe Bildraten und Auflösungen auf den Konsolen kostet eben einen gewissen Tribut. Durchaus schick sind Beleuchtung und Echtzeitschatten, welche auch einen großen Teil der gelungenen Horror-Atmosphäre ausmachen. Auch einige der Effekte sind ansehnlich. Dagegen sind viele Texturen eher niedrig aufgelöst, das gesamte Bild wirkt außerdem sehr unscharf, dazu sorgen die Umgebungsverdeckung (Optional auch HBAO+) und die Screen-Space-Reflections, die neben der Kantenglättung ebenfalls temporal (und in einer niedrigeren Auflösung) berechnet werden, für grieselige Artefakte. Insbesondere die Reflexionen stören das Auge in vielen Szenen sehr, hier hätten wir uns für die PC-Version eine Option auf höhere Shader-Auflösungen oder wenigstens eine zusätzliche Filterung gewünscht - optional lassen sich die Spiegelungen aber auch einfach im Grafikmenü deaktivieren.
Die Performance ist indes prinzipiell gut, jedoch gilt dies nur mit Einschränkungen für Grafikkarten mit wenig Speicher, denn Resident Evil 7 ist recht anspruchsvoll. Dies geht nur begrenzt auf die Texturen zurück, wesentlich anspruchsvoller sind die Effekte und ganz besonders die Schattendarstellung. Während unseres Tests liefen nur Karten mit 6 GiByte oder mehr durchgehend flüssig, GPUs mit 4 GiByte oder weniger machten dagegen häufiger Probleme. Wir haben uns daher entschlossen, für unsere Messungen den Schatten-Cache zu deaktivieren, was allerdings nicht vollständig Abhilfe schafft. Spätestens ab 2.560 × 1440 Pixeln wird es speichertechnisch auch mit deaktiviertem Cache eng. Besonders stark ist die GTX 970 mit ihrem 3,5 + 0,5 GiByte segmentiertem Speicher betroffen, die eine gegenüber anderen "echten" 4-GiByte-Grafikkarten eine sehr unausgegorene Performance liefert und in hohen Auflösungen sogar hinter eigentlich deutlich langsamere und mit weniger Speicher ausgestattete GPUs wie etwa die R9 280X zurückfällt. Generell raten wir dazu, die Schattenqualität bei Ruckeln und/oder Slowdowns ebenfalls zu reduzieren.
| Minimum (1080p, 30 Fps) | Empfohlen (1080p, 60 Fps) | |
|---|---|---|
| Betriebssystem: | Windows 7, 8, 8.1, 10 (64 Bit) | Windows 7, 8, 8.1, 10 (64 Bit) |
| CPU: | Intel Core i5-4460 oder AMD FX-6300 | Intel Core i7 3770 oder AMD-Äquivalent |
| Arbeitsspeicher: | 8 GiB RAM | 8 GiB RAM |
| Grafikkarte: | Geforce GTX 760 oder Radeon R7 260x mit 2 GiB VRAM | Geforce GTX 1060 mit 3 GiB VRAM |
| Festplatte: | 24 GByte | 24 GByte |
| DirectX: | Version 11 | Version 11 |
Resident Evil 7: Erste Grafikkarten-Benchmarks
Wie läuft Resident Evil 7 auf meinem PC? Diese Frage beantworten wir, wie immer, anhand eines von uns ausgesuchten Spielstandes. Die Tests finden innerhalb eines Gebäudes statt, das der Spieler nach einigen Minuten nach Start der Kampagne erreicht. Der von uns gemessene, 20-sekündige Gang durch das Haus gibt vor allem dank der sehenswerten, durch ein Fenster einfallenden Lichtstrahlen relativ geringe Bildraten aus, um ein Worstcase-Szenario handelt es sich jedoch nicht - sondern um eine typische Szene, wenn auch ohne Zombies.
Am Dienstagnachmittag lieferte uns Nvidia einen für Resident Evil 7 angepassten Treiber, der gegenüber dem davor aktuellen 376.33 WQHL-Treiber minimale Performance-Gewinne bringt. Gegen die Speicherprobleme und Ärgernisse mit der Vollbilddarstellung hilft der Geforce 378.49 WHQL nicht, dennoch haben wir die bereits gemessenen Geforce-GPUs neu gebencht. Der Radeon-Treiber 17.1.1 Hotfix enthält bereits Optimierungen für Resident Evil 7. Die AMD-Grafikkarten schneiden auffallend gut ab, eventuell geht dies auf die stark auf die aktuelle Konsolengeneration zugeschnittene RE Engine zurück.
Die Benchmarks halten so manche Überraschung bereit. Die wichtigste Erkenntnis, welche wir eingangs bereits erwähnt haben, betrifft die Speicherbelegung der Grafikkarte. Bei Modellen mit 4 GiByte und weniger ist es elementar, den Shadow Cache nicht zu aktivieren, da die Bildrate ansonsten jenseits der Full-HD-Auflösung ins Bodenlose fällt. Doch auch mit deaktiviertem Schattenpuffer besitzt Resident Evil 7 zum gegebenen Zeitpunkt einen großen Hunger auf Grafikspeicher. Besonders hart trifft das die Geforce GTX 970, welche wir - wie alle Karten mit weniger als 6 GiByte - ohne Shadow Cache gebencht haben; sie fällt deutlich hinter das Niveau ihrer Schwester GTX 980 zurück, welche ohne die kontroverse Speicher-Segmentierung kommt. Daneben fällt die grundsätzlich starke Radeon-Performance auf. So kann sich die RX 470/4G mit der in den meisten Spielen schnelleren Geforce GTX 1060 6GB anlegen und die Fury X den ordentlich übertakteten GTX-1070- und 980-Ti-Modellen Paroli bieten - bis ihr in Ultra HD der Speicher ausgeht, weshalb sogar die R9 390/8G schneller rechnet.
Auch 3-GiByte-Grafikkarten haben in Resident Evil 7 Probleme, konstant flüssige Bildraten auszugeben. In Full HD ist die Performance grundsätzlich in Ordnung, wird jedoch von sporadischen Nachladerucklern durchzogen. In noch höheren Auflösungen und maximalen Details ist für die Geforce GTX 1060 3GB und GTX 780 (Ti) dann nichts mehr zu holen, weder ohne noch mit Shadow Cache ist die Performance interirdisch. Interessant ist, dass die altehrwürdige R9 280X, welcher einer übertakteten HD 7970 (Release: Anfang 2012) entspricht, diese Probleme nicht hat, sie kann auch zum Spielen in WQHD verwendet werden.
Randnotiz: Die vor rund vier Jahren erschienene Geforce GTX Titan ("Classic") zeigt, inwiefern sich die Investition in eine Grafikkarte mit "viel zu viel" Speicher auszahlen kann. 2013 musste man Unterschiede zur Geforce GTX 780 (Ti) mithilfe von Extremszenarien konstruieren, im Jahr 2017 helfen die 6 GiByte in jedem zweiten Spiel. So kann sich die Titan Classic ab WQHD gut in Szene setzen - gegen die beeindruckende Performance der R9 280X OC, welche mit diesem Takt einer HD 7970 GHz Edition entspricht, kommt sie jedoch nicht an.
2-GiByte-Grafikkarten wie die Geforce GTX 770/670 und Radeon R9 270X haben's in den getesteten Einstellungen (maximale Details) schwer. Viele der Grafikoptionen stehlen große Teile der Bildrate. Verzichten Sie auf die Schmankerl, kann jedoch auch eine 2012er-Grafikkarte Resident Evil 7 ohne große Probleme darstellen. Zur Orientierung: Mit minimalen Details rendert besagte GTX 670 OC unsere Testszene in Full HD mit 70 bis 90 Fps (!).
Bildergalerie
Hintergrund: Resident Evil 7
Resident Evil 7 Biohazard verkörpert die typischen Spielelemente, die den Begriff "Survival Horror" vor 20 Jahren definiert haben. Die Spieler können, zum ersten Mal in der Resident Evil-Reihe, die Erfahrung aus der Egoperspektive erleben. Das Spiel bewegt sich mit langsamer Erkundung, cleveren Puzzles und einer beängstigenden Atmosphäre zurück zu den Ursprüngen der Serie. Das klassische begrenzte Inventarsystem feiert ebenfalls eine Rückkehr, und zwingt die Spieler dazu, stets abzuwägen, was wichtig genug ist, um mitgenommen zu werden - kann man jemals zu viele Heilkräuter haben?

The Japanese release includes both standard and “Ages 18+” versions, as well as a PlayStation 4-only physical edition for 5,398 yen.
Resident Evil 7: biohazard Gold Edition includes the complete game in addition to both volumes of the “Banned Footage” downloadable content, as well as the brand new “End of Zoe” downloadable content, which is a Zoe Baker after-story.
For original Resident Evil 7: biohazard owners, “End of Zoe” will launch for 1,500 yen alongside the free “Not a Hero” downloadable content, which follows Chris Redfield, alongside the release of Resident Evil 7: biohazard Gold Edition on December 14 in Japan.
2017-02-06 06:06:30 - re7
Frames: 996 - Time: 22500ms - Avg: 44.267 - Min: 35 - Max: 55
3840x2160, Alles Max, außer: SSAO (variabel), Schatten Cache Aus, Chromatische Aberration Aus (kostet nix, ist aber hässlich)
Zum Vergleich: PCGH erreicht mit ihrer 290 Tri-X OC@HQ mit HBAO+: 23.3 fps
Und das macht imo den Unterschied zwischen: "Hey, ich brauch eine neue GraKa, das ist absolut unspielbar" und "Was wollt ihr, läuft doch absolut geschmeidig" aus. Wenn ich mir denk, dass man mit einer 1070(OC) und HBAO+ weniger fps bekommt sag ich - "Pfeif auf HBAO+ und toll, wie meine 450€ GraKa aus Ende 2013 noch mithalten kann". Hätt ich mir damals echt nicht gedacht.
Gesendet von meinem HTC 10 mit Tapatalk
Grafikkarte und Prozessor@Stock mit Windows 10 und aktuellen Treibern
PCGH Benchmarkszene Ergebnis:
2017-02-01 20:03:23 - re7
Frames: 2092 - Time: 31296ms - Avg: 66.846 - Min: 58 - Max: 81
Grafiksettings siehe Anhang
Läuft sehr sehr gut
Gruß,
Phil