AMD Radeon RX 6700 XT im Test: Die Leistung der RTX 3060 Ti mit 50 Prozent mehr Speicher

Ende 2020 sorgte AMD mit der Radeon RX 6800, 6800 XT und 6900 XT für Furore - so dicht wie heute rückten die Radeon-Macher dem Marktführer schon lange nicht mehr auf die sprichwörtliche Pelle. Nun schickt AMD mit der Radeon RX 6700 XT einen neuen Herausforderer in den Ring. Muss sich Nvidias Oberklasse in Gestalt der Geforce RTX 3070 und RTX 3060 Ti geschlagen geben? Das klärt PCGH im Test der RX 6700 XT.

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AMD Radeon RX 6700 XT im Test: Die Leistung der RTX 3060 Ti mit 50 Prozent mehr Speicher
Quelle: PC Games Hardware

Aktualisierung vom 18.03.2021: Seit 14 Uhr soll die Radeon RX 6700 auch im Verkauf starten. Direkt bei AMD ist tatsächlich die Referenzkarte der 6700 XT für 478,81 Euro zu sehen - bei uns funktioniert aber der Bestell-Button nicht. Als Fehlermeldung kommt im Hintergrund: "503 Service Temporarily Unavailable". Beim Versender Caseking sind schon diverse Custom-Designs mit RX 6700 XT gelistet, allerdings beginnen die Preise bei 604 Euro und gehen hoch bis 862 Euro. Bei Alternate finden sich noch keine Karten.


Originalartikel vom 17.03.2021
Auf ein Neues! Nachdem in der zweiten Jahreshälfte 2020 sechs neue Grafikkarten debütiert hatten, ließ es das neue Jahr vergleichsweise ruhig angehen. Nvidia machte mit der Geforce RTX 3060 12GB (PCGH-Test) Ende Februar den Anfang, nun ist AMD an der Reihe. In der Ankündigung Anfang März erweckte AMD den Eindruck, mit der Radeon RX 6700 XT die Geforce RTX 3070 attackieren zu wollen. Ob beziehungsweise wo das klappt (und wo nicht), klärt PCGH im ausführlichen Test der Radeon RX 6700 XT.

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Radeon RX 6700 XT im Test: Positionierung

Die Radeon RX 6700 XT startet am 18. März für 479 Euro (unverbindliche Preisempfehlung). AMD bewirbt die Gaming-Grafikkarte als optimales Produkt für 2.560 × 1.440 Pixel (WQHD) und verspricht darüber hinaus flüssige Bildraten beim Raytracing in 1.920 × 1.080 Pixel (Full HD). Zielsetzung und Preis ähneln der Geforce RTX 3070 (UVP: 519 Euro) und RTX 3060 Ti (UVP: 419 Euro), womit die aktuelle Konkurrenz gefunden ist. Wir vergleichen die Radeon RX 6700 XT daher mit diesen Geforce-Modellen sowie zahlreichen weiteren. Neben dem "Made by AMD"-Referenzmodell (MBA) gibt es die Radeon RX 6700 XT vom Start weg in vielen verschiedenen Farben und Formen. Vier Custom-Designs von Asus, Gigabyte, Sapphire und XFX haben das PCGH-Testlabor bereits erreicht, sodass wir erste Eindrücke vorbereiten konnten. Zum Einstand empfehlen wir einen Blick in das eingebettete Video, in dem wir unter anderem die Asus ROG Strix O12G mit der AMD-Referenzversion vergleichen.

AMD gibt an, dass die Liefersituation der Radeon RX 6700 XT besser ausfallen soll als bei den großen Geschwistern, gibt aber gleichwohl zu Protokoll, dass die Nachfrage derzeit kaum zu befriedigen sei. Preise weit jenseits der UVP werden uns daher wohl auch bei der Radeon RX 6700 XT begleiten. Etwas Hoffnung ruht auf dem offiziellen Grafikkarten-Shop auf www.amd.com, wo es die MBA-Karten zumindest zeitweise zu humanen Preisen geben dürfte.
AMD Radeon RX 6700 XT im Test: Die Leistung der RTX 3060 Ti mit 50 Prozent mehr Speicher (2) Quelle: PC Games Hardware AMD Radeon RX 6700 XT im Test: Die Leistung der RTX 3060 Ti mit 50 Prozent mehr Speicher (2)

