Radeon RX 6700/6800 vs. Geforce RTX 3060/3070: Raytracing-Schlagabtausch in 8 Spielen
Die Radeon RX 6700 XT ist AMDs erste Mittelklasse-Grafikkarte mit Raytracing-Fähigkeiten. Doch wie gut ist die bildhübsche Strahlverfolgung auf dem kleinen Navi-22-Chip nutzbar? Welche Kompromisse müssen eingegangen werden? Inwiefern zahlt sich der mit 12 GiByte üppig dimensionierte Grafikspeicher aus? Das und mehr erfahren Sie im Raytracing-Praxistest der Radeon RX 6700 XT.
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Die neue Radeon RX 6700 XT beweist im ausführlichen PCGH-Test ihre Stärke bei konventioneller Grafikberechnung, besser bekannt als Rasterizing. AMD hat seine RDNA-2-Architektur somit erfolgreich ins 500-Euro-Segment überführt. Doch die Grafikwelt kennt längst mehr als Rastergrafik. Raytracing, die virtuelle Nachbildung von Lichtstrahlen, heißt das von der Industrie angestrebte Ziel. Bis Spiele vollständig auf Strahlverfolgung setzen, ist es noch ein weiter, steiniger Weg, wir befinden uns erst am Anfang - bei hybriden Lösungen, bestehend aus Rasterizing-Basis mit Raytracing-Aufsatz. Was leistet die Radeon RX 6700 XT bei aktuellen Raytracing-Spielen im Vergleich mit Nvidias Geforce-RTX-30-Grafikkarten? Das haben wir anhand von acht PC-Spielen ausprobiert.
Raytracing 2021: Bestandsaufnahme
Seit der Raytracing-Rummelzug im Spätsommer 2018 seine Jungfernfahrt aufnahm, ist viel passiert. Entwickler und Forschungsgruppen in aller Welt tüfteln an Möglichkeiten, um die aufwendige Strahlverfolgung im virtuellen Raum effizient zu stemmen. Die nötigen Standards, um mit der Hardware zu sprechen, liegen längst in Gestalt der Programmierschnittstellen DirectX Raytracing (DXR) und Vulkan Raytracing vor. Spiele mit Raytracing werden langsam zahlreicher - und stellen trotz cleverer Vereinfachungen sowie reichlich Hirnschmalz besonders hohe Anforderungen an die GPU, die CPU und auch die Speicherkapazität.
Bevor wir zu den Messungen übergehen, gilt es die Verhältnisse zu erläutern. Raytracing war gut zwei Jahre ein reines Nvidia-Thema, denn die Kalifornier gossen als Erste entsprechende Schaltungen in ihre Turing-Grafikchips, besser bekannt als Geforce RTX 20. Dabei handelte es sich nie um einen Alleingang Nvidias, hybrides Raytracing in der aktuellen Form wurde im Rahmen der DirectX-Spezifikation bereits vor Jahren von einem großen Gremium rund um Microsoft, AMD, Intel, Nvidia sowie weiteren besprochen und verabschiedet. Die Geforce-Macher fungierten dabei als treibende Kraft, mit entsprechend früher Umsetzung in die Praxis. Der damit einhergehende zeitliche Vorteil ist nicht zu unterschätzen, Nvidia hat seit dem DXR- und Raytracing-Debüt Ende 2018 große Fortschritte sowohl bei der Hardware als auch der Software gemacht und Pionierarbeit geleistet. Dabei sahen sich die Kalifornier ständiger Kritik ausgesetzt, denn während der Aufpreis für die RTX-Produkte immer zu entrichten war, kam der Gegenwert in Gestalt neuer Raytracing-Software nur zäh.
Seit Ende 2020 ist nun auch AMD im Raytracing-Boot - und das hat auf den Gesamtmarkt bezogen viel Gewicht. Die Radeon Technologies Group stellt nämlich nicht nur die Raytracing-fähigen RDNA-2-Grafikchips für PC-Grafikkarten, sondern auch die komplette Konsolen-Infrastruktur für Microsoft und Sony. Somit ist endlich eine breite Basis geschaffen, um Raytracing voranzubringen. Selbstverständlich forscht auch AMD nicht erst seit gestern an entsprechender Hard- und Software, Nvidia legt jedoch einen größeren Fokus auf die neue Technologie als AMD. Der zeitliche Vorteil ist zwischenzeitlich auch bei der GPU-Architektur angekommen: Ampere entspricht Nvidias zweiter RTX-Generation, während RDNA 2 die erste "Raydeon"-Generation darstellt.
Derzeit befinden sich nicht nur die Grafikkarten in einer Übergangsphase, sondern auch die Spiele. Kein Titel ist konsequent auf die Möglichkeiten der Ende 2020 erschienenen "Next-Gen-Konsolen" Playstation 5 und Xbox Series X|S getrimmt, alle Entwicklungen nehmen noch Rücksicht auf die vorherige Konsolengeneration. In den kommenden Monaten wird sich das sukzessive ändern, mit neuen Grafik-Sphären und entsprechenden Anforderungen. Wann die Entwicklung an Fahrt aufnimmt und welches Niveau wann erreicht wird, lässt sich derzeit nicht seriös beantworten. Die Marschrichtung ist jedoch klar: Raytracing ist gekommen, um zu bleiben. Zeit für eine aktuelle Bestandsaufnahme der Leistung von AMD und Nvidia.
Quelle: AMD (Screenshot: PCGH)
AMD erläutert die Ray Accelerators in RDNA 2. 40 Stück schlummern in der Radeon RX 6700 XT.
Radeon RX 6700 XT im Raytracing-Test
Zum Launch der Geforce RTX 3060 12GB haben wir eine frische Messreihe mit den anspruchsvollsten Raytracing-Spielen gestartet. Seitdem waren wir nicht untätig und haben uns mit weiteren Raytracing-Titeln sowie -Grafikkarten auseinandergesetzt, um eine möglichst breit aufgestellte Leistungseinschätzung abgeben zu können. Der Grundstein für einen neuen Raytracing-Leistungsindex ist somit gelegt. Die gewonnenen Erkenntnisse teilen wir gerne mit Ihnen - Sie sind mittendrin!
Die Tests bestehen aus einer bewusst bunten Mischung aktueller Raytracing-Spiele. Einige davon wurden technisch von Nvidia betreut, andere beinhalten AMD-Code inklusive spezieller Optimierungen für RDNA 2. Somit werden alle Facetten abgebildet. In den Spielen aktivieren wir alle Details und testen die beiden sehr verbreiteten Auflösungen Full HD (1080p) sowie WQHD (1440p). Dabei handelt es sich aus gutem Grund um die offiziell von AMD und Nvidia genannten Einsatzfelder der GPU-Mittel- bis Oberklasse - Raytracing ist außerordentlich anspruchsvoll, sodass höhere Auflösungen kaum flüssig möglich sind. Upscaling-Techniken werden somit wichtiger denn je - dazu gleich mehr. Damit die Streaming-Systeme der Spiele (und somit auch die Grafikkarten) ordentlich gefordert werden, verlängern wir den Messzeitraum und die Choreografien von den standardmäßigen 20 Sekunden auf 60 Sekunden und nennen die Testszenen daher "XT". Bei der Auswahl handelt es sich um einige der speicherlastigsten Spiele, die Sie einer Grafikkarte derzeit vorsetzen können, daraus machen wir keinen Hehl. Das Wissen um die Anforderungen erlangen wir durch die Techniktests der Spiele. Zum Einsatz kommen Standardvarianten der Grafikkarten ohne werkseitige Übertaktung, in jedem Fall lässt sich folglich durch manuelles Tuning noch etwas Leistung herauskitzeln. Kommen wir nun zu den Ergebnissen der Radeon RX 6700 XT im Vergleich mit der RX 6800 und drei RTX-30-Grafikkarten.
Beachten Sie bitte, dass die Benchmarks standardmäßig die native Auflösung zeigen, im Falle aller Geforce-Grafikkarten jedoch auch die Bildraten mit aktivem Quality-DLSS angezeigt werden können (sofern vom getesteten Spiel unterstützt).
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Radeon RX 6700 XT in Full HD durchaus Raytracing-tauglich ist, dabei aber fast immer der Geforce RTX 3060 Ti unterliegt. Die Radeon RX 6800 kann sich erwartungsgemäß deutlich von der RX 6700 XT absetzen, da sie über 50 Prozent mehr RT-Rechenwerke bei unwesentlich geringerem Takt verfügt. Insgesamt ergeben sich keine Überraschungen, wenngleich so manches Einzel-Ergebnis - etwa in Minecraft RTX - sehr interessant ist.
Wir erinnern uns: Nvidia ist mit seinen Ampere-GPUs bereits bei Raytracing-Generation 2.0, AMD mit RDNA 2 bei Generation 1.0. Vergleicht man die Kontrahenten bei nativer Auflösung mit maximaler Raytracing-Qualität in Full HD, erzielen sie allesamt spielbare, aber keineswegs durchweg sorgenfreie Bildraten. Der Wechsel auf WQHD fördert schließlich einige Sorgen zutage, hier laufen nur die wenigsten Spiele wirklich rund. Hier schüttelt Nvidia sein Ass aus dem Ärmel: DLSS-Upscaling. Anfangs berechtigterweise belächelt, mauserte sich das Verfahren zu einem echten Mehrwert, der Raytracing mit spielbaren Bildraten ermöglicht. AMDs Antwort namens FidelityFX Super Resolution steht nach wie vor aus. Die Entwicklung schreite gut voran, so AMD, vorzeigbar ist jedoch bis heute nichts. Dieser Mangel schränkt die Raytracing-Nutzbarkeit auf einer Radeon RX 6700 XT deutlich ein, während die kleinen RTX-3060-Modelle deutlich von der Entlastung profitieren.
Dirtpunk 2577
Sie vermissen Cyberpunk 2077 und Dirt 5 in den Benchmarks? Wir ebenfalls, doch es gibt gute Gründe für deren Abwesenheit. Cyberpunk 2077 bietet Raytracing-Effekte nach wie vor nur auf Geforce-RTX-Grafikkarten an, bei RDNA 2 lassen sich die Aufwertungen nicht zuschalten. Das technologisch von AMD unterstützte Dirt 5 wird unterdessen bereits von einigen Medien mit Raytracing-Schatten getestet. PCGH verzichtet auf diese Option, denn der entsprechende Code ist seit Monaten nur in Gestalt eines nicht-öffentlichen Beta-Branches verfügbar - vermutlich nicht ohne Grund. AMD gibt auf Nachfrage an, dass Codemasters derzeit den 30. März für die Veröffentlichung anvisiere. Sobald das geschehen ist, testen wir Dirt 5 mit Raytracing. Mit etwas Glück erscheint parallel der Patch auf Version 1.2 für Cyberpunk 2077 und wir hätten zehn aktuelle Spiele für den neuen Raytracing-Leistungsindex zusammen. Apropos ...
Raytracing-Leistungsindex
Verrechnet man die Daten der gezeigten acht Spiele in den Auflösungen Full HD und WQHD (jeweils ohne Upscaling), lässt sich daraus ein Leistungsindex berechnen. Genau das haben wir gemacht, wenngleich wir noch nicht vollständig zufrieden mit der Aufstellung sind. Der "echte" PCGH-Raytracing-Leistungsindex 2021 wird schnellstmöglich festgelegt - sobald wir auch Cyberpunk 2077, Dirt 5, Metro Exodus Enhanced Edition und Resident Evil Village mittesten können. Die finale Aufstellung nehmen wir voraussichtlich im Mai vor, um sie den Rest des Jahres zur Raytracing-Leistungseinschätzung heranzuziehen. Bis es so weit ist, werfen wir einen Blick auf den Interims-Index:
Radeon RX 6700 XT im Raytracing-Test: Fazit
Raytracing steckt nach wie vor in den Kinderschuhen, gewinnt jedoch mit jedem hinzukommenden Spiel an Bedeutung. Da nun auch AMD im Raytracing-Reigen mitmischt und die neue Konsolen-Generation ebenfalls dazu fähig ist, steht einem Durchbruch der Technologie nicht mehr viel im Wege. Die Radeon RX 6700 XT ist schnell genug, um zumindest in Full High Definition von hübschen Reflexionen, feineren Schatten und akkuraterer Beleuchtung zu profitieren. In WQHD sind meist Kompromisse bei der Raytracing-Qualität und/oder Auflösung nötig, um spielbare Bildraten zu erhalten. Das gilt auch für Nvidias Geforce RTX 3060, RTX 3060 Ti und RTX 3070, allerdings erreichen diese ein insgesamt höheres Fps-Niveau. Zusätzlich bietet Nvidia in den meisten Raytracing-Spielen die Option auf DLSS-Upscaling, das die Bildrate bei meist verschmerzbar veränderter Qualität signifikant erhöht. AMDs Open-Source-DLSS-Alternative namens Super Resolution wird das Problem angehen, befindet sich jedoch nach wie vor in Entwicklung. PCGH bleibt selbstverständlich am Ball.

Praktisch spielt das ohnehin jeder mit DLSS, das sieht laut Igor auch besser aus als das native Bild.
Praktisch spielt das ohnehin jeder mit DLSS, das sieht laut Igor auch besser aus als das native Bild.
Mit 24 Chunks, auf längere Zeit, machst Du auch 24GB VRam dicht
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Jetzt zeig mir wohin ich klicken muß um meine RX 6800 auf spielbare FPS zu bringen.
Und wo drück ich hin wenn ich das Spiel nicht habe, weil es mich null interessiert?