RAM-Elite verschenkt Potenzial: Kits von Kingston, G.Skill und Teamgroup
Quelle: Erzeugt mit DALL-E 3; G.Skill, Kingston, Teamgroup; Montage: PCGH
Seite 2:

RAM-Elite verschenkt Potenzial: Kits von Kingston, G.Skill und Teamgroup

7
Test Stephan Wilke Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen

Teamgroup T-Force Xtreem ARGB

Die Taiwaner setzen bei diesem Kit auf einen Kunststoffaufsatz für die ARGB-LEDs, der ungewöhnlich hoch ausfällt. Aus der Formgebung ergibt sich nicht nur ein nach oben wirkender Leuchteffekt, sondern auch eine recht große seitliche Abstrahlfläche. Erfreulicherweise leistet Teamgroup auch unter dem Heatspreader gute Arbeit: Das Wärmeleitpad zwischen Kühler und Chips sitzt nahezu perfekt, bis auf kleine Randbereiche herrscht ein durchgehender Kontakt. Teamgroup führt das Kit unter der Produktnummer FFAD548G8000HC38EDC01 übrigens auch mit weißem Heatspreader; uns ist aber kein Händler bekannt, der diese Variante anbietet.

Richtig gut gefällt uns auch der Aufkleber, auch wenn es sich hierbei eigentlich nur um eine Nebensächlichkeit handelt: Mit allen vier Hauptlatenzen, der Kapazität, dem Takt und sogar der Rank-Anzahl erhält man alle wesentlichen Informationen, ohne Datenblätter suchen oder das SPD-EEPROM auslesen zu müssen. So würden wir uns das von allen Herstellern wünschen.

Teamgroup T-Force Xtreem ARGB FF9D548G8000HC38EDC01: 2× 24 GiByte DDR5-8000 (38-49-49-84) @ 1,40 Volt Quelle: Geizhals/Teamgroup Teamgroup T-Force Xtreem ARGB FF9D548G8000HC38EDC01: 2× 24 GiByte DDR5-8000 (38-49-49-84) @ 1,40 Volt

Spezifiziert sind die beiden Riegel mit je 24 GiByte Kapazität für die Taktstufe DDR5-8000 bei den Timings 38-49-49-84 und 1,40 Volt. Die vergleichsweise scharfe RAS-Latenz von 84 bewirkt, dass das Kit in diesem Vergleich von drei RAM-Sets leistungstechnisch auf Augenhöhe liegt, obwohl die Konkurrenz mit einer knackigeren CAS-Latenz respektive mehr Takt antritt.

Neben einem XMP für die genannten Werte liegt ein zweiter Eintrag vor: Per Klick lassen sich so im UEFI-Menü die Einstellungen DDR5-6000 (38-38-38-78) bei 1,25 Volt laden. Wer beispielsweise plant, das Kit auf einem Ryzen-System im 1:1-Modus von Speicher und RAM-Controller zu betreiben, hat hiermit eine passable Ausgangsbasis.

Bei den Tuning-Tests zeigte sich das Kit sehr stark und auf Augenhöhe mit den Produkten von G.Skill und Kingston. Lediglich bei DDR5-8000/1,40 Volt sind die erreichten Werte (38-47-47-141) einen Hauch schlechter, allerdings immer noch auf einem üblichen Niveau für High-End-Kits mit SK Hynix M-Dies. Dafür bietet das Kit mit 6 Prozent Undervolting-Potenzial die größten Reserven ausgehend von den garantierten Eckdaten bzw. dem XMP.

G.Skill Trident Z5 Royal

Mit silbernen Hochglanzoberflächen und dem Leuchteinsatz in Kristalloptik ist bereits vor der Inbetriebnahme offensichtlich, dass G.Skill auf eine verspielte, wenngleich auch edle Optik setzt. Durch die unregelmäßig geformte Oberfläche der RGB-LED-Abdeckung wird das Farbenspiel subjektiv verstärkt. Unter der Produktnummer F5-8200J4052F24GX2-TR5G gibt es das Kit mit technisch identischen Eigenschaften auch in Gold - zumindest theoretisch. Gemäß PCGH-Preisvergleich gibt es nämlich keinen Händler, der diese Variante anbietet.

Die Taiwaner spezifizieren das RAM-Set mit 2× 24 GiByte Kapazität für die Taktstufe DDR5-8200 bei den Timings 40-52-52-131 und 1,35 Volt. Letzteres ist durchaus eine Überraschung: Üblich in diesen Taktgefilden sind 1,4x Volt. Bessere Eckdaten bei "nur" 1,35 Volt bietet, soweit wir den Markt überblicken, kein anderes lieferbares Produkt. Der höhere Takt macht sich zwar in einigen Benchmarks positiv bemerkbar, doch aufgrund der höheren Timings gegenüber den beiden DDR5-8000-Sets zeigen sich insbesondere in Spielen keine wesentlichen Vorteile.