Radeon RX 6700 XT im Test: Navi 22 sagt hallo

Mit der Radeon RX 6700 XT debütiert ein neuer RDNA-2-Grafikchip, dessen Zielsetzung die WQHD-Auflösung mit 3,7 Millionen Bildpunkten pro Frame ist. Das ist ein deutlich genügsamerer Einsatzzweck gegenüber Ultra HD (8,3 Millionen Pixel), auf das die Radeon RX 6800 (XT) und RX 6900 XT abzielen. Somit verwundert es nicht, dass der Navi-22-Chip wesentlich kleiner ist als sein großer Bruder Navi 21, es steht 336 zu 520 mm² Kernfläche. Alle Navi-2x-Prozessoren laufen bei der taiwanischen Foundry TSMC in gereifter 7-nm-Fertigung vom Band, womit AMD unter anderem Vorteile bei Packdichte und Energieeffizienz gegenüber Nvidia innehat, deren Ampere-Chips bei Samsung im 8-nm-Verfahren hergestellt werden.

Blickt man auf die Fläche, kommt man leicht zu dem Schluss, dass Navi 22 ungefähr zwei Dritteln von Navi 21 entspricht. Diese Annahme ist richtig und gibt einen guten Ausblick auf die zu erwartende Leistung. Die Anzahl vieler elementarer Rechenwerke wurde halbiert, einige um ein Drittel gestutzt. Ein gegenüber Navi 21 nochmals erhöhter Kerntakt führt dazu, dass Navi 21 in den meisten Fällen deutlich schneller agiert, als man beim Blick auf die FP32-Rechenwerke meinen könnte. Navi 22 beherbergt im Vollausbau nämlich nur 40 Compute Units (CUs), was neben Navi 21 mit seinen 80 CUs etwas schmächtig aussieht. In den Compute Units schlummert stets die gleiche Menge an Recheneinheiten, darunter die für Spiele elementaren 64 FP32-ALUs nebst 16 Texturwerken sowie rasanter Zwischenspeicher. Wer's genauer wissen möchte, findet eine Technikabhandlung zu RDNA 2 auf der zweiten Artikelseite.

Die Leistung ist stets ein Produkt aus Breite (Einheiten) und Höhe (Takt) und Letztere hat AMD bei der Radeon RX 6700 XT noch einmal kräftig angehoben: 2.424 MHz lautet die offizielle "Game Clock", der typischerweise, also durchschnittlich in Spielen anzutreffende GPU-Takt. Damit erreicht die Radeon RX 6700 XT eine Rechenleistung von mehr als 12 Tera-FLOPS bei einfacher Genauigkeit, auch bekannt als Single Precision oder FP32. Das entspricht nur elf Prozent weniger als bei der Radeon RX 6800 mit den offiziellen und in der Spielepraxis meist übertroffenen Taktraten. Da Takt eine bessere Skalierung der Leistung erlaubt als zusätzliche Rechenwerke und dadurch die Latenz aller im Kern befindlichen Teile sinkt, sieht es gut aus für die Radeon RX 6700 XT. Eine komplette Übersicht der wichtigsten Leistungsdaten liefert die folgende Tabelle:

Grafikkarte RX 6900 XT RX 6800 XT RX 6800 RX 6700 XT RX 5700 XT RTX 3070
Marktstart 08.12.2020 18.11.2020 18.11.2020 18.03.2021 07.07.2019 29.10.2020
Architektur RDNA 2 RDNA 2 RDNA 2 RDNA 2 RDNA 1 Ampere
Codename/Konfektion Navi 21 XTX Navi 21 XT Navi 21 XL Navi 22 XT Navi 10 XT GA104-300
Chipgröße (reiner Die) 520 mm² 520 mm² 520 mm² 336 mm² 251 mm² 392 mm²
Transistoren Grafikchip (Mio.) 26.800 26.800 26.800 17.200 10.300 17.400
Fertigungsverfahren (Foundry) 7N (TSMC) 7N (TSMC) 7N (TSMC) 7N (TSMC) 7N (TSMC) 8LPP (Samsung)
DirectX 12 Feature Level 12_2 12_2 12_2 12_2 12_1 12_2
Shader-Cluster (CUs/SMs) 80 72 60 40 40 46
FP32-ALUs/TMUs/ROPs 5.120/320/128 4.608/288/128 3.840/240/96 2.560/160/64 2.560/160/64 5.888/184/64
Parallel nutzbare INT32-ALUs - - - - - 2.944*
Raytracing-Einheiten 80 72 60 40 - 46
Tensor-Kerne - - - - - 184
Infinity Cache on-die (MiB) 128 128 128 96 - -
GPU-Boost-Takt in Spielen (MHz) 2.015 2.015 1.815 2.424 1.755 1.725
FP16-Leistung ALUs (TFLOPS) 41,27 37,14 27,88 24,82 17,97 40,63
FP32/FP64-Leistung ALUs (TFLOPS) 20,63/1,29 18,57/1,16 13,94/0,87 12,41/0,78 8,99/0,56 20,31/0,63
Füllrate (Mtex/Mpix pro Sek.) 644,8/257,9 580,3/257,9 435,6/174,2 387,8/155,1 280,8/112,3 317,4/165,6
Größe des Level-2-Cache (KiB) 4.096 4.096 4.096 3.072 4.096 4.096
Speicheranbindung (Bit) 256 256 256 192 256 256
Geschwindigkeit RAM (GTs/MHz) 16,0/8.000 16,0/8.000 16,0/8.000 16,0/8.000 14,0/7.000 14,0/7.001
Speichertyp GDDR6 GDDR6 GDDR6 GDDR6 GDDR6 GDDR6
Transferrate Speicher (GB/s) 512,0 512,0 512,0 384,0 448,0 448,1
Speicherkapazität (MiB) 16.384 16.384 16.384 12.288 8.192 8.192
PCI-Express-Standard 4.0 4.0 4.0 4.0 4.0 4.0
PCI-Express-Stromanschlüsse 2× 8-Pol 2× 8-Pol 2× 8-Pol Je 1× 8-/6-Pol Je 1× 8-/6-Pol 1× 12-Pol
Typische Leistungsaufnahme 300 Watt 300 Watt 250 Watt 230 Watt 225 Watt 220 Watt
Unverbindliche Preisempfehlung 999,99 Euro 649 Euro 579 Euro 479 Euro 419 Euro 519 Euro

Leistungsangaben bei typischem GPU-Boost laut AMD/Nvidia und bezogen auf die Referenzkarten respektive Founders Editions. In der Praxis schwankt die GPU-Frequenz und somit auch der Durchsatz. Die von den Herstellern angegebenen Boostfrequenzen liegen unter typischer Spielelast mindestens an, in der Regel boostet die GPU höher. *INT32-Cores bei Ampere nur bei halbierter FP32-Rate nutzbar (entweder 128x FP32 oder 64x FP32 + 64x INT32 pro SM).

Unterschiede und Gemeinsamkeiten

Die spezielle Zutat, dank derer die Radeon RX 6800 (XT) und RX 6900 XT so schmackhaft geworden sind, ist nicht etwa Liebe, sondern der "Infinity Cache". Dabei handelt es sich um einen weiteren Zwischenspeicher (Cache) innerhalb der RDNA-2-Grafikchips, um mehr als bloß die wichtigsten Daten besonders nah an den Ausführungseinheiten vorzuhalten. Das ist sinnvoll, denn jeder Transfer aus dem Kern in Richtung DRAM und zurück kostet nicht nur Zeit, sondern auch Energie. Somit schlägt der in RDNA-2-GPUs integrierte, besonders üppige Level-3-Cache zwei Fliegen mit einer Klappe. Problematisch ist, dass die SRAM-Zellen innerhalb der GPU Platz benötigen und somit die Fertigung komplexer sowie teurer machen. Die hohe Effizienz der RX-6000-Reihe gibt AMD recht, wenngleich die Bilanz mit steigender Auflösung, also auch höherem Datenaufkommen, schlechter wird.
AMD Radeon RX 6700 XT im Test: Die Leistung der RTX 3060 Ti mit 50 Prozent mehr Speicher (1) Quelle: AMD (Screenshot: PCGH) AMD Radeon RX 6700 XT im Test: Die Leistung der RTX 3060 Ti mit 50 Prozent mehr Speicher (1) Navi 22 verfügt über weniger Rechenwerke und ist für geringere Auflösungen konzipiert als Navi 21, daher sind nicht die vollen 128 MiByte L3-Cache des großen Chips nötig - er verfügt über 96 MiByte. Wir erinnern uns noch einmal an die oben abgebildete Grafik vom RDNA-2-Launch: Mit 96 statt 128 MiByte sinkt die Wahrscheinlichkeit, unmittelbar benötigte Daten im Cache zu finden, dennoch kann sehr oft der Umweg über den Grafikspeicher vermieden werden, was die Effizienz und Geschwindigkeit erhöht. Zusammen mit den übrigen Caches verfügt eine Radeon RX 6700 XT somit über mehr als 100 MiByte SRAM innerhalb des Kerns und macht sich somit ein klein wenig unabhängiger vom Grafikspeicher als die Geforce-Konkurrenz. Zum Vergleich, eine Geforce RTX 3090 verfügt über gerade einmal rund 20 MiByte Cache.

Selbstverständlich wird das Gros der Daten, darunter der große Posten der Texturen, dennoch im GDDR6-Speicher vorgehalten. Letzterer wird im gleichen Verhältnis skaliert wie der Cache: Anstelle von 256 Bit stehen der Radeon RX 6700 XT nur noch 192 Bit zur Verfügung, sodass die Speichertransferrate bei gleichem Takt um 25 Prozent sinkt. Das gilt auch für den Grafikspeicher, bei dem die neue Radeon mit der Geforce RTX 3060 gleichzieht: 12 GiByte stehen zur Verfügung, aufgeteilt in sechs Chips à 2 GiByte Kapazität, die sich auf der Vorderseite der Platine verteilen. Mit 12 GiByte Speicher erwartet die Radeon RX 6700 XT ein weitestgehend sorgenfreies Dasein in den kommenden Jahren. Mehr Informationen zu diesem spannenden Thema erhalten Sie hier: Geforce RTX 3060 vs. RTX 3060 Ti vs. RTX 2060: Was bringen 12 GiByte wirklich?

Custom-Designs vorgestellt

Wie eingangs erläutert, ist die Radeon RX 6700 XT zum Verkaufsstart am 18. März direkt in verschiedenen Farben, Formen und Geschwindigkeiten zu haben. Vier Modelle haben uns bereits erreicht, die wir Ihnen hier vorab präsentieren möchten. Egal ob Asus ROG Strix O12G, Gigabyte Gaming OC, Sapphire Nitro+ oder XFX Merc 319 Black, sie alle verfügen über eine gegenüber der Referenzkarte verbesserte Kühlung sowie eine werkseitige Übertaktung. Einige von ihnen runden das Feature-Paket durch ein Dual-BIOS ab. Welche Leistung mit den Herstellerkarten ab Werk und beim manuellen Overclocking möglich ist, klären wir im Artikelabschnitt "Kühlung, Lautheit, Verbrauch, Effizienz".

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  1. Seite 1 Radeon RX 6700 XT im Test: Hallo, Navi 22!
  2. Seite 2 Radeon RX 6700 XT im Test: Technik-Details
  3. Seite 3 Radeon RX 6700 XT im Test: Benchmarks & Index
  4. Seite 4 Radeon RX 6700 XT im Test: Kühlung, Lautheit, Verbrauch, Effizienz
  5. Seite 5 Radeon RX 6700 XT im Test: Fazit und Empfehlungen
    • Kommentare (184)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von meckswell Freizeitschrauber(in)
        .
      • Von meckswell Freizeitschrauber(in)
        .
      • Von MOD6699 Software-Overclocker(in)
        preislich leider nicht
      • Von cordonbleu BIOS-Overclocker(in)
        Nvidia selbst hat ja mittlerweile aufgegeben und eingesehen, dass sie es nicht auf die Kelle bekommen:

        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
      • Von deady1000 Volt-Modder(in)
        Ja laut meinen Logs so innerhalb von ca 17 Minuten gegen 12 Uhr und einmal war instant was um 10 Uhr vergriffen.

        Das zieht sich "neuerdings" etwas, da die jetzt so einen virtuellen Warteraum zwischenschalten.
      • Von Rolk Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von deady1000
        RTX3090FEs gabs heute auf NBB auch wieder zur UVP.




        Die anderen FE anscheinend auch. Jetzt sagt mir bitte das die Karten ohnehin instant ausverkauft waren, weil ich muss nur wenige Minuten vorher auf der Seite gewesen sein.
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