RAM-Elite verschenkt Potenzial: Benchmarks und Fazit
Quelle: Erzeugt mit DALL-E 3; G.Skill, Kingston, Teamgroup; Montage: PCGH
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RAM-Elite verschenkt Potenzial: Benchmarks und Fazit

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Benchmarks

Damit Sie die gebotene Leistung besser einschätzen können, lassen wir zusätzlich ein 32-GiByte-Kit mit DDR5-6000-Takt und den Timings 36-36-36-76 gegen die High-End-Garde antreten (das sich richtig gut schlägt). Beim Test der Kopierrate geht das DDR5-8200-Kit von G.Skill wie erwartet als Sieger hervor, der Vorsprung gegenüber Kingston ist aber minimal und auch Teamgroup liegt nur minimal zurück. Das Taktplus von 33 bzw. 37 Prozent gegenüber DDR5-6000 führt aber auch "nur" zu einer 17 bis 19 Prozent höheren Kopierrate.

Auch bei der Zugriffszeit beobachten wir die gleiche Reihenfolge, doch der Vorsprung der High-End-Kits gegenüber dem DDR5-6000-Pärchen ist sehr gering: 2 bis 3 Prozent niedriger fällt die von AIDA64 gemessene Latenz aus. Eine Ursache hierfür ist die höhere Kapazität: 48-GiByte-Kits mit gleicher Spezifikation schneiden rund 5 Nanosekunden schlechter ab als 32-GiByte-Sets.

Mit 7-Zip lassen sich mit den High-End-Kits 3 bis 5 Prozent Zeit einsparen, stattliche Zugewinne zeigt der als RAM-Benchmark (etwa zum Austesten von Subtimings) exzellent geeignete Photoworxx-Test von AIDA64: G.Skill setzt sich knapp an die Spitze, es folgen die DDR5-8000-Kits von Kingston und Teamgroup. Gegenüber dem Standard-Kit mit DDR5-6000 wird eine Mehrleistung von 20 bis 21 Prozent geboten.

Kingston Fury Renegade RGB Limited Edition KF580C36RLAK2-48: XMP Quelle: PCGH Kingston Fury Renegade RGB Limited Edition KF580C36RLAK2-48: XMP

Für viele Leser dürften die Gaming-Benchmarks die höchste Relevanz haben und hier dürfte sich etwas Ernüchterung breit machen: Gegenüber dem DDR5-6000-Set erzielt keines der High-End-Kits ein spürbares Leistungsplus, immerhin 4 Prozent höhere durchschnittliche Framerates in Cyberpunk 2077 und Kingdom Come: Deliverance sind zu verzeichnen. Die größten Vorteile verzeichnen wir bei den P1-Fps im Mittelalter-Epos der Warhorse Studios: Die Steigerung von 42 auf bis zu 46 P1-Fps entspricht immerhin 10 Prozent Mehrleistung.

Teamgroup T-Force Xtreem ARGB FF9D548G8000HC38EDC01: XMP Quelle: PCGH Teamgroup T-Force Xtreem ARGB FF9D548G8000HC38EDC01: XMP

Woran liegt es? Hat PCGH etwa im GPU-Limit gebencht? Keineswegs! Unsere Spiele-Benchmarks sind so konfiguriert, dass die Grafikkarte Reserven hat, es limitiert tatsächlich das Gespann aus GPU und Prozessor. Allerdings ist es so, dass DDR5 einen so hohen Datendurchsatz ermöglicht, dass die Gaming-Leistung stark von der Zugriffszeit abhängt und diese ist (siehe AIDA64-Messung) zwischen dem DDR5-6000-Kit und den DDR5-8000/8200-Sets nicht allzu verschieden.

G.Skill Trident Z5 Royal F5-8200J4052F24GX2-TR5S: XMP Quelle: PCGH G.Skill Trident Z5 Royal F5-8200J4052F24GX2-TR5S: XMP

Ursächlich ist der Umstand, dass die Hersteller zwar beim Takt die Möglichkeiten nahezu ausreizen, bei den Timings aber viel Potenzial liegen lassen. Zum Teil ist das bereits bei den Hauptlatenzen zu erkennen: Wenn Teamgroup bei DDR5-8000 die SK-Hynix-M-Dies für eine RAS-Latenz von 84 spezifizieren kann und dabei noch einen Puffer hat, gibt es keine Notwendigkeit für G.Skill und Kingston, mit Werten von 128 und 131 anzutreten. Das wahre ungenutzte Potenzial schlummert allerdings bei den Subtimings, bei denen leider alle drei Hersteller wohl zuliebe der Kompatibilität sehr konservativ bei der XMP-Programmierung agieren.

