AMD Radeon RX 6950 XT, RX 6750 XT und RX 6650 XT im Test: Die RTX 3090 ist endlich geschlagen [Update]
Alles neu macht der Mai: AMDs Grafikkarten-Portfolio erhält eine Frischzellenkur in Gestalt der Radeon RX 6950 XT, RX 6750 XT und RX 6650 XT. Mit im Gepäck befindet sich ein Treiber-Update, das Leistungssprünge in vielen aktuellen Spielen bringt. Die Grafik-Karten werden somit ganz neu gemischt - Zeit für eine Analyse mit spannenden Ergebnissen.
In diesem Artikel
Aktualisierung vom 11.05.2022: Ein Blick in den PCGH-Preisvergleich zeigt, dass die neuen Radeon RX 6950 XT, RX 6750 XT und RX 6650 XT recht gut und zu vernünftigen Preisen verfügbar sind. Die günstigsten Preise liegen derzeit nur 20 bis 30 Euro über den von AMD angegebenen UVPs. Neben Mindfactory, Proshop und NBB, wo man schon gestern neue Radeon-Grafikkarten kaufen konnte, gibt es nun auch bei Händlern wie Amazon, Computeruniverse oder Caseking ab Lager lieferbare Radeon-Karten. Eine genauere Analyse liefern wir im Artikel Radeon RX 6650 XT bis RX 6950 XT kaufen: Preise bewegen sich in Richtung UVP.
Nachdem Nvidia vor wenigen Wochen das Ampere-Grafikkarten-Portfolio mit der Geforce RTX 3090 Ti (PCGH-Test) komplettierte, nutzt nun AMD die Jahreszeit des Aufbruchs und der Hoffnung für eine Frischzellenkur des RDNA-2-Line-ups. Gleich drei neue Radeon-Modelle ergänzen das RX-6000-Programm an entsprechender Stelle: Die Radeon RX 6950 XT bedient Ultra-HD-Enthusiasten, die Radeon RX 6750 XT die aufstrebende WQHD-Klientel und die Radeon RX 6650 XT die breite Masse mit Full-HD-Bildschirm. Bei den neuen Modellen handelt es sich um einen klassischen Refresh anstelle einer neuen Generation, doch das Timing rund um sinkende Marktpreise stimmt. Außerdem starten die "wilden Fünfziger" mit einem kleinen Nachbrenner: Der neue und zum Test bereitgestellte Treiber 22.10, welcher voraussichtlich als AMD Software 22.5.1 erscheinen wird, beschleunigt RX-6000-Grafikkarten auf breiter Ebene und macht den im Kern vorhersehbaren Launch spannender, als man zunächst annehmen konnte. Zeit für einen Trio-Test der Radeon RX 6950 XT, RX 6750 XT und RX 6650 XT.
Wissenswertes zum Start
Dieser Grafikkarten-Launch wies gleich mehrere Besonderheiten auf, welche deutliche Auswirkungen auf die Ergebnisse haben. Daher möchten wir unsere Erfahrungen direkt vorwegschicken, damit Sie die neuen Radeon-Grafikkarten optimal einschätzen können. Grundsätzlich gilt: Sowohl die RX 6950 XT als auch die RX 6750 XT sind als "Midnight Black"-Referenzkarten im Shop auf www.amd.com verfügbar (die 6650-XT-Referenzkarte existiert nur virtuell) - Muster versandten die Radeon-Macher aber nicht. Stattdessen verwies man auf die zahlreichen Custom-Designs der Board-Partner, welche einigen Aufwand dafür betrieben. In der Regel werden dabei hochgezüchtete Varianten an die Tester geschickt, um mit möglichst hoher Leistung und so mancher Sonderausstattung zu glänzen. Genau so ist es auch hier geschehen, sodass Sie bei uns und den meisten Kollegen formschöne OC-Modelle zu Gesicht bekommen. Problematisch ist, dass diese recht deutlich von den Referenzkarten abweichen, viele arbeiten mit signifikant höheren GPU-Power-Werten. Dieser Eingriff sichert hohe Leistung selbst bei extremer Last, verwässert jedoch die Energie-Effizienz.