G.Skill Trident Z5 Royal F5-8200J4052F24GX2-TR5S: 2× 24 GiByte DDR5-8200 (40-52-52-131) @ 1,35 Volt Quelle: Geizhals/G.Skill G.Skill Trident Z5 Royal F5-8200J4052F24GX2-TR5S: 2× 24 GiByte DDR5-8200 (40-52-52-131) @ 1,35 Volt

Das ist etwas schade, da einem klar sein sollte, dass im Taktbereich DDR5-8xxx selbst mit einem High-End-System kaum Reserven vorhanden sind und mit jeder Taktsteigerung das Risiko für Instabilität ansteigt. Manuelles Tuning ist daher grundsätzlich anzuraten - mehr dazu aber im Abschnitt Benchmarks. Leider verzichtet G.Skill darauf, mehr als ein XMP-Profil zu hinterlegen. Gerade da ein stabiler DDR5-8200-Betrieb kein Selbstläufer ist, wäre eine alternative Konfiguration bei niedrigerem Takt ein sinnvolles Extra.

Im Tuning-Test zeigte sich das Kit sehr stark: Der DDR5-8200-Betrieb glückte selbst noch mit 1,280 Volt, also 5 Prozent Undervolting. Mit einer RCD- und RP-Latenz von 46 bot das Kit bei DDR5-8000/1,40 Volt auch ein wenig mehr Spielraum als die Konkurrenzprodukte von Teamgroup und Kingston. Bei der Kühlleistung fällt das Kit dafür zurück: Es wird etwas wärmer (was wir schon bei anderen Trident-Z5-Kits beobachtet haben), auch ist der Chipkontakt mit rund 85 Prozent zwar gut, aber nicht ganz auf dem Niveau der zwei Mitbewerber.

Kingston Fury Renegade RGB Limited Edition

Bereits auf den ersten Blick erkennt man, dass man es bei diesen Modulen mit keinem gewöhnlichen Vertreter der RAM-Serie Fury Renegade in der RGB-Version zu tun hat: Knalliges Rot, Carbon-Optik und geschwungene Linien lassen Motorsport-Assoziationen aufkommen. Gewissermaßen passend zur Rennsport-Optik der Limited Edition ist ohne manuelle Anpassung der Beleuchtung immer nur ein kleiner Teil der RGB-LEDs aktiv. Das von links nach rechts und wieder zurück wandernde Licht erinnert uns an die Front des Sportwagens K.I.T.T aus der 80er-Kultserie Knight Rider.

Kingston setzt allerdings nicht bloß auf eine frische Optik, sondern bietet auch technisch das gewisse Extra: Dieses Kit ist mit einer garantierten CAS-Latenz von 36 bei der Taktstufe DDR5-8000 nämlich einzigartig auf dem Markt. Im PCGH-Preisvergleich ist kein anderer Hersteller mit DDR5-Modulen gelistet, bei denen dieses Timing so scharf gewählt ist. Auch der Wert 48 bei den Timings RCD und RP ist sehr konkurrenzfähig. Bei der RAS-Latenz lässt man es mit 128 allerdings vergleichsweise gemächlich angehen. Für diese Timings, also 36-48-48-128, sind offiziell 1,45 Volt vorgesehen, im Undervolting-Test stellten sich allerdings auch 1,390 Volt noch als stabil heraus, was immerhin 4 Prozent Reserve entspricht.

Kingston Fury Renegade RGB Limited Edition KF580C36RLAK2-48: 2× 24 GiByte DDR5-8000 (36-48-48-128) @ 1,45 Volt Quelle: Geizhals/Kingston Kingston Fury Renegade RGB Limited Edition KF580C36RLAK2-48: 2× 24 GiByte DDR5-8000 (36-48-48-128) @ 1,45 Volt

Im Tuning-Test zeigt sich, dass die Selektionsbemühungen von Kingston Früchte tragen: Wir können das Kit mit 36-47-47-141 bei DDR5-8000 und 1,40 Volt stabil betreiben. Diese scharfe CAS-Latenz ist klar überdurchschnittlich, meistens stellt bei dieser RAM-Spannung ein Wert von 38 selbst manuell ausgelotet das Höchste der Gefühle dar.

Während die ordentliche Kühlleistung und das Vorhandensein von zwei weiteren XMPs für DDR5-7200 und DDR5-6400 uns gefallen, hat das Kit in einigen Punkten gegenüber der Konkurrenz allerdings das Nachsehen: Wo G.Skill und Teamgroup beispielsweise im SPD-EEPROM Settings für Taktraten bis DDR5-5600 hinterlegen, ist bei Kingston bereits bei DDR5-4800 Schluss. Auch der Aufkleber ist Kingston-typisch leider vergleichsweise informationsarm, lediglich die CAS-Latenz lässt sich aus der Produktnummer ableiten.

