Speicherkrise: SK Hynix erwartet "schlimmstes Jahr" erst 2027 und Engpass bis 2030+

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Speicherkrise: SK Hynix erwartet "schlimmstes Jahr" erst 2027 und Engpass bis 2030+
Quelle: SK Hynix / Montage: Sven Bauduin

Der CEO von SK Hynix hat eine düstere Prognose abgegeben: 2027 werde aus Angebotssicht das "schlimmste Jahr" der Branchengeschichte und die DRAM-Krise halte bis über 2030 hinaus an. Käufer müssen weiterhin hohe Preise einkalkulieren.

Der südkoreanische Speicherhersteller SK Hynix hat seinen ersten Handelstag an der US-Technologiebörse Nasdaq für eine Botschaft genutzt, die aufhorchen lässt: Der Tiefpunkt respektive der "Höhepunkt" in der historischen Speicherkrise stehe demnach noch bevor, so der drittgrößte Halbleiterhersteller der Welt.

Speicherkrise mit Engpässen bis 2030 und darüber hinaus

Der weltweit größte Produzent von HBM-Speicher reiht sich damit in eine wachsende Front pessimistischer Stimmen ein, nachdem zuletzt bereits die US-Investmentbank Jefferies ein Horrorszenario für die DRAM-Preise prognostiziert hatte und selbst Hersteller wie AMD eine Normalisierung der DDR5-Preise erst 2028 erwartet.

SK Hynix: 2027 als "schlimmste Jahr" der Branchengeschichte

Das schlimmste Jahr der Speicherkrise steht nach Prognose von SK Hynix erst noch bevor: CEO Kwak Noh-Jung datiert den Tiefpunkt der weltweiten DRAM-Versorgung auf das Jahr 2027. Im Interview mit Reuters erklärte der Hynix-Chef, dass das kommende Jahr 2027 "aus Sicht des Angebots das schlimmste Jahr" in der Branchengeschichte überhaupt werde. Ganz düstere Aussichten also.

Die Kundennachfrage steige "unvermindert weiter", während die eigenen Fertigungskapazitäten an ihre Grenzen stoßen würden, so Kwak Noh-Jung im Interview gegenüber der internationalen Nachrichtenagentur.

G.Skill Trident Z5 Neo RGB mit 32 GiB DDR5-6000 CL30

Brisant ist der Zeitpunkt der Aussage: Kwak äußerte sich am Tag des Börsendebüts von SK Hynix an der Nasdaq, das dem Konzern 26,5 Milliarden US-Dollar einbrachte und als größtes Listing eines ausländischen Unternehmens in der US-Geschichte eingestuft worden ist, wie auch die Website Tom's Hardware berichtet.

Der Eröffnungskurs lag mit 170 US-Dollar rund 14 Prozent über dem Ausgabepreis von 149 US-Dollar, gehandelt werden die Hinterlegungsscheine ("ADRs") unter dem Kürzel "SKHY". Der Erlös soll vornehmlich in den Ausbau der Fertigung von HBM-Speicher fließen, jener Speicherchips, die in KI-Beschleunigern von AMD und Nvidia zum Einsatz kommen und die Speicherkrise maßgeblich ausgelöst haben.

Speicherkrise: Nachfrage übersteigt alle Kapazitäten bis 2030+

Ein Ende der weltweiten Speicherkrise ist laut SK Hynix selbst mit der geplanten Verdopplung der südkoreanischen Fertigungskapazitäten binnen fünf Jahren nicht vor 2030 zu erwarten. Kwak Noh-Jung zufolge wird die Kundennachfrage auch jenseits dieser Marke über der eigenen Lieferkapazität liegen, man arbeite jedoch an den entsprechenden Lösungen. Vor 2030 sei aber wohl keine Besserung in Sicht.

Der südkoreanische Konzern fertigt bislang in Icheon und Cheongju und errichtet im südkoreanischen Yongin einen neuen Halbleiterkomplex. Gemeinsam mit Samsung beteiligt sich SK Hynix zudem an einem Programm der Regierung in Seoul, das die Speicherkapazität des Landes innerhalb von fünf Jahren verdoppeln soll.

Corsair Vengeance RGB mit 32 GiB DDR5-6000 CL30

Ein zusätzlicher Wafer-Standort außerhalb Südkoreas wird geprüft: Neben den USA nennt Kwak auch Japan und Südostasien als Kandidaten, entscheidend seien Bauland, Strom, Wasser und Fachkräfte zu wettbewerbsfähigen Kosten.