Aus diesem Grund testet PCGH bevorzugt Referenzkarten, um die Grundlinie einzuzeichnen. Ist das nicht möglich, verwenden wir die "vernünftigsten" Varianten der vorliegenden Muster, um damit eine Referenzkarte zu simulieren. Dies erreichen wir bei AMD-Grafikkarten durch manuelles Setzen des entsprechenden Powerlimits. Im Falle der Radeon RX 6950 XT, 6750 XT und 6650 XT ist das leichter gesagt, als getan. Ab Werk arbeiten die uns vorliegenden Modelle mit deutlich erhöhten Werten und der Treiber lässt lediglich Änderungen zwischen -6 und -10 Prozent GPU-Power zu. Durch entsprechende Selektion und den Betrieb mit sekundären Silent-Firmwares kamen wir zwar ans Ziel, es war jedoch einigermaßen mühsam. Beachtenswert ist, dass AMD die Referenz-GPU-Powerlimits auf Nachfrage erst am vergangenen Freitagmittag herausgab. Das ist angesichts eines Dienstags-Launches sehr sportlich, auf Basis echter Werktage gar unmöglich - und wir reden hier nicht bloß von einer Grafikkarte, sondern von dreien. Wundern Sie sich also nicht, wenn Sie andernorts vorrangig die Benchmarks von werkseitig hochgezüchteten Modellen erblicken, deren Daten früher in Gestalt der Muster vorlagen. Derartige Reviews zeichnen jedoch kein akkurates Bild der zu erwartenden Mindestleistung, was für uns aus naheliegenden Gründen keine Option war.
Faktor 2, der die Leistung der neuen Radeon-Grafikkarten beeinträchtigt und daher verfälschen kann, ist der bereits erwähnte Treiber. Der neue Branch der AMD-Software liefert ansehnliche Leistungsgewinne in diversen Spielen, darunter Grid Legends und Dying Light 2, sowie kleinere, aber immer noch deutliche Zugewinne u. a. in Cyberpunk 2077, Guardians of the Galaxy, Elden Ring, Halo Infinite, Psychonauts 2 und The Witcher 3 - sprich: in großen Teilen des PCGH-Leistungsindex 2022. Ein Test der neuen Karten mit dem Review-Treiber mit anschließendem Vergleich bestehender Altkarten hätte zur Folge, dass die Neulinge besser dastehen, als sie es tatsächlich tun. Auch das ist für uns keine valide Option. Das PCGH-Versprechen beinhaltet unter anderem, dass wir Sie mit großem Aufwand über die tatsächliche Grafikkartenleistung informieren. Lange Rede, kurzer Sinn: Mithilfe einer ausgedehnten Wochenendschicht gelang es uns um Haaresbreite innerhalb des Testzeitraums, alle in diesem Test gezeigten Radeon-Grafikkarten mit dem brandneuen Treiber 22.10 (22.5.1) nachzutesten. Auf diese Weise erhalten Sie die korrekten Verhältnisse zwischen den RDNA-2-Grafikkarten untereinander sowie im Vergleich mit Nvidias Geforce-Aufgebot.
RX-6000-Refresh: Trio Infernale
Bei den 50er-Varianten der Radeon RX 6000 handelt es sich um konsequent, wenn auch behutsam beschleunigte Neuauflagen bestehender RDNA-2-Grafikkarten. Dabei widmet sich AMD ausschließlich Modellen mit "Full Fat"-GPUs, also dem Vollausbau der verwendeten Grafikchips - das Beste wird somit noch besser. RX-6000-Grafikkarten mit abgespeckten GPUs ("Salvage" genannt), wie die Radeon RX 6800 (XT) und RX 6600, erhalten keine Neuauflage. Interessant ist die dichte Staffelung, welche AMD ausdrücklich aufrechterhalten möchte: Mit Ausnahme der Radeon RX 6600 XT, welche langsam ausläuft, sollen die alten und neuen Modelle auf absehbare Zeit koexistieren und decken damit nahezu alle Preis- und Leistungsbereiche zwischen rund 180 und 1.250 Euro ab.
Angetrieben werden die 50er-Radeons wie gehabt von den Grafikprozessoren Navi 21, Navi 22 und Navi 23. Die neuen Varianten verfügen intern über eine Kennung mit "K", also KXTX und KXT, deren Bedeutung AMD bedauerlicherweise nicht verraten wollte. Grundsätzlich ist anzunehmen, dass es sich um besonders taktfreudige Exemplare handelt, denn das Leistungsplus der Neuauflagen basiert rein auf Takt - zusätzliche Rechenwerke existieren im Silizium nicht. Um das zu erreichen, erhöht AMD teilweise das Energie-Budget: Die Radeon RX 6950 XT arbeitet als Referenzkarte mit 284 Watt GPU-Power, gut elf Prozent mehr als bei der Radeon RX 6900 XT - und genauso viel wie beim OEM-Schlachtschiff RX 6900 XT Liquid Cooling, welches PCGH bereits im Juli vergangenen Jahres testete. Diesem Modell wird im vorliegenden Test eine besondere Rolle als Messlatte zuteil. Auch die Radeon RX 6650 XT profitiert von einem größeren GPU-Power-Budget auf 143 Watt (+10 Prozent). Lediglich die Radeon RX 6750 XT muss weiterhin mit den 186 Watt GPU-Power auskommen, welche bereits der RX 6700 XT zur Verfügung stehen, und legt daher kaum an Rechenleistung zu.
