RDNA 3 Technik-Deep Dive: Radeon RX 7900 XT/X unter der Lupe - Seitenhieb gegen RTX 4080

Am 3. November ließ AMD die Bombe platzen und stellte die neue RDNA-3-Architektur inklusive zwei neuer Grafikkarten vor. Das Flaggschiff ist die Radeon RX 7900 XTX, die Nvidias Geforce RTX 4080 attackieren soll. AMD verspricht mit der neuen Generation 8K-Gaming bei 165 Hz und liefert Displayport 2.1 zusammen mit USB-C. Nun hat der Hersteller die Lupe zur Hand genommen und geht bei seinen neuen Grafikkarten RX 7900 XTX und RX 7900 XT genauer ins Detail.

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RDNA 3 Technik-Deep Dive: Radeon RX 7900 XT/X unter der Lupe - Seitenhieb gegen RTX 4080
Quelle: PCGH

War AMDs Vorstellung der RDNA-3-Architektur und der ersten Modelle im High-End-Segment doch sehr allgemein und grob gehalten, liefert der Hersteller nun detailliertere Informationen zum Aufbau, den Spezifikationen und den Performance-Daten nach. Dafür verantwortlich ist AMDs Produktmanager Scott Olschewsky, der den Interessenten die neuen Grafikkarten näherbringt. Einleitend kommt der bekannte Hinweis, dass die RDNA-3-Architektur 54 Prozent mehr Performance pro Watt im Vergleich zum Vorgänger liefere, ebenso 165 Prozent mehr Transistoren pro mm² sowie mit 5,3 TB/s die "weltschnellste Transferrate". Bei den ersten Grafikkarten, die auf die neue Architektur setzen, handelt es sich um die Radeon RX 7900 XTX (UVP: 999 USD) und die Radeon RX 7900 XT (UVP: 899 USD).

Aufbau und Zusammensetzung der Radeon RX 7900 XTX

Die neuen Folien, die das Unternehmen bereitstellt, geben erstmals einen Blick auf das PCB der Radeon RX 7900 XTX. In der Mitte sitzt die Navi-31-GPU im Multi-Chip-Design oder wie AMD zu sagen pflegt: Advanced Chiplet. Drumherum versammelt sich der 24 GiB große GDDR6-Grafikspeicher, unterteilt in 12 Speichermodulen mit jeweils 2 GiB. Gut zu erkennen sind auch die 20 "High-Efficiency-power-stage"-Phasen. An Anschlüssen vorhanden sind zweimal Displayport 2.1, einmal HDMI 2.1 und einmal USB-C. Außerdem weist AMD darauf hin, dass das PCB aus 14 Schichten besteht mit vier Schichten aus circa 56 Gramm Kupfer.

Passend dazu: AMD Radeon RX 7900 XT(X): Alle bekannten Details zur Hardware und Performance-Prognose

Weiter geht es mit der 3D-Ansicht aller Bauteile, die AMDs Referenzdesign der Radeon RX 7900 XTX vereint. Auf eine druckgegossene Backplate aus Aluminium folgt die Grafikkarte mit einem neuen Material für das Thermal Interface der GPU. Dies begünstige eine hohe Performance und maximale Zuverlässigkeit. Darauf folgt eine um zehn Prozent größere Vapor Chamber, ergänzt von einer druckgegossenen Aluminiumabdeckung. Dort befinden sich auch die größer gestalteten Axial-Lüfter mit Zero-RPM-Modus und dem "industrieweit ersten" Temperatursensor. Im Bereich um den mittleren von drei Lüftern befinden sich zudem RGB-LEDs. Über 2-x-8-Pin-Stromstecker wird die Grafikkarte schließlich mit bis zu 355 Watt versorgt, ganz ohne Dongle.

Dimensionierung, Konnektivität, Leistung und Grafik

Die Abmessungen der neuen Radeon-GPUs waren am 3. November schon bekannt, Scott Olschewsky setzt sie nun ins Verhältnis. Die Radeon RX 7900 XT ist 276 mm lang und 113 mm breit, während das XTX-Modell etwas größer ist und 287 mm in der Länge und 123 mm in der Breite misst. Beide GPUs belegen 2,5 Slots. Hierbei verteilt AMD dann den ersten Seitenhieb gegen Nvidia, denn das rote Team wählt den "Plug-and-Game-Ansatz", was bedeutet, dass sich das Design mit den belegten Slots und der Art der Stromversorgung von der aktuellen zur nächsten Generation nicht unterscheiden - als Beispiel zieht AMD die 20 mm kleinere Radeon RX 6950 XT heran. Im Gegensatz dazu belegt Nvidias Geforce RTX 4080, die in wenigen Tagen erscheint, drei Slots, benötigt den 12VHPWR-Stecker (12 + 4 Pins) für die Stromversorgung und ist noch einmal fast 20 mm größer als die RX 7900 XTX.

Im nächsten Schritt dröselt AMD die genauen Spezifikationen der beiden RDNA-3-High-End-Modelle auf. Laut Hersteller kommt die Radeon RX 7900 XT auf einen Turbotakt von bis zu 2,5 GHz, die RX 7900 XT liegt mit 100 MHz knapp darunter. So verspricht sich AMD mit RDNA 3 eine um 67 Prozent höhere Performance im Bereich der Rasterisierung im Vergleich zu einer RX 6950 XT. Bei maximalen Grafikeinstellungen von bis zu 4K sowie Raytracing und eingeschaltetem FSR sollen die RX 7900 XT sowie XTX bei allen von AMD getesteten Spielen (siehe Abbildungen) spürbar mehr Fps herausholen als die RX 6950 XT.

Für AMD ist des Weiteren die Immersion beim Gaming ein wichtiger Faktor. Dazu zählt der Hersteller die Farbgenauigkeit und Grafiktreue. Dementsprechend stellt AMD die "Radiance Display Engine" für eine nach eigenen Aussagen maximale Grafiktreue mit den neuen RX-7900-GPUs vor. Sie decke die Aspekte der Rec.2020-Empfehlung komplett ab und unterstützt bis zu 68 Milliarden Farben mit 12-Bit-HDR-Farbtiefe. Dabei weist AMD darauf hin, dass dessen Grafiklösungen als Einzige sowohl Displayport 2.1 als auch USB-C unterstützen. Nvidias neue RTX-40-Serie hingegen kommt beispielsweise mit Displayport 1.4a und ohne USB-C.

Daher habe AMD bei der maximalen Displayport-Übertragungsrate mit 54 Gbit/s zu 32,4 Gbit/s aufseiten Nvidias die Nase vorn. Das Gleiche soll auch fürs Spielerlebnis gelten. Bei aktiver Display Stream Compression verspricht AMD 8K bei 165 Hz oder 4K bei 480 Hz, während Nvidia nur 8K bei 60 Hz und 4K bei 300 Hz bieten soll. Doch wie sieht "echtes 8K-Gaming" aus? Das versucht AMD mit Diagrammen darzustellen. Im neuen Call of Duty: Modern Warfare 2 soll mit der Radeon RX 7900 XTX bei 8K, maximalen Einstellungen und FSR im Ultrawide-Format eine Framerate von 190 Fps erzielt werden können. Bei Death Stranding sind es 149 Fps, 96 Fps bei AC: Valhalla und 73 Fps bei der ebenfalls aktuellen Uncharted: Legacy of Thieves Collection.

'Echtes 8K-Gaming' mi höchsten Einstellungen und FSR. Quelle: AMD (Foto: PCGH) "Echtes 8K-Gaming" mi höchsten Einstellungen und FSR.

AMDs Technologien für RDNA 3

Zum Schluss fehlen noch die Features im Radeon-Ökosystem, die auch bei RDNA 3 mit am Start sein werden. Darunter fallen die AMD Software: Adrenalin Edition, Freesync, FidelityFX Super Resolution sowie Smart Access Memory und Graphics. Hinzu gesellen sich einerseits AMD Radeon Boost, mit dessen Hilfe sich die Auflösung oder Shader-Rate in Bereichen des Frames, in dem Maus-Input festgestellt wird, dynamisch reduzieren lasse, was zusätzliche Performance und Reaktionsfähigkeit fürs Spiel bereithalte. Radeon Boost wird laut AMD in über 25 aktuellen und kommenden Spielen unterstützt. Andererseits zählt auch AMD Radeon Anti-Lag zu den Features. Dies soll dabei helfen, den Input Lag in Situationen zu reduzieren, in denen die GPU limitiert ist, indem auf die CPU eingewirkt wird. Radeon Anti-Lag unterstützt DirectX 9, 11 und 12. Was das Übertakten angeht, bietet AMD drei Wege an - vom Anfänger bis hin zum Enthusiasten: mit Presets, automatisch oder manuell.

Sind sie von RDNA 3 und AMDs neuen Grafikkarten bislang überzeugt und spielen womöglich mit dem Gedanken, frühestens am 13. Dezember bei einer der beiden Grafikkarten zuzuschlagen? Nutzen Sie die Kommentarfunktion und teilen Sie uns Ihre Meinung mit. Zum Kommentieren müssten Sie auf PCGH.de oder im Extreme-Forum eingeloggt sein. Sollten Sie noch keinen Account haben, könnten Sie  über eine Registrierung nachdenken, die viele Vorteile mit sich bringt.

