Ryzen Mobile: AMDs Antwort auf den Treiber-Shitstorm ist unbefriedigend

36
News Mark Mantel Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Ryzen Mobile: AMDs Antwort auf den Treiber-Shitstorm ist unbefriedigend
Quelle: AMD

Notebooks mit AMDs Raven-Ridge-APUs alias Ryzen Mobile werden nur unzureichend mit Treiber-Updates versorgt, was zu Fehlern führen kann und zudem die Radeon-RX-Vega-iGPU ausbremst. AMD schreibt in einem offenen Brief, dass man zusammen mit den OEMs versuchen wird, die Situation zu bessern. Wirklich etwas unternehmen könne der Chiphersteller jedoch nicht.

Technisch gesehen sind AMDs Raven-Ridge-APUs gut gelungen. GPU-seitig ist der Chiphersteller der Konkurrenz von Intel schon lange voraus. Mit den Zen-Kernen schloss AMD dann auch endlich CPU-seitig auf, sodass Ryzen Mobile ein attraktives Gesamtpaket für Notebooks darstellt - solange man die Hardware betrachtet. Software-seitig sind die Nutzer schon lange unzufrieden, in den vergangenen Wochen kippte die Stimmung schließlich zusehens.

Die aktuelle Treibersituation rund um Ryzen Mobile

Das Problem: AMD selbst stellt keine Treiber für den Ryzen 7 2700U, Ryzen 5 2500U, Ryzen 3 2200U und andere Raven-Ridge-APUs für Notebooks zur Verfügung. Stattdessen sind die OEMs gefordert, die das Thema nur stiefmütterlich angehen. Teilweise gab es seit der initialen Veröffentlichung eines Notebooks kein Treiber-Update mehr - womit nicht einmal eine Adrenalin-Version zur Verfügung steht. Wohlgemerkt hat AMD seine Radeon-Software im Dezember 2017 auf Adrenalin umgestellt. Teilweise werden die Treiberpakete zwar neu zusammengestellt, sodass ein aktuelles Datum dransteht, enthalten sind dann aber noch die alten Radeon-Crimson-Versionen.

AMD stellt eine Besserung in Aussicht, kann aber nichts versprechen

AMD hat nun über Reddit einen Post verfasst, laut dem man die Situation verbessern wolle. Letztendlich vertröstet der Chiphersteller die Nutzer aber lediglich. Man wolle die Notebook-Hersteller ab 2019 verstärkt dazu bewegen, immerhin zwei Mal pro Jahr Treiber-Updates anzubieten, letztendlich könne man sie aber nicht dazu zwingen. Möglichkeiten, um selbst Ryzen-Mobile-Treiber, allen voran für die Vega-iGPU, anzubieten, evaluiere man, aber darauf festnageln lässt sich AMD nicht.

Ebenfalls spannend: Ein Besuch bei Dell in Austin: Zwischen Rodeo und Rugged-Notebooks

Laut AMD stimmten die OEMs ihre Treiberpakete spezifisch auf ihre Notebooks ab. Würde man dazwischen funken, könne das zu "nicht idealen Nutzererfahrungen" führen. Viele Nutzer führen nun an, dass die Erfahrung jetzt schon nicht ideal sei, weil die alten Treiber häufig schlichtweg instabil seien. Das reiche von Abstürzen beim Abspielen von Youtube-Videos bis hin zu Black-Screens bei 3D-Spielen. Zudem bot AMD bei seinen Pre-Ryzen-APUs auf Basis von Bulldozer selbst noch Mobile-Treiber an. Ebenso sind auf Intels Webseite aktuelle iGPU-Treiber für Notebooks verfügbar, vor deren Installation lediglich die OEM-Versionen deinstalliert werden müssen. Eine grundsätzliche Einschränkung scheint das folglich nicht zu sein.

Workaround für aktuelle Radeon-Treiber

Für versierte Nutzer gibt es nur umständliche Workarounds für aktuelle Treiber. Dazu muss man zunächst den Adrenalin-Treiber 18.1.1 von AMD herunterladen und "installieren". Der Installer entpackt dabei die Dateien in den Treiberordner unter C:, woraufhin sich der iGPU-Treiber über den Geräte-Manager aktualisieren lässt. Wurde einmal die Version 18.11.1 installiert, lassen sich auch die neueren Adrenalin-Fassungen aufspielen. Eine detaillierte Schritt-für-Schritt-Anleitung ist auf Youtube verfügbar (unten als angepinnter Kommentar verschriftlich). In den Radeon-Settings wird mit dem Workaround häufig bloß DDR3- statt DDR4-RAM angezeigt. Zudem wird in Spielen nur noch Full HD als mögliche Render-Auflösung ausgegeben - ändern lässt sie sich aber noch in der ini-Datei des jeweiligen Titels. Aktuelle Treiber können teils erhebliche Leistungsvorsprünge und eine höhere Stabilität aufweisen.

36
    • Kommentare (36)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Killer-Instinct
        Zitat von PCGH_Mark
        AMD stellt den OEMs die Treiber zur Verfügung, die diese dann in einem Treiberpaket (gegebenenfalls angepasst) zur Verfügung stellen müssen.

        Die "Workaround-Variante" wie unten im Artikel zeigt, dass der allgemeine Raven-Ridge-Treiber grundsätzlich funktioniert, ohne für kritische Fehler zu sorgen. Sachen wie die TDP und Lüfterkurven sind im BIOS hinterlegt, sodass eine Treiberinstallation daran nichts ändert.
        2080 Ti hatte neulich das Problem, dass sie zu laut/ heiß im idle Modus war. Das hat dann der Treiber behoben. Natürlich gibt es die Basisconfig im Bios, aber es ist um ein vielfaches einfacher und ungefährlicher Änderungen über die Software zu steuern an Stelle das Bios zu flashen. Außerdem beschneiden manche Hersteller gerne bestimmte Features einer iGPU, damit sie unter der TDP Grenze bleibt. Wenn man die Leistung mit der Brechstange ( TDP im Bios) reguliert, kann es beim plötzlichen Umswitchen zu Stabilitätsproblemen kommen. Es gibt noch das Problem mit Intel iGPUs und AMD/Nvidia VGAs. Im Idle soll Intel genutzt werden, bei Last AMD/Nvidia. Das können nur angepasste Intel und AMD-/Nvidia- Treiber regeln.
      • Von Killer-Instinct
        Zitat von PCGH_Mark
        AMD stellt den OEMs die Treiber zur Verfügung, die diese dann in einem Treiberpaket (gegebenenfalls angepasst) zur Verfügung stellen müssen.

        Die "Workaround-Variante" wie unten im Artikel zeigt, dass der allgemeine Raven-Ridge-Treiber grundsätzlich funktioniert, ohne für kritische Fehler zu sorgen. Sachen wie die TDP und Lüfterkurven sind im BIOS hinterlegt, sodass eine Treiberinstallation daran nichts ändert.
        2080 Ti hatte neulich das Problem, dass sie zu laut/ heiß im idle Modus war. Das hat dann der Treiber behoben. Natürlich gibt es die Basisconfig im Bios, aber es ist um ein vielfaches einfacher und ungefährlicher Änderungen über die Software zu steuern an Stelle das Bios zu flashen. Außerdem beschneiden manche Hersteller gerne bestimmte Features einer iGPU, damit sie unter der TDP Grenze bleibt. Wenn man die Leistung mit der Brechstange ( TDP im Bios) reguliert, kann es beim plötzlichen Umswitchen zu Stabilitätsproblemen kommen. Es gibt noch das Problem mit Intel iGPUs und AMD/Nvidia VGAs. Im Idle soll Intel genutzt werden, bei Last AMD/Nvidia. Das können nur angepasste Intel und AMD-/Nvidia- Treiber regeln.
      • Von PCGH_Mark Software-Overclocker(in)
        Zitat von rum
        Okay. Das finde ich jetzt nicht so gut. Habe zwar kein Notebook aber irgendwie wird doch AMD CPU + AMD GPU verwendet. Warum in aller Welt sollen die OEMs da Treiber für schreiben? Bin ich im falschen Film?
        Also AMD, kümmert Euch mal bitte darum. Das ist doch erbärmlich.
        AMD stellt den OEMs die Treiber zur Verfügung, die diese dann in einem Treiberpaket (gegebenenfalls angepasst) zur Verfügung stellen müssen.
        Zitat von Killer-Instinct
        Wissen hier einige, was eigentlich Treiber machen?
        Geraetetreiber – Wikipedia
        Die Treiber hängen stark von der Hardware ab und die wird von OEMs an Ihre Bedürfnisse angepasst. Würde AMD Treiber ohne Berücksichtigung der Hardwarekonfigurations herausgeben, wären reihenweise Notebooks von heute auf morgen kaputt oder hätten Schäden erleiden können etc.
        Was macht mehr Sinn? Dass OEMs neuere Versionen vom AMD- Treiber an ihre Hardware anpassen und öfter herausgeben oder dass AMD für jedes OEM Produkt/ jede Konfiguration angepasste Treiber herausgibt?
        Die "Workaround-Variante" wie unten im Artikel zeigt, dass der allgemeine Raven-Ridge-Treiber grundsätzlich funktioniert, ohne für kritische Fehler zu sorgen. Sachen wie die TDP und Lüfterkurven sind im BIOS hinterlegt, sodass eine Treiberinstallation daran nichts ändert.
      • Von cuteEevee PC-Selbstbauer(in)
        2 Treiber pro Jahr...... ZWEI.
        Und dann wundert sich irgendwer wenn das Ding instabil wird oder bei Neueren Sachen zu langsam ist. GoodJob hier....
      • Von Johnjoggo32
        Ist eigentlich schade, auf dem Papier sind die Ryzen Mobile APUs ja echt gut, aber das mit den Treibern ist schon echt ein Killer-Kriterium. Bin mal gespannt ob und wie sie das auf die Reihe bekommen.
      • Von Diablokiller999 Freizeitschrauber(in)
        Ich denke AMD hat hier den OEMs zu viel Spielraum überlassen müssen, was Intel leicht mit Marktmacht abwenden konnte. Kann mir gut vorstellen, dass die OEMs die iGPU einfach über den Treiber drosseln um die TDP ihrer Kühlung einzuhalten. Darum müssen alle OEMs für ihre Produkte die Lüfterkurven, Taktraten und Spannungen im Treiber anpassen und hier ist nun das Problem. Sollte AMD einen One-Size-Fits-All Treiber anbieten, würden viele Notebooks voll ins Temperaturlimit rennen und / oder instabil werden. Da beißt sich die Katze nun in den Schwanz, die OEMs sollten AMD APUs verbauen und AMD musste Zugeständnisse machen. Die Zugeständnisse machen AMD Systeme unattraktiver (neben den sowieso bescheuerten / minderwertigen Konfigurationen) und werden weniger gekauft, was den Druck für Kompromisse bei AMD weiter erhöht und die faulen OEMs in eine noch bessere Position bringt. Echt schade, ein AMD Notebook wäre was Feines aber irgendwie hat man so keine Lust Geld auszugeben. Musste bei meinem GX60 schon tricksen um die 7970 darin mit ordentlichen Treibern zu nutzen.
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PCGH Magazin 08/2026 PC Games 08/2026 play5 08/2026 N-Zone 08/2026 Linux Magazin 08/2026 LinuxUser 08/2026 Raspberry Pi Geek 09/2026
    PC Games Hardware PC Games Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk