RX 6900 XT Liquid Cooling im Test: Lautheit, Verbrauch, Effizienz
Die Leistungsaufnahme und Lautheit der RX 6900 XT Liquid Cooling geprüft: Wie viel Strom benötigt die RDNA-2-Grafikkarte, wie heiß und laut wird sie?
In diesem Artikel
- Seite 1 RX 6900 XT Liquid Cooling im Test: Spezifikationen
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Seite 2
RX 6900 XT Liquid Cooling im Test: Spiele-Benchmarks
- 2.1 GPU-Testsystem 2021 v1.1
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2.2
Radeon RX 6900 XT LC: Spiele-Benchmarks
- 2.2.1 Anno 1800
- 2.2.2 Assassin's Creed Valhalla
- 2.2.3 Battlefield 5
- 2.2.4 Borderlands 3
- 2.2.5 Call of Duty BO Cold War
- 2.2.6 Control
- 2.2.7 Crysis Remastered
- 2.2.8 Cyberpunk 2077
- 2.2.9 Days Gone
- 2.2.10 Desperados 3
- 2.2.11 Doom Eternal Ancient Gods
- 2.2.12 F1 2020
- 2.2.13 Forza Horizon 4
- 2.2.14 Hitman 3
- 2.2.15 Horizon Zero Dawn
- 2.2.16 Metro Exodus
- 2.2.17 Red Dead Redemption 2
- 2.2.18 Resident Evil 8 Village
- 2.2.19 Serious Sam 4
- 2.2.20 The Witcher 3
- 2.3 RX 6900 XT LC im Leistungsindex
- 2.4 RX 6900 XT LC: Raytracing-Leistung
- Seite 3 RX 6900 XT Liquid Cooling im Test: Lautheit, Verbrauch, Effizienz
- Seite 4 RX 6900 XT Liquid Cooling im Test: Zusammenfassung mit Fazit
- Seite 5 Bildergalerie
Wie eingangs erwähnt, handelt es sich bei der Radeon RX 6900 XT Liquid Cooling um eine OEM-/SI-Grafikkarte. Die Designsprache orientiert sich an den übrigen RX-6000-Grafikkarten im "Made by AMD"-Stil (MBA). An dieser Stelle gehen wir auf das Kühlsystem und Energiebilanz der Liquid-Edition ein. Da wir unser Muster, eine Leihgabe des PC-Händlers Dubaro, nicht zerlegen möchten, beschränkt sich die Betrachtung auf die äußeren Merkmale - selbstverständlich flankiert von echten Messungen der Leistungsaufnahme und Lautheit.
Quelle: PC Games Hardware
Radeon RX 6900 XT Liquid Cooling im Test: Der langersehnte Geforce-RTX-3090-Killer? (13)
Lautheit und Temperaturen
Die Radeon RX 6900 XT LC verwendet einen geschlossenen, wartungsfreien Fluidkreislauf zur Kühlung, wie man ihn bereits von der Radeon R9 Fury X oder Radeon RX Vega 64 LCE kennt. Von außen ist nicht ersichtlich, welcher Hersteller die Pumpeneinheit und den 120-Millimeter-Single-Radiator beisteuert, wir vermuten jedoch ein Asetek-Design. Der Lüfter stammt indes aus dem Hause Delta und arbeitet bei voller Laufleistung mit knapp 3.100 Umdrehungen pro Minute. Der ummantelte Schlauch bietet eine angemessene Länge, um den Wärmetauscher am Heck oder Deckel des Gehäuses zu montieren. Bemerkenswert ist, dass der Radiator das absolute Minimum darstellt, was der Markt hergibt - der Single-Radi der Radeon RX Vega 64 LCE aus dem Jahr 2017 war (bei gleicher Boardpower) dicker.
Angesichts der Leistungsaufnahme von bis zu 350 Watt (siehe unten) bei 284 Watt reiner GPU-Power hatten wir zunächst Zweifel, ob das Design dieser Aufgabe gewachsen ist. Die Entscheidung für einen einzelnen 120-mm-Radiator hat Kompatibilitätsgründe, doppelte oder gar dreifache Radiatoren lassen sich nicht mehr im Heck gängiger Gehäuse montieren. In der Praxis verfliegt die anfängliche Skepsis weitestgehend, die Radeon RX 6900 XT LC ist erfreulich leise. Ein gewisses Grundgeräusch muss jedoch in Kauf genommen werden, da Pumpe und Lüfter im Leerlauf nicht abschalten. 14 Prozent PWM-Impuls lassen den Lüfter im Leerlauf mit rund 510 U/min rotieren. Der Propeller ist dabei nahezu unhörbar - im Gegensatz zur Pumpe: Diese gibt beim Einschalten ein kurzes, hochfrequentes Surren von sich und brummt anschließend niederfrequent vor sich hin. Das Geräusch der Pumpeneinheit allein beträgt etwa 0,3 Sone, was zusammen mit dem Lüfter eine Leerlauf- und Teilllast-Lautheit von 0,4 Sone ergibt. Das Geräusch lässt sich ordentlich eindämmen, während ein hochfrequentes Fiepen à la Radeon R9 Fury X stets durchdringt.
Setzt man die RX 6900 XT LC unter anhaltende Volllast, steigen die Temperaturen auf bis zu 80 °C (GPU) respektive 90 °C (Hotspot). Das Delta zwischen heißester und mittlerer Temperatur ist relativ gering, was für eine gute Wärmeabgabe und -verteilung spricht - trotz der hohen Wärmedichte des 284 Watt abstrahlenden Kerns. Wie sich unter anderem mithilfe des Tools HW Info auslesen lässt, erreicht die Temperatur der Kühlflüssigkeit dabei etwa mehr als 60 °C, was noch im Rahmen, aber am Rande gängiger Spezifikationen liegt. In Panik verfällt das Kühlsystem selbst unter Volllast nie, doch ist es offensichtlich, dass der Hotspot nicht über 90 °C klettern soll. Bahnt sich das an, dreht der Lüfter höher als sonst, echter Lärm gehört aber nicht zum Repertoire der Steuerung. In der Regel bewegt sich die Lüfterdrehzahl bei 1.300 U/min, mithilfe besonders hoher und vor allem unregelmäßiger Lasten sind phasenweise 1.400 U/min zu verzeichnen. Die Lautheit beträgt in diesem Fall 1,5 Sone, was in einem typischen Gaming-Rechner als leise zu bezeichnen ist. Interessant für Tuner: Der Lüfter tritt erst ab einer Drehzahl von mehr als 1.000 U/min langsam aus der Geräuschkulisse hervor und wird jenseits von 2.000 U/min zum "Radaubruder". Die Firmware sieht derart hohe Drehzahlen ab Werk jedoch nicht vor, hier sind 53 % PWM-Impuls, gleichbedeutend mit 1.700 U/min, und somit 2,2 Sone Lautheit das Maximum.
Leistungsaufnahme
PCGH misst die Leistungsaufnahme von Grafikkarten seit August 2020 mithilfe des Power Capture Analysis Tool, um diese Feinheiten besser abzubilden. Wie immer bildet die folgende Tabelle die Maximalwerte aller Grafikkarten ab. Wer eine gute Belüftung im Gehäuse vorweisen kann, nur in WQHD spielt oder bevorzugt mit Framelimits unterwegs ist, wird sowohl eine geringere Leistungsaufnahme als auch geringere Lautheit zu Gesicht bekommen.
Wie bereits mehrfach erwähnt, arbeitet die Radeon RX 6900 XT LC mit 284 Watt GPU-Power (TDP). Das sind 29 Watt oder 11,4 Prozent mehr als bei den luftgekühlten Referenzmodellen der 6900 XT und 6800 XT. Zusammen mit den Posten für Spannungswandlung, Speicher, Pumpe, Beleuchtung und weiterer Kleinteile auf der Platine ergibt sich eine Boardpower von 350 Watt. Diese wird im zeitlichen Verlauf nicht überschritten, allerdings sind Kurzzeit-Spitzen (Peaks) weit jenseits dieser Grenze zu vermelden. Das Netzteil sollte der Aufgabe gewachsen sein; wir empfehlen mindestens einen 850-Watt-Stromwandler, sofern eine starke Gaming-CPU mit im Rechner werkelt.
Die Messungen offenbaren, was sich bisher nur erahnen ließ: Die Radeon RX 6900 XT Liquid Cooling ist nicht nur schnell, sondern auch durstig. Während die Volllast-Leistungsaufnahme von rund 340 bis 350 Watt noch angemessen wirkt, müssen wir den Verbrauch beim Videokonsum und mehreren (unterschiedlichen) Monitoren kritisieren. In beiden Fällen arbeitet die 6900 XT LC mit vollem Speichertakt (2.300 MHz), was Verbrauchswerte weit jenseits von 50 Watt verursacht. Das Problem zieht sich nun durch mehrere Radeon-Generationen und allmählich verlieren wir den Glauben daran, dass es irgendwann beseitigt wird.
Wer die Radeon RX 6900 XT LC manuell ausreizen möchte, kann das GPU-Powerlimit wie gehabt um 15 Prozent erhöhen, sodass rund 327 Watt zur Verfügung stehen. Die maximale Kernspannung beträgt 1,200 Volt. Wird die LC-Edition derart betrieben, fallen unter Volllast relativ genau 400 Watt Leistungsaufnahme an - wie bei einer ausgereizten Geforce RTX 3090 Founders Edition.
| RX 6900 XT LC | RX 6900 XT | RX 6800 XT | RX 6800 | RTX 3090 | RTX 3080 Ti | RTX 3080 | RTX 3070 | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Lautheit (50 cm Entfernung) | ||||||||
| Leerlauf (Desktop) | 0,4 Sone | 0,0 Sone | 0,0 Sone | 0,0 Sone | 0,0 Sone | 0,0 Sone | 0,0 Sone | 0,0 Sone |
| 2 LCDs (UHD + FHD) | 0,4 Sone | 0,0 Sone | 0,0 Sone | 0,0 Sone | 0,0 Sone | 0,0 Sone | 0,0 Sone | 0,0 Sone |
| UHD-Youtube-Video | 0,4 Sone | 0,0 Sone | 0,0 Sone | 0,0 Sone | 0,0 Sone | 0,0 Sone | 0,0 Sone | 0,0 Sone |
| Gaming (MAXIMUM) | 1,5 Sone | 1,9 Sone | 2,1 Sone | 2,5 Sone | 2,6 Sone | 4,2 Sone | 3,5 Sone | 1,9 Sone |
| Leistungsaufnahme | ||||||||
| Leerlauf (Desktop) | 13,5 Watt | 8 Watt | 8 Watt | 7 Watt | 14 Watt | 12 Watt | 12 Watt | 10,5 Watt |
| Dual-Display (UHD + FHD) | 53 Watt | 40 Watt | 39 Watt | 38 Watt | 25 Watt | 23 Watt | 21 Watt | 15 Watt |
| UHD-Youtube-Video | 59 Watt | 52 Watt | 49 Watt | 44 Watt | 28 Watt | 27 Watt | 25 Watt | 17 Watt |
| Gaming (MAXIMUM) | 350 Watt | 301 Watt | 302 Watt | 232 Watt | 355 Watt | 348 Watt | 330 Watt | 221 Watt |
| Control (WQHD + RT) | 342 Watt | 296 Watt | 289 Watt | 214 Watt | 355 Watt | 343 Watt | 328 Watt | 218 Watt |
| Anno 1800 (Full HD) | 341 Watt | 296 Watt | 296 Watt | 203 Watt | - | 344 Watt | 329 Watt | 219 Watt |
| Wolfenstein @ 60 Fps (FHD) | 118 Watt | 112 Watt | 101 Watt | 93 Watt | 92 Watt | 90 Watt | 80 Watt | 51 Watt |
Referenzkarten von AMD und Nvidia unter sich (Geforce Founders Edition respektive Radeon "Made by AMD", kurz MBA).
Mit bis zu 350 Watt fließt reichlich Energie und macht bei dem einen oder anderen Aufrüster gewiss ein neues Netzteil nötig. Hat die Grafikkarte etwas weniger zu tun, wird der Wert jedoch regelmäßig weit unterschritten. Wer in Full HD oder WQHD spielt, wird mit wesentlich geringeren Zahlen zwischen 200 und 250 Watt konfrontiert - je nach Infrastruktur und sonstigen Limits auch noch weniger. Anbei ein kurzes Video, das den Verbrauch im Leerlauf und Volllast abbildet:
PCGH Benchmarks & Analysis ist übrigens ein neuer Youtube-Seitenkanal von PCGH, in dem wir fortan alle Benchmarkszenen und so manche Randbetrachtung platzieren - klicken Sie doch mal rein und abonnieren Sie den Channel, um garantiert nichts zu verpassen.
Spulenrasseln respektive -fiepen ist bei modernen Gaming-Grafikkarten immer, aber in deutlich unterschiedlicher Ausprägung zu hören. Die Radeon RX 6900 XT Liquid Cooling stimmt in den Chor mit ein: Je nach Last und Bildrate sind Spulengeräusche mehr oder minder deutlich hörbar. Tatsächlich sind die Spulen bei dieser Grafikkarte vor allem direkt nach Spielstart ohne Framelimits lauter als das kombinierte Geräusch aus Pumpe und Lüfter. Zwar verhält sich nicht jedes Exemplar eines spezifischen Grafikkartenmodells gleich, unser Sample macht jedoch keinen Hehl aus der hohen Bauteillast. Bei üblichen, zweistelligen Bildraten ist ein leises Rattern respektive Zischen wahrnehmbar, das bei drei- oder gar vielstelligen Fps-Raten immer höherfrequent wird und in Fiepen gipfelt. Zur Sicherheit: Die von PCGH angegebenen Sone-Werte für die Lautheit beinhalten das Spulenrattern, da wir die Daten anhand von Spielen erheben.
Effizienzabriss
Setzt man den Leistungsindex in Relation zur real erreichten Leistungsaufnahme und unterstellt dabei konstante Volllast (welche streng genommen erst ab WQHD vorherrscht), erreicht die Radeon RX 6900 XT LC erwartungsgemäß nicht das gute Niveau ihrer luftgekühlten Geschwister. Die Liquid-Edition der Radeon RX 6900 XT ist um durchschnittlich sechs Prozent schneller als die Air-Variante, benötigt aber schlimmstenfalls 16 Prozent mehr Energie. Rechnet man der Einfachheit halber mit 345 Watt Leistungsaufnahme, erreicht die 6900 XT LC einen Wert von 3,48 Wpi (Watt pro Indexpunkt), die luftgekühlte Karte rangiert mit 300 Watt bei 3,22 Wpi - weniger ist natürlich besser. Zum Vergleich: Die Geforce RTX 3090 erreicht 3,50 Wpi bei 350 Watt Leistungsaufnahme und liegt damit auf Augenhöhe zur 6900 XT LC, während die RTX 3080 Ti auf 3,77 Wpi und die RTX 3080 auf 3,76 Wpi kommt.

Die Asus hingegen ist customdesigned.