Wie es besser geht, bewies Patriot mit dem 48-GiByte-Set Viper Xtreme 5 RGB PVXR548G80C38K bereits vor einigen Monaten (zum PCGH-Plus-Test): Das Kit bietet dank moderat optimierter Subtimings nach wie vor die höchste XMP-Leistung, die wir bisher bei einem DDR5-Kit ermittelt haben. Dabei bietet es sogar weniger Tuning-Reserven als das Trio, das wir in diesem Test geprüft haben. Schade, dass G.Skill, Kingston und Teamgroup das Potenzial ihrer gut selektierten Hardware nicht nutzen und z. B. ein alternatives XMP mit besseren Subtimings anbieten.

Testtabelle

Tipp: Klicken Sie innerhalb der Testtabelle auf das Lupensymbol rechts oben für eine optimierte Ansicht des Tabelleninhalts.

Produkt T-Force Xtreem ARGB Trident Z5 Royal Fury Renegade RGB Limited Edition
Hersteller (Website) Teamgroup (teamgroupinc.com) G.Skill (gskill.com) Kingston (kingston.com)
Produktnummer FF9D548G8000HC38EDC01 F5-8200J4052F24GX2-TR5S KF580C36RLAK2-48
PCGH-Preisvergleich www.pcgh.de/preis/3147626 www.pcgh.de/preis/3268249 www.pcgh.de/preis/3218135
Preis Ca. 305 €,- (€ 6,35 pro GiB) Ca. € 315,- (€ 6,56 pro GiB) Ca. € 330,- (€ 6,88 pro GiB)
Ausstattung (20 %) 2,32 2,34 2,55
Kühlkörper/Chip-Kontaktfläche Metallkörper mit Kunststoffaufsatz/ca. 95 % Metallkörper mit Kunststoffeinsatz/ca. 85 % Metallkörper mit Kunststoffeinsatz/ca. 90 %
Besondere Ausstattung RGB-LED-Beleuchtung (Regelung via Software), Aufkleber (T-Force-Logo) RGB-LED-Beleuchtung (Regelung via Software), Aufkleber (G.Skill-Logo), Putztuch RGB-LED-Beleuchtung (Regelung via Software), Aufkleber (Kingston-Fury-Logo)
Infos auf Aufkleber Kapazität, Ranks, Takt, Latenzen (CAS, RCD, RP, RAS), Spannung Kapazität, Takt, Latenzen (CAS, RCD, RP, RAS), Spannung Spannung, in Produktnummer: Kapazität, Takt, CAS-Latenz
Eigenschaften (20 %) 1,92 2,19 2,04
Kapazität 2× 24 GiByte 2× 24 GiByte 2× 24 GiByte
Herstellervorgabe DDR5-8000, 38-49-49-84, 1,40 Volt DDR5-8200, 40-52-52-131, 1,35 Volt DDR5-8000, 36-48-48-128, 1,45 Volt
SPD-EEPROM (Einträge/max. Takt) 9/DDR5-5600, 46-46-46-90 10/DDR5-5600, 46-45-45-90 8/DDR5-4800, 40-39-39-77
Extreme Memory Profile (XMP 3.0) – Takt, Timings, VDD(Q)/VPP/IMC DDR5-8000, 38-49-49-84, 1,40/1,80/1,10 V & DDR5-6000, 38-38-38-78, 1,25/1,80/1,10 V DDR5-8200, 40-52-52-131, 1,35/1,80/1,10 V DDR5-8000, 36-48-48-128, 1,45/1,80/— V & DDR5-7200, 38-44-44-105, 1,45/1,80/— V & DDR5-6400, 32-39-39-80, 1,40/1,80/— V
Extended Profiles for Overclocking (EXPO 1.0) – Takt, Timings, VDD(Q)/VPP Nicht vorhanden Nicht vorhanden Nicht vorhanden
