Resident Evil 2 im Technik-Test: Upscaling, Benchmarks, Fazit
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Resident Evil 2 im Technik-Test: Upscaling, Benchmarks, Fazit

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Auf Seite 2 des Technik-Tests von Resident Evil 2 gehen wir auf Upscaling, Benchmarks, Fazit ein.

Resident Evil 2: Renderskalierung und DirectX

Resident Evil 2 verfügt obendrein über eine Renderskalierung von 50 bis 200 Prozent, zusätzlich können Sie mit Interlaced-Rendering außerdem eine Upscaling-Methode nutzen, die entfernt an eine simplifizierte Form von Checkerboarding erinnert. Offenbar wird mittels Interlacing nur jede zweite Bildzeile berechnet. Dies geschieht wohl über mehrere Frames im Wechsel, das Bild wird dann aus mehreren dieser Teilbildern zusammengesetzt. Dem Resultat sieht man an, dass es sich nicht um native Darstellung handelt, insbesondere Details wie Haare, feine vertikale Elemente wie vergitterte Fenster und einige Effekte, darunter die Screen-Space-Reflections, Bloom, volumetrisches Licht und die Umgebungsverdeckung werden in Mitleidenschaft gezogen, obendrein wabert das Bild vor allem in Bewegung leicht und wirkt trotz kräftiger TAA-Unterstützung instabil. Trotzdem könnte sich Interlaced-Rendering in einigen Situationen lohnen, da beim Zuschalten viel Leistung frei wird und zusammen mit etwas Detailverzicht sind schon mit einer flotten Mittelklasse-GPU wie einer RX 580 relativ hohe Bildraten drin - eventuell genügend, um Ihnen das Spielen auf einem 4K-TV schmackhaft zu machen.

Einen weiteren nennenswerten Punkt im Grafik-Menü betrifft die Direct-X-Version. Resident Evil 2 unterstützt sowohl Direct X 11 als auch Direct X 12, allerdings fällt die Leistung mit Letzterem mit allen getesteten GPUs deutlich schlechter aus. Der Leistungsverlust ist signifikant, die RTX 2080 Ti etwa bricht in Full HD von 218,6 Fps unter DX11 auf 135,7 Fps ein, ein Leistungsverlust von beinahe 40 Prozent. Ähnliche, wenn auch nicht ganz so dramatische Performance-Einbrüche verzeichneten wir mit AMD-GPUs, wobei der prozentual geringere Leistungsverlust eventuell auf die gegenüber der RTX 2080 Ti generell geringere Leistung zurückgeht. Wie auch immer: Beim Zuschalten von Direct X 12 büßen beide GPU-Hersteller deutlich Leistung ein, wir empfehlen zum aktuellen Zeitpunkt daher ausdrücklich Direct X 11.

Eine abschließende Bemerkung zur UWQHD-Präsentation: Die Skalierung während des Gameplays funktioniert auf 21:9-Displays korrekt, die Zwischensequenzen werden indes auf das 16:9-Format beschnitten. Zum aktuellen Zeitpunkt gibt es jedoch bereits erste Lösungsansätze in Form eines Patches im Widescreen-Gaming-Forum.

Resident Evil 2 - Benchmarks und Performance

Bevor wir zu den Benchmarks kommen, fassen wir noch einmal unsere Settings zusammen. Wir nutzen Direct X 11, setzen alle Grafikeinstellungen auf maximale Stufe (Preset Maximum) und wählen für die Texturen Hoch (4 GB). Dazu installieren wir die aktuellen Grafikkartentreiber beider Hersteller, namentlich Geforce 417.75 WHQL sowie Radeon Software 19.1.2. Letzterer hat laut Treiberinformation bereits Optimierungen für Resident Evil 2 erhalten.

Für unseren Benchmark verlassen wir den zentralen und sicheren Hub, den die schick präsentierte und fein ausgeleuchtete Eingangshalle der Raccoon-City-Police-Station darstellt, und begeben uns in die düsteren Gänge in östlicher Richtung (um den Benchmark nachzustellen, müssen Sie zuerst den kurzen Part im westlichen Flügel abschließen, auch im etwas späteren Spiel steht Ihnen der Zugang zu unserer Benchmark-Szene frei). Es handelt sich um eine deutlich anspruchsvollere Umgebung als den Hub-Bereich und viele andere Szenarien, nicht aber um ein Worst-Case-Szenario.

