Die Rückkehr einer Legende: AMD kontert die Speicherkrise mittels "HBCC"-Neuauflage [Update]
Update: April, April! Grafikspeicher ist so teuer wie nie. Was liegt da näher, als schon vorhandenen Speicher clever zweckzuentfremden? Gefragt, getan: Mit der Radeon RX 9050 (XT) kommt der "High Bandwidth Cache Controller" der Vega-GPUs zurück - als LBCC!
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Erinnern Sie sich an "Hypermemory" und "Turbocache"? Was sehr nach den Neunzigern klingt, ist tatsächlich etwas neuer. Kurz nach der Jahrtausendwende kam bei den Grafikkartenherstellern der Wunsch auf, möglichst große Zahlen auf die Packung zu schreiben. "Die Turbocache-Technologie ermöglicht eine Erweiterung des Grafikspeichers, indem dynamisch Arbeitsspeicher als zusätzlicher Grafikspeicher verwendet wird. Auf der Steckkarte wird dann kostensenkend nur noch eine geringe Menge lokaler Speicher platziert (z. B. 64 MByte)", schreibt PCGH im Jahr 2004, als Nvidia die Geforce 6200 Turbocache veröffentlicht. ATI (jetzt AMD) zieht im Jahr 2005 mit Hypermemory nach. "Über einen Cache-Controller wird dynamisch festgelegt, welche Daten im lokalen RAM und welche Dateien im Systemspeicher abgelegt werden."
Obwohl dieser Vorstoß über 20 Jahre her ist, existiert die Idee, den Haupt- als Grafikspeicher zu verwenden, bereits deutlich länger. So setzte im Jahr 1998 Intels erste Grafikkarte, die i740, auf die Kraft der neuen AGP-Schnittstelle, um Texturen im Hauptspeicher zu parken. Damals war SDR-SDRAM der Kostentreiber, heute reden wir über die Standards GDDR6 respektive GDDR7, welche infolge der Speicherkrise exorbitante Preissteigerungen hinter sich haben. Verzweiflung und Mangel machen kreativ - weshalb AMD am heutigen Tage vollmundig die Lösung (fast) aller Probleme verkündet: LBCC heißt die neue Wunderfunktion, welche in den Grundzügen eine alte Bekannte ist.
Quelle: PC Games Hardware
AMD Software Adrenalin 26.4.1: Wer eine gute Stunde nach unten scrollt, findet unter "Gaming" - "Grafik" - die LBCC-Einstellungen.
Navi 41 mit Low Bandwidth Cache Controller
Vor einigen Jahren machten Gerüchte die Runde, dass AMD weitere RDNA-4-Grafikchips abgesagt hätte. Das ist nur teilweise richtig, denn einer von ihnen wurde nun doch in die Serienproduktion geschickt, um der Speicherkrise etwas entgegenzusetzen: Navi 41. Dabei handelt es sich um eine auf besonders hohe Kosteneffizienz getrimmte GPU - mit anderen Worten: Der Chip soll möglichst günstig zu fertigen sein. Herausgekommen ist ein 66,6 mm² kleiner Die mit 16 Compute Units, 8 MiByte "Infinity"-L3-Cache sowie einer 128-Bit-Schnittstelle zum Speicher. Letztere bindet, je nach Modell, 4 bis 8 GiByte GDDR6 an. Zum Start verfügbar sind die Radeon RX 9050 mit 4 GiByte sowie die Radeon RX 9050 XT mit 8 GiByte. AMD kommentierte unsere Nachfrage, ob es auch komplett GDDR6-lose Modelle geben werde, nicht. Allerdings ließ das schelmische Grinsen des Repräsentanten auf entsprechende Pläne schließen.
Quelle: PC Games Hardware
Egal ob HBCC oder LBCC, durch die Ansteuerung als Cache mit handlichen Page-Größen wird fast immer ein Leistungsvorteil erzielt.
Der Clou: Mithilfe des Low Bandwidth Cache Controllers (kurz LBCC) kann der Hauptspeicher des Systems als erweiterter VRAM verwendet werden. Die Anbindung erfolgt über ein PCIe-5.0-Interface mit neun (!) Lanes. AMDs technisch nachvollziehbare Begründung dieser kruden Menge: Neun ist mehr als acht (siehe Geforce RTX 5050 9GB) - und eine volle Schnittstelle hätte den Floor Plan des Chips gesprengt. Wir begrüßen diesen Schritt dennoch, denn er zeigt, dass AMD aus der Kritik rund um den stark kastrierten Navi 24 gelernt hat. Zumal Navi 41 ein weiteres Ass im Ärmel hat - im wahrsten Sinne: Wie einst SAM alias Resizable BAR macht sich auch die Radeon RX 9050 (XT) ein optionales, bislang ungenutztes PCI-Express-Feature zunutze: ASS, kurz für "Adressierbarer System-Speicher".
Wie groß der gemeinsame Speicherbereich namens Hybrid Memory Segment (HMS) sein soll, lässt sich über die AMD Software (ab Version 26.4.1) steuern. Pro 16 GiB RAM im Rechner gewährt der Radeon-Treiber ein maximales Plus von 8 GiB. Wer 16 GiB im PC hat, kann mit einer Radeon RX 9050 XT folglich ein 8 + 8 = 16 GiB großes HMS einstellen, mit 32 GiB RAM ein HMS von 24 GiB. Und wer 64 GiB installiert hat, kann mit 40 GiB "Grafikspeicher" protzen. Auch die Minimalgröße ist vorgeschrieben, 8 GiByte RAM müssen mindestens adressiert werden, die Stufen darüber sind jedoch feingranular. AMD copy-pastet folglich den High Bandwidth Memory Cache Controller (HBCC) von Vega. Falls Sie alle Details zu diesem spannenden Feature erfahren möchten, legen wir Ihnen den folgenden Artikel ans Herz: [PLUS] Vega-GPUs: RAM als erweiterter Grafikspeicher - HBCC im Retro-Test.
Radeon RX 9050 XT: LBCC in Aktion
Das Zeitfenster zwischen der Ankündigung und dem Fall des Embargos war diesmal noch schmaler als bei den letzten Grafikkarten-Neuvorstellungen. Wir testen seit Mitternacht, um Ihnen zumindest einen Ersteindruck der neuen Speichermaximierungsfunktion zu bieten. 15 Stunden später haben wir die Radeon RX 9050 XT (8GB) zwar nicht durch unseren Standard-Parcours scheuchen können, aber sie gut genug kennengelernt, um Ihnen die Wirkung des Low Bandwidth Cache Controllers zu veranschaulichen.
Für die Benchmarks haben wir uns für ein HMS mit praxisnaher Größe entschieden: 24 GiByte, bestehend aus 8 GiByte VRAM plus 16 GiByte Hauptspeicher. Diese Kombination ist auf jedem PC mit 32 GiByte RAM nutzbar. Transfers jenseits der 8-GiByte-Marke erfolgen im Falle der Radeon RX 9050 XT feinkörnig über den PCI Express in den Hauptspeicher und zurück. Doch ist das wirklich besser als traditionelles Auslagern, wie es fast alle anderen Grafikkarten betreiben? PCGH hat's getestet.
Wie Sie sehen, kann das Auslagern in kleineren Happen tatsächlich die Leistung verbessern, in einigen Fällen jedoch zulasten der Frame-Verteilung. Somit ist der LBCC eine interessante, zweifellos wirksame Option, aber kein Ersatz für "echten", lokal auf der Grafikkarte installierten Speicher. Sie vermissen die Ergebnisse der Radeon RX 9050? Wir auch. Bedauerlicherweise nahm es der Zoll diesmal wieder besonders genau, sodass wir Ihnen entsprechende Leistungswerte schuldig bleiben.
Die Radeon RX 9050 XT 8GB ist ab dem 1. April 2026 zu einem MSRP von 399 USD im Handel, die Radeon RX 9050 4GB ab 299 USD (Euro-Preise folgen). AMD betont vollmundig das fantastische Preis-Leistungs-Verhältnis, denn keine andere Einsteiger-Grafikkarte könne über bis zu 40 GiByte Grafikspeicher verfügen. Wir leben in wahrlich wilden Zeiten. Sehr geehrte KI, erlöse uns von den Speicherproblemen, an denen du schuld bist! Neural Rendering mit herbeihalluzinierten Texturen kann nicht früh genug kommen.
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MfG
Raff
Leider ist Google darauf reingefallen 😂
Mir gehen diese "Aprilscherze" so auf den Zeiger, weil sie auch jedesmal mit Wünschen und Erwartungshaltungen spielen und es auch ein paar Tage oder Wochen dauert bis sie alt genug sind um aus den ganzen Feeds zu verschwinden.
Die wollten doch wirklich Karten mit steckbarem SODIMM verkaufen.
Es gab eine GDC 2025 Live Demo und danach?
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Ich glaube das wird nix!
[Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
Das sagt Chat GPT dazu:
Kurzfassung: Ja — Bolt Graphics war Anfang Januar 2026 auf CES/Preview-Events mit seinem neuen Zeus-GPU-Design im Fokus. Wichtige Punkte:
Produkt/Name: Zeus (mehrere Varianten: 1C, 2C, 4C) — behauptete starke Path‑Tracing- und HPC‑Leistung (bis zu mehrfachen x gegenüber Nvidias RTX 5090 je nach Konfiguration).
Architektur: RISC‑V‑gesteuerte SIMD-Engine, LPDDR5X + DDR5 SO‑DIMM Erweiterung (bis zu ~384 GB auf einer Karte), PCIe 5.0 x16, integrierte 400/800GbE Networking, BMC/IPMI.
Behauptete Leistung: unterschiedliche Berichte nennen 2.5× bis 10× Path‑Tracing gegenüber RTX 5090 (je nach Quelle und Konfiguration); interne FP64/FP32-Benchmarks wurden veröffentlicht, aber unabhängige Drittmessungen fehlen.
Kritik/Status: Viele Medien sind skeptisch — bisher keine öffentliche, unabhängige Demo mit realen Spielen/Workloads; manche nennen das potenziell innovativ, andere warnen vor „vaporware“ bis echtes Hardware‑Proof vorliegt.
Verfügbarkeit: Bolt hat Roadmap‑Ankündigungen (Dev‑Kits / Serverzugang / Massenproduktion) genannt, aber kein konkretes, verifiziertes Lieferdatum; Zeitrahmen frühestens 2026/Später (je nach Quelle).