DDR5-Kühlung: Graphen soll RAM-Temperatur deutlich senken
Apacer hat mit GraTherX eine Kühllösung für DDR5-Speicher vorgestellt, die Modultemperaturen unter Last um bis zu 23,4 °C senken soll. Sie zielt auf industrielle DDR5-Module in lüfterlosen Systemen, nicht auf klassischen Gaming-RAM.
Heiße DDR5-Module sind längst kein reines Enthusiasten-Thema. Während Cooler Master und G.Skill im Endkundenmarkt zuletzt sogar aktiv gekühlten Arbeitsspeicher und Biwin eine DDR5-Wasserkühlung auf der Computex 2026 zeigten, setzt Apacer auf einen passiven Aufbau und adressiert damit einen anderen Anwenderkreis.
Apacer kühlt DDR5-Module mit Kupfer und Graphen
Der taiwanische Speicherhersteller Apacer richtet GraTherX gezielt auf Systeme aus, in denen DDR5-Module ohne aktiven Luftstrom auskommen müssen. Gerade an der Rückseite der Module, die dicht über dem Mainboard sitzt, staut sich dort Wärme, welche sich nur vergleichsweise schwer abführen lässt.
Bis zu 23,4 °C: So kühlt GraTherX die DDR5-Speichermodule
In ersten Validierungstests des Herstellers unter "natürlicher Konvektion" fiel die Temperatur eines DDR5-Speichermoduls von 82,7 auf 59,3 °Celsius. Apacer führt das auf eine beidseitige Wärmeleitung zurück, die Hitze von Bauteilen auf der Rückseite zur besser belüfteten Vorderseite transportiert.
Quelle: Apacer
Die DDR5-Kühllösung soll die Temperaturen dank Kupfer und Graphen um mehr als 20 °C senken.
Den verbleibenden Temperaturunterschied zwischen beiden Seiten beziffert der Hersteller mit unter 0,8 °Celsius. Herkömmliche Kühllösungen bringen nach Angaben des Herstellers typischerweise 3 bis 5 °Celsius, der genannte Spitzenwert liegt mit 23,4 °C klar darüber. Doch wie genau soll dieser eigentlich erreicht werden?
Kupfer, Graphen und 0,17 mm: der Aufbau von GraTherX
Eine isolierende Lage trennt GraTherX elektrisch von benachbarten Bauteilen und beugt Kurzschlüssen vor. Den eigentlichen Wärmetransport übernehmen hingegen mehrere Schichten aus Kupfer und Graphen, die zusammen nur 0,17 mm auftragen.
Quelle: Apacer
Apacer GraTherX setzt auch mehrere Lagen Kupfer und Graphen und ist 0,17 mm dünn.
Weil die Kühllösung so dünn bleibt, lässt sie sich nach Herstellerangaben ohne Änderungen am Platinen-Layout auf vorhandene DDR5-Module aufbringen und problemlos in Notebooks und anderen mobilen Gerätschaften einsetzen.
Industrie statt Gaming: Wofür Apacer den DDR5-Speicher kühlt
GraTherX steckt in bzw. auf Apacers industriellen DDR5-Modulen mit und ohne ECC, nicht in Endkunden-Kits für Spieler-PCs. Als Einsatzgebiete nennt der Hersteller aus Taiwan insbesondere Industrie-PCs, Edge-KI-Systeme, intelligente Überwachung, Embedded-PCs und hochintegrierte Bordcomputer in Fahrzeugen.
Quelle: Apacer
DDR5-Speichermodul mit Apacer GraTherX im Vergleich zu einem gewöhlichen SO-DIMM.
Aus Zuverlässigkeitsmodellen leitet Apacer ab, dass sich die mittlere Betriebsdauer zwischen Ausfällen ("MTBF") um etwa das 2,7-Fache verlängern lässt; die realen Werte schwanken je nach Konfiguration.
Für den Gaming-PC unter dem Schreibtisch bleibt die Technik damit vorerst Theorie. Erste Testmuster der Kühllösung sind ab sofort verfügbar und auch die Massenproduktion soll bereits zeitnah anlaufen, so Apacer.
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Quelle: Apacer via PR Wire via TechPowerUp / VideoCardz