Resident Evil 2: Fazit des Technik-Tests

Die Performance von Resident Evil 2 ist sehr ansprechend. Über weite Teile läuft der Titel sehr geschmeidig und mit hohen Bildraten, Ruckler stellten während unseres Tests die absolute Ausnahme dar und blieben zudem im unauffälligen Rahmen von ca. 30 ms. Die CPU wird nur wenig belastet, sicherlich ein Nebeneffekt der eher engen, beschränkten Umgebungen. Und wie schon Resident Evil 7 ist Resident Evil 2 auch auf den Konsolen für hohe Bildraten ausgelegt, eine gute Ausnutzung deren Rechenwerke dürfte daher bei der Entwicklung eine wichtige Rolle eingenommen und sich zumindest zu Teilen auf die PC-Version herüber retten lassen haben.

Bei steigender Auflösung fällt allerdings auf, dass einige Effekte deutlich an Anspruch zulegen. Da wäre beispielsweise die volumetrische Beleuchtung, die mit steigender Auflösung ebenfalls hochauflösender ausfällt. Wenn Sie hohe Auflösungen anstreben, ist das Absenken dieser Option eine empfehlenswerte Tuning-Maßnahme. Weitere gute Ansatzpunkte sind die Umgebungsverdeckung, die Schattenqualität sowie die Screen-Space-Reflections. Die Reflexionen scheinen bei hohen Auflösungen zudem nicht ganz korrekt dargestellt, außerdem wirken sie aufgrund der Akkumulation (also eine Verdichtung des Effekts über mehrere Frames) zudem bei hohen Bildraten überzeugender und etwas weniger grieselig als bei niedrigen. Hier und dort flackert außerdem mal ein Schatten, einige der Screen-Space-basierten "Contact-Shadows" wirken außerdem optisch inkorrekt.

Bildergalerie

Zusammengefasst ist die technische Umsetzung von Resident Evil 2 indes sehr gelungen. Der filmische Look passt ausgezeichnet zu der düsteren Horror-Atmosphäre, die moderne Technik transportiert das old-schoolige Gameplay und Spielkonzept optisch sehr ansehnlich in die heutige Zeit. Die artistisch wie handwerklich gelungene Neuinterpretation der Umgebungen des Originals ist dank der schicken Beleuchtung und Verschattung und des überzeugenden Renderansatzes auch für von heutiger Technik verwöhnten Spieleraugen ein Genuss, die aufwendig produzierten und gut vertonten Zwischensequenzen versprühen Kino-Flair, die fein animierten digitalen Darsteller zeigen gegenüber dem Original dankenswert weit weniger unfreiwillige Komik und peinliche Dialoge. Die modernisierte Technik erlaubt es den Entwicklern zudem, arg antiquierte Aspekte des Originals, darunter die festen Kamerawinkel und die eventuell im historischen Kontext vorbildliche, im Grunde jedoch schon immer frustrierend-hakelige Steuerung zu ersetzen.

Eine weitere Erwähnung ist die Audio-Untermalung samt binaurealem Surround für Headsets und Kopfhörer wert. Die Abmischung ist Capcom sehr eindrücklich gelungen, die Sound-Kulisse ist insbesondere mit einem guten Kopfhörer fein-detailliert und eindrücklich verstörend, gruselige Klänge sind geradezu beängstigend gut ortbar - der musikalische Soundtrack ist dagegen allerdings wenig bemerkenswert. Mit dem Remake von Resident Evil 2 zeigt Capcom eindrücklich auf, wie man einen Klassiker mit zeitgemäßer Grafik wieder aufleben lassen kann, ohne dabei das ursprüngliche Konzept zu ruinieren. Das moderne Resident Evil 2 dürfte somit sowohl Fans des Original als auch neue Spieler ansprechen können. Es wäre wohl wünschenswert, würden andere Entwickler sich hier und dort auch mal einmal ein wenig rückbesinnen und sich an eigenen, wenn auch alten Tugenden orientieren.

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