Radeon RX 6700 XT im Test: Kühlung, Lautheit, Verbrauch, Effizienz
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Radeon RX 6700 XT im Test: Kühlung, Lautheit, Verbrauch, Effizienz

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Auf der dritten Seite unseres Tests der Radeon RX 6700 XT geht es um wichtigen Messwerte zu Kühlung, Taktraten, Lautheit und Verbrauch.

Die Radeon RX 6700 XT ist entweder als "Made by AMD"-Referenzkarte (MBA) oder Custom-Design der Radeon-Boardpartner erhältlich. An dieser Stelle fühlen wir dem Referenzdesign auf Zahn und garnieren die Eindrücke mit ersten Messwerten der Herstellerkarten - manuelles Overclocking inklusive.

Wie alle AMD-Grafikkarten seit der Radeon VII verfügt auch die Radeon RX 6700 XT wieder über mehrere Temperaturfühler im Kern. Neben der "GPU-Temperatur", einem Mittelwert ausgesuchter Messpunkte, lässt sich wieder der berüchtigte "Hotspot" alias "Junction Temperature" auslesen und anzeigen. Dabei handelt es sich um den heißesten Punkt im Navi-22-Chip, welcher offiziell bis zu 110 °C verträgt, bis die Notbremse gezogen wird. Das Delta zwischen Mittelwert und Hotspot liegt, wie bei gut gekühlten RX-5700-Grafikkarten, auch diesmal bei circa 15 bis 20 Kelvin. Je heißer der gesamte Chip wird, desto kleiner die Differenz. So erreicht unser Muster der Radeon RX 6700 XT beispielsweise schlimmstenfalls 83 °C Kerntemperatur bei einer Junction-Temperatur von 101 °C - in den allermeisten Fällen bleibt der Hotspot jedoch zweistellig.

Radeon RX 6700 XT: Kühler Quelle: AMD (Screenshot: PCGH) Radeon RX 6700 XT: Kühler Interessant ist der haptische Ersteindruck, wenn man die Radeon RX 6700 XT mit der RX 6800 vergleicht. Letztere basiert auf dem Kühldesign der RX 6800 XT und RX 6900 XT, kommt jedoch mit zwei Einbau-Slots aus. Die RX 6700 XT verfügt hingegen über ein neues Platinen- und Kühlerdesign, welches signifikant leichter ist. 855 Gramm wiegt die neueste AMD-Grafikkarte, gut 500 Gramm weniger als die RX 6800. Unser anfänglicher Verdacht, dass sich dies negativ auf Lautheit und Temperaturen auswirken könnte, verflog während des Testzeitraums - der Referenzkühler ist für die abzuführende Leistungsaufnahme gut balanciert. Detail am Rande: Erst mit der RX 6800/6900 führte AMD den Virtual-Link-Ausgang an der Slotblende ein - die RX 6700 XT verzichtet, ebenso wie Nvidia bei Ampere, auf dieses Gimmick.

Lautheit: RX 6700 XT

Das Referenzdesign der Radeon RX 6900 XT, 6800 XT und 6800 darf mit Fug und Recht als bestes Radeon-Referenzkühldesign bezeichnet werden. Besonders glücklich sind wir darüber, dass AMD und Nvidia beinahe gleichzeitig ein zuvor nur bei Custom-Designs zu findendes Feature in ihre Kühler überführt haben: Fan Stop alias Zero Fan. Somit geben die Referenzkarten beim Nichtstun keinen Laut von sich - angesichts der erzeugten Abwärme wäre alles andere Unsinn. Die Radeon RX 6700 XT stimmt in den leisen Chor mit ein, ihr Kühldesign folgt dem eingeschlagenen Pfad und schaltet seine nunmehr zwei Axiallüfter im Leerlauf ab. Beim Rechnerstart und ohne installierte Radeon Software rotieren sie hingegen niedertourig mit einer Lautheit von 0,1 Sone.

Gibt man der Radeon RX 6700 XT (MBA) eine einfache Aufgabe, beispielsweise einen Youtube-Videostream, oder schließt ein zweites Display an, bleiben die Lüfter in den allermeisten Situationen still. Nur bei ungünstigen thermischen Bedingungen im Gehäuse klettert die Kerntemperatur über 60 °C, sodass die Lüfter für eine Weile drehen und somit ein leises Geräusch erzeugen.

Unter Volllast erzeugt die Referenzversion der Radeon RX 6700 XT ein klar hörbares Geräusch. Während unserer Tests verzeichnen wir eine maximale Lüfterdrehzahl von 1.620 U/min, resultierend in einer Lautheit von 2,4 Sone. Wie vorherige Radeon-Karten auch, neigt auch dieses Modell zu einem "Overshoot": Steigt die Temperatur unter Last rapide an - etwa in einem fordernden Spiel oder Synthie wie dem Furmark -, verfällt die Lüftersteuerung in präventive Panik und legt eine höhere Drehzahl an als unbedingt nötig. Ist der Peak erreicht, flacht die Kurve und somit Drehzahl deutlich ab. Demgegenüber stehen Spiele, bei denen die Temperatur und Drehzahl deutlich gemächlicher steigen. In diesen Fällen bleibt die Radeon RX 6700 XT konstant leiser, erwärmt sich jedoch langfristig stärker.

Während die maximale Lautheit moderat ausfällt, gibt unser Muster der Radeon RX 6700 XT ein lauteres Spulenrattern/-fiepen von sich als beispielsweise die Radeon RX 6800 - das störende Niveau der Geforce RTX 3080/3090 wird jedoch nicht erreicht. Last but not least: Wer übertaktet, interessiert sich womöglich für die maximale Lautheit. Mit 100 Prozent PWM-Impuls drehen die Lüfter mit rund 3.000 U/min und erzeugen ein 9,0 Sone lautes Surren. Der Werkszustand im Detail:

  RX 6800 XT RX 6800 RX 6700 XT Radeon VII RTX 3080 FE RTX 3070 FE
Lautheit (50 cm Entf.)            
Leerlauf (Desktop) 0,0 Sone 0,0 Sone 0,0 Sone 0,1 Sone 0,0 Sone 0,0 Sone
2 LCDs (UHD + FHD) 0,0 Sone 0,0 Sone 0,0 Sone 0,2 Sone 0,0 Sone 0,0 Sone
UHD-Youtube-Video 0,0 Sone 0,0 Sone 0,0 Sone 0,2 Sone 0,0 Sone 0,0 Sone
Gaming (MAXIMUM) 2,1 Sone 2,5 Sone 2,4 Sone 5,7 Sone 3,3 Sone 1,9 Sone
Leistungsaufnahme            
Leerlauf (Desktop) 8 Watt 7 Watt 7 Watt 11 Watt 12 Watt 10,5 Watt
Dual-Display (UHD + FHD) 39 Watt 38 Watt 32 Watt 12 Watt 21 Watt 15 Watt
UHD-Youtube-Video 49 Watt 44 Watt 33 Watt 17 Watt 31 Watt 17 Watt
Gaming (MAXIMUM) 302 Watt 232 Watt 218 Watt 303 Watt 330 Watt 221 Watt
Control (WQHD + RT) 289 Watt 214 Watt 210 Watt - 328 Watt 218 Watt
Anno 1800 (Full HD) 296 Watt 203 Watt 216 Watt - 329 Watt 219 Watt
Wolfenstein @ 60 Fps (FHD) 101 Watt 93 Watt 85 Watt 89 Watt 80 Watt 51 Watt

Messung der Lautheit aus 50 Zentimeter Entfernung lotrecht zur Lüfternabe mittels Neutrik Cortex NC10. Störgeräusche wie Spulenfiepen fließen in das Messergebnis mit ein

Leistungsaufnahme: RX 6700 XT

Die erzielte Lautheit ist stets ins Verhältnis zur Abwärme zu setzen, denn eine stromdurstige Grafikkarte wird immer wärmer als eine sparsame und stellt daher größere Anforderungen an den Kühler. Bei den Emissionen der Radeon RX 6700 XT gibt es viel Gutes zu berichten. Fangen wir vorne an: Die Leistungsaufnahme im Leerlauf fällt mit gut 7 Watt hervorragend gering aus. Ermöglicht wird dies laut AMD durch rigoroses Clock- und Power-Gating; alles, was nicht benötigt wird, wird schlafengelegt. Der sparsame GDDR6-Speicher trägt ebenfalls einen Teil zum Ergebnis bei. Zwar arbeiten auch die Ampere-Modelle Geforce RTX 3070 und RTX 3060 Ti sparsam, am Ende des Jahres kommt bei vielen Betriebsstunden im Leerlauf jedoch einiges zusammen.

Das Blatt wendet sich, sobald mehr gefordert wird. Egal ob die Wiedergabe eines (Ultra-HD-)Videos bei Youtube oder der Anschluss eines zweiten Monitors, die Radeon RX 6700 XT begegnet der höheren Last mit einer alten Unsitte: Der Speichertakt wird vom Low-Power- auf den Lastzustand hochgefahren, was in deutlich höherer Abwärme und somit Leistungsaufnahme resultiert. Nvidias Geforce-Grafikkarten absolvieren derartige Aufgaben deutlich effizienter. AMD ist das Problem seit Monaten bekannt, bisher ohne Lösung (und offenbar auch ohne Priorität). Warum man hier nicht aus alten Fehlern lernt und damit das unschöne Déjà-vu verhindert, ist uns ein Rätsel.

Wie bei den Geschwistern ist auch bei der Radeon RX 6700 XT die Boardpower kein ständig überwachter Wert, sondern flexibel. Nvidia protokolliert die durch das gesamte Board fließenden Ströme mithilfe von Shunt-Widerständen, woraus sich eine Obergrenze ergibt. Bei Radeon-Grafikkarten wird lediglich das maximale Power-Budget respektive die TDP des Grafikchips festgelegt (GPU-Power). Daraus ergibt sich automatisch eine relativ zuverlässig erreichte Leistungsaufnahme für die gesamte Grafikkarte, wenngleich spezielle Workloads besondere Ansprüche an die Spannungswandlung oder den Speicher stellen und somit hier und dort plus oder minus zehn Watt anfallen.

Die Radeon RX 6700 XT arbeitet mit einem GPU-Powerbudget von 186 Watt. Zusammen mit den übrigen Posten rund um Speicher, Spannungswandlung, Lüfter, Beleuchtung und die üblichen Verluste ergibt sich daraus die offizielle Boardpower von 230 Watt. Querbeet-Tests mit den PCGH-Indexspielen haben ergeben, dass dieser Wert unter normalen Umständen nicht erreicht wird. Stattdessen bewegt sich unser Muster der AMD Radeon RX 6700 XT stets zwischen 210 und 218 Watt - und damit ziemlich genau im Revier der Nvidia Geforce RTX 3070 Founders Edition. Wer möchte, kann im Tuning-Menü des Radeon-Treibers anstelle des werkseitig aktiven "Balanced"-Profils auf "Quiet" gehen, was die GPU-Power um 6,5 Prozent auf 174 Watt senkt. Das führt zu einem etwas effizienteren Betriebspunkt und leicht reduzierter Lüfterdrehzahl.

Navi 2x - ASIC/GPU Power RX 6900 XT RX 6800 XT RX 6800 RX 6700 XT
Standard (Balanced) 255 Watt 255 Watt 200 Watt 186 Watt
Quiet 240 Watt 240 Watt 185 Watt 174 Watt
Rage 270 Watt 270 Watt - -
Manual (Maximum) 293 Watt 293 Watt 230 Watt 214 Watt

Effizienzabriss

Setzt man die erzielte Leistungsaufnahme ins Verhältnis zum PCGH-Leistungsindex, muss sich die RX 6700 XT all ihren Geschwistern geschlagen geben. Unterstellt man eine durchschnittliche Leistungsaufnahme von 215 Watt, erreicht die Radeon RX 6700 XT einen Wert von 3,57 Wpi (Watt pro Indexpunkt - weniger ist besser). Zum Vergleich: Die Radeon RX 6800 bringt es mit einem Durchschnittsverbrauch von 220 Watt auf 3,02 Wpi, die Radeon RX 6800 XT mit 295 Watt auf 3,42 Wpi und die Radeon RX 6900 XT mit ebenfalls rund 295 Watt auf 3,27 Wpi. Eine alte Regel liefert die Erklärung dafür: Hat man eine ordentlich skalierende Architektur, erzielt ein breiter, niedrig taktender Chip stets eine höhere Effizienz als ein schmales, hochtaktendes Design.
AMD Radeon RX 6700 XT im Test: Die Leistung der RTX 3060 Ti mit 50 Prozent mehr Speicher (18) Quelle: PC Games Hardware AMD Radeon RX 6700 XT im Test: Die Leistung der RTX 3060 Ti mit 50 Prozent mehr Speicher (18)

Custom-Designs und Overclocking

Die Custom-Designs von Asus, Gigabyte, Sapphire und XFX hatten wir Ihnen bereits vorgestellt. An dieser Stelle leiten wir zu den Leistungswerten über. Interessant ist die schwache Skalierung der anwesenden Herstellerkarten, obwohl sie alle mit einer werkseitigen Übertaktung werben. Diese ergibt sich automatisch durch die werkseitige Erhöhung des Powerlimits, welche dem Kern eine bessere Entfaltung erlaubt. Das Problem dabei wird von den folgenden Benchmarks aufgezeigt: Limitiert die GPU-Power nicht, können sich OC-Modelle nicht von der Referenzkarte absetzen.

Besser sieht es mit manueller Übertaktung aus. Wir haben's exemplarisch mit der AMD-Referenzkarte ausprobiert und landeten stabil bei 2,7 bis 2,8 GHz - je nach Spiel. Der Speicher unseres Musters verkraftet den erlaubten Maximaltakt von knapp 2.140 MHz selbst mit verschärften Timings. Das auf diese Weise erzielbare Leistungsplus beträgt acht Prozent - das ist messbar, aber in den meisten Fällen noch weit von einer Radeon RX 6800 entfernt. Die Herstellerdesigns lassen sich meist ohne großen Aufwand mit den Maximalwerten im Radeon-Treibermenü betreiben. Das Limit liegt bei 2.950 MHz für den Kern, allerdings arbeitet die GPU dann bestenfalls mit 2.850 MHz. Die 3-GHz-Marke war mit Luftkühlung noch nie so nahe, wird aber nicht ohne Modifikationen durchbrochen.

Zur Einordnung: Die Gigabyte Gaming OC arbeitet werkseitig mit 203 Watt GPU-TDP und kann auf 233 Watt getrieben werden, die Asus ROG Strix O12G, Sapphire Nitro+ und XFX Merc 319 Black arbeiten allesamt mit 211 Watt GPU-TDP und lassen sich in Tools und dem treibereigenen Tuning-Menü auf bis zu 242 Watt setzen. Die Temperaturen aller vier Modelle fallen geringer aus als bei der Referenzkarte, allerdings bei deutlich unterschiedlicher Lautheit. XFX lässt sein Design besonders niedertourig laufen und erzeugt damit die subjektiv geringste Lautheit, während Gigabyte kurzzeitig auf über 2.000 U/min schießt und daher die lauteste Karte im Bunde führt. Dazwischen liegen die Modelle von Asus und Sapphire mit jeweils hörbaren, aber keineswegs störenden Kühlern. Asus tut sich im Quartett besonders hervor, die Radeon RX 6700 XT ROG Strix O12G erschlägt den kleinen Navi-22-Chip förmlich unter Kühlmetall und hält ihn daher um rund 20 Kelvin kühler als die Referenzkarte (GPU- und Hotspot-Temperatur). Genaue Messwerte der Lautheit liefern wir schnellstmöglich nach.

Radeon RX 6700 XT: MAX Settings in Radeon Software Quelle: PC Games Hardware Radeon RX 6700 XT: MAX Settings in Radeon Software

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  1. Seite 1 Radeon RX 6700 XT im Test: Hallo, Navi 22!
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  5. Seite 5 Radeon RX 6700 XT im Test: Fazit und Empfehlungen
    • Kommentare (184)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von meckswell Freizeitschrauber(in)
        .
      • Von meckswell Freizeitschrauber(in)
        .
      • Von MOD6699 Software-Overclocker(in)
        preislich leider nicht
      • Von cordonbleu BIOS-Overclocker(in)
        Nvidia selbst hat ja mittlerweile aufgegeben und eingesehen, dass sie es nicht auf die Kelle bekommen:

        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
      • Von deady1000 Volt-Modder(in)
        Ja laut meinen Logs so innerhalb von ca 17 Minuten gegen 12 Uhr und einmal war instant was um 10 Uhr vergriffen.

        Das zieht sich "neuerdings" etwas, da die jetzt so einen virtuellen Warteraum zwischenschalten.
      • Von Rolk Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von deady1000
        RTX3090FEs gabs heute auf NBB auch wieder zur UVP.




        Die anderen FE anscheinend auch. Jetzt sagt mir bitte das die Karten ohnehin instant ausverkauft waren, weil ich muss nur wenige Minuten vorher auf der Seite gewesen sein.
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