Erweiterte Timings: XMP/EXPO Nein/— Nein/— Nein/—
Einzelmodul: Höhe/Breite/Länge, Gewicht 4,9/0,9/13,5 cm, 70,9 g 4,4/0,9/13,4 cm, 65,9 g 4,7/0,9/13,4 cm, 63,7 g
Temperatur (DDR5-5600, 1,40 V), Sensor 44,6 °C, in SPD-Hub 46,6 °C, in SPD-Hub 43,9 °C, in SPD-Hub
Chips pro Modul (nicht garantiert!) 8× SK Hynix M-Die (H5CGD8MGBDX021) 8× SK Hynix M-Die (H5CGD8MGBDX021) 8× SK Hynix M-Die (H5CGD8MGBDX021)
Organisation (physisch/logisch) Single-sided/single-ranked Single-sided/single-ranked Single-sided/single-ranked
PMIC (Hersteller, VDD(Q)-Overvolting) Richtek Power, über 1,435 Volt Richtek Power, über 1,435 Volt Richtek Power, über 1,435 Volt
Leistung (60 %) 1,88 1,91 1,91
Benchmarks mit Gear 2, 2T und … DDR5-8000, 38-49-49-84 DDR5-8200, 40-52-52-131 DDR5-8000, 36-48-48-128
Aida64 (Kopieren & Latenz) 100,35 GB/s & 64,6 Nanosekunden 101,69 GB/s & 64,8 Nanosekunden 101,28 GB/s & 63,8 Nanosekunden
7-Zip & Aida64 CPU Photoworxx 63 Sekunden & 64.541 MPixel/s 64 Sekunden & 65.148 MPixel/s 64 Sekunden & 64.707 MPixel/s
A Plague Tale: Requiem & Baldur's Gate 3 163,4/141,5 & 117,2/89,9 Fps (Avg./P1) 164,1/141,8 & 116,4/87,1 Fps (Avg./P1) 160,6/141,2 & 116,9/87,3 Fps (Avg./P1)
Cyberpunk 2077 & Kingdom Come Deliverance 143,3/102,1 & 75,9/46,0 Fps (Avg./P1) 142,5/101,7 & 75,4/44,8 Fps (Avg./P1) 144,8/103,2 & 76,6/44,9 Fps (Avg./P1)
Herstellervorgabe: VDD(Q)-Undervolting -6 % (1,320 Volt) -5 % (1,280 Volt) -4 % (1,390 Volt)
1,10 V: Stabile Latenzen (DDR5-5600/6200/6800) 32-33-33-99/36-35-35-105/nicht stabil 32-33-33-99/36-35-35-105/nicht stabil 32-33-33-99/36-35-35-105/nicht stabil
1,25 V: Stabile Latenzen (DDR5-5600/6800/8000) 28-33-33-99/34-39-39-117/40-45-45-135 28-33-33-99/34-39-39-117/40-45-45-135 28-33-33-99/34-39-39-117/40-45-45-135
1,40 V: Stabile Latenzen (DDR5-6800/7400/8000) 32-39-39-117/34-43-43-129/38-47-47-141 32-39-39-117/34-43-43-129/38-46-46-138 32-39-39-117/34-43-43-129/36-47-47-141
Endnote 1,98 2,05 2,06

Fazit

Alle drei Kits sind sich preislich, leistungstechnisch und qualitativ so ähnlich, dass eine Kaufentscheidung letzten Endes eine Frage der persönlichen Vorlieben darstellt. Sie gehören zu den besten DDR5-Sets, die man derzeit kaufen kann, und bieten Tunern sowie Enthusiasten einen für High-End-Kits üblichen Gegenwert zum gehobenen Preis. Schade ist allerdings, dass alle drei Kits bei den XMPs auf Standard-Subtimings setzen, wodurch viel Leistung verschenkt wird.

