AMD Radeon Pro VII: Double-Precision-Preisbrecher für 8K-Workloads - mit Vega 20 statt RDNA2
Der Vega-20-Chip mag im Gaming-Segment relativ erfolglos sein, für professionelle Arbeiten stellt er jedoch AMDs Flaggschiff dar. Mit der Radeon Pro VII schickt AMD ein neues Topmodell ins Rennen, um Nvidias sündteure Quadro GV100 und alle Turing-RTX-basierten Lösungen zu schlagen. Der Fokus liegt klar auf dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis, garniert mit Skalierbarkeit.
PCGH-Leser, die sich für Grafikkarten interessieren, assoziieren diese natürlich mit PC-Spielen. Tatsächlich verrichten Grafikkarten weit mehr Arbeiten als bei unserem liebsten Hobby, beispielsweise in Workstations und Super-Computern. Oder, deutlich greifbarer für Normalsterbliche, beim Video-Editing oder Design. Egal ob Profi oder Amateur, eine Regel gilt immer: Schneller ist besser, denn niemand wartet gerne darauf, dass Frames aktualisiert oder Videos fertig herausgerechnet sind. Das gilt insbesondere beim Blick auf das sich langsam verbreitende 8K-Format mit rund 33 Millionen Pixeln pro Frame. Diese enormen Datenmengen erfordern potente GPUs und Zwischenspeicher, um flüssiges Arbeiten - in der Regel mit mehreren Streams gleichzeitig - zur ermöglichen.
AMD und Nvidia führen die passenden Produkte für diese nicht-spielerischen Einsatzzwecke, garantieren deren Zuverlässigkeit und leisten kompetenten Support, falls es doch mal Probleme gibt. All das führt zu einem signifikanten Aufpreis gegenüber Gaming-Grafikkarten - bei Nvidia mehr, bei AMD weniger. Mit der Radeon Pro VII will AMD nun anspruchsvolle Kunden zum schmalen Preis abholen.
Quelle: AMD
Radeon Pro VII: Spezifikationsübersicht
Radeon VII wird professionell
Möglicherweise erinnern Sie sich an den Rummel Anfang 2019, ausgelöst durch die High-End-GPU Vega 20. Obwohl der erste mit 7-Nanometer-Strukturen gefertigte Chip eindeutig auf die Bedürfnisse professioneller Anwendungen getrimmt wurde, erblickte er auch als Gaming-Gerät das Licht der Welt - als Radeon VII. Nun, ein gutes Jahr später, erhalten auch (semi-)professionelle Kunden ein entsprechendes Produkt: die Radeon Pro VII. Die namentliche Verwandtschaft kommt nicht von ungefähr, tatsächlich handelt es sich bei der Pro VII um eine Software-seitig erweiterte VII. Wie es sich bei AMD gehört, greift die neue Grafikkarte auf die Radeon Pro Software zurück, welche einige Gaming-Funktionen (wie Wattman und Sharpening) gegen die Beschleunigung gängiger Render-Software eintauscht.
Man könnte es angesichts der fortgeschrittenen Zeit erwarten, faktisch handelt es sich bei der Radeon Pro VII jedoch um altbekanntes Silizium. Das Herz der Grafikkarte besteht aus einem Vega-20-Chip, welcher unverändert im 7-nm-Fertigungsverfahren bei der Foundry TSMC vom Band läuft. Von der 64 physisch vorhandenen Compute Units sind sowohl bei der Seven als auch der Pro Seven (nicht zu verwechseln mit dem TV-Sender) noch 60 aktiv, was in 3.840 FP32- und 1.920 FP64-ALUs mündet. Letzteres ist einer der großen Unterschiede zur "verspielten" Radeon VII: Die Pro-Variante beherrscht sogenanntes Half-Rate-DP. Dahinter steckt die Fähigkeit, Berechnungen mit doppelter Genauigkeit außerordentlich schnell abzuarbeiten - und zwar halb so schnell wie einfache FP32-Kalkulationen, welche in Spielen die Regel sind. Bei der Radeon Pro VII führt das zu einer FP64-Rechenleistung von rund 6,5 TFLOPS, was wiederum auf einen GPU-Boost um 1,7 GHz hindeutet (vermutlich etwas weniger, da AMD die TDP mit relativ zahmen 250 Watt spezifiziert). Dazu gibt es hüben wie drüben 16 GiByte High Bandwidth Memory zweiter Generation ("HBM2") mit 2 Gigatransfers/s, angebunden an eine 4.096-Bit-Schnittstelle. Das resultiert in einer nach wie vor beeindruckenden Transferrate von 1 Terabyte pro Sekunde. Der Zuverlässigkeit wegen beherrscht die Radeon Pro VII außerdem eine Hardware-gestützte Speicherfehlerkorrektur (ECC).