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    • Kommentare (49)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Manner1a Software-Overclocker(in)
        Zitat von Rodeoatnight
        Die RX 7900XT hat keine beleuchtetes Logo musste ich gestern feststellen als ich sie montiert habe . Traurig für eine Karte die über 1000 Euro kostet und die Zero Rpm Funktion macht was sie will die Karte dümpelt im Idle bei 34-37 Grad und 494 rpm rum .
        Danke für die Info. Ich kann sowohl mit den 494 Umdrehungen etwas anfangen als auch dem Fehlen eines beleuchteten Logos.
      • Von Manner1a Software-Overclocker(in)
        Zitat von Rodeoatnight
        Die RX 7900XT hat keine beleuchtetes Logo musste ich gestern feststellen als ich sie montiert habe . Traurig für eine Karte die über 1000 Euro kostet und die Zero Rpm Funktion macht was sie will die Karte dümpelt im Idle bei 34-37 Grad und 494 rpm rum .
        Danke für die Info. Ich kann sowohl mit den 494 Umdrehungen etwas anfangen als auch dem Fehlen eines beleuchteten Logos.
      • Von Rodeoatnight Schraubenverwechsler(in)
        Die RX 7900XT hat keine beleuchtetes Logo musste ich gestern feststellen als ich sie montiert habe . Traurig für eine Karte die über 1000 Euro kostet und die Zero Rpm Funktion macht was sie will die Karte dümpelt im Idle bei 34-37 Grad und 494 rpm rum .
      • Von BxBender Volt-Modder(in)
        Der Preis für die normale Xt passt genauso schlecht wie der der 4080.
        Schaut doch mal genau hin.
        Nur 100 USD weniger, aber dafür extrem viel weniger Leistung.
        Sollte sich das Preisschema dann (bei beiden Herstellern?) bis nach unten hin durchziehen, so sind alle normalen Karten demnächst extrem überteuert.
        Normalerweise wird Leistung über Preis erkauft, aber das scheint sich nun gedreht zu haben.
        Bei den Prozessoren hat man ja auch so das Gefühl, dass man mehr Kerne stellenweise günstiger dazu kaufen kann.
        Keine gute Entwicklung, wenn man sich schon fast ärgern muss, wenn man nicht noch mehr Geld hingelegt hat, um dadurch die Preis-Leistung zu verbessern.
        Was vorher einen oftmals noch ausgebremst hat, da sein ganzes Geld zu verprassen, wird jetzt zum Kaufanreiz missbraucht.
        Wie in der Werbung mit den Geißens: sparen durch teurer kaufen?
        Schöne, neue, teure Welt.
      • Von raPid-81
        Zitat von hell-fire79
        Hab auch nix gegenteiliges behauptet falls es dir aufgefallen ist, meine Aussage war das Global Illumination von der Unreal Engine teils deutlich besser aussieht als dieses wilde gespiegel mit Raytracing.
        Die UE5 Global Illumination arbeitet immer mit Raytracing. Kannst Du hier nachlesen: https://docs.unrealengine...

        Zitat

        Lumen uses multiple ray-tracing methods to solve Global Illumination and Reflections. Screen Traces are done first, followed by a more reliable method.

        Lumen uses Software Ray Tracing through Signed Distance Fields by default, but can achieve higher quality on supporting video cards when Hardware Ray Tracing is enabled.
        Zitat

        Lumen provides two methods of ray tracing the scene: Software Ray Tracing and Hardware Ray Tracing.


        Software Ray Tracing uses Mesh Distance Fields to operate on the widest range of hardware and platforms but is limited in the types of geometry, materials, and workflows it can effectively use.
        Hardware Ray Tracing supports a larger range of geometry types for high quality by tracing against triangles and to evaluate lighting at the ray hit instead of the lower quality Surface Cache. It requires supported video cards and systems to operate.

        Software Ray Tracing is the only performant option in scenes with many overlapping instances, while Hardware Ray Tracing is the only way to achieve high quality mirror reflections on surfaces.
      • Von hell-fire79 Kabelverknoter(in)
        Zitat von raPid-81
        Ist halt die Frage ob man diesen anderen "Fuddelfix" nutzen möchte. Verschlechtert die Bildqualität, auch wenn gesagt wird dass man es nicht bemerkt.

        Spürbar ist das wenn man im GPU Limit zockt, einfach mal hier reinlesen. Funktioniert ja genauso:

        https://www.igorslab.de/n...

        Ähm, die UE5 arbeitet auch mit Raytracing.
        Hab auch nix gegenteiliges behauptet falls es dir aufgefallen ist, meine Aussage war das Global Illumination von der Unreal Engine teils deutlich besser aussieht als dieses wilde gespiegel mit Raytracing.
      Direkt zum Diskussionsende
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