Das Potenzial, das die verbauten und selektierten SK-Hynix-Chips nämlich eigentlich bieten, verpufft zu einem großen Teil, wenn man die Kits mit XMP-Settings betreibt und keine weitere Optimierung der (Sub)timings vornimmt. Wenn Sie über 300 Euro für eines der hier vorgestellten 48-GiByte-Kits ausgeben, dann sollten Sie dem Thema Subtiming-Optimierung zumindest grundsätzlich aufgeschlossen gegenüber sein: Bereits die Optimierung einiger Schlüsselparameter wie tRFC genügt, um die RAM-Leistung deutlich zu steigern und einen großen Teil des mit bloßen XMP-Settings ungenutzten Potenzials zu nutzen. Ausführliche Informationen erhalten Sie dazu beispielsweise in den Artikeln zur Subtiming-Optimierung von DDR5-RAM und dem DDR5-Tuning mit einem Ryzen 7 7800X3D.

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  1. Seite 1 Testsystem und Vorgehen
  2. Seite 2 RAM-Kits von Kingston, G.Skill und Teamgroup
  3. Seite 3 Benchmarks und Fazit
    • Kommentare (7)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Bladee
        Ein Test auf einem AMD System hätte mich mal interessiert.
      • Von Bladee
        Ein Test auf einem AMD System hätte mich mal interessiert.
      • Von PCGH_Raff Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von Zer0Strat
        Das sind die Werte, die ich mit DDR5-7600 erreiche. Mit DDR5-8000 sollte da eigentlich noch mehr gehen. Gerade die Latenzen sind ja eher so meh.

        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
        Jo - DDR5-8000 "maxed":

        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]

        MfG
        Raff
      • Von Zer0Strat Freizeitschrauber(in)
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen] Ich möchte dir eine Softwarealternative wärmstens ans Herz legen. AIDA64 hat einige gravierende Nachteile, das betrifft sowohl die Zugriffsmethode, als auch die Testtiefe. Man kann die Zugriffsmethode zwar auf "full random" umstellen, aber das wissen viele gar nicht. Selbst wenn man das tut, dann bleibt immer noch die Testtiefe, bzw. der Nachteil der 1-Punkt-Methode (vs. eine komplette Kurve über die gesamte Testtiefe). Die Testtiefe ist wichtig, um den Einfluss von Cache auf die Latenzen (nahezu) auszuschließen. Das unten verlinkte Tool verwendet eine Testtiefe von einem 1GB. Das reicht, um den Cache zu "neutralisieren", auch für die 3D Modelle von AMD.

        GitHub Download: https://github.com/clamch...

        Hier die Settings für den Latenztest anhand des R9 7950X3D. Man sieht sehr schön die Werte über die gesamte Cachehierarchie. Der Test läuft auf CCD1!
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]

        Das Tool bietet auch Benchmarks für die Bandbreite an!
      • Von PCGH_Stephan Volt-Modder(in)
        Zitat von Zer0Strat
        Das sind die Werte, die ich mit DDR5-7600 erreiche. Mit DDR5-8000 sollte da eigentlich noch mehr gehen. Gerade die Latenzen sind ja eher so meh.
        Auch deine Kopierrate ist deutlich besser.
        Die besten Aida64-Latenzen, die ich mit dem aktuellen Testsystem mit CR2, XMP und nicht von Asus optimierten Standard-Subtimings (also "XMP II") gemessen habe, waren bisher
        -bei 32 GiByte: 58,8 ns mit dem Fury Renegade RGB KF580C38BRWAK2-32 (DDR5-8000, 38-48-48-84)
        -bei 48 GiByte: 58,7 ns mit dem Patriot Viper Xtreme 5 RGB PVXR548G80C38K (DDR5-8000, 38-48-48-128)

        Ich habe auch die Subtimings auf Screenshot, allerdings jetzt gerade nicht von beiden Kits griffbereit. Patriot hat hier aber auf jeden Fall einen Vorteil. 32 GiByte statt 48 GiByte dürfte ca. 5 ns bringen.
      • Von Keevan_One Schraubenverwechsler(in)
        was heißt das jetzt eigentlich für Personen, die sich demnächst einen Gaming PC bauen? Das sie aktuell bei DDR-6000 mit CL30 bleiben können, weil die höheren Mhz beim gamen keinen merklichen Mehrwert bieten?

        Könnte sich das mit dem 9800X3D oder den Core Ultra 200 Prozessoren ändern? Weil der Speicherkontroller sitzt ja in der CPU oder?

        Danke und LG
        Ben
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