Darüber hinaus spendiert AMD den Neulingen schnellere Speicherbausteine: 18 Gigatransfers pro Sekunde (GT/s) stehen im Datenblatt der neuen GDDR6-Chips und werden im Falle der Radeon RX 6950 XT und RX 6750 XT auch geboten. Die Radeon RX 6650 XT muss sich hingegen mit 17,5 GT/s begnügen - vermutlich aufgrund der einfacheren Platinendesigns. Das Plus aufseiten der Speichertransferrate von 12,5 respektive 9,4 Prozent gegenüber den bisherigen 16-GT/s-Chips ist gern gesehen, denn es weitet den Flaschenhals der Architektur: RDNA 2 ist mithilfe großer Level-3-Zwischenspeicher ("Infinity Cache") darauf ausgelegt, die wichtigsten Daten innerhalb des Kerns vorzuhalten und rasant abzuarbeiten. Alles, was über die Kapazität dieses SRAM hinausgeht, landet im anschließenden GDDR6-DRAM auf der Platine. Dieser arbeitet nur mit rund einem Viertel der Cache-internen Transferrate, wird als zentrales Datenlager aber zwingend benötigt. Von der Beschleunigung des Grafikspeichers profitieren besonders große Datenmengen und hohe Auflösungen im Speziellen, denn je höher die Auflösung, desto öfter wird mit Daten außerhalb des Cache gearbeitet. Problematisch ist dabei nur der Energiebedarf, denn Transfers über den Speicher-Controller hin zu DRAM kosten Strom.
Wir untersuchen im Folgenden, wie es um die Effizienz der Neulinge steht. Riesensprünge sind angesichts der Basis-Spezifikationen nicht zu erwarten, insgesamt ist von einem Leistungsplus im 5-Prozent-Rahmen auszugehen. Wer's ganz genau wissen will, studiert die folgende Spec-Tabelle mit allen wichtigen Kennzahlen zur Leistungseinordnung:
| AMD Radeon ... | RX 6900 XT LC | RX 6950 XT | RX 6900 XT | RX 6750 XT | RX 6700 XT | RX 6650 XT | RX 6600 XT |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Referenzkarte verfügbar? | Ja (OEM) | Ja | Ja | Ja | Ja | Nein | Nein |
| Marktstart | Q2 2021 | 10.05.2022 | 08.12.2020 | 10.05.2022 | 18.03.2021 | 10.05.2022 | 11.08.2021 |
| Architektur | RDNA 2 | RDNA 2 | RDNA 2 | RDNA 2 | RDNA 2 | RDNA 2 | RDNA 2 |
| Codename/Konfektion | Navi 21 XTXH | Navi 21 KXTX | Navi 21 XTX | Navi 22 KXT | Navi 22 XT | Navi 23 KXT | Navi 23 XT |
| Chipgröße (reiner Die) | 520 mm² | 520 mm² | 520 mm² | 336 mm² | 336 mm² | 237 mm² | 237 mm² |
| Transistoren Grafikchip (Mio.) | 26.800 | 26.800 | 26.800 | 17.200 | 17.200 | 11.060 | 11.060 |
| Fertigungsverfahren (Foundry) | N7P (TSMC) | N7P (TSMC) | N7P (TSMC) | N7P (TSMC) | N7P (TSMC) | N7P (TSMC) | N7P (TSMC) |
| Shader-Cluster (CUs) | 80 | 80 | 80 | 40 | 40 | 32 | 32 |
| FP32-ALUs/TMUs/ROPs | 5.120/320/128 | 5.120/320/128 | 5.120/320/128 | 2.560/160/64 | 2.560/160/64 | 2.048/128/64 | 2.048/128/64 |
| Raytracing-Einheiten | 80 | 80 | 80 | 40 | 40 | 32 | 32 |
| Typ. GPU-Boost-Takt (MHz) | 2.250 | 2.100 | 2.015 | 2.495 | 2.424 | 2.410 | 2.359 |
| FP16-Leistung (TFLOPS) | 46,1 | 43,0 | 41,3 | 25,5 | 24,8 | 19,7 | 19,3 |
| FP32/FP64-Leistung (TFLOPS) | 23,0/1,44 | 21,5/1,34 | 20,6/1,29 | 12,8/0,80 | 12,4/0,78 | 9,9/0,62 | 9,7/0,60 |
| Füllrate (Mtex/Mpix pro Sek.) | 720,0/288,0 | 672,0/268,8 | 644,8/257,9 | 399,2/159,7 | 387,8/155,1 | 308,5/154,2 | 302,0/151,0 |
