RAM-Preise: Lieferkettenproblem könnte DDR5 und SSDs weiter verteuern
Ein neuer Engpass in der Speicherproduktion: Laut The Elec steigen die Kosten für wasserfreien Fluorwasserstoff, der für DRAM und NAND wichtig ist. Betroffen sind Samsung und SK Hynix.
Die angespannten Preise für Arbeitsspeicher und SSDs könnten durch ein weiteres Problem in der Lieferkette zusätzlich belastet werden. Wie das südkoreanische Branchenmedium The Elec berichtet, steigen in Südkorea die Kosten für wasserfreien Fluorwasserstoff deutlich. Der Stoff ist ein Ausgangsmaterial für hochreine Flusssäure, die in der Halbleiterfertigung beim Ätzen und Reinigen von Wafer-Oberflächen verwendet wird. Der Effekt soll sich ab Juni oder Juli bei südkoreanischen Speicherherstellern bemerkbar machen.
Laut dem Bericht sind unter anderem Soul Brain, ENF Technology und Foosung betroffen. Diese Unternehmen kaufen wasserfreien Fluorwasserstoff aus China, verarbeiten ihn mit deionisiertem Wasser weiter und beliefern anschließend Chiphersteller mit Halbleiter-Flusssäure. Die Preise für wasserfreien Fluorwasserstoff sollen seit Jahresbeginn um rund 40 Prozent gestiegen sein. Die höheren Einkaufskosten wurden bislang teils aufgefangen, sollen aber laut Marktteilnehmern bis Ende Juni oder im Juli an Samsung Electronics und SK Hynix weitergegeben werden.
Schwefel-Engpass trifft Speicherbranche
Auslöser ist laut Bericht eine Kettenreaktion bei Vorprodukten. Für die Herstellung von wasserfreiem Fluorwasserstoff wird unter anderem Schwefelsäure benötigt, die wiederum aus Schwefel entsteht. Schwefel fällt u. a. als Nebenprodukt bei der Verarbeitung von Rohöl und Erdgas an. The Elec führt die aktuelle Verknappung auf die Störungen rund um die Straße von Hormus zurück und schreibt, dass dadurch mehr als 30 Prozent des weltweiten Schwefelangebots vom Markt genommen worden seien. China, der größte Produzent von Schwefelsäure, soll Exporte beschränkt haben, um die eigene Industrie zu versorgen.
Die Straße von Hormus ist wegen des Konflikts in der Region seit Ende Februar ein zentraler Risikofaktor für Energie- und Rohstoffflüsse. UNCTAD meldete, dass die Störungen längst nicht nur Energiemärkte betreffen, sondern auch Transportkosten, Düngemittel, Lebensmittelpreise und Finanzmärkte. Der Organisation zufolge fielen die Schiffstransite zeitweise um etwa 95 Prozent. Freightos ordnet den Containermarkt zwar weniger dramatisch ein, nennt aber steigende Treibstoffkosten, höhere Zuschläge und Engpässe bei Bunker-Kraftstoff als wichtige Folgewirkungen.
Während manche also bereits - wenn auch nur langfristig - Linderung in Aussicht stellen, könnte der Markt für DRAM und NAND vor der nächsten Herausforderung stehen. Flusssäure wird in der Fertigung von Speicherchips benötigt, unter anderem zum Entfernen von Oxidschichten und metallischen Verunreinigungen. The Elec beziffert den jährlichen Verbrauch südkoreanischer Halbleiterfabriken auf rund 60.000 Tonnen Flusssäure; bei BOE, einem verwandten Ätzmittel, sollen es etwa 90.000 bis 100.000 Tonnen pro Jahr sein. Südkorea ist bei wasserfreiem Fluorwasserstoff laut Bericht besonders abhängig von China, das rund 90 Prozent des Bedarfs südkoreanischer Halbleitermaterial-Anbieter deckt.
Dass ein Großteil der Produktion heute überhaupt in China stattfindet, liegt auch am endothermen Herstellungsprozess, der energieintensiv ist, wenn keine Wärme als Abfallprodukt verwendet werden kann. Speziell aus Europa wurden in den vergangenen Jahren aufgrund der hohen Energiekosten Prozesse mit hohem Energiebedarf in Länder verlegt, die auf diesem Gebiet wettbewerbsfähiger sind.
Krisenmodus: DDR5 und SSDs stehen bereits unter Druck
Der neue Kostenfaktor trifft einen Markt, der bereits seit Monaten unter Spannung steht und von einer Krise zur nächsten eilt. Ein Teil der Krise ist allerdings hausgemacht: Die Verschiebung von Fertigungskapazitäten hin zu HBM-Speicher für KI-Beschleuniger ist für viele Unternehmen wirtschaftlich notwendig, um ihrer Pflicht gegenüber den Anlegern nachzukommen. Dadurch bleibt weniger Kapazität für klassischen DDR- und LPDDR-Speicher.
