Radeon RX 9070 (XT) im Nachtest: Deutliches Leistungsplus dank Treiber-Updates
Radeon-Grafikkarten haftet der Ruf an, mit der Zeit besser zu werden - möglicherweise kennen Sie das "FineWine"-Meme. RDNA 4, besser bekannt als Radeon RX 9000, liefert nun frische Beweise, dass es tatsächlich so ist: Wir haben einige Leistungszuwächse bemerkt, die wir nun erläutern.
Auf dieser Seite
Eine moderne IT-Weisheit besagt, dass Radeon-Grafikchips mit der Zeit besser werden - sie reifen wie ein guter Käse oder Wein. Diese nette Umschreibung für suboptimale Performance zum Start eines Produkts fand auch AMD charmant und hat die von Fans scherzhaft ins Leben gerufene Bezeichnung FineWine in die Präsentation des Vega-Grafikprozessors anno 2017 gepackt. Tatsächlich werden alle Grafikkarten mit der Zeit besser, da neue Software und speziell der Grafiktreiber das Potenzial der Hardware besser erschließen. Diese Weisheit hat Bestand, in jüngster Vergangenheit mauserte sich jedoch Nvidia zum wahren Lieferanten veredelter Weine. Die im Spätsommer 2018 erschienene Turing-Generation (RTX 2000) ist der Inbegriff einer fantastisch gealterten Grafikkartenserie geworden:
Radeon RX 9070 (XT): Höhere Fps in Spielen
Doch wir schweifen ab, kommen wir nun zum eigentlichen Thema dieses Artikels: den Leistungszuwächsen von RDNA 4 seit dem Launch Anfang März. Wie wir im großen Test der Radeon RX 9070 (XT) und auch der RX 9060 XT ausführen, ist AMDs neue GPU-Architektur alles andere als schwach oder unreif - im Gegenteil, vor allem die Fortschritte beim Raytracing und der Effizienz sind bemerkenswert. Dennoch startet keine neue Generation in Bestform, üblicherweise setzen neue Treiber und auch Spiele-Updates mit der Zeit weitere Leistung frei, ohne dass sich die Hardware ändert. Das betrifft auch RDNA 4 in Gestalt der Radeon RX 9070 und RX 9070 XT. Wir haben in den vergangenen Wochen zahlreiche Nachtests mit frischen Treibern durchgeführt, zuletzt mit der AMD Software 25.6.2. Gegenüber den Launch-Ergebnissen der beiden RX-9070-Grafikkarten regt sich in diversen Spielen etwas, sodass wir unsere Leistungsbewertung mit den neuen Daten aktualisiert haben.
Kommen wir nun ohne weitere Umschweife zum Vergleich Alt gegen Neu. Sie sehen jeweils die Ergebnisse von Anfang März (RDNA-4-Launch) im Vergleich mit dem aktuellen Leistungsbild. Alle übrigen der insgesamt 43 PCGH-Benchmarks bewegen sich nur im Rahmen der Messtoleranz.
Beginnen wir beim Rasterizing. Während die Zugewinne in Baldur's Gate 3 minimal sind und außerdem die Perzentil-Schwäche aller RDNA-4-Grafikkarten nicht angehen, legen Hunt: Showdown 1896 und Warhammer 40.000: Space Marine 2 deutlich zu. Bemerkenswert ist dabei, dass die Radeon RX 9070 & XT deutlich besser als noch im März, aber immer noch nicht gut abschneiden. Beide Spiele zählen zu den Sorgenkindern in der PCGH-Benchmark-Suite, hier kann sich RDNA 4 gegenüber RDNA 3 und anderen Architekturen nur schwach in Szene setzen. Wir haben AMD unsere Beobachtungen erneut zukommen lassen und aktualisieren diesen Artikel, sobald wir Rückmeldung bekommen.
Beim Raytracing sind noch größere Leistungsgewinne zu verzeichnen. In Forza Motorsport und Indiana Jones and the Great Circle wurde eine Art Handbremse gelöst, die Radeon RX 9070 ist nun teilweise schneller als die Radeon RX 9070 XT vor drei Monaten. Nochmals deutlicher ist die Entwicklung beim "Endgegner", dem Pathtracing. Einzelne Zuwächse betragen mehr als 20 und teilweise weit über 30 Prozent, was deutliche Auswirkungen auf die Spiel- und somit Nutzbarkeit hat.
Radeon RX 9070 (XT): Aktualisierte Indexwerte
Höhere Bildraten führen zu besseren Werten im PCGH-Leistungsindex. Wir haben die Radeon RX 9070 und Radeon RX 9070 XT neu bewertet, hier die aktuellen Indizes für Rasterizing (20 Spiele), Raytracing (15 Spiele) und Pathtracing (8 Spiele):
Das übliche Bild: Zwar können wir deutliche Leistungszuwächse in einzelnen Spielen nachweisen, in einem derart breiten Benchmark-Parcours wie von PCGH gehen diese Errungenschaften jedoch beinahe unter - Pathtracing ausgenommen, denn von den acht getesteten Spielen legen drei zu, sodass der Index klar klettert. Nichtsdestotrotz: Die Radeon RX 9070 (Codename "Cheese") und Radeon RX 9070 XT (Codename "Wine") reifen und ihre Nutzer freuen sich über eine bessere Leistung. Außerdem sorgt die Treiberarbeit für einen kosmetischen Sieg: Blenden Sie gerne die Geforce RTX 5070 Ti ein und schauen Sie, was zwischen ihr und der Radeon RX 9070 XT passiert!
Was halten Sie von der RDNA-4-Architektur und den darauf basierenden RX-9000-Grafikkarten? Nutzen Sie die Kommentarfunktion und teilen Sie uns Ihre Meinung mit. Beachten Sie beim Kommentieren aber bitte die Forenregeln. Folgen Sie uns außerdem für Neuigkeiten in der Hardware-Welt oder unsere exklusiven Inhalte gerne auf Whatsapp und X. Unsere Video-Inhalte (oftmals gewürzt mit einer Prise Humor) finden Sie bei Youtube, Instagram und Tiktok.
Wurde der Stromverbrauch im Idle schon gefixt? Der war ja leider um einiges höher als bei Nvidia.
Mir gehts rein um Idle und 2. Monitor, Danke euch
Idle + Dual-Display ist RDNA4 sparsamer als Ada & Blackwell.
Siehe Release-Test:
[Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
Wurde der Stromverbrauch im Idle schon gefixt? Der war ja leider um einiges höher als bei Nvidia.
Mir gehts rein um Idle und 2. Monitor, Danke euch