| Größe des Level-2-Cache (KiB) | 4.096 | 4.096 | 4.096 | 3.072 | 3.072 | 2.048 | 2.048 |
| Infinity L3-Cache (MiB/Bit) | 128/1.024 | 128/1.024 | 128/1.024 | 96/768 | 96/768 | 32/512 | 32/512 |
| Speicheranbindung (Bit) | 256 | 256 | 256 | 192 | 192 | 128 | 128 |
| Geschwindigkeit RAM (GTs/MHz) | 18,5/9.250 | 18,0/9.000 | 16,0/8.000 | 18,0/9.000 | 16,0/8.000 | 17,5/8.750 | 16,0/8.000 |
| Speichertyp | GDDR6 | GDDR6 | GDDR6 | GDDR6 | GDDR6 | GDDR6 | GDDR6 |
| Transferrate Speicher (GB/s) | 592 | 576 | 512 | 432 | 384 | 280 | 256 |
| Transferrate L3-Cache (TB/s) | 1,99 (max.)* | 2,10 (max.) | 1,99 (max.) | 1,49 (max.) | 1,49 (max.) | 0,92 (max.) | 0,92 (max.) |
| Speicherkapazität (MiB) | 16.384 | 16.384 | 16.384 | 12.288 | 12.288 | 8.192 | 8.192 |
| PCI-Express-Standard | 4.0 ×16 | 4.0 ×16 | 4.0 ×16 | 4.0 ×16 | 4.0 ×16 | 4.0 ×8 | 4.0 ×8 |
| GPU-Power (ASIC) | 284 Watt | 284 Watt | 255 Watt | 186 Watt | 186 Watt | 143 Watt | 130 Watt |
| Boardpower (ganze Karte) | 350 Watt | 335 Watt | 300 Watt | 250 Watt | 230 Watt | 180 Watt | 160 Watt |
| Unverbindlicher Preis (UVP) | Keiner (nur OEM) | 1.239 Euro | 1.000 Euro | 619 Euro | 479 Euro | 449 Euro | 379 Euro |
Angaben der Leistung jeweils mit typischem GPU-Boost laut Hersteller, Referenz-Spezifikationen. In der Praxis schwankt die Frequenz (in der Regel fällt sie höher aus) und somit auch der Durchsatz. GPU-Power und Cache-Durchsatzraten durch AMD bestätigt. *Nicht abschließend geklärt, ob Cache-Takt nicht doch höher als 1,94 GHz; Update folgt.

Und die hab ich MUAHAHA
Hab die Asus Rog Strix RX 6900 XT LC Top Edition aber das game(...)
(...) hab mir aber dennoch eine Asus Rog Strix RX 6900 XT LC Top Edition für 1600€ geholt und bereue den Kauf bis heute kein bisschen))
Und bist du sicher, dass du den Kauf nicht bereust?
Und die hab ich MUAHAHA
Ehm... Ich habe einen kompletten PC selbst gebaut und der ist um einiges besser als ein kaufbarer Fertig PC, was soll denn die hohle bezeichnung als Neueinsteiger hier?? Lächerlich xD
Ansonsten sind die Ergebnisse wie man sie erwartet hat.
Hab die Asus Rog Strix RX 6900 XT LC Top Edition aber das game hab ich noch gar nicht gespielt, weil es mir zu teuer war bisher. Hole es mir höchstens für 15€ bei instant gaming xD
Ich suche eh nur was fürn zweiten Rechner und da kann ich auch vergeblich versuchen ne NVIDIA FE zu bekommen. Ich zahle keine 675€ für ne 6750XT wenn ich ne 3070FE und 3060Ti FE theoretisch deutlich günstiger bekommen kann. Da sind ja selbst die Custom Karten besser vom P/L-Verhältnis. Werde wohl dann mal nach ner 6700XT Custom für nen akzeptablen Preis schauen.
"meine" 6900xt kostet "nur" noch 1.200 € statt eingekauften 1.400 € (welcher Teufel hatte mich da geritten?)
Tippe mal auf 1.500 € für die 6950 xt.
Die 5% wollen bezahlt werden.
Edit: Gerade gesehen, bei mf gibt es die tatsächlich "schon" für unter 1300 €, hätte ich nicht gedacht:
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RT a la AMD ist optimierbar.
Gilt nicht für alle Engines.
Letztlich spielt der Marktdurchsatz von NVidia eine Rolle.
Die meisten Entwickler orientieren sich an der meist verbreiteten Hardware.
Vom Prinzip her ist RT von AMD ähnlich leistungsfähig und umsetzbar.