Radeon RX 9060 XT 16GB: Drei Custom-Grafikkarten auf Lautheit und Temperatur geprüft
AMD erweitert das Grafikkartensortiment durch ein abgespecktes Mittelklasse-Modell. Mit der Radeon RX 9060 XT in der sinnvollen 16-GiB-Variante verspricht das Konzept Leistung zu einem günstigen Preis. Wir prüfen drei Custom-Designs auf Kühlleistung, Takt und Lautstärke.
In diesem Artikel
Nachdem AMD zuletzt mit der größeren Radeon RX 9070 (XT) punkten konnte und eine gute Grafikkarte zu einem (jetzt) angemessenem Preis inklusive Verfügbarkeit zum Launch geliefert hatte, kommt mit der RX 9060 XT ein weiteres, im Budget-Segment angeordnetes Modell. Die Hoffnung: viel Leistung zu einem vernünftigen Preis. In diesem Vergleichstest prüfen wir hingegen die Eigenschaften der einzelnen Kühllösungen und Platinen der Custom-Modelle. Zu diesem Zeitpunkt konnten wir drei Karten verschiedener Hersteller ergattern. Mit dabei: Sapphire, Asus und Asrock.
Unterschiede und Gemeinsamkeiten
Wir prüfen in diesem Test ausschließlich die 16-GiB-Varianten der Radeon RX 9060 XT. Wie auch jüngst bei Nvidias Geforce RTX 5060 Ti gibt es das AMD-Modell auch mit weniger Grafikspeicher - und auch hier raten wir von der 8-GiB-Version ab. Unsere drei Kandidaten sind somit alle mit üppigem Speicher bestückt. Dem Mittelklasse-Segment geschuldet, findet sich bei zwei der drei Karten kein Dual-BIOS. Meist wird die zusätzliche Firmware genutzt, um zwei Betriebsmodi anzubieten; Silent und Performance. Wir konnten schon in den vorherigen Tests zeigen, dass ein zweites BIOS nur bedingt Vorteile bringen kann. Ist die Karte mit einer guten Voreinstellung der Lüfter versehen, ist eine weitere Firmware meist überflüssig. Verfügt ein Modell, wie die Asus Prime, über ein zweites BIOS, testen wir dieses zusätzlich.
Ein ebenfalls interessantes, kleines Detail: Der mit Dramen behaftete 12+4-Pol-Stecker kommt hier nicht zum Einsatz. Während manche Modelle der RX-9070-Serie über solch einen Stecker mit Strom versorgt werden, verfügen alle 9060-XT-Karten über je einen 8-Pol-PCI-Stromstecker. Unterschiedlich ist dagegen die Größe der Kühllösung. Während Asus und Asrock auf etwas mehr Masse und drei Lüfter setzen, hat Sapphire der Pulse einen kompakteren Kühler mit nur zwei Gebläsen spendiert. Auch findet man lediglich bei Asrocks Steel Legend eine RGB-Beleuchtung. Die beiden Einstiegsmodelle von Asus und Sapphire verzichten auf dieses Feature und präsentieren sich angenehm schlicht. Wie gut sich die verschiedenen Kühllösungen schlagen, zeigt unser Test.
| 9060 XT 16GB | Sapphire Pulse Radeon RX 9060 XT Gaming OC 16GB | Asrock Radeon RX 9060 XT Steel Legend 16GB | Asus Prime Radeon RX 9060 XT 16GB |
|---|---|---|---|
| Lautheit | 0,2 Sone | 0,2 Sone | 1,0 Sone | 0,2 Sone |
| GPU-Temperatur | 62 °C | 53 °C | 47 °C | 61 °C |
| Mem-Temperatur | 86 °C | 81 °C | 79 °C | 92 °C |
| Hot Spot Temp: | 79 °C | 76 °C | 66 °C | 80 °C |
| VR SoC Temp: | 65 °C | 63 °C | 49 °C | 61 °C |
| VR vddc Temp: | 81 °C | 73 °C | 63 °C | 81 °C |
| Boardpower: | 170 W | 182 W | 175 W | 175 W |
| Graphics Power: | 138 W | 167 W | 151 W | 152 W |
| GPU-Takt: | 2.730 MHz | 2.830 MHz | 2.795 MHz | 2.750 MHz |
| Mem-Takt (×4=MT/s): | 2.502 MHz | 2.502 MHz | 2.502 MHz | 2.502 MHz |
| Lüfter-RPM | 1.120 U/min | 930 U/min | 1.340 U/min | 740 U/min |
| PL: | 170 W (-30 +10) | 182 W (-30 +10) | 175 W (-30 +10) | 175 W (-30 +10) |
| Spulenfiepen: | 0,3 Sone | 0,2 Sone | 0,4 Sone | 0,4 Sone |
| Gewicht | 653 g | 945 g | 860 g |
| Abmessungen (L × B × H) | 241 × 111 × 46 mm | 295 × 117 × 50,5 mm | 304 × 112 × 50 mm |
| Lüfterbestückung | 2 Lüfter | 3 Lüfter | 3 Lüfter |
| Lüftergröße | 89,5 mm | 88 mm | 90 mm |
Testmethodik
Um der Praxis so nahe wie möglich zu kommen, verbauen wir jede der Karten auf unserem Passiv-Testsystem, setzen sie unter maximale Spielelast und bringen sie damit ans Powerlimit. Nicht jedes Spiel fordert die Grafikkarte dermaßen, bewährt hat sich hier Metro Exodus in der Raytracing-only-Variante "Enhanced Edition". Das Innere der Kultisten-Kirche im Wolga-Abschnitt eignet sich dank aufwendiger Strahlenberechnung besonders gut und reizt bei jeder GPU das Limit aus. Jedes Custom-Modell muss sich im auf 22 Grad Celsius klimatisierten Raum mindestens 20 Minuten in seiner Temperatur einpendeln.
Anschließend werden zum einen Temperaturwerte von GPU, VRAM und Spannungswandlern mittels Hwinfo erfasst, zum anderen die dabei entstehende Lärmentwicklung mit unserem Lautheitsmessgerät, einem Cortex Analyzer NC10, in Sone gemessen. Dafür wird das Messmikrofon in 50 cm Abstand über den Lüftern positioniert.
Spulenfiepen ist bei nahezu allen aktuellen GPUs ein alltägliches Problem. Und so kann eine Grafikkarte trotz leiser Kühlung dem Silent-Rechner durch derartige Störgeräusche einen Strich durch die Rechnung machen. Wir messen für unseren Test auch das Spulenfiepen. Hierfür wird bei still stehenden Lüftern Witcher 3 geöffnet. Die offene Framerate im Menü erzeugt bei jeder Grafikkarte potenzielles Spulenfiepen, unser Messgerät erfasst die Lautheit in Sone.

Auch immer wieder beeindruckend wie gut die Pulse-Karten von Sapphire performen, definitiv der Standard im Budget-Bereich.
Asus hingegen... naja, sie sind stets bemüht
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Diesmal alle relevanten Werte direkt ohne Schnörkel auf einen Blick! Super
Raffael hatte auch schon sehr viel Spaß mit der, wie man sieht <3.