Ryzen Mobile: AMDs Antwort auf den Treiber-Shitstorm ist unbefriedigend
Notebooks mit AMDs Raven-Ridge-APUs alias Ryzen Mobile werden nur unzureichend mit Treiber-Updates versorgt, was zu Fehlern führen kann und zudem die Radeon-RX-Vega-iGPU ausbremst. AMD schreibt in einem offenen Brief, dass man zusammen mit den OEMs versuchen wird, die Situation zu bessern. Wirklich etwas unternehmen könne der Chiphersteller jedoch nicht.
Technisch gesehen sind AMDs Raven-Ridge-APUs gut gelungen. GPU-seitig ist der Chiphersteller der Konkurrenz von Intel schon lange voraus. Mit den Zen-Kernen schloss AMD dann auch endlich CPU-seitig auf, sodass Ryzen Mobile ein attraktives Gesamtpaket für Notebooks darstellt - solange man die Hardware betrachtet. Software-seitig sind die Nutzer schon lange unzufrieden, in den vergangenen Wochen kippte die Stimmung schließlich zusehens.
Die aktuelle Treibersituation rund um Ryzen Mobile
Das Problem: AMD selbst stellt keine Treiber für den Ryzen 7 2700U, Ryzen 5 2500U, Ryzen 3 2200U und andere Raven-Ridge-APUs für Notebooks zur Verfügung. Stattdessen sind die OEMs gefordert, die das Thema nur stiefmütterlich angehen. Teilweise gab es seit der initialen Veröffentlichung eines Notebooks kein Treiber-Update mehr - womit nicht einmal eine Adrenalin-Version zur Verfügung steht. Wohlgemerkt hat AMD seine Radeon-Software im Dezember 2017 auf Adrenalin umgestellt. Teilweise werden die Treiberpakete zwar neu zusammengestellt, sodass ein aktuelles Datum dransteht, enthalten sind dann aber noch die alten Radeon-Crimson-Versionen.
AMD stellt eine Besserung in Aussicht, kann aber nichts versprechen
AMD hat nun über Reddit einen Post verfasst, laut dem man die Situation verbessern wolle. Letztendlich vertröstet der Chiphersteller die Nutzer aber lediglich. Man wolle die Notebook-Hersteller ab 2019 verstärkt dazu bewegen, immerhin zwei Mal pro Jahr Treiber-Updates anzubieten, letztendlich könne man sie aber nicht dazu zwingen. Möglichkeiten, um selbst Ryzen-Mobile-Treiber, allen voran für die Vega-iGPU, anzubieten, evaluiere man, aber darauf festnageln lässt sich AMD nicht.
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Laut AMD stimmten die OEMs ihre Treiberpakete spezifisch auf ihre Notebooks ab. Würde man dazwischen funken, könne das zu "nicht idealen Nutzererfahrungen" führen. Viele Nutzer führen nun an, dass die Erfahrung jetzt schon nicht ideal sei, weil die alten Treiber häufig schlichtweg instabil seien. Das reiche von Abstürzen beim Abspielen von Youtube-Videos bis hin zu Black-Screens bei 3D-Spielen. Zudem bot AMD bei seinen Pre-Ryzen-APUs auf Basis von Bulldozer selbst noch Mobile-Treiber an. Ebenso sind auf Intels Webseite aktuelle iGPU-Treiber für Notebooks verfügbar, vor deren Installation lediglich die OEM-Versionen deinstalliert werden müssen. Eine grundsätzliche Einschränkung scheint das folglich nicht zu sein.
Workaround für aktuelle Radeon-Treiber
Für versierte Nutzer gibt es nur umständliche Workarounds für aktuelle Treiber. Dazu muss man zunächst den Adrenalin-Treiber 18.1.1 von AMD herunterladen und "installieren". Der Installer entpackt dabei die Dateien in den Treiberordner unter C:, woraufhin sich der iGPU-Treiber über den Geräte-Manager aktualisieren lässt. Wurde einmal die Version 18.11.1 installiert, lassen sich auch die neueren Adrenalin-Fassungen aufspielen. Eine detaillierte Schritt-für-Schritt-Anleitung ist auf Youtube verfügbar (unten als angepinnter Kommentar verschriftlich). In den Radeon-Settings wird mit dem Workaround häufig bloß DDR3- statt DDR4-RAM angezeigt. Zudem wird in Spielen nur noch Full HD als mögliche Render-Auflösung ausgegeben - ändern lässt sie sich aber noch in der ini-Datei des jeweiligen Titels. Aktuelle Treiber können teils erhebliche Leistungsvorsprünge und eine höhere Stabilität aufweisen.

Die "Workaround-Variante" wie unten im Artikel zeigt, dass der allgemeine Raven-Ridge-Treiber grundsätzlich funktioniert, ohne für kritische Fehler zu sorgen. Sachen wie die TDP und Lüfterkurven sind im BIOS hinterlegt, sodass eine Treiberinstallation daran nichts ändert.
Also AMD, kümmert Euch mal bitte darum. Das ist doch erbärmlich.
Geraetetreiber – Wikipedia
Die Treiber hängen stark von der Hardware ab und die wird von OEMs an Ihre Bedürfnisse angepasst. Würde AMD Treiber ohne Berücksichtigung der Hardwarekonfigurations herausgeben, wären reihenweise Notebooks von heute auf morgen kaputt oder hätten Schäden erleiden können etc.
Was macht mehr Sinn? Dass OEMs neuere Versionen vom AMD- Treiber an ihre Hardware anpassen und öfter herausgeben oder dass AMD für jedes OEM Produkt/ jede Konfiguration angepasste Treiber herausgibt?
Und dann wundert sich irgendwer wenn das Ding instabil wird oder bei Neueren Sachen zu langsam ist. GoodJob hier....