Das sind zugegebenermaßen Kleinigkeiten, stärker ins Gewicht fällt das verschenkte Potenzial bei der XMP-Programmierung: Die RAS-Latenz von 128 ist so hoch, dass der Leistungsvorteil durch die knackige CAS-Latenz in der Praxis oft aufgefressen wird. In den Benchmarks kann sich das Kit zwar teilweise immer noch an die Spitze setzen, wertungstechnisch reicht das aber nicht für die entscheidende Verbesserung, um die etwas schwächere Ausstattungs- und Eigenschaftsbewertung gegenüber G.Skill und Teamgroup auszugleichen.

7
  1. Seite 1 Testsystem und Vorgehen
  2. Seite 2 RAM-Kits von Kingston, G.Skill und Teamgroup
  3. Seite 3 Benchmarks und Fazit
    • Kommentare (7)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Bladee
        Ein Test auf einem AMD System hätte mich mal interessiert.
      • Von Bladee
        Ein Test auf einem AMD System hätte mich mal interessiert.
      • Von PCGH_Raff Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von Zer0Strat
        Das sind die Werte, die ich mit DDR5-7600 erreiche. Mit DDR5-8000 sollte da eigentlich noch mehr gehen. Gerade die Latenzen sind ja eher so meh.

        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
        Jo - DDR5-8000 "maxed":

        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]

        MfG
        Raff
      • Von Zer0Strat Freizeitschrauber(in)
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen] Ich möchte dir eine Softwarealternative wärmstens ans Herz legen. AIDA64 hat einige gravierende Nachteile, das betrifft sowohl die Zugriffsmethode, als auch die Testtiefe. Man kann die Zugriffsmethode zwar auf "full random" umstellen, aber das wissen viele gar nicht. Selbst wenn man das tut, dann bleibt immer noch die Testtiefe, bzw. der Nachteil der 1-Punkt-Methode (vs. eine komplette Kurve über die gesamte Testtiefe). Die Testtiefe ist wichtig, um den Einfluss von Cache auf die Latenzen (nahezu) auszuschließen. Das unten verlinkte Tool verwendet eine Testtiefe von einem 1GB. Das reicht, um den Cache zu "neutralisieren", auch für die 3D Modelle von AMD.

        GitHub Download: https://github.com/clamch...

        Hier die Settings für den Latenztest anhand des R9 7950X3D. Man sieht sehr schön die Werte über die gesamte Cachehierarchie. Der Test läuft auf CCD1!
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]

        Das Tool bietet auch Benchmarks für die Bandbreite an!
      • Von PCGH_Stephan Volt-Modder(in)
        Zitat von Zer0Strat
        Das sind die Werte, die ich mit DDR5-7600 erreiche. Mit DDR5-8000 sollte da eigentlich noch mehr gehen. Gerade die Latenzen sind ja eher so meh.
        Auch deine Kopierrate ist deutlich besser.
        Die besten Aida64-Latenzen, die ich mit dem aktuellen Testsystem mit CR2, XMP und nicht von Asus optimierten Standard-Subtimings (also "XMP II") gemessen habe, waren bisher
        -bei 32 GiByte: 58,8 ns mit dem Fury Renegade RGB KF580C38BRWAK2-32 (DDR5-8000, 38-48-48-84)
        -bei 48 GiByte: 58,7 ns mit dem Patriot Viper Xtreme 5 RGB PVXR548G80C38K (DDR5-8000, 38-48-48-128)

        Ich habe auch die Subtimings auf Screenshot, allerdings jetzt gerade nicht von beiden Kits griffbereit. Patriot hat hier aber auf jeden Fall einen Vorteil. 32 GiByte statt 48 GiByte dürfte ca. 5 ns bringen.
      • Von Keevan_One Schraubenverwechsler(in)
        was heißt das jetzt eigentlich für Personen, die sich demnächst einen Gaming PC bauen? Das sie aktuell bei DDR-6000 mit CL30 bleiben können, weil die höheren Mhz beim gamen keinen merklichen Mehrwert bieten?

        Könnte sich das mit dem 9800X3D oder den Core Ultra 200 Prozessoren ändern? Weil der Speicherkontroller sitzt ja in der CPU oder?

        Danke und LG
        Ben
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PCGH Magazin 07/2026 PC Games 07/2026 play5 07/2026 N-Zone 07/2026 Linux Magazin 07/2026 LinuxUser 07/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games Hardware PC Games Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk