PCGH baut Kaveri-Stromspar-PC: Warum ohne DDR3-2400-RAM? Leserbrief der Woche

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PCGH baut Kaveri-Stromspar-PC: Warum ohne DDR3-2400-RAM? Leserbrief der Woche
Quelle: MEV

Tag für Tag erhält PC Games Hardware Anfragen, Vorschläge und Kritik von Lesern. In der Rubrik "Leserbrief der Woche" stellen wir Ihnen wöchentlich einen ausgewählten Leserbrief und bei Bedarf die Antwort eines Fachredakteurs vor. Beachten Sie, dass der Leserbrief der Woche nicht zwangsläufig in der Woche an die Redaktion geschickt wurde, in der er Ihnen an dieser Stelle präsentiert wird.

PC-Games-Hardware-Leser Rudi R. ist aufgefallen, dass beim Stromspar-PC mit Kaveri-APU in der Ausgabe 03/2014 lediglich DDR3-1600-RAM verwendet wird, obwohl DDR3-2400-Speicher mehr Leistung bringen würde. Was steckt dahinter?

Die Frage von Rudi R.:

"In PCGH-Ausgabe 03/2014 stellt Carsten Spille ab Seite 18 AMDs A10-7000-Reihe vor. Wie richtig ausgeführt, erreicht der AMD A10-7850K seine besten Leistungswerte mit zwei DDR3-2400-Speicherriegeln; laut Grafik auf Seite 20 beträgt der prozentuale Leistungsverlust bei Bestückung mit DDR3-2133-Speicherriegeln zirka 5 Prozent und bei Betrieb mit DDR3-1600 zirka 18 Prozent gegenüber der Bestückung mit DDR3-2400-Speicherriegeln.

Dennoch baut Frank Stöwer ab Seite 92 ein AMD-A10-7850K-System als stromsparenden Spielerechner auf, bestückt diese mit zwei DDR3-1600-Riegeln von G.Skill und stellt eine schwächere Spieleleistung des Kaveri-PCs gegenüber des Haswell-Stromspar-PCs fest. Was soll dieser Unfug?"

Die Antwort von Stephan Wilke (Fachbereich Arbeitsspeicher):

"Da ich das Fachgebiet Arbeitsspeicher betreue, antworte ich stellvertretend für die Kollegen. Die Sache ist eigentlich ganz einfach: Bei einem Test einer CPU/APU wird stets untersucht, welche Leistung das neue Produkt liefert. Dabei orientieren wir uns an der Herstellerspezifikation, die bei Kaveri maximal DDR3-2400 vorsieht - wohlgemerkt nur im Zusammenspiel mit AMP, was eine echte Seltenheit darstellt. Auf der Produktseite von AMD ist lediglich DDR3-2133 angegeben.

Beim Stromspar-PC war das Ziel, eine geringe Leistungsaufnahme zu erreichen. Dafür wurde extra ein RAM-Kit gewählt, das sich mit lediglich 1,20 Volt stabil betreiben lässt. DDR3-2400-Module sind fast ausschließlich für 1,65 Volt spezifiziert und lassen sich auch nur selten mit einer auf 1,50 Volt gesenkten Spannung betreiben. Bei 1,65 Volt ist unter Volllast mit zwei 8-GiByte-Modulen eine um 5-6 Watt höhere Leistungsaufnahme realistisch. Das ist sicherlich zu vernachlässigen bei einem normalen Spiele-PC, aber nicht irrelevant bei einem PC, der speziell für eine möglichst niedrige Leistungsaufnahme ausgelegt wurde. Die genutzten G.Skill-Module sind übrigens Dual-Rank-Sticks, die so schnell oder mitunter sogar ein wenig schneller als DDR3-1866-Modulen mit Single-Rank-Aufbau sind.

Es spricht nichts dagegen, den PC nachzubauen, aber mit dem Wissen aus dem APU-Test im Hinterkopf bewusst zu schnellerem Arbeitsspeicher zu greifen - genau diese Flexibilität ist schließlich einer der großen Pluspunkte des PCs, den unsere Leser und wir schätzen! (Es gibt ohnehin keine Garantie, dass die von uns genutzten, für 1,50 Volt spezifizierten Module mit 1,20 Volt stabil laufen.) Soll heißen: Bei Systemzusammenstellungen von PC Games Hardware handelt es sich nicht um sklavisch einzuhaltende, allgemeingültige Idealkonfigurationen, sondern kompatible Systeme, die das gesteckte Ziel erfüllen. Wir ermutigen interessierte Leser dazu, je nach Vorliebe andere Einzelkomponenten zu wählen. Sie müssen dann lediglich damit rechnen, dass die Ergebnisse und Kosten abweichen können.

Dass der über 150 Euro teurere und weniger sparsame Haswell-PC eine höhere Leistung bietet, liegt ohnehin nicht am Arbeitsspeicher: Die verbaute Radeon R9 270X ist schlicht schneller als die integrierte GPU - daher liefert diese Konfiguration nicht nur mehr Fps, sondern jene auch bei maximalen statt mittleren Details. In Ausgabe 04/2014 vergleichen wir übrigens ausführlich DDR3-2400- und DDR3-1600-RAM und zeigen auf, welchen Einfluss die Anzahl der Ranks bei Nutzung eines A10-7850K in unterschiedlichen Szenarien hat."

Leserbriefe können Sie an redaktion@pcgameshardware.de senden. Der Leserbrief der Woche wird jeden Samstag um 15:30 Uhr vorgestellt. Der Leserbrief gibt nicht die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich außerdem vor, Leserbriefe zu kürzen.

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    • Kommentare (2)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Research Lötkolbengott/-göttin
        Der RAM Verbrauch liegt alleine an der benötigten Betriebsspannung.

        http://extreme.pcgameshar...
      • Von KaHaKa Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Danke für diese Antwort - ich hatte am 03.02. die selbe Frage an Frank direkt statt an die Redaktionsmailadresse geschickt. Trotzdem finde ich die Argumentation nicht zufriedenstellend.
        Erstens erschließt sich mir trotzdem nicht, wie bei einem Stromspar-Spiele-System 6% mehr Stromverbrauch (5W/86W) eingespart statt 18% mehr fps rausgeholt werden - insbesondere wenn man nachher die mangelnde Spieleleistung kritisiert. Offensichtlich hätte das doch sogar zu höherer Effizienz geführt, was doch eigentlich sehr wünschenswert wäre..? Dass die "Spieletauglichkeit im Fokus" steht finde ich somit jedenfalls fragwürdig; und euer auf S. 93 gestecktes Ziel, unterhalb von 95W zu bleiben wäre auch mit dem von euch genannten Mehrverbrauch noch erfüllt worden.
        Zweitens frage ich mich nach wie vor, warum überhaupt 2x8GB RAM verbaut wurden - insbesondere für einen PC dieser Leistungsklasse wären 8GB vollkommen ausreichend und würden weiterhin zu einem deutlich verbesserten Preisleistungsverhältnis beitragen. Außerdem vermute ich mal, dass 2x4GB auch weniger als 2x8GB verbrauchen, sodass der Mehrverbrauch durch die Taktsteigerung teilweise durch diesen Minderverbrauch wieder aufgefangen worden wäre.
        Hier übrigens noch ein Beispiel für ein 2x4GB-2400er Kit, das sogar für 1,5V spezifiziert ist, und hier ein 2x8GB-1866MHz-Kit, dass für 1,35V spezifiziert ist.
        Es ist selbstverständlich, dass eure Konfigs nicht bindend sind, aber ich finde trotzdem, dass diese Entscheidung nicht die richtige war - sowohl aus Preis-Leistungs- als auch aus Performance/Watt-Sicht.
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