Im US-Bundesstaat Indiana entsteht bereits ein Packaging-Werk für rund 4 Milliarden US-Dollar. Mit seiner Einschätzung steht SK Hynix indes nicht alleine da: Nvidia-CEO Jensen Huang erwartet ebenfalls jahrelange Engpässe beim KI-Speicher und die Analysten der UBS sehen den DRAM-Markt bis mindestens in das 2. Quartal übernächsten Jahres als nach wie vor deutlich unterversorgt an.

Speicherkrise in Deutschland: DDR5 weiter über 400 Prozent teurer

In Deutschland kostet DDR5-Speicher in der Speicherkrise aktuell rund 420 Prozent mehr als im Juli 2025. Populäre Speicherkits wie das Kingston Fury Beast oder aber das G.Skill Trident Z5 Neo mit 32 GiB DDR5-6000 CL30 notieren nach wie vor bei etwa 420 bis 480 Euro, eine nachhaltige Entspannung ist im hiesigen Einzelhandel bislang nicht zu erkennen. Besserung ist wohl auch 2027 vorerst nicht in Sicht.

Sollte sich die Prognose von SK Hynix bewahrheiten, müssen sich sowohl Spiler als auch OEMs hierzulande mindestens bis 2028 auf ein historisch hohes Preisniveau einstellen. Das DIY-Segment sowie das Geschäft mit Fertig-PCs leiden darunter besonders stark, was auch Shops wie Mindfactory zu spüren bekommen.

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Quelle: SK Hynix via Reuters via Tom's Hardware

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    • Kommentare (8)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Rolk Kokü-Junkie (m/w)
        Im Preisvergleich sind gerade zwei 32GB DDR5 Kits für 320 bzw. 350 € bei seriösen Anbietern zu haben. Äußerst unschön, aber mit GPUs hat man das schon viel schlimmer erlebt. Das es 2027 am schlimmsten wird scheinen sich ja alle einig zu sein.
      • Von Rolk Kokü-Junkie (m/w)
        Im Preisvergleich sind gerade zwei 32GB DDR5 Kits für 320 bzw. 350 € bei seriösen Anbietern zu haben. Äußerst unschön, aber mit GPUs hat man das schon viel schlimmer erlebt. Das es 2027 am schlimmsten wird scheinen sich ja alle einig zu sein.
      • Von DevouringKing Software-Overclocker(in)
        Ich halte die Einschätzung mit 5 Jahren für zu düster.
        Allerdings mit 2027 als das worst case Jahr für sehr realistisch.
        Warum ? Weil er bei weitem nicht der einzige ist der das sagte.
        Man liest in den letzten 2-3 Monaten eig von allen relevanten Playern das die Ram Krise noch schlimmer wird.
        Das betrifft Ram und nicht Ram Hersteller.
        Zusammenfassende einschätzung:
        DDR5 32GB
        2023 ~ 300€
        2024 ~ 120€
        2025 ~ 110€
        2026 ~ 450€
        2027 ~ 500€
        2028 ~ 380€
        2029 ~ 300€
        2030 ~ 240€
      • Von ssj3rd Software-Overclocker(in)
        Man darf auch nie den extrem riesigen Rattenschwanz vergessen den das ganze nach sich zieht…

        Wenn das tatsächlich so weiter geht gehen hier ganze Branchen völlig den Bach runter, weil Privatkunde nun eben keine neuen PC’s und/oder Komponenten kauft, keine neue Konsolen, keine neuen Spiele, keine neuen Laptops, keine neuen Smartphones etc pp.
        Selbst Zubehör/Peripherie und alles was drumherum noch so alles dazu gehört dürfte sich demnächst drastisch schlechter verkaufen.

        Es hat gerade erst angefangen hässlich zu werden, das stimmt wohl, der richtige Scheiß mit Pleiten und Untergängen/Insolvenzen en mass kommt ja erst noch…. Ob die Ki das alles wert ist? 🤔
      • Von G4mest3r BIOS-Overclocker(in)
        Ich finde die Kommunikation ganz grandios. Die tun immer so, als seien sie die Opfer.

        Sie sind mit die VERDAMMTEN VERURSACHER!

        "Erwartet das schlimmste Jahr" ...

        "Führt das schlimmste Jahr herbei" ist ja wohl richtiger.
      • Von CD LABS: Radon Project Lötkolbengott/-göttin
        Für Privatkonsumenten zählt in der aktuellen Situation ohnehin nur eines: SOCAMM2 und RDIMM müssen in vollem Umfang auf Consumermainboards lauffähig gemacht werden und die bisherigen Riegelhersteller müssen Zugang zum Gebrauchtmarkt erhalten. Sie müssen die alte Serverhardware kaufen, neu verpacken und an die Endkunden verkaufen können.
        Ein heutiges 128GiB-SOCAMM2-9600er-Modul ist auch noch in einigen Jahren gut, aber es muss halt laufen!
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