Quelle: AMD
Radeon Pro VII Overview
Preisbrecher - aber nicht für Spieler
AMD betont bei seiner Präsentation nicht bloß die hohe DP- und Speicherleistung, sondern auch das Preis-Leistungs-Verhältnis. 1.899 US-Dollar (vor Steuern) werden für eine Radeon Pro VII fällig. Aus Gaming-Gesichtspunkten exorbitant teuer, wird die Radeon Pro VII in einen Markt geboren, wo das tatsächlich relativ wenig Geld darstellt. Nvidia verlangt für sein (wohl nur noch kurz) amtierendes Flaggschiff Quadro GV100 stattliche 8.999 US-Dollar und bietet daneben unter anderem die Quadro RTX 5000 für 2.299 USD feil. Wenig überraschend sieht AMD beide als geschlagen an, wenngleich die Volta-basierte GV100-Karte mit ihren rund 7,4 TFLOPS (DP) und 32 GiByte HBM2 nur mit einem Trick ausgestochen werden kann: Multi-GPU-Support via Infinity-Fabric-Verbindung. Zwei Radeon Pro VII leisten laut AMD bis zu 13,1 TFLOPS (DP) bei höherer Speichertransferrate und deutlich geringeren Anschaffungskosten. Mit geeigneter Profi-Software und entsprechenden Brücken lassen sich bis zu vier Radeon Pro VII koppeln, um gut 26 TFLOPS an FP64-Leistung sowie einen geteilten Speicherpool von 64 GiByte zu generieren. Als weitere Schmankerl führt AMD unter anderem Support für PCI-Express 4.0 an, das der Hersteller derzeit exklusiv sowohl bei CPUs als auch GPUs beherrscht. PCI-E 4.0 fehlt der Radeon Gaming VII somit aus gutem Grund, obwohl die Hardware es beherrscht: Es würde das neue Produkt kannibalisieren.
Die Radeon Pro VII kann somit als letztes Aufbäumen von GCN gesehen werden. RDNA2 (Gaming) respektive CDNA (Compute) befände sich im Plan, das betonte AMD in der anschließenden Fragerunde. Man könne Workstation-Produkte auf Basis der neuen Mikroarchitektur erwarten, allerdings rechnen wir nicht vor Jahresende damit. Falls es Neuigkeiten gibt, lesen Sie diese natürlich zeitnah bei der PCGH. Zuvor wird Nvidia seine Pläne für die HPC- und Workstation-Segmente ausrollen: Schon am 14. Mai werden die Kalifornier voraussichtlich Details zum Volta-Nachfolger Ampere preisgeben.

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Mit meiner muss ich nicht so viele Abstriche machen , das es keinen Spass machen würde
Und es geht nicht um ein paar Euro , sondern um bis zu ein paar Hundert Euro in der Nvidia RTX2080Ti Klasse beim richtigen Zeitpunkt des Verkaufs
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Käme mir auch nicht in den Sinn. Ersatzkarte wenn mal das Bios gebrickt oder Karte defekt da stimme ich zu, aber meine Karte Wochen vorher kaufen um nen Pseudodeal zu machen?
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