Radeon RX 6500 XT: Hinweise auf zweckentfremdeten Chip
Die Performance der Radeon RX 6500 XT ließ so manch einen fragend zurück: Nun gibt es Hinweise darauf, dass der Chip eigentlich für einen anderen Zweck entworfen wurde. Navi 24 sei angeblich als Kompagnon-Chip in Rembrandt-Notebooks gedacht gewesen.
Die Enttäuschung war nach dem Test der Radeon RX 6500 XT schon einigermaßen groß. Die Karte bildet zwar das unter Einstiegslevel in den Markt dedizierter Chips, ist aber leider schon unvernünftig langsam, wie unser Test zeigt. "Die Kombination aus lediglich 4 GiByte Speicher und dem abgespeckten PCI-Express-Interface machen es somit schwer, die Radeon RX 6500 XT als ernsthafte Gaming-Grafikkarte respektive Alternative zu Gebrauchtware zu empfehlen", haben wir da geschrieben.
Am Ende muss man konstatieren: "Die Radeon RX 6500 XT soll günstiges und flüssiges Full-HD-Gaming bei mittleren bis hohen Details ermöglichen". Wie sich im Test herausstellt, ist das im Sinne einer Warnung zutreffend - maximale Details sind in den allermeisten Spielen zu viel für die RX 6500 XT. Flüssige Ausnahmen wie Days Gone, Desperados 3 und The Witcher 3 bestätigen die Regel."
Das wirft natürlich die Frage auf, wieso AMD sich das überhaupt antut? Denn da wusste man sicher um die Leistungsfähigkeit des Produktes. Eine mögliche Begründung kommt nun aus dem Phoronix-Forum: Da hat sich ein AMD-Mitarbeiter zu Wort gemeldet, der unterstreicht, dass der Chip Navi 24 eigentlich nie für dedizierte Desktop-Karten vorgesehen war, sondern als kleiner Notebook-Chip, wo er mit Rembrandt-APUs gepaart werden soll.
Radeon RX 6500 XT und die Aussage "4GB VRAM is not enough for games"
Das würde die merkwürdige Entscheidung erklären, dass die Hardwarebeschleunigung für Medien bei der Radeon RX 6500 XT relativ nutzlos ist - im Notebook könnte das Rembrandt abdecken. Für den Desktop-PC ist Karte so aber nicht mal als (eigentlich dafür auch zu teurer) Ersatz zu gebrauchen, um moderne Videocodecs abzudecken. Navi 24 wird auch für Workstation erscheinen und auch da fehlt wohl H264/H265 und AV1.
John Bridgman (Linux NPI SW Architect bei AMD) hat den Eindruck, dass nur Encoding und nicht Decoding limitiert ist, will das Thema aber noch einmal intern recherchieren. Der Punkt ist aber letztlich, dass Navi 24 aus welchen Gründen auch immer "zweckentfremdet" wurde. An der Lieferbarkeit kann es nicht liegen, denn auch die ist nicht wirklich gegeben. Der Einsatz, selbst als Einstiegschip in Notebooks, ist aber auch etwas fraglich. Man kann nur hoffen, dass die ganze Geschichte des Chips irgendwann einmal erzählt wird.
Denn letztlich sieht es so aus, dass die Geforce RTX 3050 für 50 US-Dollar mehr die deutlich attraktivere Einstiegskarte wird und auf dem Papier sehen sogar Intels Arc-Modelle besser aus, die ja auch erst einmal nur das Einstiegssegment abdecken sollen; bestenfalls bis in die Mittelklasse reichen. Die Radeon RX 6400 derweil, die nur bei OEMs zum Einsatz kommt, wird einem noch weniger Freude machen.

Was aber sein kann ist, dass man neben dem Cache und Speicher-Interface auch am Frontend zu viel gespart hat.
Da hat AMD wohl Glück gehabt, dass sie dank Pandemie das Ding überhaupt verkaufen können und dann noch weit über dem eigentlichen Wert.
Bei der 3050 mache ich mir auch keine große Hoffnung. Die 3060 startet bei 670€, je nach Leistung wird es dann 550-600€. Naja hoffen wir mal, dass NVIDIA so gnädig ist so viele Karten zu produzieren, dass die Nachfrage teilweise gesättigt wird und die Preise etwas sinken.
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Wirft man einen Blick in die neueste PCGH GPU Übersicht, so fällt auch, dass die 6700XT (40CU)und die 6800 (60CU) das beste Verhältnis von CU (Takt mit eingerechnet) zu fps hat, wenn es um AMD Karten geht. Das ist in Sachen CU wo sich die neuen Konsolen aufhalten (36&52), darauf ist die Architektur scheinbar optimiert.
Bei den ganz großen Karten gibt es was das Verhältnis von CU zu fps angeht schon nur noch "diminishing returns", will heißen, mehr CUs sind nicht linear mehr Leistung. Ist bei Nvidia ab der 3080 nicht anders, auch da ist die 3070 das Maximum, so weit nichts neues.
Schaut man sich die Karten mit 28 und 32 CU unter dem Aspekt fps or CU an kann man auch noch zufrieden sein. Bei der 6500XT mit 16CUs ist da jedoch ein harter Bruch.Egal wie man es dreht und wendet, der Chip wurde wohl zu stark beschnitten, oder funktioniert einfach nicht so weit unten.
Ich nehme an, AMD hat die wohl mit einer anderen Erwartung produziert. Würde die Karte linearer skalieren, wäre sie im PCGH bei 22,7 punkten, satte 20% mehr. Aber das tut die Karte nicht, stattdessen sackt sie ab. Wenn man sich vorstellt, dass sie in einem Laptop noch mehr absackt, weil das TDP und Takt noch viel weiter sinken, könnte ich mir vorstellen, dass die OEMs die Karte einfach nicht wollten. Die kaufen ja auch keine Katze im Sack, die sehen sich das an, vergleichen es mit 3050 und 3060 Laptop Edition und winken dann ab.
AMD verkauft das dann unbeirrt als "wir schlagen den Minern ein Schnippchen" und ich hoffe niemand fällt darauf rein. Besonders wenn die Gerüchte zur abgrundtief schlechten Miningleistung der 3050 halten (600 Tage und mehr für Mining Break Even bei UVP), dann kann man schnell vergessen, dass es diese AMD je gegeben hat.
Es wäre auch interessant zu wissen was AMDs ursprünglicher Plan für die 6500 XT war.
ein anderer Chip in 7nm, für den keine Kapazitäten da sind?
stark beschnittener Navi 23?
gar keine Karte unterhalb der 6600?