Ob und in welchem Umfang die höheren Chemikalienkosten bei Endkundenpreisen für DDR5-Kits oder SSDs ankommen, ist damit noch nicht beziffert. The Elec spricht jedoch von erwarteten deutlichen Preissteigerungen bei Lieferungen an Samsung und SK Hynix. Eine Entlastung ist erst in Aussicht, wenn zusätzliche Kapazitäten verfügbar werden: BGF Ecomaterials baut über Fluorine Korea eine Anlage für wasserfreien Fluorwasserstoff in Ulsan. Die Massenproduktion ist laut The Elec für das vierte Quartal vorgesehen und soll perspektivisch fast die Hälfte des südkoreanischen Jahresbedarfs abdecken.
Wie bei all diesen Vorhaben wirken sie aber erst in Monaten oder Jahren preissenkend auf die Lage. Der schnellste Hebel auf die Preise dürfte aus heutiger Sicht eine abflauende KI-Nachfrage und/oder eine geopolitische Entspannung sein.
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Quelle: The Elec Inc.

Mein Plan war es dann, eigentlich eine 256 GB für Fedora KDE und Programm zu kaufen, fürs Notebook und die zweite intere SSD, eine vorher als Backup genutzte 512 GB sata m.2, dann für Daten zu nutzen, denn wie teuer können 256 GB No Name SSDs schon sein...
Am Ende habe ich die m.2 sata SSD jetzt für alles genutzt, da ich es eigentlich nur noch ab und an für mobiles Office, Shopping und streaming betreibe und es auch nicht mehr taufrisch ist.
Kein Beinbruch, ich merke es bei diesen Einsatzzwecken nicht wirklich,, aber ich hab's einfach nicht eingesehen, fast 60€ für eine 256 GB No Name China SSD zu bezahlen.
Das fühlt sich an, als wäre ich ca. 8 Jahre in die Vergangenheit gereist.
Ich hatte ja echt die Hoffnung das es zum Ende des Jahres wieder besser wird...
Aber wenn jetzt das nächste Problem dazu kommt, welches die Preise noch mehr in die Höhe treibt, ist das vermutlich nur noch in einem Fiebertraum eine mögliche Realität.
Als normaler Consumer ist man im Moment echt der Depp.
Weil: die Hardware, über die wir reden, ist ja größtenteils keine normale Consumer-Hardware, sondern speziell für Rechenzentren produziert. Wir reden über HBM-Speicher und U.2-SSDs, die in Servern zum Einsatz kommen. Da sind ähnliche Chips wie in Consumer-Produkten verbaut, und deshalb werden sie in den Fertigungslinien hergestellt, auf denen auch die Speicherchips für PC-RAM und -SSDs vom Band laufen könnten, es aber nicht mehr tun.
Und diese Serverprodukte landen dann ja nicht bei Mindfactory oder Caseking, sondern bei Lieferanten, die Rechenzentren ausrüsten, wenn die großen Betreiber von Rechenzentren, wie OpenAI, Meta, Google, Amazon und Co den Kram nicht ohnehin direkt beim Hersteller kaufen.
Sprich: der Konsumentenmarkt ist mehr oder weniger tot, weil es keinen Supply gibt!
Das kann man ja auch an den Stückzahlen erkennen, die zu manchen Produkten veröffentlicht werden.
M. E. werden wir also ein Händlersterben erleben.
Es geht ja auch um Stückzahlen.
Nein, nach x Jahren ist das Zeug veraltet, und muss durch neue Hardware ersetzt werden!
Ist Dir bewusst, wie KI schon längst in alle möglichen Bereiche des Wirtschaftslebens hineingekrochen ist, weil es einen deutlichen Effizienzschub und damit mehr Produktivität bringt? Die Welt besteht nicht nur aus kostenlosen Chatbots und KI-generierten TokToks.
Das Gegenteil ist richtig: Unternehmen, die sich dieser Entwicklung entziehen wollen, sind dem Tode geweiht.
Aber naja solange man noch einen PC hat wird es uns gut gehen. Sonst geht es uns auch gut weil wir nicht da leben wo es diese Unruhe gibt. Von daher können wir froh sein das wir nicht da leben. Es könnte alles schlimmer sein. Wir haben nur ein wirtschaftliches Problem,das ist nicht ganz so schlimm wie die Sicherheit der anderen da draußen.
Das neue Normal ist aber, dass manche Dinge eben nicht wie üblich auf Abnahme warten sondern den Händlern auch im Sommerloch aus der Hand gerissen werden, weswegen für unsereins die Sommerloch-Einkäufe bei Hardware in einigen Bereichen ausfallen dürften.
Sobald die Lagerbestände aber wieder abverkauft sind und die Lieferkettenprobleme stärker durchschlagen, dürften die Preise erneut deutlich anziehen. Fun Fact: Dafür bräuchte es die Lieferkettenprobleme gar nicht. Unser kleiner Consumer-Markt ist wirtschaftlich eh nicht mehr interessant.
In Zukunft könnt ihr euch eure Hardware im Rechenzentrum mieten. Konsolen werden zu Luxusgütern. Willkommen im realen Wahsninn.